Lufthansa, Google und Otto twittern am interessantesten

Gute Inhalte sorgen für eine hohe Reichweite. Das ist eine der Kernaussagen unserer aktuellen Studie über den Kurznachrichtendienst Twitter. Über einen Zeitraum von drei Monaten wurden die zwanzig aktivsten Unternehmen in Twitter beobachtet. Twitter wird von vielen Unternehmen eingesetzt, um sich durch den direkten Dialog in ein gutes Licht zu setzen. Die Beispiele Lufthansa und Google zeigen jedoch, dass auch ohne den personalintensiven Dialog eine hohe Reichweite aufgebaut werden kann.

In der Studie werden die wichtigsten Kenngrößen ermittelt und verglichen. Am leichtesten messbar ist die Reichweite, da die Zahl der „Follower“ (Abonnenten oder Fans) in Twitter direkt angezeigt wird. Hier liegt die Lufthansa mit großem Abstand vorne. Alleine mit vielen Followern ist es jedoch nicht getan – sonst würde twitter.com/besserwerber in unserem Ranking ganz oben stehen. Voraussetzung für eine hohe Attraktivität sind gute Inhalte. Um das zu messen, analysierten wir drei Monate lang den Anteil der Nachrichten, die so interessant waren, dass sie von Twitternutzern an Bekannte weitergeleitet wurden. Die Attraktivität der Nachrichten ist der wirkungsvollste Hebel, um mehr aktive Follower zu erhalten und damit die eigene Reichweite zu erhöhen.

Unternehmen wie Google, aber auch die Messe Frankfurt oder der Daimler News-Kanal beschränken sich auf die Bereitstellung relevanter Nachrichten in Twitter. Im Kern jedoch ist der Dienst ein Dialogmedium: Unternehmen wie der US-Kabelanbieter Comcast geben täglich etwa zwanzig differenzierte Antworten auf Kundenfragen. Otto, Ebay, Kodak und Vodafone sind in Deutschland die Vorreiter beim Einsatz von Twitter als Medium für den Kundendialog. Fast neunzig Prozent der Inhalte im Twitter-Account von Otto bestehen aus Antworten auf Fragen von Twitternutzern. Dahinter steckt ein Team von drei Personen, die zeitversetzt für die Kunden da sind.

Ganz anders bei Google, Messe Frankfurt und Daimler. Hier werden – zum Teil automatisiert – Pressemeldungen in Twitter publiziert. Bei Google und Messe Frankfurt sind das nur etwa zwei Meldungen pro Woche. Damit ist die Chance hoch, dass diese Meldungen auch Aufmerksamkeit erhalten. Bei Daimler sind es jedoch täglich vier Meldungen. Auch die Bahn sendet vollautomatisierte Nachrichten. Täglich gibt es etwas fünf Verkehrsmeldungen. Diese werden auch weiterempfohlen. Plus dagegen hat ebenfalls einen recht leblosen Account ohne viel Dialog und mit reinen Produktmeldungen. Hier werden nur zwei Prozent der Meldungen weitergereicht. Hier spielt jedoch ein weiterer Faktor mit hinein: Die Qualität der Follower. Auch diese wurde in der Studie gezielt analysiert. Die reine Reichweite ist wertlos, wenn sich dahinter nicht auch wirkliche Fans des Unternehmens befinden.

Die aktivsten Follower haben Daimler, Kodak, Allianz und Otto. Die Investition in den Kundendialog zahlt sich also aus. Kodak, Allianz und Otto sind nämlich wiederum die Unternehmen mit dem höchsten Anteil an dialogorientierten Twittermeldungen. In den USA ist Twitter schon weiter. Hundert mal mehr Sichtkontakte erreichen die großen US-Unternehmen im Vergleich zu den deutschen. Einen Download der Kurzversion der Studie gibt es übrigens unter absolit.de/Twitterstudie.

Da leg ich noch einen drauf

Bei "Reichweiten in Reichweite" stand ja schon, dass wir unseren Leitfaden Online-Marketing verschenken. Für die Newsletterleser gab es noch ein zweites Weihnachtsgeschenk. Und weil ich ja an dieser Stelle auch ab zu blogge, gibt's das jetzt auch hier: Leitfaden eMail-Marketing. Aber nur bis Heiligabend.

Lustiger Nebeneffekt der ganzen Geschichte: Die Downloadseite steht momentan bei Google mit dem Suchwort Weihnachtsaktion an erster Stelle.

Noch twittern wenige deutsche Unternehmen

Ich sammle für mein Buch-Tweet bekannte Marken, die twittern. Ist aber recht mau: Die Bahn, BMW, Ford und Neckermann sind in Twitter aktiv. Aber Marken wie Allianz, Deutsche Bank, Deutsche Post oder SAP scheinen noch zu schlafen.

In den USA ist da schon mehr los: Soutwest, GM, Honda, Kodak, Cisco, Intel, Starbucks und Motorola twittern. Wie beim Bloggen sind es aber eher Menschen als Marken, die etwas zu sagen haben. Nicht nur Obama sondern fast jeder scheint in den USA zu twittern: Tim O'Reilly, Pierre Omidyar, Paulo Coelho.

Sicher sind inzwischen weitere bekannte deutsche Unternehmen aufgewacht. Ich freue mich auf Kommentare

MyMiniCity wächst schneller als alle Websites zuvor

Gestern schickte mir Marco Ripanti einen Link zum Anklicken. Es sah aus, wie eine Mischung aus Habbo und Sims und nannte sich MyMiniCity. Abends kamen die Kinder ins Büro und waren begeistert. Natürlich hab ich’s dann selbst ausprobiert und es macht Spaß. Ben hat gleich Mexiko eingenommen und Jule 30 Hauptstädte eingerichtet, um ins Guiness-Buch zu kommen. Wovon ist die Rede?

Von einer Plattform, die gestern noch einen Alexa-Rang von über tausend hatte und heute bei 692 liegt. Und das, obwohl die Site erst seit weniger als einen Monat online ist. Laut Alexa hat sie zwei Wochen nach dem Startschuss bereits Xing überholt. Das Prinzip ist ähnlich: je mehr Kontakte ich habe, desto mehr wird mein Ego befriedigt. Also haue ich alle meine Bekannten an und nerve sie mit einer URL.

Der Unterschied zu klassischen Social-Web-Portalen ist die Einfachheit von MyMiniCity. Keine Registrierung und kein Kontakten sondern stupides Besucherzählen. Aber irgendwas muss wohl dran sein, wenn so viele Menschen nichts besseres zu tun haben, als Besucher in ihre virtuelle Stadt zu bringen. Das hab ich dann auch gedacht, als ich um zwei ins Bett bin und meine Stadt auf immerhin dreißig Einwohner gebracht habe.

Meine Prognose: Das Ding wird der absolute Renner, auch wenn es keinen Sinn macht und man sich fragt: „Warum mach’ ich das eigentlich?“. Aber vielleicht ist es ja genau das. Wer wissen will, wie es funktioniert, kann hier nachlesen:
www.marketing-boerse.de/News/details/Myminicity

Leitfaden Online-Marketing: 2 Kapitel gratis

Wer auf der OMD war, hat unser neues Buch „Leitfaden Online-Marketing“ vielleicht schon gesehen. Es ist mit 1,6 kg ein ziemlicher Wälzer geworden. Kein Wunder: über hundert Autoren haben mitgeschrieben. Das es viel Arbeit war, muss ich niemandem erzählen, der schon mal versucht hat, fünf Autoren unter einen Hut zu bekommen. Bei so vielen wird es dann wirklich heftig. Wir haben versucht, die jeweils besten Autoren zu gewinnen. Wenn Ihr Euch fragt, warum jemand nicht dabei ist, schickt mir bitte eine Mail. Ich hoffe, das Buch entspricht den Erwartungen und freue mich auf ehrliche Kommentare.

Zum Konzept zitiere ich mich mal selbst im Vorwort: „Bisher fehlt eine Zusammenfassung des Wissens dieser jungen Branche. Zwar gibt es eine Reihe exzellenter Fachbücher über Teilaspekte, aber kein Kompendium aller Bereiche.“ Sagt selbst, ob uns das gelungen ist.

Im Buchblog berichten wir aktuell. Wer nicht das ganze Buch lesen will: Ich habe von jedem Kapitel eine kurze Zusammenfassung geschrieben und all diese Zusammenfassungen gratis ins Netz gestellt. Außerdem gibt es Inhaltsverzeichnis und das erste Kapitel gratis. Und noch etwas, was eigentlich nur Newsletterlesern vorbehalten ist: Das zweite Kapitel.


Mehr als nur Banner, Adwords und Affilates

Chef hat gemeint, Doc solle mal wieder bloggen. Na denn: Vor drei Wochen haben ja die Vermarkter verraten, in welchen drei Kanälen wie viel der 1,9 Milliarden Euro für Online-Werbung verschwunden sind. Dabei wurden Bannerwerbung (903 Mio Euro), Suchwortanzeigen (850 Mio Euro) und Affiliate Marketing (155 Mio Euro) berücksichtigt. Nicht enthalten sind in diesen Zahlen Agenturleistungen und damit Themen wie Homepagedesign, Suchmaschinenoptimierung und E-Mail-Marketing. Diese spielen in der Praxis jedoch gerade bei kleineren Unternehmen eine viel wichtigere Rolle.

Wir haben 646 Anwender befragt, wie sie auch die anderen Themen bewerten. Die wichtigsten Ergebnisse sind in einer Grafik, auf der die Verbreitung einer Anwendung gegenüber der Zufriedenheit der Anwender aufgetragen ist, enthalten. Fast alle Firmen verbessern kontinuierlich die Usability ihrer Homepage, optimieren sie für Suchmaschinen und messen, woher die Nutzer kommen etc. (Web-Controlling). Was mich persönlich freut ist, dass auch E-Mail-Marketing in die Gruppe der weitverbreiteten und zufriedenstellenden Tools gehört. Anders bei Suchwort- und Banneranzeigen, da ist die Zufriedenheit geringer. Beides wird eher von großen als von kleinen Unternehmen eingesetzt (das liegt wohl am Marketingbudget, würde ich mal vermuten). Web 2.0 ist noch nicht so verbreitet, dafür sind die Anwender durchweg zufrieden. Nur Mobile-Marketing macht schlapp. Aber das wird sich in Zukunft wohl ändern, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Noch mehr zu der Befragung gibt’s bei der marketing-BÖRSE oder der Computerwoche. Außerdem haben wir noch mehrere Tabellen mit der Unterscheidung zwischen kleinen, mittleren und großen Unternehmen.


Diese Werte sind Mittelwerte. So rutschen zB die Punkte für Banner- und Suchwortanzeigen für große Unternehmen nach rechts auf 81 bzw. 87 Prozent und für kleine Unternehmen nach links auf 53 bzw. 66 Prozent.

Geballte Kompetenz

Frank Herold Chef
teleorga B2B Telemarketing
F.Herold auf xing

Heiko Walkenhorst Wortführer
VerbAgentur
Werbeagentur Heidelberg
H. Walkenhorst auf xing

Dr. Frauke Weber PR-Päpstin
Öffentlichkeitsarbeit
F.Weber auf xing

Esther Rudolph Novesia
technology-charmed marketing + branding
E. Rudolph auf xing

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