Wirkungsoase Zeitung: Der ruhende Gegenpol

Markus Ruppe, ZMGMit einer Kampagne rund um das fiktive Unternehmen "Consumer Penetration Unlimited (CPU)" persiflieren die ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft und Ogilvy & Mather Advertising Frankfurt die mediale Hektik sowie die immer engmaschigere Kontrolle des Konsumenten.

Ein Gastbeitrag von Markus Ruppe, Geschäftsführer der ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft über das Erfolgsprinzip Slo-vertising.

Der „Slo-vertising“-Gedanke, die Medienwelt und der Bedarf für kommunikative Ruhe- und Konzentrationszonen.



Chief Penetration Officer Carsten Heintzsch bringt die Idee von „Consumer Penetration Unlimited“ (CPU) auf den Punkt. Mit ständig neuem Wahnsinn versucht die Werbebranche den Konsumenten zu überlisten.



„Pre-Toilet-Ads“ und „Funeral-Sponsoring“ sind natürlich total überzeichnet. Aber sie spiegeln wider, wo es hingeht.



Menschen – auch wenn sie Konsumenten sind – wollen nicht ständig und immer und überall getrackt werden.



Haben die Menschen ihren Alltag früher noch als „grau“ bezeichnet, empfinden sie ihn heute zumeist als „stressig“. Das stellt auch der Jens Lönneker von rheingold salon bei seinen Studien fest. Umso mehr gewinnt Zeit an Bedeutung.

Die Zeitung ist da der ruhende Gegenpol. Ihre Leser leisten sich den Luxus, Zeit zu haben, zu lesen. 45 Millionen Menschen nehmen sich in Deutschland täglich Zeit für Neues. Sie saugen das Neue quasi in sich auf. Sie wollen wissen, was los ist. Sie lesen im Durchschnitt 39 Minuten intensiv – in körperlicher Ruhe, aber höchster geistiger Bewegung – Zeitung. Das ist der Zeitpunkt für Slo-vertising.

Zeitungsleser schaffen sich breites Wissen, um mitreden und mitentscheiden zu können. Bei keinem anderen Medium kann der Leser einerseits so schnell eine Doppelseite, dicht gefüllt mit Informationen überfliegen, und andererseits alles sehen und sich doch auf das konzentrieren, was ihn interessiert. Nirgendwo erhält der Leser so schnell eine professionelle Einordnung einzelner Themen. Schließlich will ich wissen, rege nur ich mich auf oder ist die Aufregung allgemein?

Und in Zukunft?

Die heutigen Kinder und Jugendlichen wachsen längst damit auf. Pre-Consumer-Education ist teilweise leider schon Realität. Aber genau deswegen lernen die jungen Leute frühzeitig sich abzuschotten. Je mehr etwas blinkt und leuchtet und dreht, umso eher wird es als „Spam“ eingeordnet. „Wirken statt blinken“ schrieb Dirk Engel in seinem Blog „Kunden wissen“. Wer Zeitung liest, entscheidet sich aktiv für Information. Für Jugendliche ist die Zeitung heute das vertrauenswürdigste Medium. Vielleicht wird sie nicht immer gedruckt gelesen, sondern oft am Laptop oder auf dem Smartphone, aber sie wird gelesen – und sie wird fokussiert gelesen, im „Informationsaufnahmemodus“.

Digitale Transformation

Wow - das ist ja mal n Schlagwort. Bestimmt gibt es bereits Lehrbücher zu dem Thema mit allerlei Aspekten, die es zu beachten, zu berücksichtigen und sonst zu irgendwas gilt. Es geht aber auch einfacher.

Als Fachleute für Niederkomplexität möchten wir hier ausnahmsweise mal wen anderes zu Wort kommen lassen, einfach weil er gar nichts macht, außer sagt, wie es ist: Roland Tichy - und das ist schlimm, er gut, ja, nahezu brillant - und gewiss gibt es nicht wenige, die ihn für lustig halten, was er nicht ist. Er ist faktisch. Ja, und das das lustig ist, das ist traurig - aber letztlich das Problem der Dinosaurier.

Zeitungen oder Quelle – Dinos sterben langsam
Roland Tichy


Digitale Transformation lautet die Zauberformel der Wirtschaft, seit immer mehr Wirtschaftsbereiche digital umgewälzt werden: Medien gestern, der Handel heute, Banken morgen, Automobilindustrie übermorgen. Aber wer packt es, wer wird auf der Strecke bleiben?

Nehmen wir als erstes Beispiel Zeitungen – immerhin wird ihre schiere Existenz in Frage gestellt, seit man News googeln kann, und News waren neben Pornos die frühesten digitalen Produkte, damals, in den fernen 90ern.


Den kompletten Text gibt es auf "Roland Tichys Einblick" (Ja, "Einblick", nicht: 'insight').

BILD geht App

Cheffe sagt immer, ich sei nicht mainstreamig genug. Also habe ich mir mal eine "pfiffige Headline" einfallen lassen, die wohl hinreichend reihenhauskompatibel ist und dennoch Witz hat. Und genau das war es ja wohl auch, was die Agentur und Kunde dazu veranlasste, mal bei Olli Dietrich anzufragen, ob er nicht eine Extra-Sendung "Dittsche" machen könnte - und, welche Überraschung, er konnte:




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Padautz, die PAZ

Wer 2.0 unterwegs ist, ist nicht zwangsläufig auch auf der Höhe der Zeit. So lernte ich heute, dass es neben der taz und der FAZ auch die PAZ gibt, die Preussische Allgemeine Zeitung. Was für eine Name! Ich fragte mich, was wohl der letzte Aufmacher dieses Blattes war. Gefühlt war es

Hauptmann von Köpenick stellt sich!

Aber in realiter? Weit gefehlt. Vielmehr wartet die PAZ auf mit dieser Nachricht:



Padautz, die PAZScreenshot Preußische Allgemeine Zeitung

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taz vs. BILD

Und wie schon gegen Klinsmann, die taz gewinnt:



Die Details:
"taz vs. BILD" vollständig lesen »

Zeit für eine neue Marke (II)

Vor rund zwei Wochen bat ich mich als erster Abonnent einer noch zu produzierenden Tageszeitung an, deren Qualität auf eine Fokussierung auf Fakten und eine Abstinenz von Emotionen basiert. Diese Idee griff in Miriam Meckel, Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen, in ihrem Artikel in der FAZ "In der Grotte der Erinnerung" auf. Conclusio:

Es reicht daher nicht, fortwährend über neue Geschäftsmodelle im Internet zu philosophieren und Werbeeinbrüche zu beklagen. Der Journalismus muss sein Überleben auch selbst in die Hand nehmen und für sich argumentieren. Er muss seine Kunden überzeugen, dass journalistische Qualität einen sozialen Wert hat, der wiederum eines materiellen Gegenwerts bedarf. Und dafür muss eine Gesellschaft bezahlen.

Bis auf den letzten Satz ist alles OK. Sollte sie mit dem "bezahlen" aber meinen, dass ein jeder dafür eigenes Geld ausgeben muss, ist das Prädikät falsch. "Muss"? "Ein "sollte" wäre schon schön, und am besten sollte der Satz noch mit einem "wollen" ergänzt werden. Aber da es einfacher ist, uninformiert zu sein und sich dann, wenn sich dieser Mangel an Information als persönlich nachteilig auswirkt, darüber zu beschweren, dass man nicht informiert werde, dass einem ja nie was gesagt würde, um dann doch die nötigen Informationen für lau zu bekommen, so lange wird niemand einsehen, für Informationen mit Geld zahlen zu "müssen", weil er nie mit Leid zahlen muss.

Vorschlag für den Anfang: (weil es so gut läuft und das Wort dem Deutschen nach "Schnäppchen" den Speichel der Spargier, äh, des Geizes nicht nur im Munde zusammenlaufen lässt) Abwrackprämie für die Zeitung von gestern. Auch eine Form des CRM, was dann auch Cent-Rotierender Mechanismus bedeuten würde.

Den Artikel der Dame kann, wer will, hier nachlesen.

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