Mit Philip Marlowe ins Neue Jahr

Philip Marlowe

Schach ist die wohl größte Verschwendung menschlicher Intelligenz außerhalb von Werbeagenturen.



Raymond Chandler: Der lange Abschied

Prosit!


Gott braucht Werbung

Er hat Glocken ....

Glocken

Und damit ist er wie Harley Davidson schon am Klang erkennbar, wobei er, der Gute, auf ne Patentanmeldung verzichtet hat. Wie dem auch sei: Einfach mal drüber nachdenken, dann aufhören und vordenken. Schließlich ist das einzige, was Sie beeinflussen können, die Zukunft!

Mit den obligatorischen Jahresendzeitglückwünschen ....

Ihr Besserwerberblog

Das Internet ist voll! Wozu noch ein Blog?

Keiner hat Zeit, nicht genug für den Job, nicht genug für die Familie, woher also die Zeit zum Lesen nehmen? Vor zehn Jahren waren Blogs noch Pionier-Plattformen. Der Gedanke des Mitmachwebs hat die durch das Abwandern von Werbeeinnahmen zu Ebay und Autoscout24 usw. bereits erschütterten Printmedien auch inhaltlich in Frage gestellt.

It's a cat
It's a cat
Inzwischen ist das Internet mobil geworden, jeder, wirklich jeder (bis auf meine Eltern) hat ein Smartphone, und selbst der letzte Laie hat verstanden, dass es hier um etwas geht, das ja ganz leicht aussieht: Aufmerksamkeit. Auf selbstverständliche und unbemerkte Weise ist jeder zum Produzent und Selbstvermarkter geworden. Auch wenn es nur geteilte Fotos oder Whatsapp-Nachrichten sind, die hier produziert werden, ganz abgesehen von der Flut der über Facebook, Twitter oder Google+ weitergeleiteten Inhalte von überallher aus dem Internet. “Chill dein Leben, share dein Leben, fotografier dein Leben, erzähl die Geschichte deines Lebens!” Die Konsumenten machen es vor und die Business-Teilnehmer des Internets machen es nach. Bis hin zur - nennen wir es: "Adaption" von Formaten und Ideen.

The Aufmerksamkeits-Web


Durch diesen Aufmerksamkeits-Ansatz ist das Hintergrundrauschen lauter geworden, der Content ist kleinteiliger geworden, Information zerfällt in immer mehr Einzelteile, überall nur noch Fragmente, und alles ist vermischt mit einer unübersehbaren Fülle von Mist und Quatsch. Gleichzeitig ist die Forderung lauter geworden, alles möglichst kurz und simple zu halten. Ein schöner Wunsch, eine Binsenweisheit, die in immer neuen simplen und noch simpleren How-to-simplify-die-ganze-Welt-Listen im Grunde auch eher zur Unübersichtlichkeit beiträgt als zur Vereinfachung. Und keiner weiß, was in dieser Hölle noch wichtig ist bzw. als Unternehmen: wie man sich hier noch Gehör verschaffen soll.

Wozu da noch ein Blog?

1. Blogs sind nützlich als Filter


Blogs können eine Vorsortierung dessen leisten, was täglich durch die Welt flimmert. Ist das Blog gut, filtert es Unrelevantes weg und destilliert das Relevante heraus. Als Leser weiß man, das jeweilige Blog hat die Lektüre, zu der man selbst keine Zeit hat, oder eine gewisse Gedankenarbeit bereits geleistet und die wichtigsten Informationen zusammengestellt. (Dies ist vor allem ein Nutzen für Rezipienten aka Zielgruppen aka Leser)

2. Blogs zeigen Haltung besser als andere Kommunikationskanäle


In den Frühzeiten des Bloggens war die Devise, möglichst eigenen und vor allem unterscheidbaren Inhalt zu produzieren. Das ist sehr SEO-gefärbt und funktional. Natürlich stimmt es, aber das eigentliche Ziel war, und das ist es auch heute noch, Haltung zu zeigen. Haltung! Vor zehn Jahren war die Weiterleitung von Links das “ganz große Ding”, jeder hat es gemacht, und es war super, hier mitzumischen. Das hat sich geändert. Vor zehn Jahren war eine eigene Haltung durch ein Mindestmaß an gedanklicher Originalität darzustellen. Heute lässt sich Haltung aber auch schon durch das Mischungsverhältnis bei der Themenwahl und eben auch beim Verlinken darstellen. Die alltägliche Kommunikationsvielfalt, die man in einem Blog sammeln und zusammenfassen kann, liefert ein besseres, nämlich authentischeres Bild eines Unternehmens als andere Medien und Maßnahmen, wie Presse-Mitteilungen, Geschäftsberichte oder sonst was für Broschüren. (Dies ist ein Nutzen vor allem für Unternehmen)

Self-Marketing at its worst: Weihnachtsfeier

WeihnachtsfeierWir alle kennen sie, alle freuen sich darauf, wenn es wieder heißt: "Dieses Jahr gehe ich nicht auf die Weihnachtsfeier!" Nun, das mag viele Gründe haben, dies zu sagen, z.B. man ist gar nicht mehr im Unternehmen oder aus einem anderen Grund nicht eingeladen. Man will vermeiden, dass die Gesellschaft johlt, wenn es gen Mitternacht geht und man aufgefordert wird, den table dance des Vorjahres zu toppen oder aber der Kollege hat ne Neue (oder die Kollegin :-)) Aber natürlich gehen alle und alle haben noch bessere Gründe, trotzdem zu kommen. Man fürchtet Repressalien oder nicht auf dem letzten Stand zu sein oder dass die Pute aus dem X. Stock s schafft, sich völlig doof in den Mittelpunkt zu stellen, weshalb man auch am Tage der Feier um 14 Uhr geht, um um 19h top de luxe auszusehen. Einfach schön.

Nun, spätestens jezt fragen Se sich vielleicht, was Ihnen das sagen soll? Nun, inwiefern unterscheidet sich das Verhalten der oben aufgeführten und natürlich völlig fiktiven Person von dem der letzten Marketingaktion Ihres Hauses? Sehr? Nun, dann: Herzlichen Glückwunsch!

Aber wie oft produziert man sich vor anderen, postuliert, andere, neue Wege zu gehen; hat Angst, Fehler zu wiederholen und macht dafür dümmere? Weg damit. Und endlich genießen. Und es pragmatisch sehen. Schlimm wird es erst,wenn man wie eine natürlich fiktive Person am Tag nach der Weihnachtsfeier zur Chef-Sekretärin geht und fragt, ob bei ihr vielleicht ein H&M BH abgegeben worden sei. Obwohl, das ist auch sehr lustig...

Hach, es gibt so herrliche Weihnachtsfeiergeschichtchen .... Erzählt sie uns - natürlich ganz fiktiv ...

So geht Werbung

(Vorrabdruck einer Rede, die ich in zehn Jahren vor der Akademie der deutschen ... ähm, irgendeiner Akademie eben, halten werde)

Rede Balz
Bildquelle: gapingvoid.com / Mit bestem Dank an bilekjaeger in Stuttgart


Verehrte Jury,

Musik ist Balz, Tanzen ist Balz, tja und Werbung ist natürlich auch nichts anderes als Balz. Das geht so: Werbemännchen sitzt in seiner Höhle und reibt sich gedankenverloren den kleinen Grundnutzen, da kommt der Frühling, und das Männchen will raus. Will eine hübsche, nette, nicht zu komplizierte Zielgruppe kennen lernen, ihr näher kommen und vielleicht auch ein paar kleine, hübsche Geschäfte mit ihr groß ziehen. Doch kaum vor der Höhle, verschlägt es ihm die Sprache: Was ist das?? Dutzende anderer Werbemännchen stehen rum und tun und machen und tun und machen sich Konkurrenz!

Verdammt! Jetzt kommt der Moment, in dem er erst mal nachdenken muss. Hat ihm nicht jeder erzählt: Anpassung? Wär das Überlebensding? Hm! Nu aber mal langsam: Wie sehen denn eigentlich die Zielgruppen aus, die auf Anpassung stehen und die man mit max. Anpassung noch abkriegt? Kanns euch sagen: Schmucklos, trist, ein Jammer, will eh keiner haben, Überbiss, HHNE unter ferner liefen. Nee, so nicht. Also, was,tun? Und da schlägt die Stunde des Tollseins: Sexy sein! Muss man. Auffallen, begehrlich sein, die richtige Werbeagentur — was ich den ganzen lieben langen Tag propagier, eben. Tja.

Nun haben aber manche noch nicht gemerkt, dass die Steinzeit vorbei ist. Was tun sie, arme Troglodyten unter den Werbemännchens? Auf die Werbe-[sagtmannicht] hauen, dass es nur so spritzt, und voll aufdrehen und übertreiben und den Preis runter und die Diskont-Marketing-Welle machen, aber sowas von. Und was, wenn sie fertig sind? Keiner mehr da. Alle: „liih!" gesagt, fremd geschämt, abgehauen. Jaja.
Doch wie macht man's richtig? Werd ich oft gefragt, und dann nehm ich die Gitarre (hab zwar keine, aber egal, kann eh kein Instrument), nehm also meine Gitarre, setz mich hin und spiel ein Lied. Es ist das Lied vom Anschmusen. Eine Parabel oder wie die Dinger heißen. Geht ungefähr so:

Zielgruppe, liebe Zielgruppe, gib mir dein Geld./
Dafür geb ich dir einen Austausch, einen Wert,/
einen relevanten Nutzen, glaub mir, das wird schön./
Eine super Balz als Vorspiel (siehe oben),/
ich bin gar nicht so wie alle sagen, ehrlich,/
wir lassen uns ganz viel Zeit (nicht zu viel, sonst schlaf ich ein)./
Ich bring dir Referenzen ohne Ende,/
die waren alle zufrieden./
Wenn du willst, kannst du mich wieder sehen,/
wenn nicht, auch okay, dann nerv ich dich nicht. Usw.

Glauben Sie mir, so geht Werbung.

Haha, Quatsch, war alles nur Spaß! Nehmen Sie sich die richtige Werbeagentur, dann klappts auch mit der Zielgruppe!

About Marketing

Marketing ist ein verrücktes Tätigkeitsfeld. Ich glaube, nur im Bereich der Esoterik wird mit Halb- oder Unwissen so viel Geld umgesetzt wie im Marketing. Manches, was als Wissen angeboten wird, ist reines Gelaber. Doch "where's the beef"? Was wissen wir? - Elf Antworten:

1. Die Welt wird immer verrückter (= komplizierter)


Es gibt mehr Produkte, es gibt mehr Apps, es gibt täglich mehr Tweets und Blogs und Bücher und Filme und Behauptungen über alles in der Welt als jemals zuvor. Doch es gibt nicht nur mehr "things", sie sind auch noch vernetzt, und werden immer komplizierter vernetzt. Globalisierung bedeutet u.a., mehr Informationen über mehr Informationsgegenstände zur Verfügung zu haben. Man könnte auch sagen, der nach wie vor begrenzten Aufnahmekapazität des Menschen steht immer mehr potenzieller Input entgegen, ach nee: Content.

2. Aufmerksamkeit als Krieg der Gedanken


Es gibt immer mehr Zeug, das in unseren Kopf will, aber wir haben keine Zeit für dieses Zeug. Wir holen uns Apps, als ausgelagerte Instanzen der Aufmerksamkeitskontrolle und haben das Gefühl, die Welt damit besser in den Griff zu bekommen. Trotzdem können wir nicht alle Bilder ansehen, alle Filme anschauen, alle interessanten Artikel lesen, alle Gedanken mitdenken, geschweige denn nachdenken. Das Tor zu unserem Kopf ist die Aufmerksamkeit, und da wollen alle durch. An der Welt-Hirn-Schranke wird eine mörderische Schlacht geschlagen. Milliarden Gedanken sterben, bevor sie überhaupt angedacht wurden. Und dann kommt die Werbung, "Guten Tag!", und will da auch noch mit rein.

3. Marketingmanager/innen haben keine Zeit


Jede/r Marketingverantwortliche ist in einer Situation, in der er zu viele Maßnahmen in einer immer komplexeren Welt in viel zu knapper Zeit mit zu wenig Geld und zu geringen personellen Kapazitäten umsetzen muss. Er ist Opfer des Aufmerksamkeitskriegs als Mensch und als professionell zur Weiterbildung Verpflichteter. Gleichzeitig ist er Täter, indem er Produkte in Märkte setzt und die Menge der Informationen in der Welt vermehrt.

4. Marketingleute lesen keine Blogs


Ich war Etat-Director einer Werbeagentur - niemand von meinen Kunden oder Kollegen hat Blogs gelesen. Ich war Marketingmanager in einem mittelständischen Milliardenumsatz-Unternehmen - niemand in meinem Umfeld hat Blogs oder irgendetwas, das so ähnlich aussieht, gelesen. Die Leute nutzen Apps, manche lesen Welt oder Spiegel online oder bekommen auf irgendwelchen Kanälen Artikel verlinkt. Aber das ist es dann auch. Die Weisheiten, die wir Tag für Tag raushauen, nimmt niemand wahr.

5. Niemand will wissen, was Marketing "wirklich" ist


Jede/r Marketingverantwortliche hat zu viel zu tun. Das Letzte, was in dieser Situation interessiert, sind akademische Debatten, ob Content-Marketing wichtiger als Inbound-Marketing ist und ob Neuro-Marketing nicht eigentlich der Heuler ist. Beratungsunternehmen, die sich einbilden, ihre Leistungen vor allem aufgrund ihres Wissensvorsprungs zu verkaufen, irren. In der Regel will da einfach nur jemand wissen, was denn ungefähr wirklich hinter diesem neuen, geilen Buzzword steckt. Ein Beispiel? Neuro-Marketing = Brüste. Kollege Walkenhorst hat das hier sehr schön ausgeführt. Dopamin? Belohnungszentrum? So what?

6. Die Problemhändler


Es wird oft gesagt, dass Regierungen die Bürger in ihrem Land ängstlich halten, um ihnen im Endeffekt irgendwelche unpopulären Maßnahmen zu "verkaufen". Das Gleiche ließe sich über manche Beratungsunternehmen sagen.

7. Marketingleute sind nicht blöd


Was Marketingleute wirklich leisten, ist so unsichtbar wie die Fahrdienstpflichten einer Mittelstandsmutter mit drei Schulkindern. Alles, was von einem Unternehmen von außen zu sehen ist, gehört potenziell zum Verantwortungsbereich des Marketings. Im besten Fall sind 10 Prozent davon geplant (Zahl erfunden). Gutes Marketing ist, wenn das Gesamtbild einigermaßen stimmt. Corporate Behavior? Wer hat denn Zeit für sowas? Glücklicherweise ist den Mitarbeitern eines Unternehmens gewöhnlich klar, wie sie sich verhalten sollen, damit es nicht zu Katastrophen kommt. Eigentlich wäre es besser, dafür einen Plan zu haben (der "operativ geerdet ist und zugleich in Übereinstimmung mit den Zielen des Unternehmens bla fasel"). Fehlt dieser, liegt es nicht daran, dass irgendjemand zu blöd dafür ist, sondern daran, dass niemand Zeit hat, sich ernsthaft darum zu kümmern. Wenn man Marketingmaßnahmen grob in Pflicht und Kür einteilt, ist es ein Erfolg, wenn die Pflicht umgesetzt werden kann.

8. Die Architekten der Märkte


Mitarbeiter im Marketing haben in der Regel eine relativ breite Allgemeinbildung. Sie "sind informiert". Ihnen ist bewusst, dass nicht alles im Unternehmen völlig rund läuft. Sie wissen meistens, wo es in der Herstellung, im Vertrieb und natürlich auch in der Werbung hakt. Wenn sie gut sind, wissen sie auch, was man tun müsste und was man besser machen könnte. Sie sind wie Architekten. Und wenn Sie Architekten kennen, wissen Sie: Architekten sind notorische Weltverbesserer. Doch, doch. Trotzdem sehen viele (Alltags-) Gebäude langweilig aus. Warum ist das so? Marketingleute sind in einer ganz ähnlichen Situation. Sie wissen häufig, was besser wäre, sind aber nicht frei darin, es umzusetzen.

9. Die Buzzword-Hölle


Jeder macht sich lustig über Marketing-Phrasen. Ungerechtfertigterweise, denn es gibt tatsächlich Marketing-Begriffe, die eine klare Bedeutung haben. Bedauerlicherweise kann das Marketing dem Rest des Unternehmens keine Nachhilfe geben. Aus hierarischen Gründen. Zuweilen auch schlicht wegen der Doofheit einzelner Mitarbeiter. Ich erinnere nur an die Denkschwäche, welche die bekannte Corporate-Identity- vs. -Design-Unschärfe verursacht. Und leider muss man auch zugeben, dass in wenig anderen Unternehmens-Bereichen tatsächlich so viel Mist geredet wird wie im Marketing. Sprüche wie "Keep it simple" werden als Riesen-Erkenntnis verkündet, jedoch Fehlanzeige, was das in Form von Marketingmaßnahmen heißt. Wobei "Keep it simple" ein Sonderfall ist: Häufig wird damit argumentiert, um entweder a) nachdenken zu verhindern oder b) Geldnot zu rechtfertigen. Oft dient der Jargon auch einfach der Distinktion: Ihr einfachen Unternehmensmitarbeiter-Mäuse haltet uns für überflüssig? Okay, dann hier - Bam! - nehmt die Aida-Regel als Distinktionsbeweis!!!

10. Gesunder Menschenverstand


Erinnert sich noch wer an "fraktales Marketing"? Oder "ganzheitliches Marketing"? (kurze Lachpause) Das Gehirn arbeitet nach dem "Eins-zwei-viele"-Prinzip. Und ich behaupte: Die Gemeinsamkeit dieser alten und der jetzigen Marketing-Hypes ist, dass versucht wird, einen Begriff für das Kompliziert-werden der Welt zu finden. Dafür nehme man irgendwelche gerade aktuellen Mythen und hänge ein "-Marketing" hintendran. An der täglichen Arbeit ändert sich nichts. Bzw. es ändert sich nur, was sich halt ändert in einem Tätigkeitsbereich, dessen Gegenstand (Produkte und Dienstleistungen) und Mittel (Botschaften, Medien, Maßnahmen) sowieso einfach DAS NEUE ist. Das ist der Grund, warum für das Meiste, was im Marketing funktioniert, die guten alten Tools "Erfahrung" und "gesunder Menschenverstand" am hilfreichsten sind. Und wenn es nur dafür ist, zu wissen, was man besser bleiben lässt. Das Dumme und Falsche nicht zu tun - damit ist in vielen Fällen schon viel geholfen.

11. Warum Marketing scheitert


Achtung! Jetzt die Mega-Weisheit: Wenn Marketing scheitert, dann in 90 Prozent aller Fälle nicht aus dem Grund, der genannt wird, sondern weil versucht wird, mit Marketingmitteln einen Eindruck zu erwecken, der nicht der Wirklichkeit entspricht. So tun als ob ist nicht nur privat unglaublich mühsam, sondern auch im Marketing. Einen falschen (natürlich schönen) Schein erwecken wollen, das kostet richtig Geld, und meistens geht es richtig schief. Oder: You can't disguise a pig as a queen!

Wer sind wir? Und, wenn ja: Warum?
Wer sind wir? Und, wenn ja: Warum?



Ich hoffe, Sie haben die vielen Modalwörter wahrgenommen. Was ich hier behaupte, stimmt meistens, womit implizit gesagt ist, dass es auch Gegenbeispiele gibt. Meine Frage ist: Stimmt die Tendenz? Oder wie lassen diese Thesen sich falsifizieren? (wie, außer durch singuläre Gegenbeispiele)

Das hohe Lied der Idee

Der Idee zu huldigen, ist schwer, ohne gleichzeitig über die Dumpfheit zu schimpfen. Wie der Name schon andeutet, ist die Dumpfheit eine enge Verwandte der Dummheit. Die Dummheit wiederum ist das gerade Gegenteil von allem, was mit Ideen zu tun hat. Die Dummheit ist der Mehltau der Idee, der Sitzfußball des Denkens, der Freifahrschein in die Hölle der Geläufigkeit, der Unempfindlichkeit, der Weglosigkeit.

Idee und IdeenBildquelle

Wollen wir die Idee sehen denken hören spüren, müssen wir sie erst vom Schleier der Dumpfheit befreien. Ohrstopfen raus, Sonnenbrille ab und aufhören, zu kauen. Die Idee ist schön und klar, sie ist konturiert und leuchtet im Dunkeln. Sie ist groß, auch wenn sie noch klein ist, sie lässt uns den Hauch der Zeit spüren, denn die Zukunft in ihr ragt spürbar ins Jetzt. Ihr Klang ist kristallen, er tut fast weh, so konzis und rein ist sein Ton. Die Idee ist leicht und flüchtig und doch schwerer als Gold. Sie lässt sich nicht nötigen, mit brute force nicht zwingen, proprietäre Vereinnahmung ist ihr Tod. Sie will frei sein und ist doch bereit, uns immer treu zu begleiten. Ihre Freiheit schmerzt, es ist das Ewige an ihr, das uns erinnert, wie begrenzt wir sind. Sie ist überirdisch und wie vieles Überirdische zieht sie unsere Sehnsüchte an. Darin ist sie wie die Liebe, die dann am schönsten ist, wenn wir sie nehmen und leben und genießen - ohne Gier, ohne das Habenwollen, das uns unsere Unzulänglichkeit diktiert. Serendipity ist das Konzept der Idee. Positive Offenheit, das Finden des nicht direkt Gesuchten. Offenheit für neue Antworten auf unsere Fragen. So sind wir eine Scherbe am Straßenrand, und die Idee ist die Sonne, die in uns glänzt. Es ist eine Ehre, Gefäß zu sein für so etwas Hohes.

Das Wichtigste an der Idee jedoch ist die Energie, die sie uns gibt. Sie bringt Menschen zur Begeisterung, zur Glut und am wichtigsten: zum Handeln! Sie ist eine der ephemeren Erscheinungen des Glücks, die uns ohne Gegenleistung immer wieder streifen und zum Weinen bringen. Ob wir sie pflegen oder nicht, der Idee ist es gleich. Habemus lucem ;-)

Ein Beitrag zur Blogparade "Der Wert von Ideen" bei schreibnudel.de

Werbung für das Wesentliche



Heute ist der Tag des Kusses.

Besorgniserregende Werbung

Es gibt ja von jeher Leute die meinen auch schlechte Werbung sei Werbung, zumindest im Sinne erhöhter Aufmerksamkeit. Aber ernsthaft: Wer erinnert sich schon an die gerügten Motive oder Marken aus 2008 oder die Beschwerdebilanz 2012? Und wer hätte je diesen verfickten Likör gekauft?

Auch im vergangenen Jahr gab es wieder Werbung zum Fremdschämen.
Und so vermittelt der Werberat 2016 wieder besondere 15 minutes of fame blame.

sexistische WerbungGerügt wegen Sexismus und Gewalt gegenüber Frauen verharmlosend: delikat fashion and shoes aus Magdeburg



Vom Werberat gerügte WerbungVom Werberat wegen Verstoßes gegen die Branchenkodizes öffentlich gerügt: Die Firma MessKing aus dem bayerischen Schonungen.


Verstoß gegen Diskriminierungsregeln des WerberatsVom Werberat gerügt: Plakatwerbung der Jütten & Koolen Automobile GmbH aus Waldfeucht


gewaltverharmlosende Werbung, gerügtSexistisch und gewaltverharmlosend, öffentliche Rüge vom Werberat: Werbeaufsteller der City Paintball Hamburg


Als sexistische Werbung gerügtVom Werberat als sexistisch gerügt: Plakatwerbung der Fahrzeugreparaturwerkstatt Schöpp aus Emstek in Niedersachsen.


als herabwürdigend gerügtFrauen herabwürdigend, somit gerügt: Außenwerbung der Firma Brunner Haustechnik aus Massing im Rottal (Bayern)


EXKLUSIV: Die einzige Qualitäts-Testfrage, die echt funktioniert

Das Problem mit Qualität ist: Sie macht mehr Arbeit, bindet mehr Ressourcen, dauert länger, kostet mehr Geld, erfordert mehr Konzentration und Aufmerksamkeit und auf lange Sicht auch mehr Disziplin. Aber das ist noch nicht alles. Denn selbst, wenn wir annehmen, das interessiert einen nicht, mit anderen Worten: Man macht halt und gibt sich Mühe und liefert deutlich Besseres ab als das Übliche - was dann? Dann kann es sein, dass es der Kunden nicht einmal merkt!

In guten Zeiten war das egal. Wichtig war: Wir wussten, was wir geliefert hatten! Wir wussten, es war Qualität. Wenn wir einen Job gut gemacht hatten - was interessierte uns da, ob Kunden es gemerkt haben oder nicht? In schlechten Zeiten war es allerdings schwieriger, bei dieser Haltung zu bleiben. Wenn niemand den Unterschied bemerkte, wozu dann der Aufwand? Das kostet doch nur!

Wenn wir mit unserer Motivation da angekommen waren (wie gesagt: in schlechten Zeiten), stellten wir uns eine einfache Frage:

Was würden wir tun, wenn Geld keine Rolle spielt?


Was würden wir tun, wenn wir nicht über Geld (oder sonst eine knappe Ressource) nachdenken müssten? Würden wir unsere Ansprüche dann auch runterfahren? Wären wir dann auch mit Mittelmaß zufrieden?

Nein.

Wenn man anfängt, die Verknappung oder böser gesagt: die Armut zum Maßstab dafür zu machen, welches Niveau an Qualität man anstrebt, hat man verloren. Wer von vorn herein sagt: Das geht nicht wegen ___ (beliebigen Mangel hier eintragen), beschneidet seine Ziele.

Sicher: Manches ist tatsächlich unmöglich. Das wissen wir alle, und in diesen Situationen stellt man sich als intelligenter Mensch keine Fragen. Anders liegt der Fall, wenn das Ziel erreichbar ist, aber es nun mal ein paar Hindernisse gibt. Dann ist es schlecht, sich auf diese Hindernisse zu konzentrieren. Die entscheidende Frage ist immer noch: Wollen wir es grundsätzlich, dieses Mehr an Niveau oder Güte oder Leistung, um das es hier geht? Wenn nein, alles klar. Thema erledigt.

Wenn aber ja, dann geht es jetzt erst los. Der Kampf um die Beseitigung der Hindernisse oder des Mangels fordert das, was man Kreativität nennt. Im Sinn der Qualität sollte man daher dankbar für alle Hindernisse sein, die man überwinden muss.

Geballte Kompetenz

Frank Herold
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Gerold Braun
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