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Teppiche online verkaufen? Das geht eigentlich gar nicht. Oder doch?

Wer einmal einen Teppich gekauft hat, der weiß, dass schon der Kauf ein buchstäblich schweres Unterfangen ist. Man klappert erst die Teppichhäuser der Umgebung ab, schlägt unter Aufwendung großer körperlicher Anstrengung Hunderte von Teppichen um und findet doch nicht das, was man sucht. Meist endet das Ganze dann damit, dass man viele Kilometer auf der Autobahn verbringt, um anschließend in einem dieser Jumbo-Teppichäuser mit den fünf Buchstaben noch einmal körperliche Ertüchtigung zu betreiben. Mit etwas Glück kommt man dann zu seinem Teppich und findet mit etwas mehr Glück noch einen Deoroller im Handschuhfach.

Kleines Zwischenfazit: Der Teppichkauf ist kundenseitig für den Teppichkunden alles andere als ein Vergnügen.

Einen Teppich-Shop zu betreiben ist eine ähnlich undankbare Geschichte. Der Ruf des Berufstandes Teppichhändler ist bekanntlich nicht gerade der beste. Böse Zungen behaupten sogar, dass für uns Deutsche der Teppichhändler das ist, was für die Briten der window seller ist. Das ist zwar genauso falsch, wie die Behauptung, dass Teppichhändler immer Ausverkauf haben. Hier ist die Wahrnehmung der Menschheit sicherlich verzerrt, aber damit muss man als Teppichhändler eben leben, auch wenn es unangenehm ist.

Will man das? Kann man angesichts dieser Unzulänglichkeiten überhaupt einen Online-Teppichshop betreiben. Vordergründlich löst ein Online-Shop natürlich das oben beschriebene Problem und erspart dem Kunden die schweißtreibende Arbeit des Kaufs an sich. Dafür muss man aber mit vielen anderen Problemen leben. Teppiche lassen sich faktisch nicht fotografieren. Das Original sieht immer ganz anders aus als das echte Produkt. Paketdienste stehen scheinbar grundsätzlich auf Kriegsfuss mit den eigentümlichen Formaten von Teppichen. Auch scheinen Teppiche eigentlich nie farblich zur Wohnungseinrichtung eines Kunden zu passen, so dass die Teppiche auch noch zurückgeschickt werden.

Noch viel wichtiger ist aber das eigentliche Problem: Kein Mensch braucht überhaupt einen Teppich. Ein Sofa, ja das braucht man, Teppiche eben nicht.

Fazit: Nein, Teppiche online verkaufen, das geht eigentlich gar nicht.

Einziges Gegenargument: Geht nicht, gibt es bekanntlich nicht. Die Mannschaft von tepgo.de will das Unmögliche möglich machen und in Zukunft sogar mymuesli-mäßig Sisalteppiche in der Wunschfarbe mit der Wunschstruktur und der Wunschbordüre im Wunschmaß liefern. Wenn das keine marketing-technische Herkulessaufgabe ist.

Human Resource Manager könnten SEOs Lieblin(k) sein!

In diesem Blog geht es um Marketing. Und Marketing ist ja bekanntlich die Ausrichtung eines Unternehmens auf die relevanten Märkte auf denen es aktiv ist. Wenn es einem Marketing-Manager gelinkt, diese Denkweise in allen Abteilungen eine Firma zu verankern, dann ist dieser vermutlich sehr erfolgreich.

Einer ähnlichen Herausforderung sieht sich ein jeder SEO gegenüber. Wenn der SEO es schafft, dass der Einkäufer Links bei den Lieferanten schnorrt und der Vertriebsleiter bei den wichtigen Abnehmern, dann erledigt sich ein Teil des Aufbaus von hochwertigen Links quasi von allein.
In der SEO-Szene werden den Uni-Links - also Links von Universitätswebseiten - noch heute wahre Wunderkräfte zugeschrieben. Deshalb können sich die HR-Manager auch besser als alle anderen Abteilungsleiter bei den SEOs einschleimen, sofern es gelinkt, mit Hilfe von Stellenausschreibungen für Absolventen, Verlinkungen auf Uni-Seiten abzugreifen. Sieht man sich die Backlinkstruktur der führenden Jobbörsen an, so sollten in der Tat die Personaler am ehesten in der Lage sein, diese Links zu organisieren.

Wer erst einmal üben will, der kann in der neuen Praktikanten-Börsen für Marketing-Praktika schon einmal anfangen und eine Ausschreibung für ein Praktikum einstellen. Natürlich gibt es auch dafür einen Link. Am besten den SEO gar nicht erst um Rat fragen, sondern nach Schaltung gleich die URL zumailen und ein leckere Abendessen beim Italiener um die Ecke einfordern.

Heute schon Staatshilfe beantragt?

.. noch nicht? Na dann keine Zeit verlieren! Was Opel, HRE, Arcandor & Co. können, das können Sie schon lage!

Google-Doodle-Marketing



Virales Marketing war gestern, heute Morgen habe ich das Google-Doodle-Marketing erfunden und via Google Adwords für meinen Arbeitgeber zwei Anzeigen-Kampagne (u.a. für den neuen Shop serviette.de) bei Adwords zum Stichwort [Grundgesetz] eingestellt, weil Google heute zum 60. Wiegenfest des Grundgesetzes mal wieder – wie immer häufiger – einen Google Doodle auf der Startseite einblendet.



Ein Google Doodle ist dieses themenbasierte Logo, was Google bei besonderen Tagen auf der Startseite einblendet. Das Logo wird auf eine Suchanfrage verlinkt, heute eben auf das Stichwort „Grundgesetz“. Also habe ich das Keyword exakt gebucht. Weil offenbar kaum jemand auf das Stichwort bucht, reichen zunächst weniger als fünf Cent pro Klick, um allein auf weiter Flur mit seinem Werbebanner zu erscheinen. Weil diese Werbung zum Stichwort [Grundgesetz] natürlich alles andere als relevant ist, erhält man kaum Klicks aber gigantisch viele Einblendungen. Am späten Abend waren für beide Anzeigen jeweils mehr als 30.000 Anzeigen eingeblendet worden bei kumulierten Kosten von nicht einmal fünf Euro. Für Adwords-Experten: Aufgrund des schlechten Qualitätsfaktors von zwei wurden die Anzeigen in Relation zum Suchvolumen leider nur selten eingeblendet. Das heißt, dass man bei Gestaltung einer passenden Landingpage und bei dem damit verbundenen höheren Quantitätsfaktors sicherlich noch ein Vielfaches hätte erreichen können.

Sportfunktionäre zeigen mal wieder ihre hässliche Fratze

Keine Werbung für den Fußball macht dieser Tage der WFV – der Württembergische Fußball-Verband, der vor Gericht gegen die Hartplatzhelden siegte. Ein Gericht untersagt der Fußballcommunity, Hobbyvideos von Fußballspielen unterhalb der Oberliga aus dem „Hoheitsbereich“ des WFV online zu stellen.
Die Rede ist also von Amateursport und verwackelten Hobbyvideos. Hier sind mal wieder Sportfunktionäre am Werk, die den Schuss nicht gehört haben. Eigentlich sollte der Verband der Community dankbar sein, dass es diese gibt und als Sponsor selbiger auftreten, anstatt deutsche Gerichte mit unnötigen Klagen zu verstopfen. Anschließen fällt der Verband auch durch zynische Zitate auf:

„Im Rechtsstreit zwischen dem wfv und dem Internetportal Hartplatzhelden hat der zweite Senat des OLG Stuttgart die Auffassung des wfv in allen Punkten bestätigt." Dieses Urteil ist ein klarer Sieg für den Amateurfußball und unsere Vereine, die ihren Mitgliedern ein umfangreiches Angebot machen und damit eine wichtige Funktion in der Gesellschaft übernehmen", freut sich Herbert Rösch.


Was ist hier von Nöten? Die Expropriation der Expropriateure! Die Enteignung der Leute, die den Amateurfußball enteignen wollen.

Hier mischt sich ein Verband ein, wo er sich nicht einzumischen hat. Da werden Erinnerungen wach an die Abmahnung der Saftblogger. Auch da sind Verbände am Werk gewesen, die den olympischen Gedanken gekapert haben, so wie die katholische Kirche den Glauben gekapert hat.

P.S. Wer die Hartplatzhelden in ihrem juristischen Kampf unterstützen will, der unterschreibe hier.

Wer sich für das Urteil interessiert, hier die Pressemitteilung des OLG Stuttgart.

Online-Shopping in Nordkorea die zweite

Wie bereits hier im Blog berichtet, ist auch Nordkorea kein weißer Fleck in Sachen eCommerce mehr. Mit pyongyang-painters.com ist jetzt offenbar ein weiterer Online-Shop am Start. Dieser verkauft – wie der Name erahnen lässt – zeitgenössische Kunst aus Nordkorea. Der Zeitpunkt des Projektstarts scheint günstig gewählt. Denn in Zeiten von Finanzkrise und Rezession dürfte preisgünstige Kunst im Trend liegen. Zudem hat der Launch sicher auch anti-zyklische Aspekte. Ein Web 2.0-Projekt nach dem anderen landet bei eBay und macht ganz dicht, da kann eine Rückbesinnung auf richtigen eCommerce sicher nur der richtige Weg sein.

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