Witz schlägt Scherz

Was Employer Branding ist, haben wir hier schon lange erklärt ... und jetzt endlich mal ein schönes Beispiel dafür gefunden, dass es einer richtig verstanden hat.



Nun kann man argumentieren, dass dies so in Deutschland nicht funktionieren würde, weil ... ja, warum eigentlich? Weil es ein paar wie "Ellie" gäbe, die das weiter publizieren und sich darüber aufregen könnten und dass dies dann von diversen (Massen-)Medien aufgenommen werden könnte, was dann zu einem "Shitstorm" führen könnte.

"Praise the storm" mag man diesen entgegenrufen, denn er würde nur dazu beitragen, dass die Werte ohne Mehrkosten weitergetragen würden. Es würde also keiner PR-, Social Media- oder Werbe- -agentur oder -kampagne bedürfen, das ginge ganz von allein. OK, womöglich muss man für eine Sekunde den ersten Böen sich entgegenstellen, aber das ist halt so. Das ebbt ab und der Wind würde sich drehen. Zu - in dem Falle - Aldis Gunsten.

Natürlich muss man seitens des Unternehmens auch darauf verzichten, zusätzlich Schwung in die Sache zu bringen. Loslassen und vertrauen. Ach so, das können Sie nicht? Na, das wäre aber schlimm, wenn sie nicht einmal ihren Werten vertrauen könnten. Wenn Sie das aber können, und jemand anders diese diskreditiert, wie in dem Falle "Ellie", dann verteidigen Sie sie - und die beste Verteidigung ist bekanntlich? Genau: Angriff.

Aber Vorsicht: Das geht nur bei eigenen Werten. Und eigenen Themen. Wenn Sie sich zu anderen Dingen äußern, die nichts mit Ihrem Unternehmen zu tun haben, sollten Sie vorsichtig sein und genau abwägen, ob es sich lohnt, sich in das ein oder andere Thema einzubringen. Das kann bisweilen lustig sein, aber es gibt auch Themen, da versteht die Community gar keinen, also noch weniger Spaß als sonst.

Hervorragende Belege hierfür, hier:
John Oliver "Corporations on Twitter"

q.e.d.: Alles ist zu irgendwas gut - und sei es als abstoßendes Beispiel.

Kommunikation im eigenen Namen: Familienunternehmen werben mit Tradition

„Dafür stehe ich mit meinem Namen“: So wirbt Claus Hipp, Geschäftsführer des Babykostherstellers Hipp, für seine Produkte.



Ein mutiges Statement, das bei der Zielgruppe gut anzukommen scheint.

Unternehmenswerte, die glaubhaft machen


Tradition, Bodenständigkeit, Seriosität – es sind eher konservative Werte, die beim deutschen Konsumenten greifen. Sie werden immer dann aktiviert, wenn der Unternehmer, seine Familie oder die Unternehmenstradition im Mittelpunkt der Marketingkommunikation stehen. Der deutsche Mittelstand mit seinen zahlreichen Familienunternehmen sorgt also nicht nur für gute Exportergebnisse, innovative Produktneuheiten und Arbeitsplätze jenseits der Metropolen, sondern zum Teil auch für einen guten Ruf bei der eigenen Werbekampagne. Und das liegt auch an Werten, die bei einer alten Firmengeschichte über Generationen von Konsumenten hinweg „erlernt“ wurden: Was Oma schon benutzt hat, kann so schlecht nicht sein, wenn es auch heute noch auf dem Markt ist … gute Beispiel hierfür sind Traditionsmarken wie Nivea, 4711, Underberg und Co. Mehr über deutsche Unternehmerfamilien und Mittelstandsunternehmen erfahren Sie auch hier.

Persönlich werden, um Markenwerte zu transportieren


Wenn der eigene Geschäftsführer oder Mitarbeiter als Testimonial für die Produkte oder Dienstleistungen seines mittelständischen Unternehmens wirbt, zeigt er Gesicht – und Flagge.
Wichtig ist dabei nur, dass die Glaubwürdigkeit gewahrt bleiben muss – nichts ist schädlicher als eine Werbeaussage, die durch ein späteres Fehlverhalten des oder der Testimonials, durch mangelnde Produktqualität oder Ähnliches konterkariert wird. Auch mit der eigenen Firmengeschichte kann man beim Konsumenten punkten – und sollte hier aus Gründen der Glaubwürdigkeit auch auf das Erwähnen dunklerer Flecken in der eigenen Vergangenheit nicht verzichten. Große Automobilunternehmen haben es bereits vorgemacht.

Die Werbebotschaft professionell positionieren



Generell ist es wichtig, sich zu Beginn einer neuen Kampagne rechtzeitig zu fragen, ob Unternehmenswerte wie Vertrauen, Tradition, Glaubwürdigkeit und Verantwortung im Mittelpunkt der Markenbotschaft stehen sollen. Wenn dies der Fall ist, ist der Einsatz von Testimonials aus dem Unternehmen oder aus der Inhaberfamilie sinnvoll. Wenn andere Markenwerte wie etwa Innovation, Exporterfolge oder eine Hidden-Champion-Story im Vordergrund stehen sollen, sind diese in den Fokus der Werbebotschaft zu stellen.

Mein Onkel kennt den Dalai Lama nicht

Kennen Sie den Dalai Lama? Ich auch nicht. Mein Onkel auch nicht. Dann müssten Sie doch meinen Onkel kennen, oder? – Ich möchte heute ein Geheimnis aufdecken, das viele Werbekunden schon lange beschäftigt. Hier ist es. Das Geheimnis. Die Wahrheit. Exklusiv. Für Sie. Die Antwort ist: Ja. Wir Werbeleute kennen uns alle. Jetzt ist es raus.

Das ist wie mit alten Leuten. Die kennen sich auch alle. Ärzte auch. Interessant ist es bei Leuten mit südländischem Aussehen. Wenn sie Verwandte in der Türkei haben, kennen sie auch alle Ägypter und Inder und den Mann, der in Giesing einen Obststand hat. Auf magische Weise kennen sich übrigens auch alle, die mal was mit dem großen Zeh hatten, sowie alle mit einem rothaarigen Kind.

Das hängt mit zwei Dingen zusammen. Erstens Zielgruppenforschung und zweitens Ogilvy. Lassen wir Ogilvy diesmal beiseite, Sie wissen ja: Mit Ogilvy lässt sich in der Werbung alles begründen. Wenn Sie mal nicht weiter wissen, werfen Sie einfach „Das hat Ogilvy gesagt.“ in den Raum. Zielgruppenforschung, das ist – nun, alle Menschen haben dieses Spiegelneuron (Sie finden es rechts hinter dem Ladekabelerregungszentrum). Das Spiegelneuron macht Menschen empathisch, was einfach ein anderer Ausdruck dafür ist, dass jeder ein Zielgruppenforscher ist. Das läuft so: Kaum steht man jemandem gegenüber, beginnt eine unbewusste Zielgruppenanalyse: Wer ist der (oder die)? Was macht der (oder die)? Wie kann man den (oder die) clustern? Und einordnen. Und sortieren. Und zielgruppenspezifisch ansprechen. Und so kommt’s. Interessant, wie? Jetzt haben Sie wieder etwas über die neuronalen Grundlagen der Kommunikation gelernt.

Werber sind übrigens angesehen. Denn ebenso, wie man Ärzten auf der Grillparty sofort erzählt, was man da für einen eigenartigen Schmerz in der Unterleibsgegend hat, erzählt man auch Werbern etwas, das mit ihrem Beruf zusammenhängt. Zum Beispiel, dass man vor fünf Jahren mal einen Werbespot von Hornbach gesehen hat.

Das Geschenk, für das Sie Frauen lieben werden
Das Geschenk, für das Sie Frauen lieben werden
Danke, dass Sie bis hierher mitgelesen haben. Um Ihnen für das Lesen dieses Beitrags eine Belohnung, d.h. einen praktischen Nutzwert zu bieten, habe ich eine Geschenk-Empfehlung für Sie. Wenn Sie mal auf der Suche nach einem Geschenk für eine Frau sind (und wer wäre das nicht?), kaufen Sie ihr ein SOI Handtaschenlicht. Lesen Sie, was auf der verlinkten Seite steht. Ich habe es gekauft. Seitdem bin ich beliebt. Und das wollen Sie doch auch? Bis nächste Woche!

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Guten Tag.

Scheiße!



Scheiße

Danke, Bulo

Guten Tag.

Frohes, Neues Jaaaaaaa!


Ja, natürlich ist das ein abgegriffenes Wortspiel. Aber schon bitter, dass es immer noch funktioniert. Einzig und allein, weil es ZU WENIG Ja-Sager gibt. Ja, zu wenig.

Ja-Sager gelten als rückgratlos, unterwürfig, ängstlich. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade auf Entscheiderebene zeichnet sich der Ja-Sager durch Mut aus, denn er ist bereit zu Neuem, er ist angstfrei. Scheitern findet er zwar auch scheiße, aber wegen der Möglichkeit verfällt er nicht in Schockstarre, sondern er ist durch die Option motiviert, sein Projekt zum Erfolg zu verhelfen.

Und dann ist klar, was er sagen wird:

JAAAAAAAAAAA!


Was sagen Sie? Auf ein erfolgreiches 2015.

Heiko Walkenhorst
Ja-Sager

Dieser Blog-Eintrag spart 10.000 Euro und mehr

Existenzgründer brauchen Hilfe. Hilfe, die sich nicht jeder leisten kann. Andererseits kann es sich kein Existenzgründer leisten, keine Hilfe in Anpruch zu nehmen. Da ist guter Rat teuer.

Nein. Ist er nicht.

Wir sagen Ihnen hier, was und wie Sie es tun müssen - kostenlos.

Hilfe für Existenzgründer

1. Geben Sie auf!
Ja, Sie haben richtig gelesen. Wenn Sie solchen Blog-Einträgen oder sonstigen Verheißungen vertrauen, sind Sie wohl etwas zu grün hinter den Ohren, zu blauäugig, wollen es zu bunt treiben und werden sich schwarz ärgern. Also lassen Sie es sein! Natürlich könnten wir Ihnen auch sagen, was Sie hören wollen, so tun, Sie in Ihrem Versuch mit unserem Know-how und Expertise zu unterstützen, um Ihnen dann eine Rechnung präsentieren zu können, die nur einem nutzt: uns! Wollen Sie das? Na dann, schreiben Sie uns.

2. Geben Sie Ihr soziales Umfeld auf!
Sie sind höchstwahrscheinlich umgeben von Angestellten und Beamten oder derartigen Anwärtern. Sprich: von Pfeifen, Angsthasen, Neidern. Würden Sie einen Salafisten fragen, wie er das perfekte Wiener Schnitzel zubereitet? Also, die Menschen um Sie herum langweilen sich und wollen sich nur langweilen. Deshalb arbeiten sie auch nach Tarif, mit Vertrag und allem Pi, Pa, Po, damit ja alles geregelt ist. Kompensiert wird das dann mit Mountainbiken. Und selbst da tragen sie Protektoren, Helme und x andere Schoner und Schützer. Diese Menschen kennen Risiko nur mit Vollkasko. Echtes Risiko - so wie das einer Existenzgründung - kennen sie nicht. Sie kennen eben nur Langeweile. Und deshalb stellen sie auch 1000 pseudo-interessierte Fragen, die der lebendige Beweise dafür sind, dass es entgegen der dämlichen Lehrermeinung doch dumme Fragen gibt. Diese Fragen dienen nur dazu, von Ihnen Antworten zu erhalten, mit denen die Fragesteller entweder ihr eigenes Sozialleben auffrischen und mit neuestem Klatsch aufwarten können ("Du, haste schon gehört, der/die will jetzt xyz werden."). Das Leben der Anderen. Genau. Manche erdreisten sich dann auch Antworten zu geben. ("Dass du dich das traust.", "Ich würde mich das nicht trauen." (Das sind doch die besten, weil ehrlichsten.), "Ich sehe das kritisch." (Die allerschlimmsten, weil sie ihre Feigheit hinter einer altklugen Phrase verstecken.) Diese Menschen wollen nur in Ihrer Nähe sein, damit sie aus nächster Nähe sehen, wie Sie fallen, wie Sie bluten und wie sie sich wieder aufrappeln wollen. Denn Ihr Scheitern ist deren größte Legitimation für deren eigene Feigheit. ("Das haste jetzt davon, dass du besser und mutiger als ich sein wolltest.")

3. Geben Sie Ihre Idee auf!
Sie lesen ja immer noch? Immer noch voller Zweifel? Echt jetzt? Dann geben Sie doch endlich auf. Auch wenn das unmodern ist und wie Frevel klingt, der Mensch ist ein Säuge- und Raubtier - und als solches kann es Angst wittern. Sie riechen bis hier! Und wenn Sie jetzt noch als Ihre Kernkompetenz Kommunikationsfähigkeit, Empathie und/oder Toleranz nennen, ist es sowieso AUS. Sehen Sie denn wenigstens gut aus?

4. Fahren Sie Bus u/o Straßenbahn!
In einem SUV kriegen Sie höchstwahrscheinlich nur "Das Beste der 80er, 90er und das neueste von heute!" zu hören, aber nichts, was sich lohnt. Im ÖPNV gibt es echte Menschen, die einem zum Teil echt Leid tun können - mehr intellektuell als finanziell, aber das muss Ihnen scheißegal sein, denn im Zweifel sind sie das, was man in Deutschland Masse nennt. Und "Masse" reimt sich auf ..., na? genau: Geld! Ach so, das böse Wort. Das wollen Sie gar nicht? Doch schon, aber nicht so direkt? Also, Sie möchten es anders formuliert haben? Weil das irgendwie so primitiv klingt, als habe man nichts anderes im Kopf, als ginge es einem nur darum - und so ist das nicht bei Ihnen? Gut - Hiermit verweisen wir gerne auf die Punkte 1-3.

5. Gehen Sie in die Disco!
Das haben wir hier schon vor fast einem Jahrzehnt geraten - und wir weichen keinen Jota! Im Gegenteil: Wir erweitern das auf jedwede Form der Kommunikation, angefangen bei der Eigenwerbung. Und hässlich hatten wir ja auch schon. Ganz gleich, ob Meeting oder Dating: Wer hässlich ist, ist chancenlos. Es sei denn, er/sie ist "interessant". Wann hat das zuletzt als Aufriss gereicht? Ach so, das wollen Sie auch nicht. Wissen Sie denn überhaupt, was Sie wollen? WARUM MACHEN SIE ES DANN NICHT EINFACH???

Sind Sie Marketing-Experte?

Marketing-Experte ... alleine das Wort schon ist so eine Sache, aber lassen wir das mal so stehen: Marketing-Experte. Sie wissen ja, was damit gemeint ist.

Die meisten Menschen wissen mit spätestens 18 Jahren, ob Sie Marketing-Experte sind. Und, glaubt man Pressemeldungen zu dem Thema (sollte man nicht tun, aber auch das wollen wir hier nicht vertiefen, außerdem gilt das ja für alle Themen, angefangen beim Wetter, Börsen-Tipps, Spielberichterstattungen etc.), werden Marketing-Experten immer jünger. Manche sind es schon mit 12.

Gewiss gibt es auch Menschen, die in gewisser Weise noch früher als Marketing-Experte gelten können, aber den ultimativen Test sollten diese Menschen da noch nicht erbracht haben. Auch mit 12, 13, 14 nicht, auch wenn diese diesen Test bereits hinter sich haben (bzw. über sich haben ergehen lassen).

Aber sei's drum kommen wir nun zum Test und zur so einfachen wir endgültigen Klärung, ob Sie Marketing-Experte sind.


Beantworten dazu einfach die folgende 2-in-1-Frage, soll heißen: Wie auch immer Ihre Antwort auf die folgende Frage ausfällt, selbige Antwort gilt auch zur Klärung, ob Sie Marketing-Experte sind. (Noch ein letztes Mal für die Google-Robots: Es geht hier ums Marketing-Experte-Sein)

Hatten Sie schon einmal einvernehmlichen, zufriedenstellenden Geschlechtsverkehr?

Die Antwort gaben Sie sich schon, aber sie gibt es auch hier (mit Begründung) ...
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Mythen des Alltags

Was ein gutes Image ist, kann man ganz einfach im Alltag besichtigen: Nehmen wir nur die kollektive Bewunderung, ja Anbetung, die wir Stewardessen und Piloten entgegen bringen. Piloten werden bei jeder Wohnungssuche bevorzugt. Wenn Sie sich eine Wohnung anschauen, fragen Sie die anderen Interessenten, ob einer von ihnen Pilot ist. Wenn ja, gehen Sie nach Hause. Stewardessen müssen ihre Drinks nie selbst bezahlen, und die Kinder aus Piloten-Ehen beherrschen schon mit vier die Fremdsprache, die ihre mexikanische Tagesmutter spricht.

Piloten werden bevorzugt
Als Miranda sich beim Speed-Dating als Stewardess ausgibt und eine aufregende Affäre erlebt, wurde ich nachdenklich. In den viel beachteten Flirt-Kommunikations-Beratungs-Tipps, die ich nebenberuflich gebe, empfehle ich seitdem allen Frauen, sich als Stewardess vorzustellen, und allen Männern, zu sagen, sie seien Pilot. Als Kompetenzbeweis genügt es normalerweise, einen genuschelten Satz vorzuführen wie: "Ladies an Shentleman, w-like to wll-comm`youu onbord of flight nushel-ousewenn .... Der Trick lohnt sich allein deswegen, weil man über Chicago und Timbuktu besser smalltalken kann als über Sendling und Laim. Und die Lebensgeschichte eines Piloten zu erfinden, ist allemal leichter, als das eigene Dasein als Einzelhandelskaufmann erotisch wirksam aufzuhübschen. Selbst wenn Sie so extrem unpilotisch aussehen wie ich, können Sie immer noch behaupten, dass Ihnen ein eifersüchtiger Großwildjäger vor Jahren den Gleichgewichtssinn aus dem Ohr geschossen hat, weswegen Sie nicht mehr fliegen dürfen. So habe ich meine Frau kennen gelernt — ich hoffe, sie liest das nicht.

An der Bar? An der Bar? Warum stehn die da?

Es gibt kaum etwas Niedererschmetternderes im Leben eines Werbers als einen Abend an der Hotelbar. Nirgends sonst und woanders ist die Diskrepanz zwischen dem Anspruch, Master oder wenigstens Checker of the Universe zu sein, und der öden Wirklichkeit größer. Nirgends sonst bekommt man bohrendere Gespräche aufgedrängt als hier. Vor allem, wenn man so doof war und zugegeben hat, in welcher Branche man wirkt. Die Situation an der Bar ist ein bisschen wie eine Party ohne Musik, ohne Frauen und ohne Fluchtmöglichkeit in die Küche. Es gibt Alkohol, ja, es gibt Nüsschen und es gibt Männer, die mit ihrem Leben prahlen. Nicht unbedingt, um einem im Austausch fürs Zuhören das seine zu bereichern, eher um einen noch schlaffer und fertiger zu machen.

Hotelbar

Und genau wie Ärzte oder Psychiater auf Parties dauernd zu hören bekommen: Sehen Sie mal hier, dieses Ekzem, ist das schlimm? - so bekommen Werber an der Hotelbar die Rache des kleinen Mannes zu spüren für alle Schandtaten, die sie in ihrem Werberleben je an der Zielgruppe begangen haben. - Sehen Sie mal: diese Visitenkarte hier, heißt es also beispielsweise. Und man ahnt, worauf es hinaus läuft. Donnerwetter, entgegnet man müde. Man möchte ja nicht wortlos flüchtend das teure Hotelbier verkommen lassen. Raten Sie mal, was ich dafür bezahlt habe, heißt es weiter. — Hm, tja, sinnier, da werden Sie wohl ne Stange Geld für hingelegt haben. — Hahaaaah, oh nein, vollendet er seinen Triumph, achtfünzich bei printerschinder.de, hahaaaah. Auch das müdeste und trostloseste Nicken, dessen man eigen ist, kann nicht verhindern, dass es weiter geht: Und sehen Sie diesen Kugelschreiber? 8.000 Stück hab ich davon. Wissen Sie, was mich das gekostet hat? — Puh, das war bestimmt ganz schön bla fasel — Falsch! Nur 4 Cent pro Stück, sogar mit meinem Namen drauf, hier, ich schenk Ihnen einen, die kommen unheimlich gut an, wissen Sie, ich mach meine Werbung selbst, ich versteh überhaupt nicht schnatter fasel sine fine ...

Wenn es einen Grund gibt, warum der Herr die Erfindung des Alkohols nicht verhindert hat, dann sind es solche Abende.

Was Marketing-Strategie von Serienkillern lernen kann

Welche Marketing-Strategie ist besser: Generalist oder Spezialist? Seit ich vor vielen Jahren informiert wurde, was der Unterschied zwischen einer Bank und einer Bausparkasse ist, beschäftigt mich die Frage, was erfolgreicher ist: Sich als Spezialist oder als Generalist zu positionieren? Es waren Serienkiller bzw. Psychopathen, die mich der Antwort ein Stück näher gebracht haben.

Psychopathen handeln ohne Risikobewusstsein


Offenbar sind viele Mörder und alle Serienkiller stark psychopathisch veranlagt. Es gibt den sog. Hare-Test, benannt nach einem amerikanischen Forscher, der sein Leben der Erforschung psychopathischer Persönlichkeitsstrukturen gewidmet. Was Psychopathen auszeichnet, ist ihr Mangel an Empathie, ihre Reu- und Gewissenlosigkeit und eine generelle Angstfreiheit. Sie sind selbstsicher und ziehen ihr Ding durch, ohne groß herumzuzaudern oder sich in Reflexionsketten hineinzuprokrastinieren. Psychopathen haben kein Risikobewusstsein. Man kann das auf CRTs sehen.

Auch Alkohol reduziert tendenziell Hemmschwellen und erleichtert Handeln ohne größeres Grübeln


Alkohol im Gehirn hat zahlreiche Wirkungen. Unter anderem reduziert er die Wirkung von Glutamat, die Weiterleitung von Nerven-Erregungen wird gedrosselt, der Informationsfluss wird langsamer, nur die stärksten Signale kommen durch. Man fühlt weniger, merkt weniger, erinnert sich an weniger. Gleichzeitig wird die Wirkung der Gamma Amino-Buttersäure (GABA) verstärkt, die u.a. als Angstlöser gilt. Kombiniert bewirkt Alkohol also, dass im Gehirn wenig los ist, das einem dafür aber besonders klar ist. „Heureka! Ich habe die Weltformel gefunden!“ – man kennt das (von entfernten Bekannten). Kurz gesagt: Wir sehen weniger Angst, weniger Risikobewusstsein, reduzierte Hemmschwellen und mehr Spontaneität.

Wann ist ein guter Manager ein guter Manager?


Der als „Management-Diagnostiker“ bekannte Personalpsychologe Rüdiger Hossiep hat neulich in einem Interview – nein, was ich sagen will, ist: Die Wissenschaft hat festgestellt, ein
„wesentliches Qualitätsmerkmal eines erfolgreichen Managers sei eine gewisse Neigung zu psychischen Störungen, vor allem das Ausblenden von Emotionen. (…) Man sollte schon ein bisschen verrückt sein, das hilft. Aber dazu gehören natürlich auch ganz wesentliche Dinge, nämlich sich fokussieren zu können, sich nicht durch Emotionen – auch nicht eigene und die anderer Personen – irritieren zu lassen“.


Kurzer Disclaimer: Ich will niemanden desavouieren. Professor Hare nennt die Zahl von 1 Prozent der Bevölkerung, die psychopathisch veranlagt ist, und vermutet, dass diese Zahl unter Führungskräften rund fünffach höher ist. Wir sprechen hier also von 5 Prozent „Bösen“ gegenüber 95 Prozent „Braven“. Hier noch ein weiteres, etwas differenzierteres Interview mit Rüdiger Hossiep:



Vorfahrt auf der Autobahn der Entscheidungen


Etwas vereinfacht und über einen Kamm geschoren finden wir also im Kopf von Menschen, deren Stärke angstfreies Handeln ist, ein von Nebengleisen befreites Denk-Vorfahrtsystem. Ich muss zugeben, das ist arg metaphorisch. Doch was sich hier zeigt, sind Gehirne, die aus angeborener Neigung oder durch Routine oder durch Alkohol zu einem System leerer Autobahnen geworden sind. Die Verkehrsströme des Denkens laufen zügig auf breiten Wegen, ungestört von Kleinverkehr und klar gerichtet auf wenige Ziele, ohne Seitenwegen beachten zu müssen und ohne sich in alle Himmelsrichtungen zu zerfransen. (klingt wie „Triumph des Willens“ – aber egal jetzt, wir sind fast durch)

Was denn nun? Spezialist oder Generalist?


Zurück zur Eingangsfrage müssen wir, falls wir die vorgenannte Vorfahrtsmetapher gelten lassen, der Spezialistenstrategie den Vorzug geben. Auch hier sehen wir eine vergleichbare Konzentration auf das Wesentliche.

Im Übrigen noch ein Tipp für das Lesen von Blogbeiträgen oder Zeitungsartikeln: Um die Essenz mitzunehmen, müssen Sie nur jeweils den ersten und letzten Absatz. Gut, dabei entgehen Ihnen vielleicht die grandiosesten Spekulationen oder Beweisführungen, aber was ist das für ein Verlust gegen den Verlust, einen Artikel gar nicht lesen zu können?

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