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Lieber Saftblog, liebe Blogosphäre,...

...wenn einer eine Marke hat, dann kann er was erleben. Da gibt's Trittbrettfahrer - die gibt's gar nicht. Wir meinen nicht die Schule, die Sommerspiele ausrichtet. Oder den Gastwirt, der den Olympiaspieß grillt. Vielleicht auch nicht den guten Walther-Saft - aber leider konnten unsere Anwälte das noch nicht beurteilen. Weil sich das Unternehmen noch nicht beim Absender gemeldet hat. Schade, denn sonst hätten sie erfahren, dass es in der Vergangenheit viele Fälle gab, bei denen die Abmahnkosten deutlich gesenkt wurden, weil sich herausgestellt hat, dass es sich um einen "kleinen Fisch" handelte.

Grundsätzlich mag ich Saft. Und mag auch Corporate Blogs, also die Weiternetwicklung normaler Unternehmens-Websites zu interaktiven Werbe- und Marketing-Plattformen. Und es freut mich, dass das Marketing und die Umsätze der Firma Walther mit Hilfe des Saftblogs einen derart rasanten Aufschwung nehmen konnten.
Siehe exciting ecommerce und zahlreiche weitere Sites. Zitat: "Walthers Saftblog: Warum Bloggen Chefsache sein sollte. Ein Weblog kann ein Unternehmen komplett verändern, es schneller, offener, kundengetriebener machen. Diese (Extrem-)Erfahrung macht gerade die Kelterei Walther, ein angestammter Familienbetrieb bei Dresden.

Geschäftsführerin Kirstin Walther: "In den 79 Jahren seit der Gründung der Kelterei im Jahr 1927 hat nichts solchen Einfluß auf die Geschäftsausrichtung des Unternehmens gehabt wie das seit Januar bestehende Weblog": "Alles wird schneller, der Dialog mit den Kunden, die Entscheidungen, der Verkauf, die permanente Neuausrichtung. Ich kann nur erahnen, wie durch das Weblog unser Unternehmen in 12 bis 18 Monaten aussehen kann."

In Walthers Saftblog bloggen die Geschäftsführer Kirstin Walther und Jörg Holzmüller sowie einige der Mitarbeiter. Wer Jörg Holzmüller heute schwärmen hört, möchte kaum glauben, dass er der große Skeptiker im Hause Walther war und das Weblog, das seine Geschäftspartnerin im Januar gestartet hatte, zunächst als "öffentliche Bedrohung" empfand.
Seine Aussagen sind deshalb so bemerkenswert, weil Jörg Holzmüller alles andere als ein Greenhorn ist. Er hat für den Computerhersteller Digital Equipment und als Unternehmensberater für Roland Berger gearbeitet und in Dresden den Elektronikversender Cyberport mitgegründet (s. Vita im Blog).
Insofern ist es spannend zu hören, was ein erfahrener Business- und Internet-Profi von Weblogs hält. Umsatz und Reichweitenzuwächse sind längst nicht die einzigen Gründe fürs Bloggen. Wenn man das Bloggen so konsequent (und intensiv) betreibt wie die Kelterei Walther, verändert sich weitaus mehr. Es entstehen neue Beziehungen - zu Kunden, Geschäftspartnern, Experten, von denen die Kelterei gerade extrem profitiert."

Das klingt eher nach vollem Glas als nach leerem und das gönnen wir den Arnsdorfern und ihren Beschäftigten.
Aber zurück zum Schutz von Markenrechten: Wir schützen unsere Markenrechte gegen Unternehmen - bis hin zu Weltkonzernen - die genau wissen, was sie tun, wenn sie im Windschatten eines Symbols wie den Ringen segeln.

Nun noch etwas zum Thema blog. Wenn ich in einer Zeitung, im TV oder im Internet eine Marke verwende, die mir nicht gehört und abgemahnt werde, dies zu unterlassen, werde ich dies tun. Und sicher nicht sagen, ich stelle die Zeitung ein, ich schließe den Sender, ich nehme ich den blog vom Netz? Schon gar nicht, wenn es sich wie in diesem Fall nicht um ein Presseorgan, um das zentrale Werbe- und Marketing-Tool eines Unternehmens handelt.

So, und jetzt rufe ich Frau Walther an und sage Ihr dies alles selbst. Denn so toll Bloggen auch ist - manchmal ist der direkte Weg der Bessere.

Michael Schirp
Pressesprecher Deutscher Olympischer Sportbund
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Kommentare

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Frank:

Der Beitrag wurde ohne weitere Prüfung eingestellt. Ein Rat an alle - auch im Sinne des Saftblogs: 2,3 Tage die Füsse stillhalten...
17:59

Jürgen Siebert:

»... aber leider konnten unsere Anwälte das noch nicht beurteilen. Weil sich das Unternehmen noch nicht beim Absender gemeldet hat.«
Netter Witz. Ein anwaltlicher Angriff erfordert eine anwaltliche Reaktion. Die will bedacht und gut vorbereitet sein. So kann nur jemend reden, der sich seiner juristischen Macht bewusst ist und den Rest der Welt als Blutsauger (»Trittbrettfahrer«) betrachtet. Nein, Herr Schirp, so wird das nicht, mit dem Zurückrudern.
Ich empfehle ein ganz einfaches: Wir haben daneben geschossen. Unsere Anwälte werden Nachhilfe nehmen in Sachen Werbesprache und Netz-Kommunikation.
18:13

Robert:

"...Schon gar nicht, wenn es sich wie in diesem Fall nicht um ein Presseorgan, um das zentrale Werbe- und Marketing-Tool eines Unternehmens handelt...."

das klingt für mich nicht, wie zurückrudern!! im gegenteil, eher wie der versuch, das saftblog als werbefaltblatt hinzustellen, um sagen zu können:"ihr habt mir olympia werbung gemacht..."

ich bin gespannt, was da noch kommt...
18:31

Fritz:

Ah, Kollerkommunikation.
Grüsse von Jean-Remy.
18:38

DonDahlmann:

Da will jemand noch schnell vor dem Wochenende die Welle die durch die Blogs geht, abmildern. Aber wenn man noch nicht mal klärt, warum das Blog überhaupt abgemahnt wurde, wieso man direkt mit 150.000 Euro droht, obwohl klar ersichtlich ist, dass es sich um zwei völlig harmlose Einträge handelt usw. so lange ist Sache leider nicht ausgestanden. Manueller Trackback mit meiner Kritik:
http://don.antville.org/stories/1531518/
18:42

Christian:

Erstmal ist die Abmahnung eine echt alberne Nummer gewesen. "Olympia gegen den bösen Saftblog". Und die o.a. Stellungnahme auch - @Jürgen Siebert @ Robert - Vollkommen Eurer - Ihrer Meinung. Wenn diese "Abmahnung" noch weitere Kreise zieht könnte das eher peinlich für den "Olympia" werden als alles andere. Der direkte Weg - ist der bessere Weg? Da stimme ich zu? Vielleicht wäre es ja mal mit einem netten Brief oder Anruf "besser" gewesen, als gleich mit Anwälten auf den "Saftblog" loszugehen und 150.000 Euro Streitwert festzulegen. So kann man sich das Image (selbst) versauen. Ich wünsche "Viel Schpass" beim Wiederaufpolieren des Images ....
18:43

Matthias Kryn:

Die Stellungnahme geht leider in wesentlichen Punkten an der Abmahnung völlig vorbei. Da hilft auch das viele nette Verständnis nicht.

Punkt 1: Bei gründlicher Arbeit der Anwälte hätte es zu dieser Abmahnung gar nicht erst kommen dürfen. Denn die gerügten Rechtsverstöße bestehen schlicht und einfach nicht. Falls das Zitat korrekt ist, wonach Überschriften als "Slogans" angesehen werden, die "offensichtlich als "Meta-Tag" dienen sollen, um "potentielle Kunden auf Ihr Angebot aufmerksam zu machen", sollten Sie ernsthaft in Erwägung ziehen, die Zusammenarbeit mit der abmahnenden Kanzlei unverzüglich wegen Schlampigkeit bei der Recherche zu beenden und zukünftig nur noch mit Rechtsanwälten zusammenzuarbeiten, die in dem Bereich, in dem sie sich bewegen, genügend Sachkenntnis aufweisen.

Punkt 2: Das Saftblog implizit als "Trittbrettfahrer" zu bezeichnen, als ein Unternehmen, das "im Windschatten eines Symbols wie den Ringen" segelt, ist schon reichlich unverschämt.

Punkt 3: Welchen Grund sollte es für ein Unternehmen geben, nach einer 17seitigen(!) Abmahnung nach einer kommunikativen Lösung zu suchen? Wer derart auf dem Rechtsweg angegangen wird, muss sich zuerst auf dem Rechtsweg wehren.

Punkt 4: Wenn sich das DOSB als bräsiger Lobbyverband nicht vorstellen kann, dass es für ein mittelständisches produzierendes Unternehmen Wichtigeres geben könnte, als sich in Nebenkriegsschauplätzen wie "Abmahnungen" zu verzetteln, und darum dieses Unternehmen überlegt, eine schnelle Entscheidung zu treffen, ob es das trotz aller sonstigen Vorteile offensichtlich mit unkalkulierbaren Risiken behaftete Medium "Weblog" weiter nutzen möchte, dann ist dringend ein Ankommen in der Wirklichkeit gefordert.

Punkt 5: Die meines Erachtens einzig richtige Reaktion, nämlich eine Entschuldigung für die verursachte Aufregung, fehlt immer noch. Aber ich fürchte, dass ich auf echte Zerknirschung über den kapitalen Fehler vergeblich warte.
18:46

Milan:

Ich muss sagen diese Stellungnahme hat mich sehr entaeuscht. Anstatt sich und dem Saftblog etwas gutes zu tun und zu sagen "Entschuldigung! Wir muessen unsere Rechte schuetzen aber in diesem Fall haben unsere Anwaelte den falschen Weg gewaehlt" wird hier an der Sache vorbeigeredet.
Ausserdem waere wohl eine direktes Fazit wuenschenswert in dem das weitere vorgehen deutlich wird. Bleibt es bei der Abmahnung oder ....


Offensichtlich hat die Werbeagentur beim Deutschen Olympischen Sportbund noch niemand erreicht denn ich persoenlich kann das nur als einen weiteren schuss ins eigene Knie werten.
18:51

george:

späte erkenntnis:

manchmal ist der direkte Weg der Bessere
18:51

Fritz:

P.S.: Laut veröffentlichter Aussage des Pressesprechers des berühmten DOSB arbeiten deren Anwälte offensichtlich unsauber.

Zum einen wissen sie nicht, wen sie abmahnen. Offensichtlich gehen diese bisher davon aus, dass Walthers ein Weltkonzern und kein kleiner Fisch ist.

Zum anderen verschicken sie offenbar in jedem Fall eine 17-seitige Standardabmahnung ohne diese an den konkreten Fall anzupassen. Wie auch, wenn sie diesen gar nicht recherchieren.

Abmahnungen zum Flatrate-Tarif?

Sorry, Herr Schirp, aber das is noch nix. Und nehmen Sie die Arroganz aus der Stimme.
18:54

Carsten:

Ohja, die Tatsache, dass beide Beiträge zusammen vor der Abmahnaktion ganze 2,5 firmenexterne Kommentare eingefahren hat, ist ja ein unverkennbares Indiz, wie unglaublich werbewirksam die simple Erwähnung der Olympischen Spiele für Walthers war. Das hat vermutlich Millionen in die Kassen geschaufelt.

Grundsätzlich mag ich Sport, aber wenn jemand versucht die bloße Erwähnung eines Sportevents ohne Kontext zur Marke als werbewirksame Maßnahme darzustellen, guck ich in Zukunft doch lieber Rot-Weiß Visbek gegen Arminia Rechterfeld. Wenn man zu sehr abhebt, wird halt irgendwann die Luft dünn.
19:03

Martina:

Kommt, nun seid nicht so streng! ;-) Wenigstens wurde relativ schnell von der Gegenseite reagiert und auch in gewisser Weise von der hüstel "Qualität" der eigenen Rechtsanwälte gesprochen.

Nun lasst uns erstmal abwarten, was sich demnächst tut. Frank schreibt es schon richtig: 2-3 Tage die Füße still halten, das sollte uns doch allen möglich sein. Und wenn sich dann noch nichts getan hat, dann schließen wir uns wieder zusammen. ;-)

Frank, danke! Super Leistung!!
19:05

Stephan:

Warum konnten ihre Anwälte das nicht beurteilen? Besitzen die etwas kein "gesundes" Urteilsvermögen?

Übrigens: Wenn sie persönliche Gespräche bevorzugen, dann sollten sie diese machen, bevor sie darüber bloggen. hust
19:26

Speedking:

+ + +Humor an+ + +
ähmm, Anwälte UND gesundes Urteilsvermögen ?
Sind das nicht 2 Sachen, die sich gegenseitig ausschliessen, sind das nicht 2 Sachen, die nie zusammenkommen werden..?!?!
+ + +Humar aus+ + +

;-)
Norbert
00:13

Martina:

vielleicht, weil sie sich mal ins Gespräch bringen wollten? rülps Wollen wir das mal unter dem Kapitel "Versuch einer Guerilla"Werbung der RA-Kanzlei ablegen? schluck
20:18

Christian:

Herr Schirp, vielleicht sollten Sie Ihre Anwälte erst einmal coachen. Und wenn der direkte Weg der bessere ist, dann stellt sich doch die Frage, wieso wird dann erst geschossen und erst dann gefragt?
20:28

Manuel:

Hmmm,

wenn ich das so lese, dann wäre mir keine Antwort eigentlich lieber als DIESE Antwort gewesen.

Naja, ich bin gespannt, welches Ergebnis bei den Verhandlungen herauskommt.

...bei oben stehender Intonierung erwarte ich aber keine Wunder.
20:38

wb:

Ein Satz von Hr. Schirp hat mir gut gefallen:

"So, und jetzt rufe ich Frau Walther an und sage Ihr dies alles selbst. Denn so toll Bloggen auch ist - manchmal ist der direkte Weg der Bessere."

Warum nicht vorher? Vor dem Draufhauen mit einer Abmahnung?
20:38

Dirk:

Weil dann die Anwälte nix zu tun haben und man es so wenigstens noch auf einen Dritten schieben kann.

Die Drecksarbeit machen immer andere.
20:44

herwig Danzer:

Zum Füße stillhalten der Beruhigungscocktail mit Walthers Aroniabeere: http://nachhaltigkeit.blogs.com/nachhaltig/2006/12/arionacocktail_.html
Und nochmal die Frage nach dem Fonds für Unternehmensblogger, dann hätten die Schreckenstage für Kirstin und Jörg wenigstens auch einen postiven Effekt.
20:59

mikel:

Ich denke, wenn der Sport nur noch "Marke" ist, sollte er sich nicht wundern, wenn er nur noch als solche behandelt wird.

Ich denke es wäre Zeit über die Finanzierung des DOSB aus öffentlichen Geldern nicht nur nachzudenken.

Politisch, nicht juristisch.

Dies hier ist ein Kommunikationsgau für den Sport.

Hören Sie noch die Pfiffe für Herrn Blattern beim WM-Spiel um den dritten Platz in Stuttgart?

Sie könnten bald überall zu hören sein.

Für die Funktionäre und irgendwann für die Sportler.
21:29

bugsierer:

olympisches bullshit-gehabe
manueller trackback:
http://henusodeblog.blogspot.com/2006/12/saftblog-olympisches-bullshit-gehabe.html
21:53

Jan:

Mindestanforderungen aus meiner Sicht:

1. eine Entschuldigung
2. das Versprechen, es zukünftig zuerst auf direktem Weg und nur als letzte Möglichkeit über Anwälte zu versuchen.

Ansonsten haben wir es hier nach meiner Meinung nur mit einem erzwungen PR-Bluff zu tun.

Man kann nur hoffen, dass die großen Medien einmal genau nachforschen, wie dieser Verein mit dem olympischen Gedanken umgeht. Denn angesichts der Äußerungen da oben scheinen Abmahnungen ja gang und gäbe zu sein.
22:29

Hannes:

Mal eine ganz kleine Frage:

Warum ist das Marketing-Blog in der Sache "Walthers" eigentlich so aktiv geworden?

Gestern passiert, heute schon vermittelt und gegen Abend "tataaa!" als Friedensstifter schon die Lösung präsentiert... Verdächtig "glatt" ist mir das alles gelaufen.

Reine uneigennützige Motive? Oder steht der Blogger hier (auch - siehe Breitenbach) in Verbindung mit dem e. V. ? Und wäre es dann sozusagen eine "virale KrisenPR" ?
Stutzig wurde ich, weil überall Hinweise auf den Post hier gemacht wurden. Und weil Herr Schirp sich dann hier (und traffic-trächtig beim Lawblogger) äußert, anstelle bei den "bösen Saftbuben"...

Wenn dem so sein soll - Hut ab, langsam werden die Mechanismen der Blogs auch von allen genutzt ;-))

--> wenn ich da noch an "Moni-Gate" etc. zurückdenke, da ging das nicht so schnell
00:13

EsEmKa:

Eine paar Fragen wurden (noch) nicht gestellt - oder ich habe Sie überlesen:
Wer bezahlt eigentlich auf oly******** Seite die ganze Aktion?
Wer sucht(e) da nach den Verstössen - oder hat jemand gepetzt?

Ich glaube auch das Ferrero, Barmer, Commerzbank, Techniker Krankenkasse, Mercure, Ratiopharm und Volks- und Raiffeisenbanken sowie allen anderen, die Ihr Geld für Oly**** geben, nicht egal ist wie damit umgegangen wird.

Neee, Ruhe geht anders. Wäre typisch, wenn jetzt mal ein paar Blogger die olympische Arbeit und Ethik bei uns ein wenig genauer betrachten. Zu Not auch ein paar Journalisten ;-).
00:28

Hannes:

an EsEmKa:
Da sitzt eine Anwaltskanzlei dahinter.

Google hilft: DOSB und Olympiaschutzgesetz.

Es gibt übrigens weitere Fälle...
00:42

Andreas B:

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.
06:01

Gast:

Werden die jetzt auch abgemahnt?
http://www.hotel-olympia.de/
09:51

Matthias Kryn:

Die Antwort steht in §8 OlympSchG:

"§ 8 Fortgeltung bestehender Rechte

Rechte Dritter, die auf Grund gesetzlicher Bestimmungen, auf Grund vertraglicher Vereinbarungen auf dem Gebiet des Vereins-, Marken-, Geschmacksmuster- und Handelsrechts oder auf Grund sonstiger vertraglicher Vereinbarungen mit den Rechtsinhabern am 13. August 2003 bereits bestehen, bleiben unberührt."

Ältere Rechte haben also Bestandsschutz.
11:37

sven:

Der entscheidende Satz in der Stellungnahme ist doch

... aber leider konnten unsere Anwälte das noch nicht beurteilen ...

Schlimmer gehts doch gar nicht. Wofür werden die denn bezahlt? Fürs verschicken von Abmahntemplates?

Ich verstehe das so : "Unsere Anwälte haben das Bild mit den olympischen Ringen gesehen, dazu Stand in diesem Metatag-Html-Dings das Wort Olympia, also haben wir das Standard- Abmahnschreiben rausgeschickt."

Jetzt gibt es beim DOSB Leute die schnell die Wogen glätten wollen, das ist auch gut so, aber leider ändert das nichts an den Tatsachen.
11:09

BrainBomb:

Eine Abgrenzung, ob Markenrechte verletzt wurden, ist doch ganz einfach. Es kommt dabei nicht (!) darauf an, ob es sich um ein Business-Blog handelt oder nicht.

Wurde das Logo im Layout verwendet, handelt es sich um eine Markenrechtsverletzung.

Wurde das Logo im Posting verwendet, handelt es sich eventuell um eine Copyright-Verletzung (Recht am Bild). Ansonsten gilt das Gleiche, wie bzgl. des Wortes "Olympia" (s. unten). Man könnte natürlich ein Foto machen von einem Olympia-Logo z.B. auf einer Stadion-Fahne. Dann wäre es keine Copyright-Verletzung, weil man ja selbst das Recht am Foto hat.

Wurde das Wort "Olympia" im Posting verwendet in einem kommentierenden Zusammenhang, handelt es sich um eine Meinungsäußerung. Wird der "eigene Saft" allerdings damit im Posting in Beziehung gebracht, wäre es Schleichwerbung und damit natürlich zu ahnden.

Bin kein Jurist aber ich hätte keine Probleme mit der Abgrenzung, was erlaubt ist und was nicht.

Da Herr Shirp in seinem Kommentar oben nur auf die "Professionalität" der Saft-Blogger abzielt, und ansonsten keine der Differenzierungen vornimmt, scheint er sich in großem Irrtum zu befinden.
12:03

nimue:

"Nun noch etwas zum Thema blog. Wenn ich in einer Zeitung, im TV oder im Internet eine Marke verwende, die mir nicht gehört und abgemahnt werde, dies zu unterlassen, werde ich dies tun. Und sicher nicht sagen, ich stelle die Zeitung ein, ich schließe den Sender, ich nehme ich den blog vom Netz? Schon gar nicht, wenn es sich wie in diesem Fall nicht um ein Presseorgan, um das zentrale Werbe- und Marketing-Tool eines Unternehmens handelt."

Herr Schirp, nicht alles was hinkt, ist ein vergleich...

ich als kunde steuere durchaus mein konsumverhalten nicht nur die durch die werbung sondern auch durch die anderweitigen aktivitäten von unternehmen. so kaufe ich schon lange nicht mehr im "sauladen", obwohl er direkt bei mir vor der tür liegt. andere unternehmen werden auch von mir boykottiert. ich bin ein mündiger bürger und stimme in der regel mit den füssen ab. überlegen sie sich gut, wie sie weiter vorgehen. was nützt eine lumpiade, wenn keiner zuschaut? was nützen markenerechte, wenn der inhaber.... unbeliebt ist? wer will dann lizenzen kaufen? schon darüber nachgedacht?
die olympische idee ist schon seit langem pevertiert, irgendwann mal ist das faß voll ;-).

und was die angebliche nichtreaktion angeht: wenn ich 17 seiten schriftsatz um die ohren geknallt bekomme, werde ich auch erst mal den anwalt meines vertrauens aufsuchen. und zumindest mal der denkt erst mal sorgfältig nach, bevor er etwas schreibt. vielleicht sollten sie mal über den wechsel der kanzlei nachdenken?
13:29

Moritz:

Bei so einer, ich nenne es mal "Stellungnahme", wird einem echt schlecht.
14:08

Wolf Trenner:

Der Rechtsvorgänger dieser Organisation hat doch auch den Menschen mit Behinderungen verbieten lassen "Behindertenolympiade" das zu nennen, was alle paar Jahre als Sportwettkampf behinderter Menschen ausgetragen wurde (und wird). Das sind halt schon echte Sportfunktionäre, die Betonung liegt auf den Funktionären.
15:13

hanneken:

Genau, so mache ich das auch immer. Zunächst mit der vollen Keule 150 TEuro Gegenstandswert festsetzen und dann vielleicht weniger. Ihr seid ja wirklich nett.
Eigentlich hätte es vollkommen gereicht, einen netten Brief zu schreiben, darauf hinzuweisen, dass die Verwendung nicht korrekt ist, und dann weiterzusehen.
Aber leider ist Abmahnen in D ja viel zu leicht. Und der Stärkere (z.B. mit mehr Geld oder besseren Anwälten oder mehr Zeit oder...) gewinnt auch meistens. Aber der Ruf kann durch die Blogosphäre leicht ruiniert werden und dies passiert gerade...
16:07

Chris:

Was für eine User-Verarsche hier.

Da bin ich ja mal gespannt, wieviele Leute Euch diesen Blödsinn abkaufen, erst recht nachdem Bericht von Robert...

http://www.basicthinking.de/blog/2006/12/16/saftblog-und-olympia-ball-flachhalten-ist-nicht/
16:26

klm:

Moin,

vermutlich werden spätestens adidas, eon, DaimlerChrysler und konsorten den Verband auf den topf setzen, damit dieser zur vernunft kommt. wer will schon sponsor von den bösen sein?

grusz
klm
20:26

Silke Schümann:

Laut der TAZ geben Sie an, Herr Schirp, dass der DOBS monatlich in zweistelligen Zahl Kleingewerbler abmahnen und dass diese ohne Vorsatz nach Ihren Vorstellungen ihre "Rechte" verletzen.

Quelle: http://www.taz.de/pt/2005/11/30/a0187.1/text

Pardon, aber bei dieser Schieflage, siehe:
http://www.law-blog.de/344/schneller-hoher-teurer-abmahnen-als-olympische-disziplin/
sollte sich der DOBS entschuldigen und auch die bisherigen Abmahnungen noch einmal in Revision nehmen. Zumindest wenn der Verband einen Funken Anstand besitzt.
22:54

raketentim:

"...sonst hätten sie erfahren, dass es in der Vergangenheit viele Fälle gab, bei denen die Abmahnkosten deutlich gesenkt wurden, weil sich herausgestellt hat, dass es sich um einen "kleinen Fisch" handelte..." Ich habe im Übrigen auch gehört, dass es in der Vergangenheit viele Fälle gab, in denen Menschen trotz lebensgefährlicher Verletzungen überlebt haben. Aber das ist kein Grund für mich, dies mal an jemandem auszuprobieren. Ich glaube, dass sich viele Menschen bzw. Unternehmen auf rechtlichen Grundlagen ausruhen, die keine vernünftige Beziehung zu unserer momentanen Welt haben. Besonders im Bezug auf das Internet. Schade. Sie könnten auch als vernünftiges Vorbild agieren, aber den Kategorischen Imperativ kennt ja keiner mehr.
23:14

Speedking:

ach ja, IHR seit ja alle so gemein zu den Anwälten! Schämt Euch!
Denkt doch auch mal an diese armen Menschen, die müssen doch irgendwie ihre hohen Gehälter rechtfertigen ..., müssen beweissen, dass sie das viele Geld, was sie bekommen (verdienen .. na ja), auch wert sind .... !
Norbert
--------------------------------------
wie sagt schon die Maus = das war der Norbert, der wohnt zu Hause, der macht hier auf Sarkasmus
00:19

oldman:

Liebe Blogger,
ich würde mich freuen, wenn auch
Sie diese Bitte weiter tragen.

http://www.oldblog.de/?p=336

Handeln statt Bruddeln.
13:57

Manuel:

Schade, es ist wohl doch nicht zu einer Einigung gekommen...

http://www.walthers.de/blogs/index.php?title=wo_ist_die_kuh

;-((((((((
23:46

Sebastian:

http://www.walthers.de/blogs/ index.php?title=wo_ist_die_kuh& more=1&c=1&tb=1&pb=1

Und nun?

Was mich so beunruhigt ist, dass wir eigentlich alle besseres zu tun haben. Im Falle des Saftblogs geht es ja keineswegs um "echte Werte" sondern eher um "Nebensaechlichkeiten". Hatte ich nach der Reaktion hier noch einen Funken Hoffnung, so hat fuer mich hat der DOSB seine Glaubwuerdigkeit nun vollstaendig verloren.
08:36

andreas:

hier ist mein kleiner beitrag zu diesem speziellen thema und der allgemeinen redefreiheit:
http://www.ganje.de/index.php?cid=2&cid2=4&aid=135
12:25

Christof Hintze:

Fehler. Leider habe ich gestern auf dem Basic Blog meine Meinung Kunde getan. Großer Fehler. Es scheint doch besser zu sein auch in der Blogsphäre wie ein toter Fisch mit dem Strom zu schwimmen.
Darum kommentiere ich lieber hier. Scheint mir viel weniger polemisch und viel mehr an der Lösung interessiert.

Dabei ist die gesamte Blogsphäre wie ein großer Limbotanz unter der Stange durch, wenn es um Urheberrechte geht.

Das erinnert mich an das Ende der 80er und das aufkommen des Techno. Als man alles gesampelt hat und in die Songs eingebaut hat um einen Hit zu landen. Auch da haben einige die Stange gerissen. Bis die Verlage dahinter kamen, dass ein gutes Sample das Original noch mal richtig nach vorne bringt.

Ab da an gab es keine Abmahnungen mehr, sondern plötzlich Kooperationen wie RUN DMC mit Aerosmith usw.

Und das war mein letzter Kommentar dazu, denn ich lösche seit gestern Kommentare von Leuten die anderer Meinung sind und mir ständig Urheberrechtsverstöße in meinem Blog aufzeigen wollen.

An diejenigen noch mal meine Meinung: Toll, dass ihr Limbotänzer so ganz anders seit als diejenigen die ihr gerade ans Kreuz nagelt. Die drohen mit dem Selben. Echt toll.

Ich bin da zu sehr überzeugter Pazifist, dass ich mich dazu hinreißen lasse, die selben Waffen zu benutzen, die ich eigentlich verhindern will.
09:31

SEO THEO:

Wenn die Internetseiten von walthers.de nicht so schlecht optimiert wären, könnte man glauben, daß der gesammte Ablauf dieser Sache den Inhabern der Kelterei Walther in die Karten spielt.
Man kann fast glauben, es wurde schon seit längerer Zeit mit einer Abmahnung geliebäugelt um zusätzliche Popularität zu gewinnen.

Warum ist das Olympialogo nach wie vor vorhanden und warum gibt es außerdem jede Menge sehr offensichtliche Verstösse gegen das Wettbewerbsrecht auf den walthers-Seiten?
Nur eins von vielen Beispielen: Die verwendeten Metatags auf walthers.de “Jungbrunnen” sowie “Aronia” sind in der Klasse 32 (Mineralwasser und kohlensäurehaltige Getränke, alkoholfreie Getränke) geschützte Wortmarken. Der Gebrauch einer solchen Wortmarke in Metatags ist wettbewerbswidrig. Wenn man dem DOSB-Presssprecher zum Lebenslauf von Holzmüller glaubt, dann passt das alles gar nicht.

Aber Glückwunsch zur Aufnahme in die Deutschen Blogcharts und zu tausenden von Suchmaschinennerwähnungen, die dem Shop sicher ein erhebliches Umsatzplus bringen werden.

Ich habe so den Verdacht, daß hier alle mächtig verarscht werden.
17:08

Christof Hintze:

Ich glaube du könntest so was von Recht haben. Das uns allen die Spucke weg bleibt. Aber wenn Du Dich nicht wie ich zum Unmenschen in der Blog-Szene machen willst. Dann halt den Ball flach. ich werde seit Tagen von allen Seiten beschossen. Lieber wie tod stellen und so tun als ob man auf der Welle der allgemeinen Dummheit mit schwimmt.
13:09

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