Montag, 27. November 2006
08:53
Der neue Bond - Markenführung at its worst
Dass sich eine Marke weiter entwickeln muss, ist eine müßige Frage. Natürlich.
Ob 007 blond sein darf, ist ebenfalls eine müßige Frage. Natürlich nicht.
Aber während dieses "Thema" das vorherschende PR-Thema war, gibt es doch noch weit mehr Aspekte, die an diesem Bond-Film mehr als fragwürdig sind.
Der Ansatz beispielsweise: Wozu muss ich als Zuschauer was über den Anfang des Doppelnull-Agenten erfahren? Es ging jetzt mehrere Jahrzehnte ohne dieses Wissen gut, mir hat nichts gefehlt, ich muss das nicht wissen. Bei Star Trek hatten sie auch mal diesen Glauben, dass was "vor Kirk" setzen mussten, zum Glück hatte man da zumindest auf die Original-Musik verzichtet, so dass klar war, dass die Serie "Enterprise" nur zum Teil was mit "Star Trek" zu tun hat.
Dann bekomme ich in dem neuen Bond-Film mehrere Geschichten in einer, die der Acion zu-, der Marke abträglich sind. Kein stilsicherer Gentleman, statt dessen ein blondes John McLane-Remake (alias Bruce Willis in der "Stirb langsam"-Trilogie) mit völlig hirnlosen Rosamunde Pilcher-Gedächtnisphrasen ("Ich habe keine Rüstung mehr. Du hast sie mir abgenommen.").
Es gibt auch keinen klassischen Bösewicht. Da ist zwar einer, der böse spielt, aber hinter dem steht wieder eine Organisation, die sinnigerweise auch "die Organisation" genannt wird, was auch eher lustig ist, um das Wort peinlich zu vermeiden. Wenn man den Film schon symbolisch an den Anfang setzt, lassen wir da mal die Dauernutzung von Handys und Messengersysteme außen vor, dann heißt die Organisation "SPECTRE" und der Chef Ernst Stavro Blofeld. Und wie peinlich ist denn Poker als Showdown????
Naürlich haben sich die Broccolis immer dem Zeitgeist angepasst, mal mehr, mal weniger geändert, aber sie wussten eine Marke zu führen. Dieser Film wirkt, als hätten Studenten mit viel Geld ihre Abschlussarbeit eingereicht. Als Action-Liebesfilm isser OK, als James Bond
Thema verfehlt.
Ob 007 blond sein darf, ist ebenfalls eine müßige Frage. Natürlich nicht.
Aber während dieses "Thema" das vorherschende PR-Thema war, gibt es doch noch weit mehr Aspekte, die an diesem Bond-Film mehr als fragwürdig sind.
Der Ansatz beispielsweise: Wozu muss ich als Zuschauer was über den Anfang des Doppelnull-Agenten erfahren? Es ging jetzt mehrere Jahrzehnte ohne dieses Wissen gut, mir hat nichts gefehlt, ich muss das nicht wissen. Bei Star Trek hatten sie auch mal diesen Glauben, dass was "vor Kirk" setzen mussten, zum Glück hatte man da zumindest auf die Original-Musik verzichtet, so dass klar war, dass die Serie "Enterprise" nur zum Teil was mit "Star Trek" zu tun hat.
Dann bekomme ich in dem neuen Bond-Film mehrere Geschichten in einer, die der Acion zu-, der Marke abträglich sind. Kein stilsicherer Gentleman, statt dessen ein blondes John McLane-Remake (alias Bruce Willis in der "Stirb langsam"-Trilogie) mit völlig hirnlosen Rosamunde Pilcher-Gedächtnisphrasen ("Ich habe keine Rüstung mehr. Du hast sie mir abgenommen.").
Es gibt auch keinen klassischen Bösewicht. Da ist zwar einer, der böse spielt, aber hinter dem steht wieder eine Organisation, die sinnigerweise auch "die Organisation" genannt wird, was auch eher lustig ist, um das Wort peinlich zu vermeiden. Wenn man den Film schon symbolisch an den Anfang setzt, lassen wir da mal die Dauernutzung von Handys und Messengersysteme außen vor, dann heißt die Organisation "SPECTRE" und der Chef Ernst Stavro Blofeld. Und wie peinlich ist denn Poker als Showdown????
Naürlich haben sich die Broccolis immer dem Zeitgeist angepasst, mal mehr, mal weniger geändert, aber sie wussten eine Marke zu führen. Dieser Film wirkt, als hätten Studenten mit viel Geld ihre Abschlussarbeit eingereicht. Als Action-Liebesfilm isser OK, als James Bond
Thema verfehlt.
Geschrieben von Heiko Walkenhorst in Kulturmarketing
3 Kommentare - 0 Trackbacks
Tags für diesen Artikel: agenten, doppelnull, james bond, kultur, Kulturmarketing, marke, markenführung, marketing


Kommentare
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marcc:
klugscheiss "SPECTRE" und Ernst Stavro Blofeld geht nicht, weil an denen Kevin McClory (Co-Produzent bei "Feuerball" und "Sag Niemals Nie"-Produzent) die Rechte hat. /klugscheissErklärbar wird die ganze Nummer so, dass James Bond ein Deckname ist, der immer wieder neu vergeben wird, wenn der Vorgänger "ausgeschieden" ist. So hat Bond immer ein anderes Gesicht, welches den Gegner verwirrt. Weswegen Blofeld damals Bond in seiner Alpenfestung (Geheimdienst ihrer Majestät) auch nicht erkannte, obwohl er ihn in Japan kurz gesehen hatte.
Ganz einfach.
schnuckelking:
So ziemlich genau das habe ich mir im Kino auch gedacht.Anfangs fand ich war viel Neues in diesem Bond. Und ich fand das auch alles super!
(Verfolgungsjagd, sogar der neue Bond).
Aber 10min langweiliges Pokern und Sätze wie "Ich liebe Dich!" und sich dann noch von der Frau verarschen lassen... Das passte überhaupt nicht.
Christof Hintze:
Das was wir jetzt im Kino sehen, ist das was die sich vor 5 Jahren ausgedacht haben. Bei Autos sind da sogar 10 Jahre her. Wenn das man reicht. Somit fahren wir Heute in Autos herum, die 1996 erdacht wurden. Da könnte man sagen: Voll der Mode hinter her. So auch bei diesem Bond. Vor 5 Jahren?! Na dämmert es. Die Trilogie der ersten 3 Star Wars. Nummer 1, 2 und 3. Weil es Nummer 3,5, und 6 ja schon gab. Schnallt meine liebe Frau bis Heute nicht. Was welcher Teils ein soll. Da haben die Bondausdenker sich gedacht. Das klappt, das machen wir auch. Was für Glück haben die nicht „sixth sense“ gesehen. Dann müssten wir am Ende feststellen, das Bond schon seit 27 Jahren tot ist.Kommentar schreiben