Bernd Niquet (w.t.f. is Bernd Niquet? - egal.) hat sich auf finanztreff.de Gedanken über Call Center gemacht.
Das wäre ansich nichts besonderes, hätte ich in den vergangenen Wochen nicht Erlebnisse mit Telekom, 1und1 und diversen hier nicht genannten Unternehmen gehabt, die mich diesen Worten zustimmen lassen:
In keinem Moment ist der moderne Mensch so ohnmächtig und so machtlos wie in dem Moment, in dem er mit einem Unternehmen über ein Callcenter kommunizieren muss. Man kann reich sein, kann mächtig sein, kann erfolgreich sein, Dinge blitzartig begreifen, persönlich überzeugend sein, Menschen für sich einnehmen können, hyperintelligent sein – alle diese Eigenschaften nützen bei einem Callcenter nichts, aber auch gar nichts. Hier wird jeder in die Norm gepresst. Der moderne Mensch mit seiner ganzen Freiheit und seinen historisch völlig einmaligen Möglichkeiten – hier muss er von allem Abstand nehmen. Hier ist er nur noch eine Nummer.
Es handelt sich um die völlige Entpersonalisierung der Kommunikation. Hier redet man nicht mehr mit einem Menschen, sondern mit einer Maschine. Teilweise redet man wirklich faktisch mit Maschinen, meistens jedoch mit auf Maschinenfunktion reduzierte Menschen. Die schlimmen Zukunftsräume von Orwell und Huxley sind hier bereits Wirklichkeit geworden.