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Dance on Coke

Hach, was waren das noch für Zeiten, als es noch kein ADHS gab. Statt "Ritalin", gab's "keine Cola". Schließlich mache Cola "hibbelig", wie das bei meiner Mutter hieß, und tuck. Heute gibt es beides, also ADHS und Coca-Cola (und meine Mutter auch noch, aber das tut jetzt hier nichts zur Sache). Und ZACK kam eine Agentur auf die Idee, beides doch irgendwie zusammenzubringen und dem Ganzen den Touch von "Social" zu geben - fertig ist die Reihe: "What can your Coca-Cola become?"

Dabei sind natürlich keine Antworten aus den Bereichen Biologie, wie z. B. "Urea", oder Medizin, wie z. B. "Diabetes" erwünscht, sondern sogenannte "kreative Umsetzungen". Eine davon ist diese:



Mache aus Alltagsgegenständen ebbes anderes. Hui, das ist neu. OK, "STOMP" basiert auf demselbem Grundgedanken ebenso wie das regelmäßige Feature in Frauenzeitschriften "1000 tolle Deko-Tips", wo ein umgedrehter Blumentopf als Lampenschirm schon unter der Rubrik "Kreativ mit Pfiff" läuft. So gesehen, kein schlechter Ansatz von Johannes Leonardo, schließlich ist es ein Massenprodukt, also bedarf es auch einer massenkompatiblen Idee.

Merke: Ein Original muss nicht originell sein.

Antitranspirationswerbung

Jetzt geht das wieder los. Das Dauergemecker wegen des Wetters. Zu kalt, zu nass, zu grau und überhaupt. Also ob der Sommer wirklich soooo viel besser wäre. Wenn man mal ganz ehrlich zu sich ist, kann doch keiner den Sommer wirklich leiden. Warum auch? Es gibt kein Argument für diese Jahreszeit, sofern man in einem sozialen Umfeld weilt. Außerhalb der Zivilisation, auf der viel beschworenen, einsamen Insel mag das OK sein, aber sonst ....

Schöner Spot, der einem wieder mal klar macht, was wir dank des Wetters zur Zeit alles verpassen. Aber das nur so am Rande. Am Ende geht es dann doch ums Verkaufen ....


Del Campo Saatchi & Saatchi für BGH Silent Air

Antisuizidwerbung

"Leider verzögert sich die Ankunft des Zuges um unbestimmte Zeit aufgrund eines unerlaubten Eingriffs in den Betriebsablauf."

(U- und S-)Bahnpendler kennen den Text - und den Code. Irgendwer hat sich vor den Zug geworfen.

Was kann aber ein Unternehmen tun, um das (oder auch anders motivierte Unglücke im Schienenverkehr) zu verhindern, damit nicht die Kunden, sondern die Waggons auf der Strecke bleiben? Mehr Warnschilder? (Fang-)Zäune? Mehr Personal?

Die Melbourner Metro hat sich für einen Spot entschieden, der dem Ganzen nicht mit Horror, Splatter und/oder erhobenem Zeigefinger begegnet, sondern mit Humor. Das ist nicht nur aller Ehren, sondern unserer bescheidenen Ansicht nach auch einen Kreativpreis wert.

Lürzer's Archive Spot der Woche 2012/48:Dumb Ways to Die
McCann, Melbourne für Metro Trains

Peta: Stay Fresh and Firm

Lürzer's Archive Spot der Woche 2012/47: PETA 'Stay Fresh and Firm'

Anlässlich des Weltvegantags zeigt PETA auf, welch großartige Nebenwirkung der Verzehr von Obst und Gemüse mit sich bringt.



PetaKunde: PETA
Agentur: Fallon, London
Creative Direction: Sam Hibbard, Dan Watts
Art Direction: Manu Diaz, Gonza Delgado
Copywriter: Manu Diaz, Gonza Delgado
Produktion: Stink, London
Regie: Sam Peacocke




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Zum Weltvegantag: Werbung fürs Gemüse

Heute ist nicht nur Allerheiligen. Heute ist Weltvegantag.

Und da wir selbst für die abstrusesten Ideen immer ein offenes Ohr und, wo wir gerade so anatomisch unterwegs sind, auch ein Herz für Außenseiter haben, haben wir eine kleine Gemüseplatte für Sie angerichtet. Vielleicht kommen Sie ja auf den Geschmack.

Mit Sicherheit wird Ihnen das so manches Schwein und so manches Rindvieh danken.

Guten Appetit.

Heute ist WeltvegantagVegetables are all your body needs Printkampagne für die International Vegetarian Union von JWT Kuwait aus 2009

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Was geht da? Barfußschuhe?

Barfuss ohne Schuhe

In der wahren wie in der Warenwelt scheint es nichts zu geben, was es nicht gibt. Und leider gibt es viel schlechte Werbung, die einen glauben lässt, man brauche das. Diese Werbung brauche ich nicht. Und manchmal brauche ich überhaupt Abstand von Werbung und deshalb höre ich im Auto nur Deutschlandradio. Keine Werbung – dachte ich mir. Doch dann gab es den „Verbrauchertipp: Barfußschuhe“.

Barfußschuhe? Wie bitte? Gibt es auch Nacktkleider? Glatzhaare? Bestimmt. Ich habe mich nicht mehr eingekriegt vor Lachen und nun ein Auto mit einer kleinen Delle rechts vorne. Irgendwie hat bestimmt irgendwer irgendwo eine Idee dazu, die mit Sicherheit irgendeinen nicht nur begeistern soll, sondern auch tatsächlich begeistert.

Ich habe nachgeschaut. Heute ist Tag-Nacht-Gleiche, nicht der 1. April. Barfußschuhe gibt es. Wirklich. Und sie sehen sogar so gar nicht barfuß aus:

Barfußschuhe

Aber wozu Barfußschuhe tragen, wenn man barfuß gehen will? Nimmt die soziale Asepsis jetzt noch schlimmere Formen an? Ich bin verwirrt. Sind meine Füße nicht gut genug zum Gehen?

Im Gegenteil, sagt mir eine Männerstimme, die einem Orthopäden zugewiesen wird. Bisheriges Schuhwerk hätte es entfremdet. Er rate Anfängern (wovon?), Barfußschuhe nur einige Stunden am Tag zu tragen. Dann zählte er diverse Vorteile auf. In Erinnerung blieben mir nur die Nachteile. Für den Sport wären sie nichts. Das wäre alles. Nicht sehr beruhigend für mich, ist doch Sport schon nichts für mich.

Und eine Verkäuferin sagte, dass eine Kunden schon einige Zeit bräuchten, diese Schuhe anzuziehen. Ich glaube, von „20 Minuten“ war die Rede, weil es doch kompliziert sei, jeden Zeh einzeln in sein dafür vorgesehenes Plätzchen zu führen. Zack. Delle.

(Nun, kurz nachgedacht: Wer Kinder hat, kennt das Problem beim Umstieg vom Fäustling zum Wollhandschuh. Aber bei den Zehen ???)

So langsam fand ich dann Gefallen an den Dingern. Bedeuten Sie ein Ende des Testosteronkillers „Kannst du dir bitte draußen die Schuhe ausziehen?“, während man gerade einen riesenkürbisgroßen Strauß Blumen der Dame überreicht hat, die einen zum Abendessen beim Kerzenschein eingeladen hat.

Dann, ja, spätestens dann würde ich mir das auch mal überlegen. Aber warum sonst? Naja, die orthopädische Stimme wusste es. (Wen es interessiert: Den besagten „Verbrauchertipp: Barfußschuhe“ gibt es hier.)

Ich weiß nur eins: Zum Glück gibt es Barfußschuhe erst heute. Hätte es die schon vor Jahrzehnten gegeben, Deutschland wäre mit Sicherheit um einen Schlager ärmer. Auf geht’s, Jürgen ...



Sollte einer bestätigen können, dass es Glatzhaare gibt, hätte ich gerne gewusst, wo man, nein: nicht sein Toupet, sondern seine Staatsbürgerschaft ablegen kann. Barfußschuhe. Ich hoffe, die Delle lässt sich einfach ausbeulen. Sonst muss ich wieder tagelang zu Fuß unterwegs sein und dann fang ich doch noch zu überlegen, mir „nur so aus Scheiß mal“ n Paar Barfußschuhe zuzulegen.



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Wo der Frosch die Locken hat...

... kann sich auch schnell mal ein Knötchen bilden. Wie man ein solches ertastet zeigt auf eindrucksvolle Weise eine junge Frau, die sich offenbar mit Fröschen und Locken auskennt.

Rhian Marie Sugden für malecancer.orgRhian Marie Sugden für malecancer.org



Die Agentur JWT mit einem Spot zur Hodenkrebs-Vorsorge mit dem Mädchen von Seite 3.
Rhian Marie Sugden für malecancer.org

Danke
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Nachricht des Tages




Steve Jobs nimmt eine Auszeit
wegen Krankheit.

Twitter rast.

Die Aktie leidet.

Bild

Monotasking

Wir sind die Guten. Und deshalb wollen wir auch Gutes tun, äh: besser noch (weil Besserwerberblog): Wir wollen nichts Gutes tun, wir tun es.

Weihnachten = Hektik. Nicht nur der Geschenke wegen, nein, nein, nein, auch Weihnachtskarten müssen noch unterschrieben (eventuell sogar erst noch gedruckt bzw. in Auftrag gegeben), Rechnungen geschrieben und eventuelle Budgetguthaben verbraten werden. Aber dann geht es ja im Januar gerade so weiter ... Von Februar und März ganz zu schweigen, dann der Frühling, der Sommer ...

Kurz und gut, das ganze (Arbeits-)Leben ist oft pure Betriebsamkeit, wo man kaum mehr Zeit findet innezuhalten. Viele geben diesem Druck nach und beschwören in Selbstverleugnung ihre Multitaskingfähigkeiten. Dabei führt das ja in den meisten Fällen erst recht ins Chaos - oder ins Krankenhaus (Stichwort: burn-out).

Multitasking impliziert also volkswirtschaftlichen Schaden. Wir aber wollen den Nutzen mehren und deshalb gehen wir in die andere Richtung - mit unserem Internetangebot

MONOTASKING



In 17 Sprachen präsentieren wir hier, sagen wir, wie es ist: der Welt die Lösung zur Lösung ihres Stress-Problems.

Entspannen Sie sich.
Tun Sie sich, was wir Ihnen tun: was Gutes.

Besuchen Sie MONOTASKING.NET

Schwanz raus

Heute ist ja Welt-AIDS-Tag und auf einmal ist alles erlaubt. Ging es gestern noch darum, die Jugend zu schützen, will man das heute natürlich auch.
Aber bei allem guten Willen (man möchte diesen Schutz spielerisch kommunizieren, was ja an sich nicht schlecht ist): Die Mechanik erinnert doch sehr an Chatroulette, einem Portal, welches von zahlreichen Männern genutzt wird, die gerne blank ziehen, und man greift zudem für den Spieltitel auf eine Fremdsprache zurück.



Warum? Das mutet doch schon sehr sehr befremdlich und bedenklich an: Da will man aufklären, tut dies aber auf Englisch. (Hm, was wäre gewesen, wenn Luther seine Thesen auf Latein verfasst hätte? Kant seine Werke auf Altgriechisch?) Warum? Damit es "in" erscheint oder "awesome". Oder liegt es einfach wieder mal nur daran, dass man lieber vulgär als kreativ sein wollte? Die Übersetzung (s. o.) hätte man wohl nicht so einfach durchgekriegt. (Ich sach bloß: Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV))

Und schlussletztendlich ist das Ziel des Spiels auch nicht die Aufklärung (womit wir wieder bei Kant wären), sondern der Abverkauf (jetzt sind wir im Drogeriemarkt Ihrer Wahl), denn um an "Schwanz raus" teilnehmen zu können, muss man ein Kondom kaufen. Oder basteln (PDF downloaden, ausschneiden, aufkleben und und und). Womit die gesamte Mechanik leider etwas sehr Kontraproduktives kommuniziert: Kondome sind kompliziert. Und wer mit Ihnen zum Zuge kommen will, braucht Geld und Nerven.



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