Wenn das Gehirn von Tante Erika eine Homepage wäre

Tante Erika lebt im Jetzt und doch ist nicht zu übersehen, dass sie aus der Vergangenheit kommt. Manchmal vergesse ich das, weil sie so integriert wirkt in unsere Zeit. Ihre social Skills sind super, vor allem, was ihr Tantennetworking angeht. Sie kennt mehr Tanten als jeder andere Mensch, den ich kenne. Es sind natürlich keine Tanten von ihr selbst, Tante Erika, sondern von anderen Leuten, deren Tanten sie sind. Diese. Jene. Anderen Tanten.

Tante Erika kennt sich aus. Ziemlich gut sogar. Sie hat eine Bahncard, reist viel, sogar mit dem Flugzeug. Sie hat ein Smartphone, das sie nicht bedienen kann. Außerdem hat sie einen tollen Kaffeeautomat, Weihnachtsgeschenk der Kinder, den sie nicht bedienen kann und nie benützt, sie macht sich den Kaffee mit ihrer alten Rowenta. Tante Erika schaut täglich Morgenmagazin und erzählt alles, was sie weiß.

Tante Erikas Gehirn als Homepage öffnet sich mit einem Sound-Intro, das sich nicht abstellen lässt. Sobald man irgendwohin klickt, verschwindet die Navigation des Browsers, und auf verzweifeltes Klicken öffnen sich weitere Fenster. Ebenfalls mit Sound, ebenfalls nicht abstellbar. Der Effekt dieser vielen Schallquellen ist eine Art Hall. Es klingt wie der Nachhall der Gegenwart in der Geschichte - oder umgekehrt, man weiß es nicht. Ein weiterer Effekt ist ein Overload des Denkens, das sich schließlich einfach abschaltet. Allerdings wird sofort das limbische System gestartet, eine Sekunde später ist man voll mit Adrenalin.

Denkprozessevia Websitebutler, Danke.

Traum aller SEO-Spezialisten


Der Look der Seite ist traditionell, aber das täuscht. Eine raffinierte Konfiguration lädt dynamisch irgendwelche Hilfsprogramme. Diese wiederum laden aus Tante Erikas prall gefüllten Datenspeichern eine wild randomisierte Mischung aus unvorhersehbarem, inhaltslosem Content und pressen diesen ohne jeden Versuch einer Portionierung in voller Länge in die Ausgabe. Tante Erika nützt dabei irgendeinen Ohne-Anfang-und-Ende-Loop, der zusammen mit ihrem Ohne-Punkt-und-Komma-Plugin ein Gemeinschaftserlebnis erzeugt, bei dem man sich sehr einsam fühlt. Insgeheim vermute ich, Tante Erika ist heimlich Kundenberaterin einer Werbeagentur, nur, dass sie halt keine Kunden mehr hat.

Die Seite bindet jeden Besucher maximal lange im Irrgarten ihrer Verzweigungen, es ist ein Traum. Außerdem nutzt Tante Erika dynamisches Keywording: Sie hat einen Weg gefunden, jeden Content at random mit jedem beliebigen Keyword der Welt zu verbinden. Ihr Gehirn ist der Traum aller SEO-Spezialisten. Wenn ich nicht wüsste, dass sie alle Angehörigen ihres Tantennetzwerks persönlich kennt, könnte ich schwören, das sind alles gutaussehende, prachtvolle, junge, hyper-intelligente SEO-Nerds, die sich im Web als ältliche, nur an Cremes und Tees interessierte Tanten tarnen.


So geht Werbung

(Vorrabdruck einer Rede, die ich in zehn Jahren vor der Akademie der deutschen ... ähm, irgendeiner Akademie eben, halten werde)

Rede Balz
Bildquelle: gapingvoid.com / Mit bestem Dank an bilekjaeger in Stuttgart


Verehrte Jury,

Musik ist Balz, Tanzen ist Balz, tja und Werbung ist natürlich auch nichts anderes als Balz. Das geht so: Werbemännchen sitzt in seiner Höhle und reibt sich gedankenverloren den kleinen Grundnutzen, da kommt der Frühling, und das Männchen will raus. Will eine hübsche, nette, nicht zu komplizierte Zielgruppe kennen lernen, ihr näher kommen und vielleicht auch ein paar kleine, hübsche Geschäfte mit ihr groß ziehen. Doch kaum vor der Höhle, verschlägt es ihm die Sprache: Was ist das?? Dutzende anderer Werbemännchen stehen rum und tun und machen und tun und machen sich Konkurrenz!

Verdammt! Jetzt kommt der Moment, in dem er erst mal nachdenken muss. Hat ihm nicht jeder erzählt: Anpassung? Wär das Überlebensding? Hm! Nu aber mal langsam: Wie sehen denn eigentlich die Zielgruppen aus, die auf Anpassung stehen und die man mit max. Anpassung noch abkriegt? Kanns euch sagen: Schmucklos, trist, ein Jammer, will eh keiner haben, Überbiss, HHNE unter ferner liefen. Nee, so nicht. Also, was,tun? Und da schlägt die Stunde des Tollseins: Sexy sein! Muss man. Auffallen, begehrlich sein, die richtige Werbeagentur — was ich den ganzen lieben langen Tag propagier, eben. Tja.

Nun haben aber manche noch nicht gemerkt, dass die Steinzeit vorbei ist. Was tun sie, arme Troglodyten unter den Werbemännchens? Auf die Werbe-[sagtmannicht] hauen, dass es nur so spritzt, und voll aufdrehen und übertreiben und den Preis runter und die Diskont-Marketing-Welle machen, aber sowas von. Und was, wenn sie fertig sind? Keiner mehr da. Alle: „liih!" gesagt, fremd geschämt, abgehauen. Jaja.
Doch wie macht man's richtig? Werd ich oft gefragt, und dann nehm ich die Gitarre (hab zwar keine, aber egal, kann eh kein Instrument), nehm also meine Gitarre, setz mich hin und spiel ein Lied. Es ist das Lied vom Anschmusen. Eine Parabel oder wie die Dinger heißen. Geht ungefähr so:

Zielgruppe, liebe Zielgruppe, gib mir dein Geld./
Dafür geb ich dir einen Austausch, einen Wert,/
einen relevanten Nutzen, glaub mir, das wird schön./
Eine super Balz als Vorspiel (siehe oben),/
ich bin gar nicht so wie alle sagen, ehrlich,/
wir lassen uns ganz viel Zeit (nicht zu viel, sonst schlaf ich ein)./
Ich bring dir Referenzen ohne Ende,/
die waren alle zufrieden./
Wenn du willst, kannst du mich wieder sehen,/
wenn nicht, auch okay, dann nerv ich dich nicht. Usw.

Glauben Sie mir, so geht Werbung.

Haha, Quatsch, war alles nur Spaß! Nehmen Sie sich die richtige Werbeagentur, dann klappts auch mit der Zielgruppe!

About Marketing

Marketing ist ein verrücktes Tätigkeitsfeld. Ich glaube, nur im Bereich der Esoterik wird mit Halb- oder Unwissen so viel Geld umgesetzt wie im Marketing. Manches, was als Wissen angeboten wird, ist reines Gelaber. Doch "where's the beef"? Was wissen wir? - Elf Antworten:

1. Die Welt wird immer verrückter (= komplizierter)


Es gibt mehr Produkte, es gibt mehr Apps, es gibt täglich mehr Tweets und Blogs und Bücher und Filme und Behauptungen über alles in der Welt als jemals zuvor. Doch es gibt nicht nur mehr "things", sie sind auch noch vernetzt, und werden immer komplizierter vernetzt. Globalisierung bedeutet u.a., mehr Informationen über mehr Informationsgegenstände zur Verfügung zu haben. Man könnte auch sagen, der nach wie vor begrenzten Aufnahmekapazität des Menschen steht immer mehr potenzieller Input entgegen, ach nee: Content.

2. Aufmerksamkeit als Krieg der Gedanken


Es gibt immer mehr Zeug, das in unseren Kopf will, aber wir haben keine Zeit für dieses Zeug. Wir holen uns Apps, als ausgelagerte Instanzen der Aufmerksamkeitskontrolle und haben das Gefühl, die Welt damit besser in den Griff zu bekommen. Trotzdem können wir nicht alle Bilder ansehen, alle Filme anschauen, alle interessanten Artikel lesen, alle Gedanken mitdenken, geschweige denn nachdenken. Das Tor zu unserem Kopf ist die Aufmerksamkeit, und da wollen alle durch. An der Welt-Hirn-Schranke wird eine mörderische Schlacht geschlagen. Milliarden Gedanken sterben, bevor sie überhaupt angedacht wurden. Und dann kommt die Werbung, "Guten Tag!", und will da auch noch mit rein.

3. Marketingmanager/innen haben keine Zeit


Jede/r Marketingverantwortliche ist in einer Situation, in der er zu viele Maßnahmen in einer immer komplexeren Welt in viel zu knapper Zeit mit zu wenig Geld und zu geringen personellen Kapazitäten umsetzen muss. Er ist Opfer des Aufmerksamkeitskriegs als Mensch und als professionell zur Weiterbildung Verpflichteter. Gleichzeitig ist er Täter, indem er Produkte in Märkte setzt und die Menge der Informationen in der Welt vermehrt.

4. Marketingleute lesen keine Blogs


Ich war Etat-Director einer Werbeagentur - niemand von meinen Kunden oder Kollegen hat Blogs gelesen. Ich war Marketingmanager in einem mittelständischen Milliardenumsatz-Unternehmen - niemand in meinem Umfeld hat Blogs oder irgendetwas, das so ähnlich aussieht, gelesen. Die Leute nutzen Apps, manche lesen Welt oder Spiegel online oder bekommen auf irgendwelchen Kanälen Artikel verlinkt. Aber das ist es dann auch. Die Weisheiten, die wir Tag für Tag raushauen, nimmt niemand wahr.

5. Niemand will wissen, was Marketing "wirklich" ist


Jede/r Marketingverantwortliche hat zu viel zu tun. Das Letzte, was in dieser Situation interessiert, sind akademische Debatten, ob Content-Marketing wichtiger als Inbound-Marketing ist und ob Neuro-Marketing nicht eigentlich der Heuler ist. Beratungsunternehmen, die sich einbilden, ihre Leistungen vor allem aufgrund ihres Wissensvorsprungs zu verkaufen, irren. In der Regel will da einfach nur jemand wissen, was denn ungefähr wirklich hinter diesem neuen, geilen Buzzword steckt. Ein Beispiel? Neuro-Marketing = Brüste. Kollege Walkenhorst hat das hier sehr schön ausgeführt. Dopamin? Belohnungszentrum? So what?

6. Die Problemhändler


Es wird oft gesagt, dass Regierungen die Bürger in ihrem Land ängstlich halten, um ihnen im Endeffekt irgendwelche unpopulären Maßnahmen zu "verkaufen". Das Gleiche ließe sich über manche Beratungsunternehmen sagen.

7. Marketingleute sind nicht blöd


Was Marketingleute wirklich leisten, ist so unsichtbar wie die Fahrdienstpflichten einer Mittelstandsmutter mit drei Schulkindern. Alles, was von einem Unternehmen von außen zu sehen ist, gehört potenziell zum Verantwortungsbereich des Marketings. Im besten Fall sind 10 Prozent davon geplant (Zahl erfunden). Gutes Marketing ist, wenn das Gesamtbild einigermaßen stimmt. Corporate Behavior? Wer hat denn Zeit für sowas? Glücklicherweise ist den Mitarbeitern eines Unternehmens gewöhnlich klar, wie sie sich verhalten sollen, damit es nicht zu Katastrophen kommt. Eigentlich wäre es besser, dafür einen Plan zu haben (der "operativ geerdet ist und zugleich in Übereinstimmung mit den Zielen des Unternehmens bla fasel"). Fehlt dieser, liegt es nicht daran, dass irgendjemand zu blöd dafür ist, sondern daran, dass niemand Zeit hat, sich ernsthaft darum zu kümmern. Wenn man Marketingmaßnahmen grob in Pflicht und Kür einteilt, ist es ein Erfolg, wenn die Pflicht umgesetzt werden kann.

8. Die Architekten der Märkte


Mitarbeiter im Marketing haben in der Regel eine relativ breite Allgemeinbildung. Sie "sind informiert". Ihnen ist bewusst, dass nicht alles im Unternehmen völlig rund läuft. Sie wissen meistens, wo es in der Herstellung, im Vertrieb und natürlich auch in der Werbung hakt. Wenn sie gut sind, wissen sie auch, was man tun müsste und was man besser machen könnte. Sie sind wie Architekten. Und wenn Sie Architekten kennen, wissen Sie: Architekten sind notorische Weltverbesserer. Doch, doch. Trotzdem sehen viele (Alltags-) Gebäude langweilig aus. Warum ist das so? Marketingleute sind in einer ganz ähnlichen Situation. Sie wissen häufig, was besser wäre, sind aber nicht frei darin, es umzusetzen.

9. Die Buzzword-Hölle


Jeder macht sich lustig über Marketing-Phrasen. Ungerechtfertigterweise, denn es gibt tatsächlich Marketing-Begriffe, die eine klare Bedeutung haben. Bedauerlicherweise kann das Marketing dem Rest des Unternehmens keine Nachhilfe geben. Aus hierarischen Gründen. Zuweilen auch schlicht wegen der Doofheit einzelner Mitarbeiter. Ich erinnere nur an die Denkschwäche, welche die bekannte Corporate-Identity- vs. -Design-Unschärfe verursacht. Und leider muss man auch zugeben, dass in wenig anderen Unternehmens-Bereichen tatsächlich so viel Mist geredet wird wie im Marketing. Sprüche wie "Keep it simple" werden als Riesen-Erkenntnis verkündet, jedoch Fehlanzeige, was das in Form von Marketingmaßnahmen heißt. Wobei "Keep it simple" ein Sonderfall ist: Häufig wird damit argumentiert, um entweder a) nachdenken zu verhindern oder b) Geldnot zu rechtfertigen. Oft dient der Jargon auch einfach der Distinktion: Ihr einfachen Unternehmensmitarbeiter-Mäuse haltet uns für überflüssig? Okay, dann hier - Bam! - nehmt die Aida-Regel als Distinktionsbeweis!!!

10. Gesunder Menschenverstand


Erinnert sich noch wer an "fraktales Marketing"? Oder "ganzheitliches Marketing"? (kurze Lachpause) Das Gehirn arbeitet nach dem "Eins-zwei-viele"-Prinzip. Und ich behaupte: Die Gemeinsamkeit dieser alten und der jetzigen Marketing-Hypes ist, dass versucht wird, einen Begriff für das Kompliziert-werden der Welt zu finden. Dafür nehme man irgendwelche gerade aktuellen Mythen und hänge ein "-Marketing" hintendran. An der täglichen Arbeit ändert sich nichts. Bzw. es ändert sich nur, was sich halt ändert in einem Tätigkeitsbereich, dessen Gegenstand (Produkte und Dienstleistungen) und Mittel (Botschaften, Medien, Maßnahmen) sowieso einfach DAS NEUE ist. Das ist der Grund, warum für das Meiste, was im Marketing funktioniert, die guten alten Tools "Erfahrung" und "gesunder Menschenverstand" am hilfreichsten sind. Und wenn es nur dafür ist, zu wissen, was man besser bleiben lässt. Das Dumme und Falsche nicht zu tun - damit ist in vielen Fällen schon viel geholfen.

11. Warum Marketing scheitert


Achtung! Jetzt die Mega-Weisheit: Wenn Marketing scheitert, dann in 90 Prozent aller Fälle nicht aus dem Grund, der genannt wird, sondern weil versucht wird, mit Marketingmitteln einen Eindruck zu erwecken, der nicht der Wirklichkeit entspricht. So tun als ob ist nicht nur privat unglaublich mühsam, sondern auch im Marketing. Einen falschen (natürlich schönen) Schein erwecken wollen, das kostet richtig Geld, und meistens geht es richtig schief. Oder: You can't disguise a pig as a queen!

Wer sind wir? Und, wenn ja: Warum?
Wer sind wir? Und, wenn ja: Warum?



Ich hoffe, Sie haben die vielen Modalwörter wahrgenommen. Was ich hier behaupte, stimmt meistens, womit implizit gesagt ist, dass es auch Gegenbeispiele gibt. Meine Frage ist: Stimmt die Tendenz? Oder wie lassen diese Thesen sich falsifizieren? (wie, außer durch singuläre Gegenbeispiele)

Der eine alles entscheidende Faktor, der über den Erfolg von Marketing bestimmt

Ich will Sie nicht groß hinhalten: darum gleich als Erstes die Antwort. Hier. Der Grund, warum Sie eingeschaltet haben. Die Antwort aller Antworten. Der eine alles entscheidende Faktor, der darüber bestimmt, ob Marketing erfolgreich ist oder nicht:

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Oder lieber ein gratis E-Book downloaden? Nein? Sie möchten lieber die Antwort? Okay, die Antwort. Hier ist sie. Ohne Umschweife. Knallhart. PÄMM! So sind wir im Marketing: Direkt, schnell, Hands-on, zielstrebig. Die Antwort. Hier ist sie.

Sie wollen wirklich nicht unseren Newsletter oder so?


Na gut. Dann nicht. Dann eben direkt zur - okay hier: Der eine alles entscheidende Faktor. Herausgefunden von einer Forschungsgruppe der MMA (Deutsches Institut für Besseres Marketing i.G.o.P.). Die Forschungsgruppe hat sich damit beschäftigt herauszufinden, warum manche Marketingmaßnahmen so unglaublich erfolgreich sind und andere so erbärmlich schlecht.

93,3 Prozent aller befragten Marketing-Leute wussten Bescheid!


Dabei hat sich herausgestellt, dass 93,3 Prozent aller befragten Marketingfachleute sagen konnten, ob eine bereits vergangene Maßnahme erfolgreich war. Besonders hoch waren die Werte bei Maßnahmen mit dem sog. Old-Hat-Marketing-Approach. Fast alle Marketeers waren zudem in der Lage, zu sagen, dass Apple erfolgreich Marketing macht! - Wow! Wirklich gut. Alles in allem waren alle fast Voraussagen über Kampagnen der Vergangenheit ähnlich zutreffend.

Etwas anders war das Bild bei Marketing der Zukunft


Hier sanken die Werte deutlich (Abonnieren Sie unseren Newsletter und wir schicken Ihnen gratis eine Mail mit den konkreten Zahlen!). Noch schwerer als Prognosen über künftige Maßnahmen abzugeben war es, künftige Maßnahmen zu planen. Also nicht irgendwas zu planen, sondern irgendwas, das im Nachhinein als erfolgreich bewertet werden konnte.

Der eine alles entscheidende ... Sie wissen schon


Dabei wurden auch die Schlafgewohnheiten der Marketingleute untersucht. Viele hatten einen guten, tiefen und soliden Schlaf. Dabei entdeckte die Forschungsgruppe des MMA (Deutsches Marketing Institut für Dings): Rechtsschläfer! Ja, Sie haben richtig gelesen. Rechtsschläfer waren mit ihrem Marketing immer erfolgreich.

Eine Kontrollgruppe mit schlechtem Marketing entwickelte sich zu zu Super-Out-Performance-Genies nachdem man sie anhielt, Rechtsschläfer zu werden. - Mit anderen Worten: Werden Sie Rechtsschläfer und Ihnen gelingt im Marketing künftig alles! (Wollen Sie wirklich nicht noch einen Newsletter abonnieren?)

Qualität setzt Maßstäbe

"Was uns in der Begegnung mit Qualität regelmäßig beeindruckt, ist ihre Vorbildhaftigkeit. Doch die Einfachheit, mit der sie sich präsentiert, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es mindestens Kompromisslosigkeit erfordert, Qualität "zu machen". Denn die Verführung, es sich einfach zu machen, lauert überall ..."

Aus einem Broschürentext, 2011 oder so.

Das hohe Lied der Idee

Der Idee zu huldigen, ist schwer, ohne gleichzeitig über die Dumpfheit zu schimpfen. Wie der Name schon andeutet, ist die Dumpfheit eine enge Verwandte der Dummheit. Die Dummheit wiederum ist das gerade Gegenteil von allem, was mit Ideen zu tun hat. Die Dummheit ist der Mehltau der Idee, der Sitzfußball des Denkens, der Freifahrschein in die Hölle der Geläufigkeit, der Unempfindlichkeit, der Weglosigkeit.

Idee und IdeenBildquelle

Wollen wir die Idee sehen denken hören spüren, müssen wir sie erst vom Schleier der Dumpfheit befreien. Ohrstopfen raus, Sonnenbrille ab und aufhören, zu kauen. Die Idee ist schön und klar, sie ist konturiert und leuchtet im Dunkeln. Sie ist groß, auch wenn sie noch klein ist, sie lässt uns den Hauch der Zeit spüren, denn die Zukunft in ihr ragt spürbar ins Jetzt. Ihr Klang ist kristallen, er tut fast weh, so konzis und rein ist sein Ton. Die Idee ist leicht und flüchtig und doch schwerer als Gold. Sie lässt sich nicht nötigen, mit brute force nicht zwingen, proprietäre Vereinnahmung ist ihr Tod. Sie will frei sein und ist doch bereit, uns immer treu zu begleiten. Ihre Freiheit schmerzt, es ist das Ewige an ihr, das uns erinnert, wie begrenzt wir sind. Sie ist überirdisch und wie vieles Überirdische zieht sie unsere Sehnsüchte an. Darin ist sie wie die Liebe, die dann am schönsten ist, wenn wir sie nehmen und leben und genießen - ohne Gier, ohne das Habenwollen, das uns unsere Unzulänglichkeit diktiert. Serendipity ist das Konzept der Idee. Positive Offenheit, das Finden des nicht direkt Gesuchten. Offenheit für neue Antworten auf unsere Fragen. So sind wir eine Scherbe am Straßenrand, und die Idee ist die Sonne, die in uns glänzt. Es ist eine Ehre, Gefäß zu sein für so etwas Hohes.

Das Wichtigste an der Idee jedoch ist die Energie, die sie uns gibt. Sie bringt Menschen zur Begeisterung, zur Glut und am wichtigsten: zum Handeln! Sie ist eine der ephemeren Erscheinungen des Glücks, die uns ohne Gegenleistung immer wieder streifen und zum Weinen bringen. Ob wir sie pflegen oder nicht, der Idee ist es gleich. Habemus lucem ;-)

Ein Beitrag zur Blogparade "Der Wert von Ideen" bei schreibnudel.de

I had a dream

Sie kennen das: Sie haben einen Traum, in dem Sie plötzlich alles ganz klar sehen. Das Leben, der Sinn, everything. Sie wachen auf, machen sich kurz Notizen und schlafen wieder ein. Am Morgen erinnern Sie sich. Sie sehen sich um. Neben dem Bett liegt ein irrer Fresszettel. Was so ein delirierendes Nebenhirn halt nachts beschäftigt - und absolut kein Bezug zu Marketing.

Drei Monate später


Doch, doch. Hier ist er: Marketing-Content erster Sahne. - Weil - und das ist eine wahre Geschichte: Vor Jahren haben wir an einem Job gearbeitet, der vom Kunden dringlich angeschoben und dann unvermittelt gestoppt wurde. Bedauerlich, denn mit der Kreation waren wir eigentlich fertig. Wir hatten super Ideen, es war klasse, ein wunderbares Gefühl!

Heute hab ich die Skizze wiedergefunden, die wir damals im Kreativrausch angefertigt haben. Und was soll ich sagen? THIS is what I found:

Ich hatte einen Traum - und das ist, was ich am nächsten Morgen fand
Ich hatte einen Traum - und das ist, was ich am nächsten Morgen fand

Die Phlogiston-Theorie im Marketing

Es ist noch nicht lange her (und manchmal denke ich, es dauert auch nicht mehr lange, bis es wieder soweit ist), da glaubten die Menschen, dass Schafe auf Bäumen wachsen und dass Holz verbrennt, weil es Phlogiston enthält. Auf phänomenologischer Ebene sind solche Theorien natürlich absolut plausibel. Es ist wie mit Symbolpolitik: Es gibt irgendeinen Missstand? Erlassen wir einfach ein Gesetz, das ihn verbietet. Manche Stoffe brennen gut, andere nicht? Das hängt mit ihrem Phlogiston-Gehalt zusammen.

Phlogiston-Theorie im Marketing

Im Marketing ist es ähnlich. Da gibt es funktionierende Kampagnen? Das hängt mit ihrem Content-Gehalt zusammen. Ergo muss es das Ziel aller guten Kampagnen sein, möglichst hohe Content-Konzentrationen zu, ähm, enthalten. Wichtig ist, dass er, der Content, nützlich, hochwertig und relevant ist, ähnlich wie Käse aus Frankreich, am besten auch noch originär. Völlig anders als Werbung, Sie wissen schon. Überhaupt darf Content total ganz und gar nicht wie Werbung sein! Lang und langatmig muss er sein. Und langfristig. Guten Content erkennt man daran, dass er aus Inhalten, Informationen und Themen besteht. Junge Kätzchen sind ebenfalls nützlich (MarCating).

The root of all evil - das Werbe-Selfie

Disclaimer: Wenn Sie hier ein Marketing-Tutorial erwarten, sind Sie falsch.

Ich werde oft, naja eigentlich nie, nach meiner Meinung gefragt. Die Frage, die man mir am dringlichsten nicht stellt, die Mutter der Fragen aller Fragen, ist die Frage, was die eine, top-super-wichtige Sache ist, die man beachten sollte, wenn es im Marketing nur eine einzige Sache zu beachten gäbe. Die Antwort ist einfach:

Vermeiden Sie Werbe-Selfies


So wenig es (die meisten) Menschen interessiert, sich Fotos von Fremden im Fahrstuhl, im Spiegel, vor dem Rathaus oder im Urlaub anzusehen, so wenig interessiert irgendwer sich für die Eigenansicht eines Unternehmens. Menschen, die nur über sich selbst reden, sind langweilig. Und Unternehmen, die nur von sich selbst reden, sind es auch. Selfies sind langweilig und Werbe-Selfies sind es auch.
"The root of all evil - das Werbe-Selfie" vollständig lesen »

Tschüss Content-Marketing?

Überarbeiteter Beitrag. Nicht so langatmig, besser konsumierbar.

1. Qualität statt Quantität?


Selbst Top-Content ist am Ende einfach ein Beitrag zur Content-Schwemme.

2. Ewiges Wachstum?


Content wird immer mehr. Was nicht mehr wird, ist die Aufmerksamkeit der Nutzer, Leser, Seher usw.

3. Was gestern richtig war, gilt auch heute?


Gesetze von gestern gelten nicht mehr. Sobald es ein Whitepaper gibt, ist das, was drinsteht, hinfällig. Weil alle machen, was alle machen, kann man damit keine Aufmerksamkeit mehr gewinnen.

4. Der Markt ein See?


Die Rezepte der Vergangenheit funktionieren nicht mehr. Der Markt ist kein See, sondern ein Fluss. Die Marktbedingungen ändern sich, das Marketing muss sich anpassen. Tausend Beispiele.

5. Aufgeben und weinen?


Nicht aufgeben, nicht weinen. Das Eine tun (Content-Marketing), das Andere nicht lassen (all the rest). Interdisziplinäres Denken, ganzheitliches Kommunizieren.

6. Nur für First Mover?


Sobald alle kapiert haben, wie es geht, ist es tot. Wer zu spät kommt, muss viel Geld ausgeben. Me-too ist teuer.

7. Die Wahrheit?


Für Werbe-Selfies interessiert sich kein Mensch!

Pro-Tipp: Was tun?


Reden Sie nicht so viel von sich selbst. Von sich selbst reden, ist langweilig. Wenn Sie dieses inhaltliche Problem gelöst haben, ist der Moment gekommen, über Formen nachzudenken, zum Beispiel über Content-Marketing. Genau genommen halt über Marketing mit bedeutsamen Themen und relevanten Stories.

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