"Du Mutti, ich arbeite doch nicht als Pianist in einem Bordell, ich arbeite in der Werbung!"

Seit langem mal wieder ein TV-Spot, bei dem man sich nicht dafür schämen muss, dass man beruflich mit Werbung zu tun hat: "Mantel" von Otto-Versand, produziert von Czar, Regie: Martin Werner. "Story-driven moving content", wie es bei Czar heißt, in diesem Fall wirklich erfüllt und wunderschön exekutiert. Ich hasse ja Werbespots, die versuchen, einem Produkt mit - in solchen Fällen - wortwörtlich epischem Aufwand einen Mythos oder eine Philosophie anzudichten, die meist nicht da ist. Das hier ist anders. Viel Spaß!



Neulich in der wuv etwas PR dazu!

Sechs Thesen, die mit den größten Marketing-Mythen aufräumen

Die Anregung zu diesem Beitrag war ein Stück, in dem ein Unternehmensberater erzählt, wieviel Gutes er dauernd tut. Und ich dachte, so etwas möchte ich auch für Marketing-Unternehmen haben. Sie können diesen Beitrag gegen eine Spende für einen guten Zweck, die Sie mit dem Fahrrad vorbeibringen, gern in Ihrer Kommunikation nutzen.

Wir erzählen Kunden nicht, was sie tun sollen, sondern finden es gemeinsam heraus


Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Kunde. Und seine Ziele. Im Mittelpunkt. Gute Marketingprojekte leben von der engen Zusammenarbeit mit dem Kunden. Gemeinsame Zusammenarbeit ist überhaupt das Wichtigste. Daher haben wir Gespräche mit Kunden. Es gibt Meetings und Telefonate. Wichtige Einrichtungen, die sicherzustellen, dass wir Kunden verstehen.

Wir verkaufen Kunden keine Blaupausen


Das Ziel strategischer Beratung muss immer ein Wettbewerbsvorteil für den Kunden sein. Das gelingt sicher nicht mit unoriginellen Lösungen. Daraus lässt sich logisch ableiten, dass unsere Lösungsvorschläge originell sind. Kein Kunde würde uns für eine unoriginelle Lösung beauftragen. Auch das ist ein schlüssiger Beweis für unsere Kreativität.

Wir gestalten die Zukunft mit


Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Zukunft. Daher würden wir niemals rückständige Unternehmen dabei unterstützen, PR-Blasen über ihre Zukunftsfähigkeit oder irgendwelchen Greenwashing-Blödsinn in die Welt zu setzen. Nur einige konkrete Beispiele: Meine Kollegen und ich suchen gerade nach Antworten, wie man kommunizieren kann, dass privat geführte Altenheime hohe Servicestandards einhalten. Wir fragen uns täglich, wie man den Weltfrieden vorantreiben kann. Ob das Licht im Kühlschrank wirklich ausgeht oder wie man mit der Lieferando-App den Welthunger bekämpfen kann. Das alles sind Projekte, für die wir uns persönlich begeistern. Natürlich gibt es auch langweilige Projekte. Mal so, mal so. Aber genau das macht ja Abwechslung aus.

Wir haben nicht nur Teams mit Marketing-Frischlingen ohne jede praktische Erfahrung


Unsere Teams bestehen aus einem Mix aus jungen und erfahrenen Beratern sowie Analysten und Experten aus verschiedensten Disziplinen. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Mensch. Kein Kunde würde sich mit einer reinen Jugend-forscht-Truppe abfinden. Nur wenn wir voll die Experten für Big Data, neue Produktionsmethoden, Industrie 4.0, Javascript-Mätzchen und Gehirnchirurgie sind, können wir innovative Strategien entwickeln. Deswegen lassen wir uns täglich von hochkarätigen Wirtschaftswissenschaftlern, Medizinern, Ingenieuren, IT-Spezialisten und Historikern beraten. Erst durch die gegenseitige Inspiration unterschiedlicher Talente entsteht die innovative Kraft, die Kunden voranbringt.

Wir wollen Flexibilität – im Job und für das Privatleben


Der Marketingalltag ist hart – ohne jede Frage. Wir arbeiten viel und sind auch viel beim Kunden – das ist der Kern unseres Jobs. Aber Marketingleute sind natürlich keine Burnout-Zombies – ständig im Büro, ohne Freunde, Familie und Spaß im Leben. Wir wären schlechte Berater unseres eigenen Unternehmens, wenn wir keine Antworten darauf hätten, wie wir unsere Mitarbeiter motivieren, entwickeln und inspirieren können. Unsere Mitarbeiter stehen bei uns im Mittelpunkt. Dafür kreieren wir ständig neue Arbeitszeitmodelle, die versuchen, Arbeit und Karriere unserer Leute in Einklang zu bringen. Unsere Leute haben sogar Urlaub. In dieser Zeit können sie für ihre Familie da sein, ein Buch lesen, sich für NGOs in Entwicklungsgebieten engagieren, Gutes tun, neue Antibiotika erfinden – was auch immer.

Wir fordern viel – fördern aber auch viel


“Up-or-out” hin oder her – jeder, der bei uns startet, hat eine ganze Palette von Trainings oder Mentoren. Marketing ist für Manche die Hauptrolle ihres Leben, für andere nur ein Gastauftritt. Viele verlassen das Unternehmen sogar irgendwann, gehen irgendwohin, wo sie mehr verdienen, oder gründen ein eigenes Unternehmen. Wir sind toll, sehr lässig und verstehen es, sogar das Brummen der Kaffeemaschine als Vorteil darzustellen.

Guerilla-Marketing der Extraklasse

Mit Staunen und Ehrfurcht haben wir die Geschichte der chinesischen Frau gelesen, die ihren Cognac nicht mit ins Flugzeug nehmen durfte. Sie wollte das wertvolle Getränk nicht zurückgelassen und hat die Flasche kurzerhand ge-ext. Wie wir erst jetzt aus verlässlicher Quelle (Bahnhofs-Gustl!) erfahren haben, war das Ganze eine raffinierte Marketing-Aktion. Unter Einbeziehung aller Kanäle, selbstverständlich auch "mit Social Media" (Facebook, Twitter etc.)(dieser Hinweis nur, um Know-how vorzuäuschen) und sogar "mit Content-Marketing" (angeblich sogar Neuromarketing) wurde hier eine Guerilla-Aktion durchgezogen, vor der wir alle nur den Hut ziehen können.

Danke, unbekannte chinesische Frau. Danke, Remy Martin XO. Danke, Internet. Danke bzw. Ganbei! - wie wir Chinakenner lässig sagen! PS: No dogs were harmed in this campaign.

Heidenau Stadtmarketing: "Du bist willkomm"



Lassen wir es einfach wirken:
".. Komm tritt ein, du bist willkomm`, setz dich zu uns, krieg das zu Haus Gefühl!"

Marketing verhindern, um Marketing zu ermöglichen

Machen wir uns nichts vor: Der Grund, warum Marketing weniger trivial ist als - sagen wir mal: das Schreiben von Weihnachtskarten (was Sie für Ihr Unternehmen allmählich auf die To-do-Liste setzen sollten) liegt nicht darin, dass Marketing so unglaublich kompliziert ist. Der Grund ist das viele lästige Marketing anderer Unternehmen. Die Welt ist gemein, sogar im gleichen Marktsegment gibt es massenhaft Marketing, das einem das Leben schwer macht.

Tun wir was dagegen!


Das Leben könnte immens viel leichter sein, wenn es weniger Marketing gäbe. Dann hätte unser eigenes Marketing nicht so viel Wettbewerb zu überwinden. Stellen Sie sich eine Welt vor, in der uns nur noch ein Zehntel der Leute da draußen, die behaupten, es wäre Marketing, was sie veranstalten, im Weg rumstünden! Wär das nicht klasse? Denn eine Wirkung hat selbst miserabelstes Marketing auf jeden Fall: Es erschwert unserem eigenen Marketing, durchzudringen und bei der Zielgruppe zu wirken. Was das kostet!

Hier der Plan:


Wir schicken die alle zum Mars. Alle, die sowieso nur mittelmäßiges Marketing machen, alle, die nur die Kommunikationswege verstopfen, alle, die rumnerven! Wir brauchen nur genug Raumanzüge und eine Menge Chloroform. Außerdem habe ich eine alte PS3, die würde ich zur Verfügung stellen, damit es den Jungs und Mädels auf dem Weg zum Mars nicht langweilig wird.

Viele werden jetzt sagen: Hallo! Das geht doch nicht! Sowas darf man doch nicht mal denken! Wieso denn zum Mars? Warum nicht einfach zum Mond? - Meine Antwort: Ja, im Prinzip richtig! Ich finde nur, der Mond ist nicht weit genug weg. Außerdem ist das Investitionsvolumen einer Marsmission höher, ideale Voraussetzung dafür, dass die Finanzwirtschaft ihre Chance erkennt und bei der Sache mitmacht. Man denke nur an all die Arbeitsplätze, die mit einer fetten, fetten Marsmission geschaffen werden!

Zur Abwechslung ein paar Lügen

• Ich bin Milliardär (richtig ist: Multimilliardär)
• Dieses Blog wird unterstützt durch Mittel der NSA (richtig: finanziert von Putin)
• Wir erhalten täglich Dutzende Dankesbriefe (richtig: Tausende)
• Marketing ist in den letzten Jahren besser geworden (richtig: [jetzt Sie! na los! mitmachen!])
• Frank Walter Steinmeier ist .. äh .. Dings (richtig: siehe Zeit von morgen)
• Der Scheck ist in der Post (richtig: Wurde gestern elektronisch überwiesen)
• Toller Vorschlag! (richtig: Muss nur noch vom Geschäftsführer freigegeben werden)
• Das hab ich selbst gelesen (richtig: Der Onkel vom Bruder vom Hitler seinem Hund ...)
• Ich ruf Sie morgen zurück (richtig: .. und dann war der Akku leer)
• Ohne Social Media geht gar nichts mehr (richtig: Achten Sie nicht auf meine rechte Hand, nein, nein - da! Da hinten! ein Eichhörnchen!)

Den Rest müssen Sie nicht lesen


Der Rest des Textes dient nur dazu, auf legitime Art dafür zu sorgen, dass dieser Text auch über die Keywords "Cappucino" und "Froschlaich" gefunden werden kann. Wirklich. Sie müssen das nicht lesen. Inhaltlich völlig substanzlos. Okay, wenn Sie sowieso noch mitlesen - hier eine Mediathek-Empfehlung: "Die Geschichte der Katzen". Wichtig für jeden, der zu Gesprächen mit Offlinern gezwungen ist.

Klatschen auf zwei und vier

"Ich hasse die Römer genauso wie ihr!" Die Römer hassen? Hallo? Die Römer sind groß. Und jeder mag alles, was groß ist. Die Großen dafür beklatschen, dass sie groß sind! Bravo! Applaus, wenn der FC Bayern reinkommt. Apple gut finden, ohne Abstriche. Kampagnen gut finden, nachdem sie gelaufen sind. Und nachdem feststeht, dass sie funktioniert haben. Interviews mit dem Inhalt: "Na klar, das war alles genauso geplant!" Ich frage mich, wie oft Sieger nur aus dem einen Grund beklatscht werden, weil es einen ein bisschen größer macht, Gewinner gut zu finden. Vielleicht lindert es die Mediokrität. Vielleicht ist es das Symbol der Zugehörigkeit zur Durchschnittlichkeit, klatschen, weil alle klatschen, kann also nicht falsch sein. Willkommen im Mainstream, willkommen in der Mitte der Gesellschaft. Atemlos durch die Nacht. Henry Ford hat gesagt, wenn er DIE LEUTE gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie sicher gesagt: Ein schnelleres Pferd. Nichts gegen Pferde, aber die Masse darf nicht der einzige Maßstab sein.

Was ist ein guter Friseur?

Ein guter Friseur ist ein Friseur, der keine Angst hat, eine Frisur zu verändern.

Nichts gegen Friseure und selbstverständlich Friseusen, die diesen Mut nicht haben. Oft sind sie gute Handwerker und, wenn es bei einem einfachen Kopf nur darum geht, die Haare zu waschen und - natürlich - die Spitzen zu schneiden, sind sie völlig okay. Aber wenn die Sache nicht so klar ist und die Kundin glaubt, Problemhaare zu haben (was 98% aller Menschen in der First World meinen), dann braucht's jemanden, der beherzt genug ist, wirklich was zu ändern. Jemanden, der keine Angst hat, nicht anzukommen, jemanden, der weiß (aus Erfahrung weiß), dass er eine Frisur machen kann, die besser ist als die alte.

Gut ist ein Friseur, der nicht dabei stehenbleibt, die Probleme auf einem Kopf zu verwalten, sondern der das herausholt, was wirklich in diesen Haaren steckt, auf diesem Kopf, dieser Person, in diesem Alter usw. Ein guter Friseur traut sich was. Und gleichzeitig ist wichtig, dass er nicht zwanghaft nur das Interesse verfolgt, den bestehenden Look zu zerstören. Er macht es anders, weil er in den Haaren etwas sieht, das Andere bisher vielleicht nicht so gesehen haben.

Muss ich weiterschreiben? - Nein. Sie wissen längst, wie diese Analogie weitergeht: Genau so ist es in der Werbung auch! Doch Vorsicht: Beim Friseur können Sie im Normalfall vom Preis auf die Qualität der Leistung schließen, bei Werbung nicht unbedingt. Es gibt einfach zu Viele, die nur so tun als ob. Außerdem: Bedenken Sie, dass nicht die Werber, sondern die Kunden mit ihren Frisuren leben müssen. Aka: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Almbauer (Konzentrationstest: Sind Sie noch wach?). Ein rollender Stein setzt kein Moos an.

AAAAAAAAAAAAAAAASchlüsseldienst

Erinnern Sie sich noch? Gelbe Seiten? Und wer sich da auf den vorderen Seiten gekloppt hat, um sich mit seinem A* weiter nach vorn zu drängeln? Das ist Spam, genau, nichts anderes. Das nervt. Aber weil wir nicht alle ein Unternehmen haben, das schon seit Ewigkeiten im Markt ist, und - machen wir uns nichts vor - weil wir auch nicht alle völlig einzigartig sind, müssen wir was tun. Keinen Black-Hat-Scheiß, klar, aber was sonst? Ein bisschen rumtaggen? Das machen doch alle.

Ich verrate Ihnen ein Geheimnis


Wenn Sie wissen wollen, was Sie einer Suchmaschine Schlaues erzählen könnten, geht es auch anders als mit Spam und so. Ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Wenn ich glaube, dass ich mit meiner Arbeit durch bin und alle geilen Keywords gefunden hab usw., bitte ich eine Handvoll Leute aus dem Unternehmen, sich ihre Homepage mal anzusehen und zehn Suchen über die interne Suche durchzuführen. Sie glauben gar nicht, was für einen Quatsch die da suchen. Völlig unsystematischen Blödsinn. Lauter Zeug für die 404-Seite. Peinlich, wenn Sie die Seite schon eine Weile betreuen.

Wenn Sie sich diesen Quatsch nun ansehen, den die Leute da gesucht haben, werden Sie feststellen, dass es teilweise einfach völlig unwahrscheinliche Synonyme oder Randbereiche der Unternehmenstätigkeit sind, die aber u.U. gar nicht wirklich so abwegig sind. Und ich schwöre Ihnen, das ist alles Zeug, das finden Sie weder in Brainstormings, noch über die Keywordsuche, noch über über, was weiß ich: Market Samurai oder das Metager Keyword Tool. Crazy, glauben Sie mir.

Nicht vergessen: Sie suchen Kunden, keine Idioten


Und wenn Sie doch die Verführung spüren, sich mit AAAAAAAAAAAAAAA-Methoden irgendwie nach vorne mogeln zu wollen, bedenken Sie, wen Sie damit als Kunden bekommen. Könnten. Theoretisch. Es sind die gleichen Leute, die auch an den Prinz von Nigeria glauben und das Wunder der unschuldigen heißen Bräute, die leider nicht genug Geld haben, um aus Moskau zu ihrem zufällig über das Internet gefundenen Märchenprinz zu reisen. Sie könnten nun sagen: Ist Ihnen doch egal, woher Sie Ihre Milliarden bekommen. Dazu zwei Dinge: Ich verstehe Sie sehr gut. Mir war es schließlich auch egal, was ich tun musste, um Mutlimilliardär zu werden. ABER: Denken Sie an die Regel des maximal möglichen Durchschnitts. Kann wirklich die Hälfte der Weltbevölkerung Milliardär werden? (Wenn Ihre Anwort "Ja" ist, sollten Sie mir unbedingt 10 Millionen Euro überweisen; ich verrate Ihnen dann, wie Sie ein Hundertfaches dieses Betrags ohne jede Arbeit zurückbekommen)(können)

Schlafen während der Fahrt

Tag, außen, Totale eines modernen Bürogebäudes, Konzernzentrale. Sound: Effektvolle Stille, satirisch eingeblendetes Grillenzirpen. Die Botschaft: Hier lass dich ruhig nieder. Schlaf gut, mein Freund. Morgen früh wirst du wieder geweckt. Wenn Unternehmen sich ausruhen und eine Mütze voll Schlaf nehmen - was soll's?

Was keiner weiß, ist, dass die Welt sich weiter dreht. Manche sagen sogar, dass sie sich heute ein bisschen schneller dreht als zum Beispiel im letzten Jahrhundert. Andere sagen, das ist nur in Amerika. In Amerika dreht sich die Welt schneller. Aber das sind ja auch die Amerikaner. Bei uns dreht sie sich langsamer. Macht aber nichts. Wir sind schließlich die Größten. Deutsche Autos! Wow! Deutscher Maschinenbau! Legende! Nie wird man uns einholen, nie. Über deutsche Kameras und deutsche Unterhaltungselektronik haben sie das auch gedacht. Na klar, Autos, das ist ne andere Nummer, jaaaa. Wir sind safe.

Die Welt bewegt sich. Präkopernikanisch. Dreht sich um uns. Wir sind der Mittelpunkt. Und schlafen während der Fahrt.

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