Sehr geehrter Herr Herold,
hiermit beende ich meine Mitarbeit. Ich bin ein international mehrfach ausgezeichneter Werbetexter und Konzeptioner und es als solcher gewohnt, nur mit den Besten zusammen zu arbeiten, denn nur so sind beste Ergebnisse zu erzielen. Dies scheint auf Sie nicht zuzutreffen, wie ich mit großem Bedauern der E-Mail entnehmen muss, die mir gestern Abend zugespielt wurde:
Der TV-Moderator Jörg Thadeusz hat (...) auf der online marketing düsseldorf 2006 (OMD) umgehört. "Wo sind sie denn, die aktuellen Trends im Online-Marketing" hat er die Großen der Branche gefragt.
Unter den "Großen der Branche" sind Sie nicht aufgeführt. Und auch in seiner
Video-Reportage, in der er mit
"Charme und der gewohnten Portion Witz (...) dem Motto der diesjährigen OMD "Die dicksten Fische fängt man im Netz" nachgegangen"
ist, kommen Sie nicht vor.
---
Wissen Sie, was ich denke? Ich bleibe doch.
Begründung: Die Portion Witz war so groß, da blieben mir die Lacher im Halse stecken.
In der Überschrift des Introtextes der o. g. Website heißt es, JT gehe angeln. Im Fließtext dann aber lichtet er die Anker und macht sich auf die Suche nach den Online-Trends. Eine wahre Flut maritimer Sprachbilder ...
Und was macht der an selbiger Stelle als "der bekannte Medien-Journalist und TV-Moderator" bezeichnete Herr Thadeusz? (Zwischenfrage: Was, bitteschön, ist ein
Medien-Journalist? Ich vermute so was wie ein
Rundkreis? Und vor allem, was ist das Gegenteil?) Bei dem Motto (zur Erinnerung: "Die dicksten Fische fängt man im Netz")? Ja, tatsächlich. Ja, er rennt mit einem Kächer vor der Linse herum. Das erinnert doch stark an eine Flunder ...
Nun, wie ich weiß, hat irgendein Wurm ja versucht, Sie Blog-Barracuda zu ködern (mit einer schlecht getarnten E-Mail). Das hatte allerdings nur einen Haken, was normalerweise ja gut bei einem Köder ist, aber halt nicht in dem Fall: Warum sollten Sie laichen, wenn man Sie zuvor nicht befruchtete bzw. Sie nicht um gegenseitige Befruchtung bat. Nein, nein, nein, um in der Vielfalt der sprachlichen Bilder mitzuhalten, als aalter Hase der Ichtologie haben Sie den Braten gerochen. So was nenne ich Fingerspitzengefühl.
Gut Holz und Waidmannsheil!
Der Wortführer
(Wolfsfisch im Schafspelz)