Es ist ungleich schwieriger einem KMU-Geschäftsführer einen Präsentationstermin abzuringen, als einer dementen alten Frau am Telefon die Teilnahme an einer Lotto-Tippgemeinschaft aufzuschwatzen. So zumindest für eine ganze Reihe von Callcenter-Betreibern und deren Subs - rhetorisch und moralisch.
Nun hat Vater Staat vor einiger Zeit mit der Neufassung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) einen wichtigen Schritt hin zu mehr Präsentationsterminen bei kleinen und mittelständischen Unternehmen und weniger Beschiss im Durchwahlblock betreuter Wohnstätten unternommen.
Sogleich fanden sich findige Weiterhinbescheisser, teils motiviert durch das allzu laute Gezeter des DDV (Abermillionen - wenn nicht gar mehr - Arbeitsplätze fallen weg), und völlig enthemmt ob der rosarosigen Aussichten, die sich da woanders boten...
Zwar gibts auch weiterhin jede Menge innerdeutsche "Hallo-Sie-haben-schon-gewonnen"-Anrufe (wer hat schon den Nerv Gesetzestexte und DDV-Pamphlete zu wälzen, wenn er mit Verwirrten am Telefon kämpfen und den Überblick über den eigenen Telefonleitfaden halten muß), mittlerweile zeichnen sich jedoch revolutionäre und komplett haftungsfreie Lösungen zur Überwindung der deutschen B-to-C-Outbound-Krise ab:
"Olá, é Blumenau, Brazil, kanne ich sprechen mit cara Senhora, por causa de LOTTO."