Plastikkarten als vielseitige Marketing-Strategie

Beim Thema Plastikkarten denken die meisten Menschen zuerst an EC- oder Kreditkarten. Auch Personalausweis und Führerschein befinden sich gut verstaut in fast jedem Portemonnaie. Dabei sind Plastikkarten so viel mehr als das. Ihre Vielseitigkeit macht sie zum optimalen Marketing-Tool für Produkte, Marken und Unternehmen.

Bankkarte & Ausweis: klassische Einsatzbereiche von Plastikkarten


Wie bereits einleitend erwähnt, sind Ausweise und Bankkarten klassische Einsatzbereiche von Plastikkarten. Wieso das so ist, wird ersichtlich, wenn man sich die Karten etwas genauer ansieht. Nehmen wir beispielsweise den Personalausweis, der von einem Hologramm geziert wird. Beleuchtet man den Ausweis mit einer handelsüblichen UV-Lampe, werden weitere Sicherheitsmerkmale sichtbar, die bei gefälschten Karten fehlen.

Plastikkarten

Im oberen rechten Eck des Personalausweises kann man eine leichte Unebenheit spüren. Der Grund: Hier ist ein RFID-Chip eingearbeitet, auf dem das biometrische Passfoto gespeichert ist. Auch die Adressdaten sind darauf vermerkt. Weil der RFID-Chip ausreichend Speicherplatz besitzt, können (auf freiwilliger Basis) auch der Fingerabdruck und die digitale Unterschrift des Inhabers darauf gespeichert werden.

Chips auf EC- und Kreditkarten


Moderne EC-Karten sind hingegen mit gleich zwei Chips ausgestattet: einem EMV-Chip und einem NFC-Chip. Während früher PIN-Code und Co noch auf dem Magnetstreifen gespeichert waren, werden Zahlungen und Bargeldabhebungen heute über den EMV-Chip autorisiert. Der NFC-Chip, ein auf der RFID-Technologie basierender Schaltkreis, dient dem kontaktlosen Bezahlen (NFC = Abkürzung für “Near Field Communication”).

Karte, statt Schlüssel


Auch bei Mitarbeiterausweisen wird die RFID-Technologie heutzutage eingesetzt. In diesem Segment dienen Plastikkarten vor allem der Arbeitszeiterfassung. In Hotels sind Plastikkarten mit NFC-Chip die moderne Variante des Schlüssels. Ebenso wird der Zugang auf Veranstaltungen gerne über Chipkarten gewährt, die in gelochter Form an einem Ausweishalter oder Schlüsselbund befestigt werden können.

Klassische Einsatzbereiche von Plastikkarten im Überblick:


  • Kredit- & EC-Karten (mit Magnetstreifen & Chip)

  • Personalausweis (mit Hologramm & RFID-Chip)

  • Führerschein (mit Hologramm)

  • Mitarbeiterausweise & Einlasskarten (mit Chip oder Magnetstreifen)


Plastikkarten als Marketing-Tool


Warum Plastikkarten als Ausweis, Geld- oder Einlasskarte Sinn machen, ist Ihnen klar - der Sinn und Zweck als Marketing-Tool jedoch nicht? Marketing ist so vielseitig und nicht bloß Aufmerksamkeitshascherei durch bunte Logos und tolle Claims. Vielmehr ist die dauerhafte Bindung der Kunden an ein Produkt oder Unternehmen die Königsdisziplin der Absatzwirtschaft. Ein solch vielseitiges Terrain erfordert natürlich vielseitige Tools. Plastikkarten sind ein solches Werkzeug.

Beispiele für erfolgreiches Plastikkarten-Marketing


Nehmen wir mal eine Apotheke als Beispiel für erfolgreiches “Plastikkarten-Marketing”. Für ihre Treue sollen Kunden mit einem Bonusprogramm oder tollen Rabattaktionen belohnt werden. Gespeichert wird die Summe der Einkäufe zwar im EDV- bzw. Kassensystem, doch die Kundendaten werden über die entsprechende Kundenkarte (in diesem Fall auch “Apothekenkarte” genannt) eingelesen.

Dafür eignen sich sowohl Karten mit Chips, als auch Varianten mit Magnetstreifen- und Barcode - je nach vorhandenem Lesegerät und System. Auch die Daten zuvor gekaufter Medikamente können so besser verknüpft, und etwaige Wechselwirkungen ausgeschlossen werden. Das schafft Vertrauen und eine langfristige Bindung an genau diesen speziellen Gesundheitsdienstleister.

Multichannel-Marketing mit Plastikkarten


Was in der Apotheke funktioniert, das klappt natürlich genauso gut im Bekleidungsgeschäft. Statt Medikamenten, werden hier die gekauften Schuhe, Jacken, Hosen oder Shirts nach dem erfolgreichen Einlesen der Kundenkarte gespeichert. Gibt es eine entsprechende App oder einen Online-Shop, der mit dem stationären Einzelhandel verbunden ist, können dem Kunden so passende Angebote auf Basis der gekauften Waren angeboten wären. Sind außerdem Schuh- und Kleidergröße hinterlegt, lassen sich die Angebote noch weiter personalisieren - Multichannel-Marketing par excellence.

Psychologie der Kundenkarte


Wenn Sie sich jetzt denken: “Aber die ganzen Daten werden doch vor Ort gespeichert, die Plastikkarte braucht es ja prinzipiell nicht”, liegen sie nicht falsch; allerdings auch nicht komplett richtig. Denn wenn das Einlesen der Kundenkarte bei jedem Einkauf erfolgt, z.B. weil es ein ansprechendes Rabattsystem gibt, können Einkaufsfrequenz und Reaktionsverhalten auf andere Werbemaßnahmen besser analysiert und ausgewertet werden. Zwar könnte man auch hier einfach jedes Mal nach dem Namen und der Adresse fragen, um entsprechende Daten zu erfassen, doch die Kundenkarte hat einen eindeutigen psychologischen Vorteil:

Kundenkarten (aus Plastik) erzeugen das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit. Weil Menschen ihr Verhalten immer dem der Gruppe anpassen bzw. sich diesem annähern, sind Kundenkarten ein mächtiges Instrument bei der indirekten Beeinflussung von Kaufentscheidungen.

Verschmelzung von Offline- und Online-Marketing


Und weil Plastikkarten nicht nur mit Fotos, Hologrammen und Logos, sondern mit fast allem bedruckt werden können, lassen sich mit ihnen noch weitere Brücken zwischen der Online- und Offline-Welt schlagen. Denken Sie nur an QR-Codes: Mit einem mobilen, internetfähigen Endgerät eingescannt, öffnet sich sofort eine spezielle Informationsseite, die im besten Fall zu weiteren Interaktionen mit einem Produkt, einem Unternehmen oder einer Marke animiert.

Kombiniert mit Spielereien wie einem Rubbelfeld, macht das Freirubbeln des QR- oder Barcodes auch noch richtig Spaß und stärkt damit ebenfalls die Bindung. Wenn Lotterien mit Rubbellosen erfolgreich auf die natürliche Neugier des Menschen setzen, sollten Sie genau diese auch für Ihr eigenes Marketing nutzen. Apropos Lotterie: Haben Sie schon mal an ein Gewinnspiel gedacht? Gewinnspiele sind beliebte, weil sehr effektive Marketingstrategien und können durch diese Art von Plastikkarten gestützt werden.

Moderne Plastik-Visitenkarten mit QR-Codes


Visitenkarten mit eigenem Logo und Kontaktdaten sind Schnee von gestern - vielmehr regieren Facebook und XING? Weit gefehlt: Kombiniert mit aufgedruckten QR-Codes, können Social-Media-Profile mit der nicht-digitalen Visitenkarte verknüpft, und Kontakte effektiver gefestigt und schneller ausgebaut werden.

Plastikkarten: Sieger in puncto Haptik


Neben all den technischen Möglichkeiten und dem psychologischen Aspekt von Kundenkarten, haben Plastikkarten einen weiteren (ebenfalls psychologischen) Vorteil, den Sie für Ihre Marketingstrategie nutzen können: Plastikkarten sind stabiler und schwerer als Papier. Was so banal klingt, hat in der Praxis einen nachgewiesenen Effekt und eignet sich neben Kunden- oder Treuekarten auch für Visitenkarten.

Die Haptik hat maßgeblichen Einfluss darauf, ob wir uns an etwas erinnern und wie wir es bewerten.

Beim Design einer Plastikkarte sollte diesem Aspekt also ein großes Maß an Beachtung geschenkt werden. Angeraute Oberflächen, abgerundete Ecken oder fühlbare, eingeprägte Logos: Die Möglichkeiten beim Bedrucken von Plastikkarten sind fast unbegrenzt.

Plastikkarten als Marketing-Tool im Überblick:


  • Kundenkarten (mit Chip / Magnetstreifen)

  • Gewinnspiel-Karten (mit Rubbelfeld & QR- oder Barcode)

  • Gutscheinkarten (mit Barcode, QR-Code und Rubbelfeld)

  • Mitgliedsausweise (mit Magnetstreifen / Chip)

  • Visitenkarten (mit Prägung, QR-Code, Logo)


Plastikkarten selber bedrucken?


Um qualitativ hochwertig bedruckte Plastikkarten zu erhalten, brauchen Sie einen professionellen Kartendrucker. Solche Geräte bedrucken die Karten nicht nur, sondern übernehmen auch die Codierung von RFID-Chips oder Magnetstreifen; uncodiert sind diese nämlich unbrauchbar. Darüber hinaus benötigen Sie noch Kartenrohlinge und eine Plastikkarten-Software. Einfacher geht es, wenn Sie sich direkt an einen der zahlreichen Plastikkarten-Anbieter im stationären Handel oder im Internet wenden.


Quellen & Verweise

https://publiscologne.th-koeln.de/frontdoor/deliver/index/docId/743/file/MAT_Hoefs_Sonia_Katharina.pdf

https://praxistipps.chip.de/chip-im-personalausweis-das-sollten-sie-ueber-die-funktion-wissen_103396

https://www.touchmore.de/blog/hapticals/item/die-psychologie-der-haptik

https://www.computerwoche.de/a/qr-codes-sinnvoll-einsetzen,2535783

https://www.ident24.de/kartensysteme/Plastikkarten/


Ein Beitrag von Fabian Görg, freier Online-Journalist.

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