Wohin fliegt ein Flyer?

„Bei mir sofort weg!“ , „Rundablage P“, „Auf den Müll!“ – Klassische Antworten, die, wenn man ganz ehrlich ist, null Aussagekraft haben. Dennoch ist es so, dass Flyer ein Gschmäckle der Ineffizienz haben, was auch mit ihrer schieren Masse zu tun hat.

Früher war ein Flyer etwas Besonderes – und der Flyerdruck teuer. Heute ist der Flyerdruck günstig, dafür der Druck auf dem Flyer umso höher. Denn nach wie vor erwarten sich Werbetreibende wahre Wunderdinge von diesem mal zweimal, mal einmal, mal gar nicht gefalteten Stück bedruckten Papieres.

Flyer

Sind Flyer für Marketingzwecke überhaupt noch zeitgemäß?

Natürlich. Und selbst wenn nicht, darum geht es nicht. Auch wenn viele Agenturen meinen, Kommunikation müsse zeitgemäß sein, also Moden folgen, es ist ein Fehler. Kommunikation muss erfolgreich sein, sonst gar nichts. Und wenn man dafür auf unzeitgemäße Mittel zurückgreift, egal – solange sie nicht unlauter sind.

Otto Rehagel wurde mit Griechenland mit höchst unzeitgemäßer Spielweise mit Libero und kontrolliertem Querpass Fußball-Europameister. Was glauben Sie, wie sehr die Griechen das Unzeitgemäße gestört hat?

Jeder kann sich einen Flyer drucken lassen. Aber nicht jeder hat eine Idee. Und wer eine hat, ist auch nicht unbedingt in der Lage, sie mit den richtigen Worten und Bildern zu kommunizieren. Und dann ist natürlich noch das Medium wichtig. Es kann ein Flyer sein muss aber nicht. Inspiration gibt es ggf. bei flyeralarm.de

So günstig der Flyerdruck heute auch ist, wenn der Flyer keinen Druck auf den Konsumenten erzeugt, also nicht nicht zum Kauf, zur Kontaktaufnahme oder was immer sein Ziel ist, führt, dann wäre es Geld zum Fenster rausgeschmissen gewesen.

Deshalb kommt es auf die Idee an, nicht das Medium. Und wenn die stimmt, dann lässt ein Flyer fliegen – und zwar die Kunden zu Ihnen.


Bildquelle: istockphoto

So Broschüren drucken? Oder: Broschüren drucken? So!

Ich bin ein einfacher Mensch. Ich verstehe nichts. Früher musste man für ein Kotelett 98 Minuten arbeiten, heute 29, wir haben mehr Schulden. Alles wird billiger, keiner hat Geld. Natürlich stimmt das nicht in Gänze, aber ist mal ne Aussage.

Anderes Beispiel: „Broschüren drucken“. Früher ein Riesenprojekt. Litho, Proofs, 1000 Sachen, viel Geld. Heute: Klick, klick, online, fertig. Viel billiger. Wenn man’s kann. Wenn’s passt. Online-Druckerei. Das Zauberwort für viele Unternehmen. Das mutet günstig an. Und schnell.

„Wo lassen Sie Ihre Broschüren drucken?“
„Online.“

Broschüren drucken

Das hat was. Zu sagen: „Unsere Broschüren drucken wir online“ ist ungefähr so klug zu sagen, wie „Zum Essen gibt’s bei uns Wein.“ Das kann gut gehen, muss aber nicht. Und weiß man überhaupt, wem man da sein Werk in der Hoffnung übergibt, dass es in der Qualität Papier wird, was bis dahin PDF war?

Man kann sich beim Wein auf seine Erfahrung verlassen, auf seinen Gaumen oder einen Sommelier. Nun müssen Sie ja nicht gleich, wenn Sie eine Broschüre drucken lassen wollen, auf die Dienste einer „Jahrgangs-Druckerei“ zurückgreifen, aber es wäre schon sinnvoll, sich nicht nur von seinen Assoziationen leiten zu lassen. Ein „Blauer Lemberger“ ist kein Mensch aus Lwiw, der zu tief ins Glas geschaut hat, sondern ein Rotwein.

Und genauso ist es nicht unbedingt billiger und schneller, seine Broschüren online drucken zu lassen. Schließlich muss die Vorbereitung perfekt sein. Und man muss vieles verstehen, wofür Grafiker und Designer die Hochschulbank drücken.

Aber man muss sagen: Online-Druckereien machen an sich (!) ein gutes Marketing. Aber das Problem der einzelnen: Sie differenzieren sich halt durch so rein gar nichts – außer Preis.

Wer an Online-Druckereien denkt, denkt der nicht zuerst an Boxen? Kaum eine Woche, wo nicht irgendwer irgendwem für irgendeinen Titel irgendeinen Verbandes das Gesicht mit was-weiß-ich-wievielen Unzen massiert – umrahmt von der Werbung irgendeiner Online-Druckerei. Auch andere Sport-Großveranstaltungen warten mit den Namen diverser Anbieter auf. Der Effekt ist doch der, dass man am Ende nur zu hören bekommt: „Wenn Sie die Broschüren drucken lassen, nehmen Sie doch eine Online-Druckerei.“ Und dahinter steckt die Idee, dass es ja so viele gibt davon, dass man es noch billiger bekommt. An dieser Stelle: Dank an www.hartmanndruck.de

Und wer ist schuld, wenn es dann doch nicht so aussieht, wie man sich das so dachte? Mit der Print App sah das ja alles so einfach aus. Aber auf einmal stelt man fest: 250-Gramm-Papier ist so toll gar nicht und „glänzend“ sollte besser „spiegelnd“ heißen. Und außerdem ist der Kreuzbruchfalz falsch rum.

Vielleicht (und das ist nur ein politisch korrektes Wort für „Auf jeden Fall) ist es oft besser, doch vielleicht die Druckerei für Ort mit dem Broschürendruck zu beauftragen. Vielleicht ist sie etwas teurer, aber sie hat einen unvergleichlichen Vorteil gegenüber einer Online-Druckerei:

Wenn es nicht so klappt, wie Sie wollten, können Sie dort einem echten Menschen in einen echten Hintern treten – anstatt sich selbst in den eigenen zu beißen, weil sie mal wieder Ihrer eigenen Gier zum Opfer gefallen sind.

Dabei gibt's ja für die Gier jetzt billig Kotelett.

Mit Philip Marlowe ins Neue Jahr

Philip Marlowe

Schach ist die wohl größte Verschwendung menschlicher Intelligenz außerhalb von Werbeagenturen.



Raymond Chandler: Der lange Abschied

Prosit!


Gott braucht Werbung

Er hat Glocken ....

Glocken

Und damit ist er wie Harley Davidson schon am Klang erkennbar, wobei er, der Gute, auf ne Patentanmeldung verzichtet hat. Wie dem auch sei: Einfach mal drüber nachdenken, dann aufhören und vordenken. Schließlich ist das einzige, was Sie beeinflussen können, die Zukunft!

Mit den obligatorischen Jahresendzeitglückwünschen ....

Ihr Besserwerberblog

Self-Marketing at its worst: Weihnachtsfeier

WeihnachtsfeierWir alle kennen sie, alle freuen sich darauf, wenn es wieder heißt: "Dieses Jahr gehe ich nicht auf die Weihnachtsfeier!" Nun, das mag viele Gründe haben, dies zu sagen, z.B. man ist gar nicht mehr im Unternehmen oder aus einem anderen Grund nicht eingeladen. Man will vermeiden, dass die Gesellschaft johlt, wenn es gen Mitternacht geht und man aufgefordert wird, den table dance des Vorjahres zu toppen oder aber der Kollege hat ne Neue (oder die Kollegin :-)) Aber natürlich gehen alle und alle haben noch bessere Gründe, trotzdem zu kommen. Man fürchtet Repressalien oder nicht auf dem letzten Stand zu sein oder dass die Pute aus dem X. Stock s schafft, sich völlig doof in den Mittelpunkt zu stellen, weshalb man auch am Tage der Feier um 14 Uhr geht, um um 19h top de luxe auszusehen. Einfach schön.

Nun, spätestens jezt fragen Se sich vielleicht, was Ihnen das sagen soll? Nun, inwiefern unterscheidet sich das Verhalten der oben aufgeführten und natürlich völlig fiktiven Person von dem der letzten Marketingaktion Ihres Hauses? Sehr? Nun, dann: Herzlichen Glückwunsch!

Aber wie oft produziert man sich vor anderen, postuliert, andere, neue Wege zu gehen; hat Angst, Fehler zu wiederholen und macht dafür dümmere? Weg damit. Und endlich genießen. Und es pragmatisch sehen. Schlimm wird es erst,wenn man wie eine natürlich fiktive Person am Tag nach der Weihnachtsfeier zur Chef-Sekretärin geht und fragt, ob bei ihr vielleicht ein H&M BH abgegeben worden sei. Obwohl, das ist auch sehr lustig...

Hach, es gibt so herrliche Weihnachtsfeiergeschichtchen .... Erzählt sie uns - natürlich ganz fiktiv ...

Woran man eine gute Idee erkennt ...

Woran bemisst sich die Qualität einer Idee? Es gibt zahlreiche Parameter, die es dabei zu beachten gilt. Immerhin ist Werbung teuer. Da muss man sich auch sicher sein, dass das investierte Geld auch seinen Zweck erfüllt.

Daher habe ich mich dieses Problems angenommen und für alle, die sich unsicher sind, die ultimative Scorecard zur Evaluierung von (Kampagnen-)Ideen kreiert.

Bitte sehr.

Ich wünsche viel Spaß damit ... und Erfolg natürlich.



Eine weitere Idee zur Blogparade "Der Wert von Ideen" bei schreibnudel.de

Der nächste tote Hype: Augmented Reality

Wir sind das Besserwerberblog, weil wir a) besser werben und b) über bessere Werbung bloggen.

Diesmal geht es um Letzteres - und bekanntermaßen zählt Autowerbung ohnehin zu den Genres, in denen es sehr viel sehr gute Werbung gibt, wie wir hier ja schon des Öfteren gezeigt haben.

Während vielerorts und in Agenturen überlegt wird, wie man sich die Hype rund um Augmented Reality zu eigen machen kann, um die eigene Marke modern, dynamsich, up-to-date oder sonstwie unmiefig erscheinen zu lassen, hat Jaguar sich auch des Themas Augmented Reality angenommen - und es verworfen. Das neue Buzzword heißt: Actual Reality - und das ist nicht nur gut so, sondern ebenfalls besser .... übrigens auch dann, wenn man nicht in einem Jaguar sitzt.

Basel goes Pokémon

Flashmobs gibt es allenthalben. Und in Zeiten wie diesen (Terrorangst) können die auch schon mal nach hinten losgehen, wie deutsche Urlauber an der Costa Brava erfahren durften.

Diese Panik ist es aber nicht einmal, die dafür sorgt, dass viele Menschen nicht mehr offen sind für ihre Umgebung und statt dessen mit dem Kopf nach unten durch die Straßen zieht, um z. B. um unbeaufsichtigte Taschen etc. zu orten, sondern es ist das Augmented Reality-Spiel von Nintendo: Pokemon Go.

Derer hat man sich nun in der drittgrößten Stadt der Schweiz angenommen. Aber entgegen so manchem Klischee gegenüber den Eidgenossen nicht mit Strafen und Verordnungen, sondern mit zielgruppenspezifischen Spaß (wobei der Autor es an dieser Stelle nicht versäumen möchte, auf die Doppeldeutigkeit des Wortes "zielgruppenspezifisch" hinzuweisen), z. B. "Jackass", "Joko & Klaas".

Ist halt nicht "Augmented", dafür aufs Auge.

Der Zweck adelt die Mittel

Werbemittel stehen in einem seltsamen Ruf. Entweder gelten sie als zu teuer – gerade bei Individualanforderungen, oder als zu beliebig: Kuli, Süßigkeiten, Blöcke.

Die Frage ist: Wer gibt ihnen diese Meinung? Im Grunde sind das die Werbetreibenden auf beiden Seiten des Besprechungszimmertisches. Die einen (die „Kreativen“) haben eine, wie könnte es anders sein, ganz tolle Idee, die dem Budgetverantwortlichen vermuten lässt, er sei bei der Versteckten Kamera. Die anderen (die Kunden) wollen alles mit ihrem Logo versehen, was sich in riesiger Stückzahl bei minimalen Kosten produzieren lässt.

Da sind die Vorwürfe vorprogrammiert. Aber weil es sich weder die Agentur mit dem Kunden noch der Kunde mit der Agentur wegen so was verscheißen will, ist halt die Werbemittelindustrie schuld – eben, weil sie nichts Kreatives zu einem vernünftigen Preis anbietet.

Sehr typische Herangehensweise, sich auf die Kosten zu fokussieren, statt auf den Nutzen. Das Werbemittel selbst ist dabei völlig egal. Es muss halt zu dem Unternehmen u/o dem Anlass passen. Da könnten die Kreativen ja den Kunden von ihrer Kernkompetenz überzeugen und den Kunden zu etwas bringen, was er gerne, aber selten sagt: „Ja!“

In kleinen Quadraten eingetütete Zuckerstückchen mit Logo sind unglaublich langweilig. Ein Logo für einen Hörgeräte-Akustiker macht es nicht besser. Das aber mit dem Hinweis zu versehen: „Der kleinste Hörtest der Welt.“ Gibt dem Ganzen schon wieder Charme und Witz und Mehrwert – und sorgte zumindest einmal, nämlich bei mir, dazu, dass der Kaffee ungesüßt blieb.

Werbemittel Schlafbrille
Bitte nicht stören! Ich bin kreativ. / via ebets.at
Eine Schlafbrille. An sich schon ganz nett. Auch nützlich. Aber ergibt allein keinen Sinn. "Nur so" fördert so ein Werbemittel nur das Schmarotzertum. Wenn man es aber kombiniert mit einem thematischen Bezug, dann besitzt das Ganze mehr Charme und Witz, wie z. B. bei dieser Aktion für die Kreativwirtschaft der Stadt Mannheim: „Bitte nicht stören. Ich bin kreativ!“ Das hat wieder Witz, weil es eben mit einem Klischee spielt.

Man kann auch Aufklebern oder bedruckten T-Shirts etwas abgewinnen, auch in einem herkömmlichen Design. Natürlich gibt es auch bereits ganz lustige Beispiele, die bereits eine Aussage zum Werbetreibenden treffen, wenn sie aber mehr sein sollen denn Druckfläche für ein Logo, so bleibt man besser bei Kulis und anderen Werbegeschenken.

Diese transportieren auch das Logo und sind sehr nützlich, was man allein daran erkennt, dass man nie etwas parat hat, wenn man es braucht, also immer Bedarf für so was hat, aber, wie gesagt, nur zur Anbringung des Logos ... Das ist einfach zu wenig.

Klar ist das Logo 100% Teil des CI, aber das CI ist mehr als das Logo. Wie der Name schon sagt, hat das was mit etwas Wesentlichen zu sein, der Identität. Diese Identität gilt es zu kommunizieren. Da ist es eigentlich egal, wie teuer das Werbgeschenk bzw. die einzelnen Werbemittel waren/sind, sondern was sie bringen (sollen)?

Genau diesen Dialog scheuen aber sowohl Agentur als auch Kunde. Wofür stehen wir? Was wollen wir mit diesem Werbegeschenk bzw. Werbemittel über uns sagen lassen? Diese Fragen gilt es in erster Linie zu klären. Und dann kommen erst die Kosten, dann die Strategie – und dann geht’s um die Umsetzung.

Na dann isses auch egal, wenn es etwas mehr kostet, weil es vielmehr bringt: an Nachhaltigkeit, Gesprächseinstiege, leichtere Nachfassaktionen und und und ...

So sollte es ja sein: Der Zweck adelt die Mittel.

Werbung für das Wesentliche



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