Misereor: Interaktive Kollekte am Digital Display

Kürzlich bemängelte Casper Fopp von Wondersign in einem Gastbeitrag hier im Blog das Missverhältnis zwischen Kunst und Kommerz bei Digital Signage Installationen. Wer den Artikel liest, wird ihm wohl Recht geben. Beschränkt auf die Headline "Bitte mehr Kommerz statt Kunst" müsste man ihm entgegnen, dass es Digital Signage als Werbemedium nie in ausreichendem Umfang ins Bewusstsein der Werber und die Etats der Marketingverantwortlichen schaffen wird, solange sich die Branche vornehmlich über die Technik denn über die Kreativität definiert.

Fast wie aufs Stichwort und wie zum Gegenbeweis liefern die Kreativen von Kolle Rebbe und die Mobile-Payment-Spezialisten von STRIPE.COM ein Projekt für Misereor ab, dass die Welt so nocht nicht gesehen hat: Das „PlaCard“.

Das interaktive Spendenplakat

Digitale SpendeKolle Rebbe entwickelte für Misereor das erste interaktive Spendenplakat mit integriertem Kreditkarten-Leseschlitz.

Wer die Kreditkarte durch den im Digital Display integrierten Leseschlitz zieht, spendet mit einer Handbewegung zwei Euro an das Hilfswerk MISEREOR. Gleichzeitig aktiviert und steuert die Karte mehrere nacheinander ablaufende Filmsequenzen und macht so die Wirkung der PlaCard Kolle Rebbe für MisereorSpende direkt erlebbar. Durch die kleine Spende werden beispielsweise die Hände eines philippinischen Gefängniskindes befreit oder das tägliche Brot einer Familie in Peru geschnitten.

Im Spot heißt es übrigens "Every euro counts" statt "Jeder Euro zählt". Das mag im Hinblick auf die Arbeit von MISEREOR hier in Deutschland als auch bei Betrachtung der in Europa meistverwendeten Sprachen, insbesondere im Euro-Raum, verwundern, ist aber selbstverständlich dadurch zu rechtfertigen, dass man sich für eine solch großartige Installation eben auch internationale Aufmerksamkeit wünscht. Und der Wunsch ging ratzfatz in Erfüllung: Beim New York Festival gab es GOLD.




Digitale Poster für Misereor Digitale EntfesselungGute Taten am Digital DisplaySpende am digitalen PlakatDigitale Plakate an Flughäfen

Wie immer im Leben: Abgerechnet wird zum Schluss. Die Kreditkartenrechnung beinhaltet den Hinweis, das einmalige Spenden an Misereor leicht in monatliche umzuwandeln sind.

Interaktive Spende Kreditkartenabrechnung

Digital Signage Installationen: Bitte mehr Kommerz statt Kunst

Casper Fopp, WondersignEin Gastbeitrag von Casper Fopp, Director of Marketing & PR bei Wondersign®.

Kurz zusammengefasst sind viele Digital Signage Installationen mehr schnörkeliges Kunstprojekt als schlaues Verkaufsinstrument. Der teils verbissene Fokus auf Technik und Technologie verunmöglicht den Blick aufs Wesentliche: Den Inhalt. Screens sind sehr schnell platziert, allerdings fehlt es dann meistens an den gut aufbereiteten und zielgruppengerechten Inhalten. In der Not greifen KMUs zu Wettervorhersagen, Newstickern und Staumeldungen und versäumen den wichtigsten Effekt des Mediums: Mehr Umsatz zu generieren.
Dieser Umstand ist eine große Chance für Marketingexperten, die das neue Medium mit intelligentem Inhalt befüllen und KMUs helfen, das Optimum aus dem Werkzeug herauszuholen.

Vielerorts sind Digital Signage Installationen Kunstwerke, die viel Erklärungsbedarf mit sich bringen. Nicht unbedingt die beste Ausgangslage, um ein neues Medium einzuführen und einer breiten Kundenbasis schmackhaft zu machen. Immer dann, wenn sich bei einer Installation ganz offensichtlich ein Künstler selbst verwirklicht hat, darf man zu Recht fragen dürfen, wer diesen Spaß bezahlt und weshalb dieses Geld nicht sinnvoller eingesetzt wird. Zum Beispiel für die Produktion von richtig schönem und zielgruppengerecht aufbereitetem Content, der zu Mehrumsatz und einem besseren Kundenerlebnis führt.

Digital Signage Installation bei Hallhuber

Die Stripclub-Problematik

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich bin weder Miesepeter noch Gegner von ästhetischen Installationen – im Gegenteil. Nur gibt es da draußen noch viel zu viele schwarze Bildschirme, Fehlermeldungen, Museumsstücke, die nicht benutzt werden, weil sich niemand traut, die Dinger zu berühren, oder auch schlichtwegs nicht durchdachte Lösungen. Wer will zum Beispiel in einer Hotellobby auf 75 atemberaubenden Zoll durch das lokale Angebot von Stripclubs blättern, während hinter ihm Familien aufs Check-In warten? Oder wenn ich im Elektronikfachhandel vor einem gigantischen Touchscreen stehe und von der Größe der Applikation schier erschlagen werde, weil ich einfach zu nah am Screen stehen muss, dann löst das bei mir außer leichter Übelkeit leider gar nichts aus.

Kunst, Spielzeug oder PR-Stunt: Alles zwar schön anzuschauen, macht Eindruck und sorgt für die eine oder andere Schlagzeile. Diese Installationen sind aber meist nicht zweckmäßig. Die ganze Industrie sucht teilweise verzweifelt nach einem tieferen Sinn und dem ultimativen Argument, um auch dem hinterletzten potenziellen Kunden klarzumachen, wie elementar Digital Signage ist. Dabei ist sie es für ihn vielleicht gar nicht, weil er nämlich die Inhalte gar nicht hat oder sich zu den Inhalten noch keine Gedanken gemacht hat. Dieses Content-Loch ist verheerend. Ist nämlich die Hardware einmal gekauft, will niemand schwarze Screens im Laden. Also muss Content her – auf Biegen und Brechen.

Humor und Content

Wetter, News und Staumeldungen – und bitte im Tickerformat!

Ein beliebtes Mittel, um dieses Content-Loch zu füllen, sind Wetteranzeigen, Nachrichten – zu allem Überfluss im nervösen und schlecht lesbaren Tickerformat – und irgendwelche Staumeldungen. Wieso soll ich erstens Digital Signage Screens dazu missbrauchen, Content anzuzeigen, den Nutzer bereits individualisiert auf ihrem Smartphone abrufen? Zweitens: Was ist der Mehrwert für meine Kunden im Laden, wenn sie das aktuelle Wetter auf dem Screen sehen? Und drittens: Wieviel mehr Umsatz erziele ich in meinem Geschäft, wenn ich Nachrichten anzeige? 1. Aus reiner Not, 2. Keiner und 3. Null.

In Retail-Umgebungen sprechen Experten von einer Aufmerksamkeitsspanne von 6 bis 8 Sekunden. Kunden im Ladenlokal betrachten den Screen also im Schnitt 7 Sekunden lang. Das ist eine großartige Chance für ganz gezielt platzierte Botschaften.

Zielgruppengerechte Aufbereitung von Digital Signage Inhalten
Wenn ein Ladenbesitzer jetzt aber statt eines aktuellen Spezialangebotes oder einer verkaufbaren Zusatzdienstleistung nun Wetter und News aufschaltet, verschenkt er schlicht Umsatz. Und das alles nur, weil der richtige Content fehlt und weil sich niemand die Zeit nimmt, dem armen Ladenbesitzer zu erklären, was der geeignete Content für seine Screens ist. Dabei wäre es so einfach. Zum Beispiel: In der Reinigung will ich auf einem Screen sehen, dass der Laden auch Änderungen und allgemeine Schneiderarbeiten anbietet. So weiß ich innert Sekunden, dass ich mit meinem Anzug nicht zu einem Schneider muss. Mit nur einem einzigen Auftrag ist der Screen für ein paar Monate finanziert. Und das muss weder aufwändig animiert noch bombastisch inszeniert sein. Den größten Effekt hat eine simple, statische Botschaft auf einem simplen Screen.

Marketingexperten aufgepasst: Ein neues Medium wartet auf Inhalte!

Digital Signage Installation per Touch TabletNach der Online Revolution stehen wir vor dem nächsten großen Schritt: Digitale In-Store- und POS Displays benötigen Inhalte. Und genauso wie das Internet damals im Vergleich zur Print-Welt verlangt nun auch Digital Signage nach Inhalten, die spezifisch für dieses Medium aufgebaut und aufbereitet sind. Die kurze Aufmerksamkeitsspanne erfordert simplifizierte Inhalte mit einer einzigen, klar formulierten Botschaft.
Wer die Screens mit einer Fülle an Informationen überlädt, überfordert den Kunden und löst das Gegenteil vom gewünschten Effekt aus: Der Nutzer wendet sich ab. Nur weil es alle machen, muss man den immergleichen Fehler nicht auch begehen. Ich weiß wirklich nicht, wer auf die Idee kam, einen Screen mit Wetter-Widget, Newsticker, sehr dynamischen Videos und kleinen Einblenderwerbungen vollzupacken. Das ist weder sinnvoll noch attraktiv und gibt einer ganzen Industrie einen schlechten Ruf. Teilweise werden diese Fehler begangen, weil man es schlicht nicht besser weiß oder „weil man es schon immer so gemacht hat“. Allerdings ist auch der erwähnte Mangel an Content mitverantwortlich für diese Superkompensation. Das Positive an dieser Situation ist aber, dass ein großer Bedarf an Beratung und kompetenter Hilfe bei Digital Signage Inhalten besteht. Das eröffnet Marketingfachleuten neue Dienstleistungsfelder.

Wieso kümmert sich die IT um ein Marketinginstrument?

Die erste und wichtigste Frage bei der Einführung eines Digital Signage Systems sollte lauten: Wer kümmert sich um dieses Projekt? In den meisten Fällen war der Aufbau eines Digital Signage Netzwerks (das klingt ja schon enorm technisch) bei der IT angesiedelt. Ein Fehler – wie sich herausstellte. Der Fokus auf Technik und Technologie verunmöglicht eine pragmatische Herangehensweise in Bezug auf das allerwichtigste Element: den Inhalt.

Die Verkabelung, der möglichst ergonomische Verbau in bestehende Infrastruktur oder die Wahl des passenden Chromstahls für den Rahmen sind – man staune – nicht die wichtigsten Fragen und auch nicht das vorrangige Anliegen der Nutzer. Seien wir ehrlich: Digital Signage in den allermeisten Fällen ist ein TV-Gerät (vielleicht sogar nicht einmal „commercial grade“) und eine Decken- oder Wandhalterung. Mehr nicht. Mehr braucht es aber auch nicht. Mitunter einige der besten Digital Signage Installationen, die ich je gesehen habe, waren nicht mehr als ein TV Gerät – allerdings mit hervorragendem Content, der mich angesprochen und bewegt hat.

Was war zuerst? Inhalt oder Bildschirm?

Digital Signage Screen in einer Adler ApothekeIn einer idealen Welt existiert bereits hochwertiger Inhalt und Digital Signage Bildschirme sind nur noch das Vehikel, um diese Inhalte zur Zielgruppe zu transportieren. Sind die Bildschirme allerdings Selbstzweck und geht es primär um den modernen Eindruck, wenn Touch-Tablets auf verchromten Ständern in der Verkaufshalle stehen, schießt die Wahl des Mediums am Ziel vorbei. Zu oft werden Inhalte bestenfalls sekundär behandelt und dementsprechend wirkt der Digital Signage Auftritt auch – gar nicht. Keine gute Idee, wenn es darum geht, mit möglichst vorbildlichen Installationen das Medium einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen und Akzeptanz für das Medium zu erzielen. Gut aufbereitete und durchdachte Inhalte hingegen sind ein Segen und werden selbst auf nicht optimal platzierter Hardware oder alten Screens vom Publikum angenommen.

Kurz zusammengefasst: Inhalt, Inhalt, Inhalt – darum geht es bei Digital Signage Projekten. Platzierung, Hardware und die Anbindung von anderen Systemen sind zwar alles auch wichtige Faktoren, sie entscheiden aber nicht so direkt über Erfolg oder Misserfolg eines Digital Signage Projektes wie der richtige Inhalt.
Statt als IT-Projekt sollte ein Digital Signage Rollout als Marketingkampagne verstanden werden. Marketingverantwortliche müssen sich Gedanken zum Inhalt und zur zielgruppengerechten Aufbereitung dieser Inhalte machen. Und zwar vor allem anderen.

Living Portrait

Inspiriert durch die Harry Potter-Filme haben die Kreativen der Kreativagentur Agency 4e7 für die UniCredit Leasing (Austria) GmbH ein "Living Portrait" erschaffen. Ein Case-Video zeigt wie das kleine Kunstwerk funktioniert:


"Living Portrait" vollständig lesen »

adidas macht das Schaufenster zum interaktiven Store

adidas setzt in seinem NEO-Shop in Nürnberg ein spannendes Digital Signage-Konzept um. Über ein interaktives Schaufenster können Kunden auch außerhalb der Öffnungszeiten Produkte aus dem Store ordern.

adidas NEO-Shop
"adidas macht das Schaufenster zum interaktiven Store" vollständig lesen »

Pick n’ Play bei McDonald's Schweden

Wieder einmal ein spannendes Beispiel für das Zusammenspiel von Digital Signage und Mobile Marketing.



Für McDonald's Schweden machte DDB Stockholm einen Infoscreen zur Spielfläche. Smartphone-Besitzer konnten per ”Pick n’ Play” McDonald's Gutscheine gewinnen.

Digital Signage meets Location Based Services

“A boldly designed car deserves a boldly designed world”

Mit einer gigantischen interaktiven Installation machte Audi auf über 1300 Quadratmetern am New Yorker Times Square auf seinen neuen A7 aufmerksam.


"Digital Signage meets Location Based Services" vollständig lesen »

Außenwerbung live: Versicherungsberatung im City-Light-Poster

In einer Wartehalle am Breitscheidplatz in Berlin beraten Vermittler der ERGO Versicherungsgruppe über einen Screen in einem City-Light-Poster interessierte Passanten per Live-Schaltung.

Versicherungsberatung Digital

"Außenwerbung live: Versicherungsberatung im City-Light-Poster" vollständig lesen »

10 Fragen, 10 Antworten zu Digital Signage

Digital Signage? Braucht man das überhaupt? Wie setzt man ein solches Projekt um und wie macht man Digital Signage zum Erfolg? 10 Fragen und Antworten dazu lieferte ein Artikel auf quorumdigital.net: Digital Signage: the Top 10 Pitfalls

Digital Signage FAQ

Eine Übersetzung mit einigen Anmerkungen:
"10 Fragen, 10 Antworten zu Digital Signage" vollständig lesen »

Werbung. Aber bitte informativ! - Infotainment mit Digital Signage

Noch bevor Digital Signage sich als passiv zu konsumierendes Medium auch in Deutschland etabliert hat, gibt es verschiedene Ansätze, Digital Signage-Inhalte interaktiv nutzbar zu machen. Was es nicht einfacher macht, Nicht-Spezialisten kurz und bündig zu erklären, was Digital Signage eigentlich kann und bedeutet.

Jeder sieht es, aber oft wird es als einfache Werbung oder Berieselungsprogramm wahrgenommen. Der Übergang zur Interaktivität und Infotainment erhöht zumindest die Chancen, dass Digital Signage-Programme als mehr als pure Werbetrailer angesehen werden.

Es gibt bereits erfolgreich eingesetzte und preisgekrönte Beispiele, in denen Digital Signage als Kommunikator und Spielzeug genutzt wird: So wird Digital Signage zum Beispiel im neu erbauten Audi-Forum Ingolstadt seit der Eröffnung im Frühjahr 2008 als Infotainment-Medium eingesetzt.
"Werbung. Aber bitte informativ! - Infotainment mit Digital Signage" vollständig lesen »

Pimp my POS: Digital Signage meets Augmented Reality

Augmented Reality* ist Trend in der digitalen Welt. Den Boom dieser Technologie verdanken wir hauptsächlich den Entwicklungen auf dem mobilen Sektor. Denn vor allem für eCommerce und Routenplaner-Applikationen auf iPhone, Android & Co sind künstliche 3D-Visualisierungen von realen Produkten und Räumen natürlich ein Hit.

Aber auch Digital Signage profitiert von Augmented Reality und den neuen Möglichkeiten im 3D-Bereich. Hier handelt es sich natürlich um die Königsklasse, und entsprechend hoch ist der Aufwand für ein AR Projekt am POS. Aber dass sich das durchaus lohnt, lässt ein Beispiel von LEGO erahnen:

Man hält die Produktverpackung eines Bausatzes vor das Display, und schon wird dort ein animiertes, dreidimensionales, dreh- und wendefähiges Abbild des fertig zusammengebauten LEGO-Objektes dargestellt:



Digital Signage deluxeDieses Digital Signage Prestige-Objekt in handverlesenen Shops hat ganz geschickt Informationsanspruch, Interaktivität (und damit den Engagement-Faktor) und Blickfangeffekt kombiniert.

"Pimp my POS: Digital Signage meets Augmented Reality" vollständig lesen »

Geballte Kompetenz

Frank Herold
F.Herold auf xing

Heiko Walkenhorst Wortführer
VerbAgentur
H. Walkenhorst auf xing

Gerold Braun
Direktmarketing Blog
Gerold Braun auf xing

Torsten Matthes
Marketing - Projektmanagement - Text
Torsten Matthes auf xing


Verwaltung des Blogs

Login