Presseverhinderer lieben Versalien

Leuteleute... Leider wissen scheinbar die wenigsten Menschen, was Versalien überhaupt sind. VERSALIEN, das sind schlicht Großbuchstaben.

VERSALIEN
Die sind ja an sich nicht verboten. Aber wenn irgendwelche PR-Fuzzis (und ich bin ja selbst eine davon) mir mit diesen Großbuchstaben auf den Geist gehen wollen, bitteschön. Beliebt macht man sich bei Journalisten anders.
Gerade redigiere ich eine Online-Nachricht. Das ist nichts Spektakuläres. Jemand hat ein neues Produkt entwickelt, wir berichten in der Fachwelt darüber. So weit, so gut. Wenn aber dieser Jemand meint, es wäre toll, wenn man seinen Firmennamen immer in VERSALIEN schreibt, dann täuscht er sich.
Wenn in den Medien alle Firmen-, Marken- oder Produktnamen so geschrieben würden, wie die Firmen das gern hätten, wären die Leser sicher ein wenig verwirrt. Die wüssten nämlich gar nicht mehr, wann man was groß oder in Versalien oder irgendwie komisch gemischt schreibt.
Gerade habe ich in einem Text sage und schreiben zehnmal den Firmennamen von Versalien in Gemischte (so heißt das, wenn vorn ein Großbuchstabe steht und es dann klein weitergeht) umgewandelt. Danach habe ich dann ungefähr fünf Mal den Firmennamen entfernt, weil das sozusagen Namen-SPAM war. Das macht wirklich keinen Spaß! Und ich mache das heute schon zum zweiten Mal!
Dass ich mit dem Text ansonsten nicht sehr gnädig umgehe, versteht sich von selbst. Dabei hoffen doch die Presseverhinderer, dass ich ihn möglichst unredigiert übernehme.
Ob ich beim nächsten Mal die selbe Geduld aufbringe? Oder den Text lieber ganz unter den Tisch fallen lasse?

Umfragen, die die Welt nicht braucht

Man muss sich immer wieder wundern, für was für Zeug Unternehmen noch Geld ausgeben. Die Programmzeitschrift "Hörzu" hat gerade mit Hilfe einer Umfrage herausgefunden, was wir doch schon lange vermutet hatten: Der Hund ist das beliebteste Haustier der Deutschen. Auf dem zweiten Platz folgt, wer hätte das gedacht, die Katze.

Was soll uns das sagen? Und was bringt das Hörzu? Mehr Anzeigen für Katzen- und Hundefutter? Die einzige Neuigkeit, die wir erfahren, ist, dass ein Viertel der Befragten den Delphin gern als Haustier hätten. Was? Ja richtig, den Delphin. Ob die den dann gern in der Badewanne halten würden oder im Aquarium, ist nicht überliefert. Und ob man bei Hörzu darauf spekuliert, dass dann auch Anzeigen für Fischfutter besser gehen, wir wissen es nicht.

Umfragen sind ja immer ein beliebtes Instrument, um auf sich aufmerksam zu machen, aber ob diese Masche wohl zieht?

Die Top Ten der Umfrage wurden komplettiert von Pferd (14 Prozent), Adler (14 Prozent), Pinguin (12 Prozent), Löwe (12 Prozent), Elefant (11 Prozent), Schimpanse (9 Prozent) und Pandabär (9 Prozent). Zur Auswahl standen 15 Tiere, Mehrfachnennungen waren möglich.


Das erstaunliche Ergebnis ist wohl darauf zurückzuführen, dass die wenig gängigen Tiere einfach ausgewählt werden mussten und dass Mehrfachnennungen möglich waren. Dass das Ganze dann wohl eher auf tönernen Füßen steht, was soll's? Man hat mal wieder von sich reden gemacht, und wenn es mit Delphinen und Pandabären ist. Die sind ja so süüüüüüüß.

Web 2.0 ist in den PR-Agenturen angekommen

Stefan Hertach von mediaquell macht uns darauf aufmerksam, dass inzwischen auch in PR-Agenturen und Pressestellen der Trend in Richtung Web 2.0 geht. Er fasst dabei eine aktuelle Studie von Faktenkontor und news aktuell zusammen.

Web 2.0 ist in den PR-Agenturen angekommenDie Studie hat ergeben, dass sich ein echter Wandel in der PR-Landschaft abzeichnet. Man denkt nicht mehr nur in klassischen Medien, sondern beteiligt sich aktiv am Web 2.0. Auch wenn Konzepte in diesem Bereich noch eher die Ausnahme sind, so haben die PR-Menschen erkannt, dass die klassischen Medien an Bedeutung verlieren.

Hertach:
    Damit zeigt sich, dass u.a. die schrumpfenden Leserzahlen, die Einstellung zahlreicher Printtitel sowie das Auftreten neuer Multiplikatoren (Blogger, Fans etc.) und Kommunikationsformen und -kanälen (Social Media, Online Portale, Aggregatoren, Kurznachrichtendienste, RSS-Feeds etc.) nun auch merklich die PR-Branche treffen.


Die PR-Branche hat jetzt neue Zielgruppen für sich entdeckt, zum Beispiel Blogger und Communities. Davon kann wahrscheinlich inzwischen jeder Blogger ein Lied singen, wird er doch mit mehr oder weniger relevanten Presseinformationen zum Thema (oder auch nicht) versorgt. Inwieweit es bisher wirklich gelingt, den richtigen Ton zu treffen, ist nicht bekannt. Denn sicher genügt es nicht, Presseinformationen eins zu eins an Blogger zu versenden.

Aber: das Schiff nimmt Fahrt auf. Man kann gespannt sein, welche neuen Wege sich für die PR-Branche im Zeichen von Web 2.0 wirklich als gangbar erweisen. Denn bisher wird vor allem noch viel experimentiert.

Nie wieder Kaltakquise...

... das verspricht mir ein penetranter Verkaufstrainer, der mir unaufgefordert E-Mails ins Haus schickt. Woher er meine Adresse hat? Keine Ahnung. Wahrscheinlich nahm er an, nur weil ich eine Website habe, möchte ich auch gerne Verkaufstrainings besuchen. Ich möchte nicht.

Nie wieder Kaltakquise...Da schreibt er mir also mit dem Betreff "Nie wieder Kaltakquise". Ja, was ist denn das? Kälter geht's doch gar nicht. Ich kenne den Typ nicht und der will mich ganz kalt akquirieren. Könnte also fast sein, dass er sein eigenes "Nie wieder Kaltakquise" da ein kleines bisschen ad absurdum führt. Aber nur ein bisschen.

Ich jedenfalls möchte nicht akquiriert werden und freue mich ehrlich über den Link "Newsletter abbestellen" in der E-Mail. Dass nach der Bestätigung auf der Website dann noch eine weitere E-Mail mit einem Abbestell-Link kommt, ist schon komisch. Schließlich wollte ich ja keine weiteren Mails von diesem Kaltakquisiteur mehr bekommen. Der Höhepunkt wird allerdings dann bei der dritten Mail erreicht, die mir mitteilt, dass ich jetzt wirklich diesen "Nie wieder Kaltakquise"-Newsletter abbestellt habe.

Vor einiger Zeit übrigens bekam ich schon mal so eine Mail. Darin war kein solcher Link enthalten. Weil ich ein freundlicher Mensch bin, antwortete ich, dass ich niemals eine solche Information angefordert habe und auch weiterhin keine wünsche. Daraufhin heute diese wunderbare Information zum Thema "Nie wieder Kaltakquise".

Übrigens: der Mann selbst bezeichnet sich als "Europas bester Verkaufstrainer". Bei der Kaltakquise kann er noch dazulernen.

Tatzenschutz

Wenig Freunde macht sich derzeit der deutsche Outdoor-Bekleidungsmacher Jack Wolfskin. Er mahnt derzeit generalstabsmäßig ab. Und zwar Menschen, die irgendwie Geschäfte mit einem Tatzen-Motiv machen. Begründung: die Tatze sei markenrechtlich geschützt.

Einige Anbieter des Bastelportals verkaufen Artikel, auf denen Tatzen zu sehen sind. Das mögen die Wolfshäute gar nicht und versenden anwaltliche Kostennoten. Eine Zusammenfassung der Ereignisse gibt es beim Werbeblogger und auf Spiegel Online .

Bei Jack Wolfskin setzt man auf Härte und prügelt brachial auf alle ein, die irgendwie was mit Tatzen zu tun haben. Ich stelle mir nun die Frage:

Was ist denn mit Nachbars Katze? Die läuft doch hier durch die Pfützen und hinterlässt so manchen Tatzen-Abdruck. Und die vielen Hunde, die jeden Tag mit ihren Pfoten hundertfach Spuren auf Pflaster und im Matsch hinterlassen? Dürfen die das noch? Sie hinterlassen sie ja öffentlich, einsehbar für jeden. Wenn ich die jetzt fotografiere? Was passiert mir? Zahlt meine Rechtsschutzversicherung da noch?

Eins ist klar: Sympathien wird sich die Firma mit der Tatze so nicht erwerben. Denn ein Sturm der Empörung ist schon losgebrochen.

Ramsauer kritisiert "Verschlämmerung" der Politik

Es ist so weit. Horst Schlämmer hat selbst schon in den Sprachgebrauch der Politiker Einzug gehalten. Jetzt kritisiert Spaßbremse Peter Ramsauer ihn aufs Schärfste.

VerschlämmerungNewsroom.de berichtet:
    Er habe kein Verständnis dafür, dass Politiker durch "irgendwelche Komparsenrollen in eigenartigen Filmen" nach Aufmerksamkeit haschen, sagte Ramsauer der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Donnerstag.

Ramsauer meint, dass Politik sich aufgrund ihrer Komplexität nicht reduzieren lasse. Jetzt könnte man eventuell einwenden, dass diejenigen, die es nicht schaffen, ihre komplexen Botschaften auf verständliche Art zu kommunizieren, auch in der Politik an Boden verlieren. Vielleicht ist das eins der Probleme von Ramsauer und seiner Partei.

Oder vielleicht sogar aller Parteien? Horst Schlämmer zumindest schafft es, kommunikativ ein großes Publikum zu erreichen. Laut einer Stern-Umfrage käme Schlämmer ja im Falle der Wahl auf beachtliche 18 Prozent, ein Wert, von dem Guido Westerwelle einst laut träumte. Für einen, der aus dem Nichts startet, sicher ein beachtlicher Wert.

Ramsauer jedenfalls meckert:
    "Bei der Verschlämmerung der Politik bleiben Inhalte auf der Strecke und dazu sollten Politiker nicht auch noch beitragen... Wer Spaß haben will, geht in den Zirkus, ins Kino oder in das Kabarett. In der Politik hingegen ist Ernsthaftigkeit gefragt..."

Jetzt wissen wir wenigstens, wer zum Lachen in den Keller geht. Wer es als Politiker nicht schafft, auch einmal über sich selbst lachen zu können, zeigt immerhin seinen Charakter. Wie die Wähler das beurteilen, werden wir noch sehen.

So oder so: schön ist die Wortschöpfung "Verschlämmmerung" ja schon. Das hat so was von "Verschlammung", von üblen Machenschaften und Undurchsichtigkeit. Passt also schön zu "Politik".

Das Internet enthält neunzig Prozent Schrott

... sagt Joseph Weizenbaum. Und er muss es wissen, denn laut berlinonline hat
der gebürtige Berliner die Computerwissenschaft miterfunden, er brachte Maschinen das Sprechen bei, doch in den Siebzigerjahren wandelte sich der Informatikpionier zum Computerpessimisten. In seinen letzten Jahren sagte er immer wieder den Satz: "Das Internet ist zu neunzig Prozent Schrott."

Wo der Schrott ist und wie wir ihn erkennen, verrät uns Weizenbaum leider nicht... Aber vielleicht sind wir ja auch in der Lage, das selbst herauszufinden.

Interessant ist, dass wir im selben Artikel erfahren, dass "nur" vierzig Prozent des Twitter-Gezwitschers Nichtigkeiten sein sollen. Was? Nur vierzig Prozent? Nichtigkeiten sind demnach Bemerkungen wie "Ich esse gerade ein Brot". Herausgefunden hat das ein Marketingunternehmen, dessen Namen wir leider nicht erfahren.

Ob nun vierzig Prozent viel oder wenig sind, überlassen wir getrost dem Auge des Betrachters. Mein eigenes Twitter-Experiment ist übrigens von wenig Dynamik gekennzeichnet.

Denn erstens weiß ich gar nicht, was mir die schlauen Bemerkungen der Menschen sagen sollen, denen ich folge. Und - wichtiger noch - zweitens finde ich, dass man die Welt nicht mit Nichtigkeiten überfluten sollte. Anders als viele andere Menschen meine ich nicht zu jedem Zeitpunkt, dass genau dort der Nabel der Welt ist, wo ich mich gerade befinde. Gern lasse ich mich, über Twitter oder auch nicht, eines Besseren belehren. Vielleicht wird mein Experiment dann ja doch noch zur Erfolgsstory.

Interessant ist übrigens, worauf uns der Autor des berlinonline-Artikels am Schluss aufmerksam macht: Er verweist auf den Science-Fiction-Autor Sturgeons (1918-85). Er antwortete auf die Frage, ob nicht neunzig Prozent der Literatur seines Genres Schrott sei: "Neunzig Prozent von allem ist Schrott."

Da könnte was dran sein.

Sixt nutzt Ulla Schmidts Affäre für Werbung

Ulla Schmidt Sixt

Wie immer wird Sixt wohl eine Abmahnung kassieren, aber über die Werbung wird man trotzdem lachen.

Etablierte Medien sind schneller, News halten sich länger in Blogs

Es gibt mal wieder eine neue Studie zur Verbreitung von Nachrichten. Sie wurde von Wissenschaftlern der Universität Ithaca (Bundesstaat New York) durchgeführt. Wichtigstes Ergebnis: Etablierte Medien bringen Nachrichten im Schnitt 2,5 Stunden vor den Bloggern an die Öffentlichkeit. Das meldet newsroom.de. Dafür halten sich die Nachrichten in Blogs länger als in den etablierten Medien, nämlich bis zu einer Woche.

Medien, News, BlogsDas ist ja an sich schon interessant. Viel interessanter finde ich allerdings, dass überhaupt jemand die Blogs in eine Reihe mit den etablierten Medien stellt, und dass das nicht irgendjemand ist, sonder ernst zu nehmende Wissenschaftler. Oft genug werden Blogs ja einfach gar nicht ernst genommen. Hier aber zeigt sich, dass inzwischen die Blogs als eine von vielen Nachrichtenquellen anerkannt werden.

Wir können also beruhigt konstatieren: Blogs gehören dazu. Auch bei der Nachrichten-Verbreitung.

Preisverhandlung?

Als Dienstleister hat man es nicht immer leicht. Man muss sich das mal in anderen Branchen vorstellen...



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