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Guten Tag. Ich möchte gerne einen Termin mit Ihnen vereinbaren.

Ein paar Tipps aus der täglichen Praxis zum erfolgreichen Telefonieren - zur Telefonakquise

Über Google kommen vielfach Leute auf diese Seite, die einen Telefonleitfaden suchen.
Ich frage mich dann immer, was die damit vorhaben. Abpinnen und ablesen? Lachkrämpfe auslösen, anderen Leuten Arbeitszeit stehlen?
Telefonleitfäden sind für Hilfsarbeiter, für Leute, die nicht die richtigen Worte finden, die nicht zuhören können oder wollen, denen es an Empathie und rhetorischem Grundvermögen mangelt. Kurzum: Für die völlig uninteressierte 7Euro50-Callcenter-Aushilfe.
Und dann gibt’s im Netz und einschlägiger Fachliteratur noch jede Menge abenteuerlicher Tipps: „Stellen Sie ein Spiegelchen an Ihren Arbeitsplatz und lächeln Sie vor jedem Anruf hinein um sich in eine positive Grundstimmung zu bringen.“ oder „Nennen Sie Ihren Vor- und Zunamen, das schafft eine persönliche Beziehung“.
Kaspern oder verkaufen?

Telefonmarketing ist kein Hilfsarbeiterjob. Telefonmarketing ist, wenn man sich nicht gerade einen Top-Telefonakquisiteur leisten kann, Chefsache!
Schon deshalb, weil nie ein anderer, die eigene Sache mit vergleichbarem Herzblut, besserem Wissen rund um Produkt oder Dienstleistung, vertreten kann (vielleicht nicht mal der Profi).

Telefonmarketing ist mein Geschäft. Ich kann das. Ich kann das sogar richtig gut.
Als ich vor rund 10 Jahren damit anfing, bestand mein erster Auftrag darin, Klopapier in rauen Mengen an Krankenhäuser zu verkaufen. Gleich im ersten Gespräch war ich erfolgreich (und angefixt).
Später habe ich Fernüberwachungssysteme, Policen für Maschinenbruchversicherungen, Hard- und Software etc. am Telefon verkauft, habe Termine für Consultants und Handelsvertreter bei Klein-, Großbetrieben und Global Playern vereinbart, habe Menschen am Telefon neue Jobs vermittelt.
Seither weiß ich:
Telefonmarketing kann alles!

Natürlich gibt’s ein paar Dinge zu beachten, damit sich nicht nur die Telefongesellschaft, sondern auch das Auftragsbuch freut:

Keine Anrufe bei Privatleuten (die sind zu Recht verboten).
(Liebe Versicherungsvertreter: Ein Anruf in einer Firma, bei dem eine „Private Krankenversicherung“ beworben wird ist faktisch ein Anruf bei einer Privatperson.)

Das Konzept: Einfach mal lostelefonieren ist nicht.
Überlegen Sie, wie Sie Ihr Angebot besonders interessant gestalten können, mit welchen flankierenden Maßnahmen (Mailings immer erst in der Folge zu einem Anruf) Sie ggf. aufwarten können.
Welches Produkt, welche Dienstleistung ist für welche Zielgruppe besonders interessant?

Vorbereitung
Das Wichtigste: Die Adressen. Bevor Sie auf die Idee kommen einen Adressverlag mit Ihrem hart verdienten Geld zu erfreuen, nutzen Sie lieber den Sonntag Nachmittag für eine ausgiebige Internet-Recherche (openBC, Google etc.).

Und dann geht’s los.

Für den Fall, dass Sie jetzt noch irgendwelche Hemmungen haben: Kleiner Tipp.
Rufen Sie die Stadtwerke oder die Telekom an und kotzen Sie sich mal richtig über deren Service aus. Oder rufen Sie einen Freund oder Bekannten an und führen ein ganz normales Gespräch
(Aufwärmen macht nicht nur beim Sport Sinn).

Guten Tag. Ich möchte gerne einen Termin mit Ihnen vereinbaren.

Ich erwähnte wohl schon, das ich meinen Job so richtig gut beherrsche. Seit etwa 2 Jahren kann ich ihn noch besser.
Warum? Ich verrate Ihnen (m)ein Erfolgsgeheimnis:

Damals las ich in einem Forum von einer Gesprächseröffnung, die ich bei wirklich guten Telefonverkäufern zwar schon oft gehört aber bis dahin nie so richtig verarbeitet hatte. Ich probierte es einfach mal aus und beginne seither praktisch jedes Gespräch mit den einfachen Worten:


„Guten Tag Herr/Frau MüllerMeierSchmitz. Mein Name ist Herold von Hassenichgesehn und Co. Ich möchte gerne einen Termin mit Ihnen vereinbaren.“


>>>Pause.<<<

Mal ehrlich? Wie würden Sie reagieren?

Auflegen? - Ist noch nie vorgekommen. (Ehrenwort!)
Zum Kalender greifen und einen freien Termin suchen? - Kommt öfter vor als man glaubt.
Sich fragen, ob Sie den Wahnsinnigen kennen? – Passiert häufig, verlängert die Sprechpause.
Einfach mal fragen, worum es eigentlich geht? ... Genau!



Und an diesem Punkt sind Sie als Anrufer einen wesentlichen Schritt weiter. Sie haben nämlich die erhöhte Aufmerksamkeit (weil Sie gefragt werden), die Sie zur Unterbreitung Ihres Angebots brauchen.
Vergleichen Sie es mal mit den Anrufen, die Sie selbst bekommen. Da werden Sie doch meist erst mal zugequatscht...

Und von jetzt an können Sie eigentlich nicht mehr viel falsch machen (Kinderstube vorausgesetzt). Sie dürfen sich verhaspeln, sich versprechen, Details nicht wissen, sich in Ihrem Terminplaner gerade nicht zurecht finden, dürfen rhetorische Kapriolen schlagen. Macht nichts. Hauptsache, Sie vermitteln Ihre ureigenste Begeisterung für Ihr Produkt (bestenfalls in der 4P-Variante - Picture (Bild), Promise (Versprechen), Proof (Beweis) und Push (Aufforderung) - aber darüber kann jemand anders bloggen).
Schön ist es für Ihren Zielkunden zudem, wenn Sie ihm im Verlauf des Gesprächs zu erkennen geben, dass Sie etwas über sein Unternehmen wissen (Vorher mal auf die Webseite gucken).

Eines dürfen Sie allerdings niemals tun, weil man es meistens hört und weil der Schuss früher oder später nach hinten losgeht: Lügen. (nicht mal Schwindeln). Ein „Ich weiß es nicht“ ist immer die bessere Variante.

Und wenn der Angerufene dennoch nicht will?
Dann rufen Sie ihn wieder an. Nach 6 oder 3 Monaten, nach 2 Wochen und manchmal (wenn Ihnen noch was ganz Überzeugendes einfällt) nach 5 Minuten.

Telemarketing is coming home

Während die Engländer auf die Heimkehr des Fussballs wohl noch ein Weilchen werden warten müssen, können sie sich doch über die Wiederkehr diverser Call Center und damit über die Schaffung von Arbeitsplätzen freuen.

    Briten holen Call Center nach Hause

    Wer in London Probleme mit dem Bankauszug oder der Stromrechnung hat, kann mit seinem Anruf schnell in Bombay landen. Viele englische Konzerne haben ihre Call Center in den vergangenen Jahren nach Indien verlegt. Dort spricht die Auskunft ebenfalls Englisch, ist aber erheblich billiger. 50.000 Stellen gingen auf diese Weise in Großbritannien verloren. Jetzt allerdings hat eine Umkehrbewegung eingesetzt: Immer mehr Firmen holen die Call Center nach Hause zurück -weil im Umgang mit dem Kunden auch in Zeiten der Globalisierung Geld nicht alles ist.



Dazu auch: Swagatam Idiot!

Swagatam Idiot!

Indische Call Center-Mitarbeiter haben es auch nicht leicht. Nicht genug damit, dass sie für wenig Geld unter zum Teil unerträglichen Arbeitsbedingungen rackern müssen.

Nachdem US-Unternehmem Ihre Hotlines gleich reihenweise zum "Offshore Standort" Indien verlegt haben (die Hälfte der Top-500 US-Unternehmen lässt einen Teil der Informationstechnik-Aufgaben von Indien aus erledigen), nutzen viele US-Amerikaner die Supportlines zur Absonderung von wüsten Beleidigungen und sexuellen Anzüglichkeiten. Grund dafür ist wohl die Angst um den eigenen Job bzw. das Missfallen darüber diesen bereits gen Indien an sogenannte Cyber-Kulis verloren zu haben.

Es kann auch schon mal vorkommen, dass ein US-Radiomoderator bei einem Call Center anruft, und seinem Gesprächspartner erklärt: "... Du dreckiger Rattenfresser, ich werde kommen und den '-' aus dir quetschen" - es soll Leute geben, die das richtig lustig finden.

Die indischen Unternehmen versuchen dem durch die Anglizierung von Mitarbeiternamen oder "Akzentneutralisierung" entgegenzuwirken.

Der Unmut der indischen Call Center-Agents rief nunmehr auch Bollywood auf den Plan, welches das Thema in der TV-Show "The Call Center" aufgriff. Amis werden hier als arrogant, unmoralisch und auf komische Weise grob skizziert.
Vielleicht demnächst auf RTL2?

Weitere Infos gibt es beim San Francisco Chronicle

Telemarketing per Klick

Click-to-Call. Mit diesem Service möchte Google (nachdem Yahoo und AOL bereits mit ähnlichen Projekten gestartet sind) in Zukunft Inserenten und Interessenten näher zusammenbringen.

Zu diesem Zweck sind während der sog. Betatestphase verschiedene "Sponsored Links" mit einem zusätzlichen Symbol (Telefonhörer) ausgestattet.
Beim Klick auf diesen Hörer öffnet sich ein Eingabefenster, das den Interessenten zur Eingabe seiner Telefonnummer auffordert. Wenig später erfolgt dann der Anruf durch Google. Sobald der Interessent den Hörer seines Telefons abnimmt wird er mit dem Werbetreibenden (der somit auch die Kosten für das Telefonat zu tragen hat) verbunden.

Interessanter Aspekt dabei: Der Werbetreibende erhält von Google keine Kundendaten, weiss also zunächst nicht mit wem er da Kontakt aufnimmt bzw. für wen er da investiert.

Diverse Inhouse Call-Center, z.B. von Finanzdienstleistern, dürften sich in Zukunft über ein Mehr an vorqualifizierten Kontakten freuen.
Inwieweit dieser Dienst jedoch für kleinere und mittlere Unternehmen Sinn macht hängt vieleicht auch vom Innovationsvermögen unabhängiger Telemarketingdienstleister ab.

Zusätzliche Infos gibts in den Click-to-Call FAQ

Von Schmocks für Schmocks

forbes.com berichtet aktuell über besonders schlaue Zeitgenossen beim Massachusetts Institute of Technology (MIT) die z.Zt. einen sog. "Jerk-O-Meter". entwickeln

Der Jerk-O-Meter analysiert Stimmlage und Sprachmuster eines Telefonierenden, um auf dieser Grundlage das Eingehen auf den Gesprächspartner oder das Gespräch zu erfassen.

Lässt die Aufmerksamkeit des Sprechers zu sehr nach, gibts einen Hinweis "Don't be a jerk!". Liegt das "Engagement" hingegen bei nahezu 100 Prozent, wird der Telefonierende als "Smooth Talker" gelobt.

Besonderes Potential für diese gnadenreiche Erfindung sieht man in der Telemarketingbranche.
Ich bin zuversichtlich, dass das Jerk-O-Meter schon in Kürze fester Bestandteil des Call-Monitoring in deutschen Call-Centern sein wird.

Wie gesagt: Von Schmocks für Schmocks.

Boas notícias

Es ist ungleich schwieriger einem KMU-Geschäftsführer einen Präsentationstermin abzuringen, als einer dementen alten Frau am Telefon die Teilnahme an einer Lotto-Tippgemeinschaft aufzuschwatzen. So zumindest für eine ganze Reihe von Callcenter-Betreibern und deren Subs - rhetorisch und moralisch.

Nun hat Vater Staat vor einiger Zeit mit der Neufassung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) einen wichtigen Schritt hin zu mehr Präsentationsterminen bei kleinen und mittelständischen Unternehmen und weniger Beschiss im Durchwahlblock betreuter Wohnstätten unternommen.
Sogleich fanden sich findige Weiterhinbescheisser, teils motiviert durch das allzu laute Gezeter des DDV (Abermillionen - wenn nicht gar mehr - Arbeitsplätze fallen weg), und völlig enthemmt ob der rosarosigen Aussichten, die sich da woanders boten...

Zwar gibts auch weiterhin jede Menge innerdeutsche "Hallo-Sie-haben-schon-gewonnen"-Anrufe (wer hat schon den Nerv Gesetzestexte und DDV-Pamphlete zu wälzen, wenn er mit Verwirrten am Telefon kämpfen und den Überblick über den eigenen Telefonleitfaden halten muß), mittlerweile zeichnen sich jedoch revolutionäre, globale und komplett haftungsfreie Lösungen zur Überwindung der deutschen B-to-C-Outbound-Krise ab:

"Olá, é Blumenau, Brazil. Kanne isch sprechen mit cara Senhora, por causa de LOTTO?"
Europadruck

Akquise und Verkauf

Kein Angebot einfach so ins Blaue
Was mache ich, wenn der Kunde sagt: “Machen Sie mir ein Angebot.”, und ich bin noch gar nicht so weit?
Das Verkaufsgespräch mit dem vielversprechenden Interessenten
Worauf kommt es im Verkaufsgespräch an?
Wie man im Verkaufsgespräch Notizen macht
Warum überhaupt Notizen machen?
Wie man Trigger Events nutzt, um Kunden zu gewinnen.
Ein Trigger Event ist das Ereignis, das einem Kunden seinen Bedarf bewusst macht.

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