Das Sommerloch hat uns ein Thema beschert, das zu dieser Jahreszeit eigentlich keins ist: das Sommerwetter. Ganz ohne Pressesprecher drängt sich die jahreszeitlich angepasste Hitze in alle Gazetten.
Deutschland schwitzt. Und das öffentlich.
Keine Lokalzeitung, die nicht jetzt die ganz heißen Tipps über richtiges Trinken veröffentlichte. Kein Magazin, das nicht statistische Daten zur Temperatur bereithielte. Hier und da wird spekuliert über die Erderwärmung und das Ozonloch.
Das Wetter hat es geschafft: es hat uns ein Thema gegeben, das
jeden berührt. Wirklich jeden. Von so etwas träumen die PR-Strategen. Und schwimmen gleich auf der Welle mit. Wer es sich irgendwie aus den Fingern saugen kann, greift gleich das Hitze-Thema auf, um sich ins rechte Licht zu rücken.
So warnt zum Beispiel die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft DLRG vor den zur Zeit häufigen Badeunfällen und nutzt so die Hitzewelle listig für ihre eigenen Zwecke. DLRG-Präsident Klaus Wilkens klagt heute in der
Nassauischen Neuen Presse, dass die Kommunen an den öffentlichen Bädern sparen.
Und das führt dann dazu, dass
niemand mehr schwimmen kann. Dass – wie gemeldet wird – die meisten Badeunfälle allerdings durch einen unbedachten Sprung oder zu plötzliche Abkühlung geschehen, verschweigt Wilkens. Und wer braucht schon ein Schwimmbecken für das Erlernen der Baderegeln?
Egal, denkt man sicher bei der DLRG.
Die Hitze hat die Schlagzeile geliefert. Der Rest kommt dann von selbst.
Ich sitze derweil unterm Sonnenschirm und genieße mein Kaltgetränk. Mir kann die Hitze nichts anhaben. Und während ich dies schreibe,
kühlt mich sanft das Sommerloch. Hitzefrei.