Dienstag, 23. Mai 2006
Paradigmenwechsel. Kontextwechsel. Transfer. Refraiming. Mir ist aufgefallen, dass ein Großteil der Ideen, die ich täglich benötige, gar nicht am Arbeitsplatz entsteht. Zudem stammen die Ideen oft aus anderen Themenwelten. Und wenn ich andere schreibe, dann meine ich völlig andere. Ich hole sie einfach nur rüber. Ideen, die ich entdecke, die haben oft an anderer Stelle schon super funktioniert.
Die können auch aus einer anderen Zeit sein oder aus einer anderen Kultur. Oft stammen sie aus einem ganz anderen Themenfeld. Aus der Kunst, dem Kochen, der Literatur, der Musik, oder aus der Welt meiner Kinder. Alles ist erlaubt.
Ich wandere oft in anderen Welten, um da Ideen einzusammeln. Man weiß nicht, was man braucht und wann man es braucht. Aber ein Großteil aller Ideen gelangt über den Paradigmenwechsel zu mir. Deshalb lohnen sich Reisen im Kopf. Und auch physische Reisen so sehr.
Man muss nur alles sammeln, scheint es auch noch so unwichtig. Gerade im Paradigmenwechsel steckt ein großer, nicht enden wollender Quell von fantastischen Ideen. Auf die wäre ich, würde ich nur immer mein Süppchen kochen, oder mich nur in meinem eigenen Kreis drehen, nie und nimmer gekommen.
Deshalb kann ich nur jedem raten, jeden Tag, so oft er kann, etwas ganz anderes zu tun, zu sehen, zu riechen, zu fühlen oder zu denken. Andere auf anderen Gebieten zerbrechen sich auch den Kopf über die selbe Aufgabenstellung. Da Welt steckt voller Lösungen, die man nur entdecken muss, nicht erfinden.
Montag, 22. Mai 2006
Perspektivisches Denken. Es fällt auf, dass der Mensch die Zukunft immer linear betrachtet. Immer als stetige Fortsetzung einer Entwicklung. Immer in die selbe Richtung. So wie es für alle unvorstellbar war, dass es nicht immer weiter bergauf gehen kann, wie in den 90ern, so sind heute alle felsenfest davon überzeugt, dass es immer weiter bergab gehen muss. Pseudopositives Begleit-Gerede ist leicht als Pfeifen im Keller zu durchschauen.
So ist jedes Denken und damit auch Handeln von der Vorstellung geprägt, dass sich eine einmal bestehende Tendenz einfach fortsetzt. Ist heute schlechtes Wetter, denken alle, das bleibt jetzt immer so. Verliert eine Fußballmannschaft, dann verliert die jetzt immer. Dasselbe gilt natürlich auch für alle positiven Tendenzen.
Seltsam ist nur, zu beobachten, was passiert, wenn Tendenzen sich plötzlich in die andere Richtung bewegen, und wie das Normalste der Welt alle immer wieder völlig aus der Fassung bringt. Aktionistisch, hektisch bis hin zu panisch wird darauf reagiert, wenn sich die Richtung ändert. Dabei folgt auf Regen immer Sonnenschein. Die Frage ist nur: wann?
Im Marketing kann man dieses Phänomen besonders schön beobachten. Sobald es in der Wirtschaft irgendwo rein regnet, machen alle, aber auch alle, den Schirm auf. Die Absolutheit der Kontinuität, die immer innerhalb von Entwicklungen gesehen wird, offenbart viel darüber, wie unsere Intelligenz wirklich ausgeprägt ist. Nämlich gar nicht. Erst werden wir nie krank und dann selbstverständlich nie mehr gesund. Wir werden nie oder immer. Niemals wieder oder immer weiter. Schwarz und weiß.
Freitag, 19. Mai 2006
Die Flughäfen, Leasingautos, Hotels, die erste Klasse in der Bundesbahn, Restaurants, die Flieger – alles ist voller erfolgreicher dunkler Anzüge, mit blauen Hemden und Krawatten. Immer wireless online. Mit Laptop, Handy, Palm, Blackberry. Schnell noch mal die E-Mails checken. Sich über das Headset mobil über einen Mitarbeiter ärgern. Indem man im freien Raum an eine Glasscheibe hin redet. Als ob man laut Selbstgespräche führt. Alles sehr erfolgreiche Menschen. Das sieht man denen an. Die aber alle den Anschein machen, als ob sie sehr einsam wären. Obwohl sie alles unternehmen, um beschäftigt, gebraucht und unersetzlich zu wirken. Kein Augenkontakt zur Umwellt. Kein Humor. Die ständige Trennung von ihren Lieben wirkt sich nicht sehr positiv auf das Gemüt aus. Alphatiere so weit das Auge reicht. Wie Wölfe ständig auf der Hut. In sich gekehrt. Argwöhnisch. Abweisend. Aggressiv. Der Topmanager blitzt immer dann auf, wenn etwas Unerwartetes passiert. Eine Verspätung im Flugplan. Sofort wird er Herr der Lage. Faltet die Bodencrew. Beschuldigt. Droht und organisiert. Der sichtbare Kontrollverlust über die eigene Lebenszeit drückt sich unübersehbar im Verhalten aus. Wie die Lemminge ziehen sie aus in die Welt, um Business zu machen. Als Individualisten angetreten, zu Konformisten degradiert. Wie viele dieser Topmanager sind mit ihren Gedanken ständig woanders als im Meeting? Wie viele opfern letztendlich ihre Ehe? Freunde. Freude. Wie viele Kinder werden später ihrem Vater Vorwürfe machen? Was soll bei einer solchen Gemütslage als Top-Ergebnis raus kommen?
Der Zweck heiligt die Mittel? Ich bin mir da anbetracht der Bilder, die mir da begegnet sind, nicht mehr so sicher. Ich glaube, wir überspannen den Bogen. Schnelligkeit, Erreichbarkeit, Flexibilität sind unsere größten Gegner darin geworden, das zu tun, was wir am liebsten tun würden.
Donnerstag, 18. Mai 2006
Warum bemüht man sich im Job soviel darum, alle erdenklichen bis hin zu unvorstellbaren Risiken zu entdecken, zu berücksichtigen, zu verhindern, zu verringern? Sind sie auch noch so klein. Anstatt die möglichen Chancen voll auszuschöpfen. Es fließen viel zu viel Arbeit, Kraft, Aufwand, Meetings, Denken, Energie, Manpower, Zeit und vor allem Geld in die Bedenken. Statt das alles einfach in die Lösung zu investieren. Die Befürchtungen lauern für einige eben überall. Die Ideen müssen sich erwehren. Die Bedenken nicht. Das ausgeprägte Über-Ich vieler Verantwortlicher steht dem produktiven Fluss wie ein Staudamm entgegen. Das macht diese zu Unverantwortlichen.
Können die nicht anders? Wollen die nicht anders? Dürfen die nicht anders?
Man stelle sich nur mal vor: Alle negativen, destruktiven und unproduktiven menschlichen Einflüsse jeglicher Art wären für einen Tag wie weg geblasen und alles Andere käme zur vollen Entfaltung! Was dann möglich wäre.
Mittwoch, 10. Mai 2006
Alle haben es befürchtet. Nun ist es erschreckende Wirklichkeit geworden.
Eine Münchner Werbeagentur hat den grausamen Anfang gemacht: Die Kunden der Agentur zahlen monatlich bereit- und freiwillig Geld dafür, dass die Agentur ihnen Pläne für Werbemittel- und Maßnahmen ausredet. Doch es kommt noch schlimmer: Die Agentur erhält außerdem einen jährlichen Budgetbonus dafür, dass das Budget nicht ausgeschöpft wird. Das gemeinsame Ziel von Agentur und Kunde lautet: Mit weniger mehr erzielen. Die Agentur ließ verlautbaren, dass man im Schnitt mit 40% des Budgets alle Kommunikationsziele erreichen und bisweilen übertreffen würde. Und sie nur durch Streichen von Ausgaben, Reduzieren von Aufwand und anderen unnötigen Kosten mehr verdient als früher durch das Realisieren von Werbung. Der Profit-Share der Agentur liegt bei deutlich über 30%. Und das Wahnsinnige ist: Alle sind glücklich und begeistert. Kunde und Agentur.
Dieses Modell ist bis heute einmalig. Wird aber auf Grund der großen Nachfrage sicher schnell Schule machen. Deshalb geht die Agentur nicht davon aus, über einen längeren Zeitraum einen Wettbewerbsvorteil daraus ziehen zu können. Sondern denkt, nur einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht zu haben. Es war Zeit, um zu denken. Das Trauerspiel der Branche war man ja nicht mehr ertragen. Es war Zeit, wieder eine gemeinsame Richtung ein zu schlagen. Die Effektivität kann nun einmal vor der Werbung nicht halt machen. Was bisher fehlte, war der richtige Anreiz für Kunde und Agentur. Mit dem Werbemittelverhinderungshonorar ist dieser nun vorhanden. Die Geschichte der Werbewelt könnte einen historischen Wendepunkt erreicht haben. Agenturen können jetzt wie Kunden denken und handeln. Und anders herum.
Auf Grund der momentanen wirtschaftlichen Lage ist das Umdenken in reine Werbewirkung nicht schwer gewesen. Umgekehrt wurde es immer schwerer, Kunden Aufwand zu verkaufen, wo diese doch nur einfache Lösungen wollten. So kam der Geschäftsführer auf eine einfache und nach eigener Aussage äußerst wirksame Idee: „Ich habe mich einfach nur mal in den Kunden versetzt. Und mir aus seinem Blickwinkel ausgemalt, wie er es am liebsten hätte. Dann habe ich alles weg gelassen, was diesem Wunsch hinderlich war, und alles übrig gelassen, was diesem Wunsch förderlich erschien. So kam ich auf das Werbemittelverhinderungshonorar. Und habe es einfach gemacht!“ Bis dato verdienen Werbeagenturen mehrheitlich ihr Geld damit, möglichst viele und aufwändige Werbemittel und Maßnahmen zu realisieren. Dem Kunden möglichst viele Stunden zu möglichst hohen Stundensätzen unter zu jubeln. Das könnte nun alles ein Ende finden. Ein brutaler Anfang ist gemacht. Die Werbewelt fällt aus dem siebten Himmel. Und – so wie es aussieht – wieder auf die Füße.
Die Münchner Werbeagentur kann sich nach eigenen Angaben vor neuen Kunden nicht retten. Allein im April konnten fünf Neuzugänge verbucht werden. Deshalb hat sich die Agentur derzeit einen Aufnahmestopp verordnet. „Wir wollen, dass alles in geordneten Bahnen verläuft. Weil erst weiter Teams aufgebaut werden müssen. Gute Leute sind schwer zu bekommen, vor allem für ein neues Denken. Aber wir versuchen selbstverständlich, möglichst vielen Kundenwünschen gerecht zu werden.“
Die Agentur ist derzeit nicht zu öffentlichen Stellungnahmen bereit. Kontakt zu dieser Agentur ist bis auf weiteres nur über Christof Hintze möglich.
Dienstag, 2. Mai 2006
Harald Martenstein in DER ZEIT (Ausgabe vom 27 April) über die Verbreitung von Bullshit. Er schreibt mir aus der Seele.
Titel:
Es kommt nicht darauf an, wer du bist, sondern wer du sein willst.
Untertitel:
Das erfolgreichste Buch der Welt von Paul Arden
Autor:
Paul Arden
Erschienen im Phaidon Verlag.
Deutschsprachige Erstausgabe 2005.
Warum?
Weil Paul Arden Werbung sehen, verstehen und machen sehr gut auf den Punkt bringt. Das Buch hat auch nur 126 Seiten im handlichen Kleinformat. Es spiegelt die Sicht der Werbung aus der Perspektive eines Kreativen wider. Gute und richtige Hinweise und Verhaltensweisen.
Wer den Weg in oder durch die Werbung sucht, der sollte Paul Ardens Buch lesen. Wer nicht so richtig vorankommt wie er es sich wünscht, der kann es lesen.
Nachtrag: Der Geistesblitzer Timo Off hat Paul Ardens Buch bei amazon rezensiert und vergibt 5 Sterne.
Paul Arden versteht es die Dinge zu verdichten und einzelne Themen auf den Punkt zu bringen. und das macht dann den großen Reiz aus.
Mittwoch, 26. April 2006
Eine kleine Schulung vom Werbegott, für die Vorstellungskraft.
Denn nur wer sich etwas vorstellen kann, kann sich etwas einfallen lassen und auch nachvollziehen.
Motiv Nr.1.
Willy Brandts Kniefall am Warschauer Ghetto
Motiv Nr. 2:
Marlon Brando Wassertropfenszene in Apocalypse Now
Motiv Nr. 3.
11. September 2001, dass zweite Flugzeug schlägt ein
Motiv Nr. 4.
7. Juli 1985, Boris Becker gewinnt Wimbledon
Motiv Nr. 5.
Der Schrei. Edvard Munch
Motiv Nr. 6.
Gerhard Schröder Auftritt in der Elefantenrunde 18.09.2005
Motiv Nr. 7.
6.9.2003 Rudi Völler rastet aus im Interview mit Waldi
Motiv Nr. 8.
Genscher auf dem Balkon der Prager Botschaft
Motiv Nr. 9.
Maskierter Mann auf dem Balkon 1972 in München
Motiv Nr. 10.
John F. Kennedy im offenen Auto an einem sonnigen Tag 1963 in Dallas
Motiv Nr. 11.
Nil Armstrong betritt 1969 als erster Mann den Mond
Motiv Nr. 12.
Herr Müller Lüdenscheid und Herr Doktor Kloebner in der Badewanne.
Motiv Nr. 13.
Das war Spitze. Hans Rosenthal.
Motiv Nr. 14.
Freddy Mercury mit seinem Hermelinmantel und Krone
Motiv Nr. 15.
Rembrandt, der Mann mit dem Helm.
Motiv Nr. 16.
Damit Sie Morgen noch kraftvoll zubeißen können
Motiv Nr. 17.
Robert de Niro in Taxi Driver vor dem Spiegel
Motiv Nr. 18.
Revox Tonbandmaschine
Motiv Nr. 19.
VW Käfer 1200er, Hellblau, Baujahr 1972
Motiv Nr. 20.
Pizza Calzone
Motiv Nr. 21.
Flasche Cappy Orangensaft
Motiv Nr. 22.
IBM Kugelkopf Schreibmaschine mit Korrekturband
Motiv Nr. 23.
Michael Jordan bei den Chicago Bulls
Motiv Nr. 24.
Gelbe Reklam Hefte
Motiv Nr. 25
Tutti Frutti auf RTL
Motiv Nr. 26.
Apple Macintosh Computer 1985 mit 400KByte fassende 3,5" Diskettenlaufwerk
Motiv Nr. 27.
Sony Walkman WM DD 33
Motiv Nr. 28.
Windglider mit Holzgabelbaum und Holzschwert.
Motiv Nr. 29.
Can you feel it, Jackson 5, das erste Video auf MTV.
Motiv Nr. 30.
Werner Höfer im Internationalen Frühschoppen
Die treibende Kraft für gute Ideen ist die Vorstellungskraft.
Dienstag, 25. April 2006
Numerisches Wertesystem orientiertes Marketing und/oder
emotionales Wertesystem orientiertes Marketing.
Human Marketing (Copyright by Christof Hintze / alias Werbegott)
Welcher Gewinn, Erfolg, Wachstum, Umsatz ist der bessere?
Das unübersehbare Problem das im Marketing allgemein um sich greift, lautet „Abnutzung“. Abnutzung der alten Gewohnheiten. Gewohnheiten wie numerische Vorgaben. 30% mehr Wachstum. 20 % mehr Profit. 50% billiger. 100% mehr. 5.000 für den Alten. 3.000 für den Neuen. 50% auf alles außer Tiernahrung. 1,6 % mehr Gehalt. 30% Tantiemen... Denn mit dem erreichen dieser Ziele ist nie etwas erreicht. Sondern immer wieder neue numerische Ziele, folgen dem Erreichten. Ein Beweis von Abnutzung. Alle numerischen Werte wirken, wenn diese falsch Angewandt werden, sich desaströs auf ein System aus. Weil sie die eigentliche Wirkung verfehlen. Somit endet offensichtlich ein Wettrennen um Werte, bei dem nie jemand angekommen ist.
Nie ist es genug. Nie kehrt Zufriedenheit ein.
Ich glaube das numerische Wertesystem hat ausgedient. Es hat uns lange in Atem gehalten und alles haben wir in Zahlen bemessen. Alles. Auch den größten Blödsinn haben wir in Zahlen ausgedrückt. Der letzte Versuch dieses alte System zu retten hieß, Human Capital. Das statistische Bewerten von Mitarbeitern. 74% mit Abitur, davon 55 % mit einem Schnitt unter 2,0% und so weiter.
Die Wirklichkeit lautet: Human Marketing. Gefühltes Glück. Gefühlte Zufriedenheit. Unternehmen wie emotionale Klimazonen betrachten. Produkte wie erogene Zonen empfinden. Neue und Alte Werte anstreben und erzielen. Familientauglichkeit eines Unternehmens. Oder Freundschaftsquote. Die Menschen können Geld nicht lieben. Die Summe der Glücksmomente. Der Job gibt einem nicht die Sicherheit, von der man mal ausgegangen ist. Das Gesundheitssystem auch nicht. Ein Mercedes steht auf der Standspur. Bildung scheint nur eine Beschäftigungsmaßnahme. Reichtum bleibt bei den Selben. Wohlstand von kurzer Dauer. Die Angst geht um. Mehr Ängste. Und die Zahlen die wir riefen, machen aus Trampelpfaden der Phobie, 4-spurige Autobahnen der Psychosen. Täglich von allen Seiten hämmern Zahlen wie Wahrheiten der Befürchtungen und Ängste auf uns ein. Die nichts davon sind, sich aber für alle so darstellen. Eltern glauben das wirklich eine Bedrohung besteht, dass Kinder auf dem Schulweg entführt werden. Frauen gehen nicht joggen, weil sie Angst vor sexuellen übergriffen haben. Zahlen haben aus Mücken, ganze Rudel von Elefanten gemacht. Daraus ist eine Gesellschaft der Angsthasen geworden. Flugangst, Platzangst, Panikattacken...
Wohlstand statt Reichtum.
Die Menschen wollen nicht ewig am Wunsch nach Reichtum scheitern. Sondern am Wohlstand teilhaben. Sie wollen die Ängste die sie riefen am liebsten wieder loswerden. Sie wissen nur nicht wie. Der Wohlstand beruft sich also nicht mehr nur auf materielle und numerische Aspekte, sondern zugleich auch auf emotionale.
Der Wandel hin zum Human-Marketing ist längst im Gange. Menschen wollen sich emotionale besser aufgehoben fühlen. Marken, Dienstleistungen und Produkte die genau das vermitteln, denen gehört die Zukunft. Der Konsument befragt in Zukunft einfach sein Bauchgefühl. Das was sich gut anfühlt, dass will er. An allen anderem geht er spurlos vorüber. Firmen von denen er etwas kauft müssen sich so verhalten, wie er sich das vorstellt. (Lidel vs. Aldi). Erfolg um jeden Preis und ist er noch so groß stößt ihn zunehmend ab (Deutsche Bank / Trigema)
Erregen statt Aufregen.
Die Botschaften die den Menschen positiv erregen sollen, nehmen zu. Alles andere regt den Konsumenten nur auf. Sogar einen Großteil der Werbungtreibenden selbst, empfindet die geliebten Werbemittel- und Maßnahmen als störend, nervig und belästigend. Er würde gerne zu alternativen greifen. Die es aber nicht gibt. Noch nicht.
Das erste Werbemittelverhinderungshonorar.
Irgendwann wird die erste Agentur dafür am Ende eines Geschäftjahres ein Werbemittelverhinderungshonorar bekommen, für alle Werbemittel- und Maßnahmen die es wegen Untauglichkeit abgelehnt hat. Aber solang der Fehler im System nicht beseitigt wird, versuchen Agenturen weiterhin so viele und aufwendige Werbemittel- und Maßnahmen dem Kunden angedeihen zu lassen, wie s nur geht. Aus gutem Grund! Denn Sie werden nach Menge und Aufwand bezahlt. Dumm gelaufen. Anstatt Agenturen großzügig für Wirtschaftlichkeit zu belohnen, kürzt man einfach wahllos die Budgets, oder bezahl die Agenturen schlechter und schlechter. Verhandelt alles vorher und noch mal nachher. Sehr unproduktiv für ein Berufsbild das sich Stark am Lustgefühl orientiert. Den wirklichen letzten Todesstoß, versetzen die Aktionäre und Controller
dem alten numerischen Systems. Denn Sie orientieren sich ausschließlich an Zahlen. Was zur Folge hat, dass sie ein bestehende schwaches System Ideenlos bis zum letzten Tropfen auspressen. Investitionslos und Intuitionslos. Das kann nicht mehr lange gut gehen. Denn nur Ideen und Investitionen schaffen neue Wertschöpfungsquellen.
Überzeugen statt Überreden
Der Wandel wird vielen nicht gelingen. Weil diese nie an die Macht der Marke geglaubt haben. Beste Vorraussetzungen haben alle Marken, die zum einen die Macht haben und zum anderen das Bewusstsein, dieses im Sinne der neunen Ausrichtung – Human Marketing - verändern zu wollen. Das bedeutet die Marke wird sich in Zukunft zurücknehmen, zurück halten müssen um überhaupt überzeugen zu können. Große Chancen haben neue Marken, die mit diesem neunen Bewusstsein an den Start gehen.
Lösungsweg: Human Marketing.
Natürlich. Damit ist nicht Natur, Grün und Öko gemeint. Sondern was gänzlich anderes. Für das Richtige stehen. Sich Engagieren. Sinnvoll sein. Verantwortlich zeigen. Der Gemeinschaft nützlich. Auf Kosten andere, kommt bald gar nicht mehr gut. Eine mitteleuropäische Gesellschaft denkt um und die Politik und die Wirtschaft bekommt davon fast nichts mit. In die Elfenbeintürme der Macht dringt zu wenig vor. Das Leben in einer anderen Wirklichkeit, bringt eben seine Risiken mit sich.
Dabei sein statt allein sein.
Singles. Geschieden. Allein. A sexuell. Das Ziel ist die Gemeinsamkeit. Ein völlig neues Produkt. Der Egoist mutiert zum Gemeinschaftssinn. Weil der Egotrip unweigerlich in die Einsamkeit führt. Somit werden Gemeinschaftsmarken die zusammen führen und nicht trennen eine große Zukunft haben. Die dazu passenden Produkte werden folgen. Das ende der Reihenhäuser. Man lebt nicht mehr Nebeneinander, sondern miteinander. Mitessen wollen. Mitmachen. Mitreden. Mitgehen. Mitspielen. Die Gemeinschaft ist das „Human“ das menschliche, die Art von Menschlichkeit die völlig in genau den Zahlen die eigentlich Recht geben sollten, untergegangen ist.
Individualität statt Konformität
Wir sind keine Soldaten mehr. Schon gar keine der Wirtschaft mehr. 3.740.000 graue Anzüge, weißes Hemden und blaue Krawatten. Mit schwarzen Schuhen, schwarzen Socken und einem schwarzen Gürtel. Kurzhaar Frisur. Glatt rasiert. Morgens im dunklen Kombi auf dem Weg in die Schlacht. Vorbei. Der Krieg ist als Mittel keinen Zweck mehr Wert. Wer sich auf den Weg begibt sich wohl zu fühlen, der trägt das was ihn besser macht. Das worin er wirken kann. Das worin man ihn erkennen soll. In der Historie, erscheinen Menschen heute im Business, wie die Nachfolger von Menschen in Uniformen. Aber wir legen die Uniformen sukzessive äußerlich und innerlich ab. Weil das der nächste Entwicklungsschritt ist. Und der kommt. Wir landen auf dem Mars.
Retten satt Ausbeuten
Ressourcen retten wird zum Beispiel ein zentrale Thema. Nicht nur beim Plastik, Öl oder Papier. Sondern vor allem bei uns. Das Reduzieren um neuen Freiheiten zu gewinnen. Das Konzentrieren um nur noch das Wesentliche leisten zu müssen. Es ist schon in unseren Köpfen, aber das große Retten geht erst noch richtig los. Erst die Wale, dann uns selbst. Auch hier werden ganz neue Branchen entstehen und daraus resultieren natürlich neue Dienstleistungen und Produkte. Der Mensch ist auf Dauer kein Ausbeuter. Das macht ihm ein schlechtes Gewissen. Dann will er zwar noch nicht zurückgeben, aber immer hin schon mal retten. Der nächste Schritt.
Zuversicht satt Angst.
Man muss nur begreifen dass an die Stelle von verbrauchten und falschen Werten nun neue und unverbrauchte treten. Das ist sehr gut, schön und positiv. Viele davon sind viel älter als wir glauben und einige neue gesellen sich dazu. Ist eine bessere Mischung. Aus dem was nicht mehr erstrebenwert ist und auf vieles auf das wir uns alle freuen und wieder freuen können.
Intelligenz statt Wissen
Wir sind zu einer Allgemeinwissensgesellschaft geworden. Können aber mit dem ganzen Allgemeinwissen nichts Intelligentes anfangen. Somit ist der nächste logische Schritt, vom Allgemeinwissen, über das nützliche Wissen zur Intelligenz. Was ist Sinnvoll, lautet die eigentliche Frage. Und nicht wie heißt die Hauptstadt von Peru.
Der Gedanke in meinem Kopf, dem ich den Namen „Human Marketing“ gegeben habe, ist eigentlich ein ganz einfacher: Viel Sinnvoller statt Vernünftig zu sein.
Wir wollen, sollen und müssen uns alle besser fühlen. 24 Stunden, jeden Tag, jede Woche, jeden Monat. Ein Leben lang. Weil nur dann das dabei raus kommt, was wir uns eigentlich alle insgeheim wünschen. Wir wollen die guten Menschen sein.
Sehen statt Beweise
Natürlich könnte man eine Reihe von Beweisen anführen. Was ich aber aus Prinzip nicht will. Denn ich würde mich derselben Methoden bedienen müssen, die ich als gescheitert ansehe. Deshalb kann ich nur sagen, schaut hin, schaut genauer hin. Das Konsumvieh, das Wählervieh, das Zielgruppenvieh hat aufgehört alles zu fressen.
Montag, 24. April 2006
Beherrsche das Handwerk. Und lerne alle umliegenden Handwerke dazu. Sonst redest du über Dinge, von denen du keine Ahnung hast. Wenn du keine Ahnung hast, dann lass dem anderen alle Freiheiten. Und quatsch ihm nicht rein. Du musst dich und das Ergebnis ihm anvertrauen. Wenn du dein Handwerk beherrschst, dann geht das in der Regel nicht nur gut, sonder übertrifft deine Erwartungen. Nichts ist schlimmer als Kunden beim Shooting. Oder Berater. Oder Texter. Die alle keine Ahnung vom Fotografieren haben, aber weil eine Digicam zu Hause lauert, so tun, als ob. Grausam. Oder Menschen, die schreiben mit texten verwechseln. Oder Layout mit Idee. Beherrsche dein Handwerk. Und entwickle dich mit. Alles verändert sich. Du darfst auf deiner Position nie den Anschluss verlieren. Die wenigsten beherrschen ihr Handwerk. Mit einem Abschluss vor Jahren glauben sie, noch heute am Ziel zu sein. Weit gefehlt. Mit dem Abschluss fängt die wirkliche Ausbildung erst an. Wer erinnert sich nicht, wie er den Führerschein zum ersten Mal in den Händen hielt, wie vogelfrei man sich in dem Chaos fühlte. Ein Wunder, dass man das überlebt hat. Man kann dir jeden Job nehmen und jede Idee in der Luft zerreißen, aber was bleibt, ist die Routine, mit der du dein Handwerk beherrschst und bei allem Verkehrschaos in der Werbung nach Jahren immer die Übersicht behältst und jeden Job ohne Beulen ans Ziel bringst. Das ist und bleibt wertvoll.
PDF Download: Die 10 + 1 Gebote des Werbegotts
|
Kommentare
Do, 24.07.2008 08:55
Ja ich gebe es zu. Ich war es. Worum geht es hier überhaupt???
Mi, 23.07.2008 16:54
... erinnert an Martin Luther King, vom Stil her find ich´s garnicht so schlecht: klar, offen, [...]
Mi, 23.07.2008 15:46
Ja, ja, die gute alte Propaganda-Optik, nur dass die Raketen fehlen, aber ansonsten 1:1
Mi, 23.07.2008 13:18
Hallo, sehr nett sowas. Die Dame mit Z. kenne ich glaube ich auch. Hat die nicht 4000+ Kont [...]
Mi, 23.07.2008 12:55
jhgjghjhg
Di, 22.07.2008 19:03
also, ich seh das so: Team-Arbeit = Zusammenschluss von mehreren Personen zur Lösung einer [...]
Di, 22.07.2008 18:09
Ich find das auch eine klasse Idee
Mo, 21.07.2008 13:40
Dir auch einen guten Tag. Ich kommen gerade von Det Müllers Blog und werde mich hier mal umsch [...]
So, 20.07.2008 23:13
Na ist aber doch schön zu lesen, dass Data Becker zumindest weiß, wie man das mit dem Marketin [...]
So, 20.07.2008 15:23
Manchmal kann man sich wirklich nur noch wundern kopfschüttel
Do, 17.07.2008 23:57
Schönes Zitat, ich stimme voll und ganz zu
Do, 17.07.2008 11:44
Sehr gut! Absolut richtig! Genau meine Meinung!
Mi, 16.07.2008 16:57
Das ist ja echt mal eine lustige sache =)
Mi, 16.07.2008 16:03
lol^^
Mi, 16.07.2008 11:37
Vermutlich war ihr selbst nicht ganz bewusst wie ihr eigenes schreiben letztendlich wirkt und [...]
Di, 15.07.2008 12:31
Man kann einfach, wenn man so etwas initial versucht, ein weniglich kreativer an die Sache ran [...]
Di, 15.07.2008 12:25
Also manche Menschen kommen ja auf Ideen, die einem beim ersten Kaffee im Büro ein dickes Sch [...]
Di, 15.07.2008 11:48
Natürlich meint sie es so. Vielleicht könnte sie es aber auch so sagen? Noch besser: Sie vorab [...]
Di, 15.07.2008 11:42
Oh, ich glaube sie meinte es eher so, dass sie über Euch Ihre Werbefläche vermitteln lassen wi [...]
Mo, 14.07.2008 19:40
Heftig! Gut zu wissen das die Autorin Ihr behandeltes Thema auch selbst lebt.... Das finde [...]