Profi-Fußballvereine heute: Schwache Börsenkurse, Liquiditätsprobleme, Schuldenberge, aber „
wirtschaftlich auf einem guten Weg“. Probleme sind da um gelöst zu werden (vielleicht ausnahmsweise ohne
Moggi-Methoden): Was liegt für deutsche Bundesligavereine näher, als das Merchandising- und Shop-Geschäft mit interessanten Produkten aufzuwerten und somit die Basis für erfolgreiche neue Spielerkäufe zu legen?
Gestern waren Bayern-Schals, BVB-Fahnen, HSV-Tassen, Hertha-Bettwäsche, alles schnöde Stangenware. Heute ist: Individualisierung! Im Wohnzimmer von Jupp, Sepp, Hinnack & Co. darf ein handgemalter, unikater Michael Ballack oder Lukas Podolski nicht fehlen,
Ölgemälde sind das neue Fanelixier. Das sollte Franz Beckenbauer und seinen Kollegen einleuchten. Am besten, ich rufe Franz oder seinen Merchandising-Schergen einfach mal an. Aber davor hat der liebe Gott Telefonhotlines und Arbeitsanweisungen an Clubmitarbeiter gestellt.
Der Hürdenlauf beginnt mit der Recherche nach den Shop/Merchandising-Verantwortlichen: Weder Google noch openbc bringen bei den meisten Vereinen Treffer, auf Vereins-Webseiten hält man sich fast komplett bedeckt. Also Hotline oder Zentrale anrufen: „Wer ist denn bei Ihnen für Geschenke …“ oder „Können Sie mich bitte mit … verbinden?“.
Fast Unisono erklingt: „Angebote für Shop-Produkte können ausschließlich schriftlich an uns gerichtet werden. Am besten legen Sie ein Testexponat bei. Wir werden uns dann zu gegebener Zeit bei Ihnen melden.“ „
Ölgemälde muss man erklären oder persönlich erleben, da hilft ein Brief oder eine E-Mail nicht weiter.“ „Bitte haben Sie Verständnis, dass ich eine Anweisung habe, Sie in keinem Fall durchzustellen.“ Bauerntrick: „Das verstehe ich natürlich, können Sie mir den Namen des Verantwortlichen nennen, damit unser Schreiben persönlich gestaltet werden kann?“. „Schreiben Sie einfach an info@...“. Danke.
Geht man so mit Freunden um? Haaallllooo: ICH bin selbständig, Cheffe, CEO, Master, Hoffnung der deutschen Wirtschaft, ein Gründergeist … und dann DAS. Das Mio-Geschäft mit Zidane, Ronaldinho und Rooney liegt direkt vor uns. Fraaaaaanz: „Wir sitzen in einem Boot!“.
Gut: Wir schrubben unter Kiel und es ist SEINE Yacht. Franz musste
48 WM-Spiele schauen und will erstmal nix von
Ölbildern hören. Ich habe verstanden: Demut ist die erste Gründerpflicht! Ich schreibe Briefe … und HIER wird bald über die Ergebnisse (Antwortschreiben) berichtet …