Das Nirvana der Wörter

Ich stell mir das so vor: Eine Eingangshalle, riesig wie ein Bahnhof. Die zeitlose Architektur einer viele Jahrhundert alten Tradition. Herren im Zwirn, Damen elegant. Dezenz, wohin man sieht. In den Wänden aus edlem Holz sind Vitrinen eingelassen - große, geräumige Schaukästen mit Sicherheitsglas verschlossen, von unauffällig bewaffneten Wachleuten gesichert. Die Vitrinen sind aufwändig und doch zurückhaltend illuminiert. Darin stehen samtbeschlagene Podeste, auf denen die hochwertvollen Ausstellungsstücke ruhen, deren Präsentation diese ganze Einrichtung dient.

Es sind Wörter


Wörter von unsagbarem Wert, Wörter von Bedeutung, wahrer Bedeutung (gibt es denn eine andere?), Wörter von Distinktion und Abstand. Nur selten werden sie - und nur für ausgesuchte Gelegenheiten verwendet. Der Raum riecht vornehm. Ist erfüllt von frischer Luft. Vom Duft frischer Lust. Eine vornehm kühle Atmosphäre. Das Flair eines aus unzählbaren Erlebnissen innerer Überlegenheit gewachsenen Selbstbewusstseins. Überhöht durch die Nützlichkeitsdemut des Ortes. Klassische Musik perlt von den Wänden, gerade gut genug wahrnehmbar, um die unglaublichen Summen zu übertönen, die genannt werden, wenn ein Kunde bittet, eines der Wörter einmal probehalber in den Mund nehmen zu dürfen.

Die Preise sind so hoch, dass nur wenige Kunden auf der ganzen Welt in der Lage sind, sich diese Mittel der Kommunikation zu leisten. Dabei geht es gar nicht nur um Geld. Viel, viel mehr geht es um die Fähigkeit, Aussagen von ihrer Plapperhaftigkeit und Beliebigkeit zu befreien und mit der Bedeutung konsequenten Handelns zu beleben. Nur wenige Unternehmen sind es, die dazu in der Lage sind. Manche mögen bei großzügiger Bilanz ihrer Ressourcen vielleicht noch die finanziellen Mittel zusammenkratzen. Doch sie scheitern, wenn es darum geht, Kraft für die gezielte Steuerung ihres Unternehmens und die Befähigung ihrer Mitarbeiter zu einer einheitlichen Haltung aufzubringen. Dieses Fach ihrer Börse ist leer. Beschämt rücken sie ab, wenn sie ihre Nichtswürdigkeit erkennen. Nur auf Empfehlung wurden sie eingelassen. Um nun feststellen zu müssen, dass sie kommunikativ gesehen absterbend sind und ihnen nur noch eines bleibt: Reste des aus einer ruhmhaften Vergangenheit gebliebenen Kapitals oder aus einer schon vor Jahren noch rasch verteilten Erbschaft zu konsumieren. Heimlich, damit es niemand sieht, werden sie noch wenige Jahre Reste essen. Und bald wird nichts mehr sein, was ein Gespräch über sie lohnt.

Geld zählt hier nichts. Es geht um Werte und Haltung, wahre Haltung (gibt es denn eine andere?). Und auch wenn es Millionen und Milliarden sind, die hier für ein gutes Wort bezahlt werden, so ist das doch nur Kleingeld angesichts der durch gelebte Bedeutung erreichbaren Gewinne.

So stelle ich mir das Nirvana der Werbung vor.

Wirken Werbegeschenke und Giveaways?

Hier im Blog haben wir uns ja immer wieder mal mit dem Thema "Werbegeschenke, Werbeartikel, Giveaways" beschäftigt. So hat Kollege Walkenhorst immer wieder herausgestellt, dass das schönste aller Werbegeschenke nicht taugt, sofern die Kommunikation rundherum nicht funktioniert.


zuckerstange giveawayQuasi in Ergänzung seiner Ausführungen, anbei einige höchst akademische Informationen, versüßt mit einer Zuckerstange von Crimex.

Erst kürzlich haben sich Wissenschaftler der Universität Augsburg in einer Studie für eine deutsche Fluggesellschaft (da kommt einem doch gleich das Air Berlin Schokoherz in den Sinn, selbst wenn das hier eine andere Linie war) mit dem Einfluss von Werbegeschenken auf das Verhalten der Kunden und der Wirtschaftlichkeit von Giveaways für das werbende Unternehmen beschäftigt. Für die deutsche Studie, mit dem schönen englischen Titel „How Gifts Influence Relationships with Service Customers and Financial Outcomes for Firms“ werteten die Studienmacher die Daten von rund 2.000 Kunden aus, die im Rahmen eines Feldexperiments unterschiedliche Werbegeschenke erhielten.

Wesentliche Erkenntnisse der Studie: Werbegeschenke stellen tatsächlich ein erfolgreiches Instrument dar, um die Kundenloyalität zu erhöhen und sie können profitabel für Unternehmen sein. Wichtig ist jedoch die Differenzierung, da es keinen verallgemeinerbaren Effekt von Geschenken gäbe. Nicht alle Arten von Giveaways und Werbegeschenken führten zu höheren Einnahmen für das Unternehmen. Der Effekt hänge stark von deren Ausgestaltung ab. Werbegeschenke müssten für den Kunden von Wert sein, und zwar in dem Sinne, dass sie einen echten Nutzen haben.

Die Wissenschaftler empfehlen Werbetreibenden, vor allem auf Giveaways zu setzen, die direkt mit dem Unternehmen und dessen wichtigsten Produkten zusammenhängen und Kunden finanzielle Vorteile bieten. Solche Vorzüge bewegen Kunden dazu, ihr Verhalten an die vom Unternehmen gewünschte Art anzupassen. Die Autoren erklären dies damit, dass in solchen Fällen die Kunden davon überzeugt seien, dass sich ihre Treue lohnt, so dass diese Geschenke ähnlich wie andere finanzielle Anreize (z. B. Rabattmarken) wirken. Zudem seien Aufmerksamkeiten („soziale Geschenke“), die nicht mit dem Unternehmen zusammenhängen effektiv. Finanzielle, mit dem Unternehmen zusammenhängende Geschenke wirken am effektivsten im Hinblick auf kurzfristige Umsätze, während soziale, nicht mit dem Unternehmen zusammenhängende Geschenke effektiver für die langfristige Kundenbeziehung sind.

Schaufel-Marketing

Großartig, man kann jeden Begriff mit dem Wort „Marketing“ verbinden und er wird irgendwie ein bisschen toller dadurch. Das Affix „-Marketing“ ist das Mit-Käse-Überbacken des Content-Management-Marketing-Geschäfts. Ich bin ja ein Fossil und damit aus Eingeborenenperspektive ein Troll in der heutigen Zeit, denn ich beharre darauf, dass Quatsch Quatsch, Nonsense Nonsense und Mist-Werbung Mist-Werbung ist. Und da geht es schon los: Denn ich sage „Quatsch“ und meine damit auf keinen Fall „Comedy“.

Schaufel-MarketingSchaufel-Marketing ist toll. Ich erinnere an die legendären Schaufel-Experimente des Taylorismus, einer frühen Form der Standardisierung des Standardisierbaren. Jetzt, in meinem Leben ungefähr doppelt so alt wie seinerzeit William von Baskerville, aber nur in Menschenjahren, in Reizbildjahren eher 100 mal so alt und in Kapiertheitsjahren vielleicht halb so alt, erkenne ich: Die Kirche im Mittelalter hat recht gehabt, man hätte das metrische System und Wissenschaften und das alles nicht einführen sollen. Trambahnen, die auf Schienen fahren: igitt! - Anathema! Anathema! Uhren: Oh nein! Der Barcode: Des Teufels! Et idem: www! Nur Tiefkühlpizza: Danke Gott, dass es die gibt!

Außerdem denke ich, dass Douglas Adams im Unrecht war, denn es ist kein Handtuch, das wir mitführen sollten, sondern eine Schaufel. Außer, dass ein Handtuch besser in ein Flugzeug zu schmuggeln ist, hat ein Handtuch nur Nachteile. Schon mal versucht, ein Bäumchen zu pflanzen? Mit einem Handtuch? „Siri, wie kann ich mit einem Handtuch einen Mitbewohner beseitigen?“ (Und so ungern ich es sage: Die Schaufel ist sogar der früher häufig verehrten Sandale überlegen.) Die Hausaufgaben: Schreiben Sie eine 10-Punkte-Liste über Marketing. Irgendwas. Nur 10 müssen es sein. Und Oma - falls du das liest: Hör auf, in den Kommentaren rumzutrollen! Vom Internet verstehst du nichts!

Danke für's Zuhören.

Werbemittel oder Werbemittelmaß

T-Shirts. Kugelschreiber. USB-Sticks. Regenschirme. Traubenzucker. Werbemittel für Millionen gibt es en masse. Und dazu Milliarden von Werbemittelanbietern. Und die greifen wahrscheinlich auf ein bloßes Dutzend von Werbemittelherstellern zurück. Aus Taiwan, Hongkong, weiß der Kuckuck.

Werbemittelvia www.maxilia.de


Wie bereits zu dem Thema schon einmal gesagt, ist es nicht das Werbemittel selbst, das über Wohl und Wehe des Erfolgs eines solchen Artikels entscheidet, sondern eben das, was man daraus macht. Kreativität ist das A und O, aber es muss sich halt auch von A bis Z rechnen.

Und dabei ist es, man kann es nicht oft genug sagen, nicht der Preis entscheidend, sondern der Wert. Wie schnell kann einer liefern? Wie gut ist die Qualität des Gelieferten? Wie will man das beurteilen?

Natürlich kann man sich Muster schicken lassen. Aber das ist nur dann sinnvoll, wenn man die entsprechende Aktion auch entsprechend gut zeitlich plant, denn so eine Musteranfrage kostet natürlich neben dem ein oder anderen Euro auch Zeit. Bis das Muster da ist, bis es alle gesehen und bewertet haben und und und.

bedruckbarer Regenschirm

Außerdem, wie will man beispielsweise die Qualität eines Regenschirms beurteilen? Belässt man es beim einfachen Auf und Zu oder will man die Feuerwehr Wind und Wetter simulieren lassen?

Dann ist vielleicht das Ausgangsprodukt ganz gut, aber bei der Individualisierung gibt es Probleme. Stick ist nicht gleich Stick, Druck ist nicht gleich Druck.

Bei einer Ruckzuckaktion dürfte z. B. Stick eh nicht infrage kommen und der Druck muss vielleicht auch nur begrenzt halten – wer trägt denn wirklich ein Werbe-T-Shirt derart oft, dass es 500 Wäschen aushalten muss? Wenn es aber eh kaum getragen wird, muss es dann wirklich die Top-Qualität sein?

Und dann sollte man sich natürlich die Fragen aller Fragen stellen: Braucht es überhaupt einen Werbeartikel? Natürlich erhalten kleine Geschenke die Freundschaft, aber das impliziert ja das Bestehen einer solchen.

Wenn ich noch keine Freundschaft zu einem Kunden aufgebaut habe, warum ihm dann was schenken. Verziehe ich ihn da nicht? Ich will ihn zum Kauf meines Angebots ködern, sollte ich mich da nicht auf mein Angebot fokussieren?

Wenn ein Artikel das unterstützt, prima. Aber das hängt, wie bereist erwähnt, weniger von dem Werbeartikel selbst ab, sondern seiner kommunikativen Kraft. Und falls das zu kompliziert oder theoretisch war, lässt sich das auch in einer Formel darstellen, die ganz schnell zeigt, ob sich ein Werbeartikel rechnet:

Standardartikel + Logo = Wirkung < 0
Standardartikel + angebotsbezogener Kommunikation = Wirkung > 0


Wer dann auch noch nachhaltig etwas über den Erfolg einer solchen Aktion lernen möchte, sollte ich vielleicht noch überlegen, den Werbeartikel situationsbezogen zu kommunizieren, so dass eine klare Zuordnung möglich ist, denn bloß weil etwas auf der Messe in Hannover nicht funktionierte, muss ja nicht heißen, dass es für den Außendienst schlecht ist.

Man darf den Erfolg von Werbung nicht outsourcen. Keine Werbeartikel, kein Mailing, kein Spot entscheidet über den Erfolg eines Produkts, es ist in den meisten Fällen nicht einmal das Produkt selbst und schon gar nicht sein Preis: Es ist immer seine Kommunikation. Sie ist immer noch das beste Werbemittel. Aber leider sehr oft auch nur Mittelmaß.

100% Top Marketing-News 24/7

Ich bin Marketingberater und informiere meine Klientel stets über die neuesten Erkenntnisse, die ihnen mehr Effizienz, mehr Erfolg und mehr Ansehen bringen.

Dabei bin ich völlig ah-, meinungs- und wertungsfrei. Bei mir steht die Innovation im Vordergrund, wobei vor allem wichtig ist, dass die Quelle, die ich zitiere, dies als Innovation deklariert, denn mir selbst fehlt jegliches Einschätzungspotenzial. Mir ist es nur wichtig, dass ich immer etwas mitzuteilen habe, wobei nichts, aber auch rein gar nichts auf meinen Mist gewachsen ist oder gar meiner Erfahrung beruht.

Das heißt natürlich nicht, dass ich das nicht suggerieren kann. Dank des Internets und einer 3 im Englisch-GK bin ich in der Lage, jederzeit mit zahlreichen Beispielen aufzuwarten, die immer gerade das unterstreichen, was ich aktuell glaube zu denken. Oder umgekehrt?

Jedenfalls ist das Internet ein Segen für mich. Denn nicht nur versorgt es mich mit den aktuellsten Aktualitäten, den neuesten Neuigkeiten und den kreativsten Kreationen, sondern es vertreibt mir auch die Zeit, die ich im Gegensatz zu zahlenden Kunden en masse habe.

Dafür habe ich Follower, Friends, Klicks, Likes und für wenig Geld auch Hunderte toller Kommentare, die ganz klar belügen ... belegen, dass ich eine Konifere ... Koryphäe bin.

Rene Magritte

Deshalb kann ich auch Ihnen nur den Rat geben (sonst natürlich nichts): Machen Sie es wie ich. Machen Sie nichts. Es geht ums Kopieren, nicht ums Kapieren. Sagen Sie das aber nicht oder falls Sie das durcheinander bringen, gewöhnen Sie sich an dazu zu lächeln. Ganz wichtig: LÄCHELN!

Lächeln gilt in unserer Zeit als Ausdruck von Freundlichkeit - und idealerweise auch Intelligenz. Und es ist intelligent, freundlich zu sein, denn die Menschen liebe schöne Worte noch mehr als schöne Zähne. Und was Leute mögen, ist ihnen etwas wert. Es bringt ihnen nämlich etwas. Etwas, was sie schon immer haben wollten und von jedem und jeder jederzeit einfordern: Bestätigung ihrer selbst.

Und sollte wem auffallen, dass Sie gar nichts wissen, alles nur irgendwo aufgeschnappt haben und weiter nutzen, wahrscheinlich ohne die Rechte daran zu besitzen, dann seien Sie so klug wie ich, zuzugeben, dass Sie in Wahrheit dumm sind, denn Dummsein ist in Wahrheit klug. Wenn Sie dumm sind, ist Ihr Kunde klug. Ist Ihr Kunde klug, ist er zufrieden. Und muss ich Ihnen wirklich sagen, wie eng die Zufriedenheit Ihres Kunden mit Ihrer Zufriedenheit Ihres Kontos zusammenhängt? Nein? Sehen Sie ... gar nicht doof, oder?

Sollte Ihnen das aber aus irgendwelchen Gründen nicht zusagen, weil sie vielleicht selbst unter einer Art CADS ("Consultants' Affirmation Deficiency Syndrome") leiden, dann schlafen Sie mit einem Chinesen/einer Chinesin.

Damit kann Ihnen wer die Seiten der Illuminaten aus dem Reich der Mitte übersetzen (Warum sollte es die nach nicht geben? Schon Albert Einstein wusste (sinngemäß): Dummheit ist grenzenlos. - Und gab es einen klügeren Kopf als ihn? Sehen Sie ...) und Sie können daraus "Konzepte für Erleuchtete" machen - oder sonst etwas, was nach der perfekten Kombination aus Weisheit, Tradition und Innovation klingt. Außerdem suggeriert es, dass Sie "international aufgestellt" ist - und nicht nur den ganzen Tag mit Ihrem iPad in Cafés, sprich: auf den Latte-Macchiato-Strich gehen, damit Sie zumindest noch optisch wahrgenommen werden.

Zweifeln Sie nicht. Die Menschen, vor denen Sie einst Ehrfurcht oder gar Angst hatten, weil sie womöglich so viel wussten oder gar klar denken konnten, werden ihnen nichts tun. Eltern lieben ihre Kinder immer. Und Ihre Lehrer von ehedem interessieren sich auch heute nicht für Sie.

Wen also könnte es geben? Höchstens irgendwelche BA-Absolventen aus den Diskussions- oder Dekorationswissenschaften, aber sie verfügen über noch weniger Ah- und Meinung. Und BWLer und Juristen? Die besten Verbündeten, die man haben kann, denn sie wissen auch nichts, außer dass man vorsichtig sein muss, genau prüfen muss, man nichts überstürzen sollte und weitere Informationen benötigt.

OK, es kann natürlich sein, dass Sie an einen Auftraggeber geraten, der selbstsicher ist, selbstkritisch, gerne selbst denkt, Ahnung von seiner Sache, seinen Märkten und seinen Vertriebswegen hat, ja, auch inklusive WWW und SM - in Ergänzung dazu von Ihnen Input will, der ihm mehr Effizienz, mehr Erfolg und mehr Ansehen bringt.

Dann hatten Sie halt Pech. Oder irgendwie auch Glück, denn ich wähnte diesen Typen ausgestorben. Wie sonst könnte ich so erfolgreich sein?

Was ist der Unterschied zwischen Werbung und Kunst?

Kunst bedient sich der Werbung, in Collagen beispielsweise, Werbung bedient sich der Kunst, massiv etwa der Musik, aber auch, um nicht immer so dröge zu wirken. By the way, was macht eigentlich Michael Schirner? Ach ja, Kunst, na klar. Was also ist der Unterschied? Sehen ja schließlich verflucht ähnlich aus, Werbung und Kunst. Gibt es überhaupt einen Unterschied?

Werbung und Kunst

Eigentlich ist es einfach. Jenseits von allem, was Werbung und Kunst ähnlich macht, gibt es einen kategorischen Unterschied in den Kommunikationsstrategien von Werbung und Kunst: Werbung arbeitet mit Stereotypen. Denn Werbung will schnell und leicht verständlich sein. Kunst dagegen ist das egal. Im Gegenteil, Kunst sucht Ausdrucksformen, die sich dem unmittelbaren Verständnis nicht sofort erschließen. Um nicht bedeutungslos zu sein, macht sich Kunst nicht leicht zu kapieren. Um nicht pure Deko oder Wandbehängung oder Parkplatzverschönerung zu sein, versucht Kunst, neu zu sein. Grob gesagt. Für Werbung andererseits wäre es blöd, wenn die Zielgruppe sich erst mal hinsetzen und nachdenken müsste, um zu verstehen, was jetzt eigentlich die Botschaft ist. (Obwohl es natürlich genug Kampagnen gibt, bei denen wir uns fragen ... aber, egal)

Insofern ist Werbung affirmativ. Kunst dagegen will in dieser Hinsicht mindestens neutral sein. Um Bedeutung zu haben, bürdet Kunst die Aufgabe, eine Botschaft aus ihren Formen herauszulesen, dem Rezipient auf. Werbung andererseits verwendet Vorgekautes, das im Gehirn zuverlässig keine Irritation auslöst, um ihre Bedeutung zu transportieren. Werbung ist das Reich der Geläufigkeit. Stereotypen sind ihr Vaseline. Normalerweise. Denn es gibt auch andere Werbung. Sie wissen, welche ich meine, diese Werbung fällt auf, wenn wir sie sehen. Sie hat das gewisse Etwas, Sie wissen schon, ein bisschen ist sie wie Kunst. Amen!

Zustellqualität schafft Werbeerfolg: Das GPZ Siegel hilft.

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Mazola Keimöl ist in dieser Woche im Angebot, Langnese Cremissimo auch. Beim örtlichen Sportartikelhändler liegen Stan Smith Sneaker zum kleinen Preis aus, der Elektronik-Fachhändler bietet einen schicken 40-Zoll Fernseher für kleines Geld feil.
Diese weltbewegenden und wertvollen Informationen habe ich nicht etwa gegoogelt, vielmehr habe ich sie komplett komprimiert und konzentriert den Werbebeilagen der örtlichen Käseblä, äh… Anzeigenblätter, entnommen.

Dass mir dieser Informationsgewinn wie selbstverständlich zuteilwurde, ist dabei nicht ausschließlich dem ansprechendem redaktionellen Teil der Gazetten, vielmehr vielleicht dem schlichten Vorhandensein an sich, zu verdanken. Sie liegen halt da, jeden Dienstag, jeden Mittwoch, im Hausflur. Zuverlässig.

Nun werden Sie verstehen, dass ich mir in meiner Eigenschaft als kleinster Teil der Zielgruppe, nie zuvor Gedanken um die Zustellqualität der Anzeigenblätter bzw. der Werbebeilagen gemacht habe. Warum auch? Kreisen meine Gedanken doch vielmehr darum, ob die Stan Smith Sneaker wohl auch in schwarz und 46 erhältlich sind… Hingegen kommt man aus Sicht des Verkäufers bzw. des Marketings (hey, das hier ist ja ein Marketing- nicht etwa ein Sportschuh-Blog) naturalmente nicht am Thema vorbei.

BVDA GPZ-SiegelWomit wir, nach langer Vorrede, endlich bei eben jenem sind: Dem GPZ-Siegel des Bundesverbands Deutscher Anzeigenblätter.

Mithilfe dessen liefern Verlagshäuser ihren Handelskunden nämlich einen wirklich messbaren wie transparenten Nachweis über die Zustellqualität. Natürlich nicht alle Verlage. Nur jene, die sich regelmäßig von unabhängigen Instituten kontrollieren lassen, Qualitätsstandards bei der Zustellung einhalten und zudem kontinuierlich mindestens 85 Prozent der Zielgruppe* erreichen, dürfen das GPZ-Siegel tragen.

Unterm Strich: Wer je ein ansprechendes Werbeprospekt an den Start und letztlich unter die Leute gebracht hat, der weiß ohnehin, dass diese Werbeform nach wie vor funktioniert. Dank des GPZ-Siegels wird der Werbeerfolg durch zuverlässige Zustellqualität auch messbar. Händler können hier Woche für Woche rund 23 Millionen Haushalte erreichen.

Weitere Informationen zum Gütesiegel gibt es unter www.gpz-siegel.de


*die durchschnittliche Zustellquote GPZ-zertifizierter Partner liegt tatsächlich bei 91,2 Prozent

Wohin fliegt ein Flyer?

„Bei mir sofort weg!“ , „Rundablage P“, „Auf den Müll!“ – Klassische Antworten, die, wenn man ganz ehrlich ist, null Aussagekraft haben. Dennoch ist es so, dass Flyer ein Gschmäckle der Ineffizienz haben, was auch mit ihrer schieren Masse zu tun hat.

Früher war ein Flyer etwas Besonderes – und der Flyerdruck teuer. Heute ist der Flyerdruck günstig, dafür der Druck auf dem Flyer umso höher. Denn nach wie vor erwarten sich Werbetreibende wahre Wunderdinge von diesem mal zweimal, mal einmal, mal gar nicht gefalteten Stück bedruckten Papieres.

Flyer

Sind Flyer für Marketingzwecke überhaupt noch zeitgemäß?

Natürlich. Und selbst wenn nicht, darum geht es nicht. Auch wenn viele Agenturen meinen, Kommunikation müsse zeitgemäß sein, also Moden folgen, es ist ein Fehler. Kommunikation muss erfolgreich sein, sonst gar nichts. Und wenn man dafür auf unzeitgemäße Mittel zurückgreift, egal – solange sie nicht unlauter sind.

Otto Rehagel wurde mit Griechenland mit höchst unzeitgemäßer Spielweise mit Libero und kontrolliertem Querpass Fußball-Europameister. Was glauben Sie, wie sehr die Griechen das Unzeitgemäße gestört hat?

Jeder kann sich einen Flyer drucken lassen. Aber nicht jeder hat eine Idee. Und wer eine hat, ist auch nicht unbedingt in der Lage, sie mit den richtigen Worten und Bildern zu kommunizieren. Und dann ist natürlich noch das Medium wichtig. Es kann ein Flyer sein muss aber nicht. Inspiration gibt es ggf. bei flyeralarm.de

So günstig der Flyerdruck heute auch ist, wenn der Flyer keinen Druck auf den Konsumenten erzeugt, also nicht nicht zum Kauf, zur Kontaktaufnahme oder was immer sein Ziel ist, führt, dann wäre es Geld zum Fenster rausgeschmissen gewesen.

Deshalb kommt es auf die Idee an, nicht das Medium. Und wenn die stimmt, dann lässt ein Flyer fliegen – und zwar die Kunden zu Ihnen.


Bildquelle: istockphoto

So Broschüren drucken? Oder: Broschüren drucken? So!

Ich bin ein einfacher Mensch. Ich verstehe nichts. Früher musste man für ein Kotelett 98 Minuten arbeiten, heute 29, wir haben mehr Schulden. Alles wird billiger, keiner hat Geld. Natürlich stimmt das nicht in Gänze, aber ist mal ne Aussage.

Anderes Beispiel: „Broschüren drucken“. Früher ein Riesenprojekt. Litho, Proofs, 1000 Sachen, viel Geld. Heute: Klick, klick, online, fertig. Viel billiger. Wenn man’s kann. Wenn’s passt. Online-Druckerei. Das Zauberwort für viele Unternehmen. Das mutet günstig an. Und schnell.

„Wo lassen Sie Ihre Broschüren drucken?“
„Online.“

Broschüren drucken

Das hat was. Zu sagen: „Unsere Broschüren drucken wir online“ ist ungefähr so klug zu sagen, wie „Zum Essen gibt’s bei uns Wein.“ Das kann gut gehen, muss aber nicht. Und weiß man überhaupt, wem man da sein Werk in der Hoffnung übergibt, dass es in der Qualität Papier wird, was bis dahin PDF war?

Man kann sich beim Wein auf seine Erfahrung verlassen, auf seinen Gaumen oder einen Sommelier. Nun müssen Sie ja nicht gleich, wenn Sie eine Broschüre drucken lassen wollen, auf die Dienste einer „Jahrgangs-Druckerei“ zurückgreifen, aber es wäre schon sinnvoll, sich nicht nur von seinen Assoziationen leiten zu lassen. Ein „Blauer Lemberger“ ist kein Mensch aus Lwiw, der zu tief ins Glas geschaut hat, sondern ein Rotwein.

Und genauso ist es nicht unbedingt billiger und schneller, seine Broschüren online drucken zu lassen. Schließlich muss die Vorbereitung perfekt sein. Und man muss vieles verstehen, wofür Grafiker und Designer die Hochschulbank drücken.

Aber man muss sagen: Online-Druckereien machen an sich (!) ein gutes Marketing. Aber das Problem der einzelnen: Sie differenzieren sich halt durch so rein gar nichts – außer Preis.

Wer an Online-Druckereien denkt, denkt der nicht zuerst an Boxen? Kaum eine Woche, wo nicht irgendwer irgendwem für irgendeinen Titel irgendeinen Verbandes das Gesicht mit was-weiß-ich-wievielen Unzen massiert – umrahmt von der Werbung irgendeiner Online-Druckerei. Auch andere Sport-Großveranstaltungen warten mit den Namen diverser Anbieter auf. Der Effekt ist doch der, dass man am Ende nur zu hören bekommt: „Wenn Sie die Broschüren drucken lassen, nehmen Sie doch eine Online-Druckerei.“ Und dahinter steckt die Idee, dass es ja so viele gibt davon, dass man es noch billiger bekommt. An dieser Stelle: Dank an www.hartmanndruck.de

Und wer ist schuld, wenn es dann doch nicht so aussieht, wie man sich das so dachte? Mit der Print App sah das ja alles so einfach aus. Aber auf einmal stelt man fest: 250-Gramm-Papier ist so toll gar nicht und „glänzend“ sollte besser „spiegelnd“ heißen. Und außerdem ist der Kreuzbruchfalz falsch rum.

Vielleicht (und das ist nur ein politisch korrektes Wort für „Auf jeden Fall) ist es oft besser, doch vielleicht die Druckerei für Ort mit dem Broschürendruck zu beauftragen. Vielleicht ist sie etwas teurer, aber sie hat einen unvergleichlichen Vorteil gegenüber einer Online-Druckerei:

Wenn es nicht so klappt, wie Sie wollten, können Sie dort einem echten Menschen in einen echten Hintern treten – anstatt sich selbst in den eigenen zu beißen, weil sie mal wieder Ihrer eigenen Gier zum Opfer gefallen sind.

Dabei gibt's ja für die Gier jetzt billig Kotelett.

Haben Sie eine Kundenkarte?

Die Frage nervt. Regelmäßig an der Kasse. Wenn ich da stehe, mit Geld in der Hand, auf meine Ware wartend und die Dame / der Herr hinter der Kasse sagt nicht etwa „Vielen Dank für Ihren Einkauf“ und/oder „Beehren Sie uns bald wieder“, sondern eben „Haben Sie eine Kundenkarte?“.

Haben Sie eine Kundenkarte?

Da frage ich mich: Muss ich mich etwa ausweisen um ggf. ein halbes oder ein volles Prozent Rabatt zu erhalten? Hätte ich feilschen wollen, ich hätte es doch schon vor dem Kauf getan. Und zudem: ich strahle doch wohl mit jeder Faser meines Körpers und noch dazu mit besagtem Geld in der Hand aus, wer ich bin. Ich bin Kunde. König Kunde, wohlgemerkt.
OK. Die Frage nach der Kundenkarte hätte ggf. eine Berechtigung, wären Kundenkarten noch das, was sie einmal waren, nämlich eine Art Beleg für eine ganz besondere Geschäftsbeziehung. Sprich: Ganz automatisch 10 Prozent, ein freundliches Lächeln der/des Verkäuferin/Verkäufers, Geleit zum Ausgang inkl. Tüten tragen und Tür aufhalten… dann wäre das sehr nett mit so nem Kärtchen.

Andererseits: Wir sind ja hier weder Ponyhof noch Verbraucherwunschblog. Insofern lohnt es sich die andere Perspektive, die des Händlers, einzunehmen

Ich komme drauf, weil ich via Facebook auf der Seite eines neuen Onlineshops für Büroartikel gelandet bin. ready-to-office.com ist zwar noch nicht ganz ready, kündigt aber schon vor Start der Geschäftstätigkeit die Ausgabe von Kundenkarten an.
Das kann man unter gesundem Selbstbewusstsein des Händlers verbuchen oder als Teil einer durchdachten Strategie würdigen. Denn de facto bietet so eine Kundenkarte natürlich jede Menge detaillierter Informationen, die es möglich machen anhand des Kaufverhaltens und persönlicher Merkmale (Männlein oder Weiblein, jung oder alt, Wohnsitz im Villenvorort oder in der No-Go-Area usw.) künftige Aktionen und natürlich auch Werbemaßnahmen genau zu planen. Wer seine Kunden kennt, tut sich natürlich auch leichter mit Einkaufspolitik und Kalkulation, kann anhand konkreter Daten schnell agieren, König Kunde in nahezu jeder Hinsicht gerecht werden.

Drum gebt dem König was dem König ist: Eine Kundenkarte.


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