#GegenDieAngst

Wer, wie meinereiner, zeitlebens auch im Star Trek-Universum unterwegs war und vielleicht sogar noch die Folge "Der Planet der Klone" aus der Next Generation auf dem Schirm hat, der wird beileibe keinen vernünftigen Grund gegen Migration finden (gegen Assimilation schon, von wegen Borg. Aber das nur am Rande). Seither ist bekannt, dass selbst hochgradig intelligente und nahezu perfekt aufgestellte Gesellschaften evolutionstechnisch scheitern, wenn sie sich nicht immer wieder neuen Einflüssen stellen müssen.

Nichtsdestotrotz gibt es da natürlich immer auch Vorbehalte (selbst die Bewohner der Kolonie Mariposa und von Bringloid V waren nur durch gutes Zureden von Captain Picard und die Aussicht auf ungehemmte Polygamie zu überzeugen).

Insbesondere auf unserem Klasse-M Planet geht mitunter sogar die schiere Angst um. Genau dieser will sich, schon seit September diesen Jahres, das FinTech-Unternehmen Azimo (klingt auch ein bisschen nach unendlichen Weiten, ist aber vollends irdisch) mit der Initiative #GegenDieAngst entgegenstellen. Zu diesem Zweck lesen und kommentieren symphatische Menschen Kommentare eher unsympathischer Menschen aus Facebook und Co.



Azimo und Harvard engage! Communications lieferten zudem eine repräsentative Umfrage zum Thema Migration in Deutschland, quasi also Fakten in postfaktischen Zeiten.

Azimo Initiative

Hier findet sich die Studie.

Da könnte der geneigte, ggf. etwas eingeschränkte, Investigativrassist hellhörig und dann auch aufmüpfig werden. Denn schließlich bedient die Initiative ja genau jenen Personenkreis, aus dem sich wesentliche Teile der Kundschaft von Azimo rekrutieren: Migranten, die Geld ins Ausland senden. Womit die Initiative letztlich als – igitt - Werbung entlarvt wäre.

Klügere Menschen, Angehörige der Sternenflotte und bessere Werber werden wohl genau das goutieren. Denn die Initiative bietet das, was gute Werbung eben auch bieten sollte: HALTUNG.

Dennoch: Irgendwas ist schief gelaufen in Sachen Werbung Initiative. Denn bis heute wurde das YouTube-Video gerade mal 397 mal aufgerufen und 9 mal positiv bewertet. Da wäre es 2017 an der Zeit aus der Initiative eine Kampagne zu machen. Ich fürchte, Deutschland kann sie brauchen.

Geographie der Vorurteile

Sehr schön, was sich da der bulgarische Designer Janko Tsvetkow ausgedacht hat: eine Landkarte voller Vorurteile. So zum Beispiel, sehen seiner Ansicht nach die Amis unseren süßen kleinen Kontinent:



Aber natürlich ändert sich die Karte, je nach Perspektive. Sehr sehenswert: seine Karten, oder wie ich sie nennen möchte: Ante-Sarrazin-Werke

Ja, "ante", nicht "anti". Schließlich waren sie vorher da und sind nicht gegen was.

Krise? Nur ein Spiel ...

Überall hört man es zur Zeit: Krise. Was ist das? Laut wikipedia bezeichnet die

    "Krise (alt- und gelehrtes Griechisch - ursprünglich „die Meinung“, „Beurteilung“, „Entscheidung“, später mehr im Sinne von „die Zuspitzung“) (...) eine problematische, mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation."


Krise? Nur ein Spiel ...Da dies nicht zu dem Horror-Szenario passt, was immer in Verbindung mit diesem Zweisilber genannt wird, komme ich zu dem Schluss, dass es sich dabei nicht um ein eigentliches Wort, sondern um ein Akronym handelt. Die Frage ist nur: Welches?

Kein Risiko? Ist ewiges Leiden!

Kleine Runde idiotisch sabbelnder Egomanen?

Krank-renitente Idioten sprechen Ekelhaftes?



Ich weiß nicht. Kann wer helfen?

Geile Weiber haben Lust aufs F......

...orschen, natürlich. Was denn sonst? Gibt es eine andere Möglichkeit bei dem Text und dem Medium, dem Magazin der Max-Planck-Gesellschaft, der "Papier gewordenen Seriosität"? OK, es gibt Menschen, die meinen, der Text sei ein faux pas, ein PR Desaster, aber ob das stimmt?

Geile Weiber haben Lust aufs F......
    "Wir haben es uns einiges kosten lassen und junge Mädchen aus Nordchina aufgetrieben", heißt es in dem Text. Die Frauen würden demnächst "bei uns auftreten", hätten eine "verführerische Figur" und seien "heiß".

Das ist doch wieder typisch. Als gäbe es keine jungen Frauen in Nordchina mit verführerischer Figur? Und ist doch schön, wenn die alsbald bei der MPG auftreten und dort wie wild forschen. Wenn sie heiß darauf sind, um so besser.


Was also ist das Problem? Wahrscheinlich waren die Redaktuere von Spiegel Online einfach mal wieder Opfer ihrer Weltselbsterklärungsversuche.

Werbung für etwas, was mir normalerweise völlig egal ist.

Kochduell, Kocharena, Das perfekte Dinner, A kocht, B brutzelt, C tischt auf - ich kann es nicht mehr hören. Als ich mich während des Literaturstudiums, ehedem, gefühlt kurz nachdem der Strom erfunden ward, Theaterstücken annahm, war ein Zeichen niedriger Stände das konsequente Thematisieren von Essen. Sie hatten keine Themen. Sie waren weder willens noch mächtig, sich ihren Problemen zu stellen oder Verantwortung zu übernehmen.

Durch die völlige Konzentration auf das Naheliegendste und etwas sehr Instinktivem gelang es den handelnden bzw. gerade nichthandelnden Personen, alles, was sie aus ihrer Lethargie oder auch selbstverschuldeten Unmündigkeit hätte herausreißen können, zu ignorieren. Wie gesagt: ehedem. Und heute? Heute ist alles medialer, reihenhaus-ästhetisiert, aber inhaltlich hat sich nichts geändert.

Ja, auch ich esse gern. Aber rede ich darüber, dass und wie ich atme? Ebenfalls eine Selbstverständlichkeit, die keiner näheren Erläuterung oder Beschreibung bedarf. Das KOI schon.

Dorthin ward ich eingeladen, und es war phantastisch, denn wir hatten das wirklich schöne Restaurant ganz für uns alleine - und das haben die Besitzer wahrlich nicht verdient. Deswegen rufe ich hier alle auf, die mal weggehen wollen in Mannheim: Geht! Ins! Koi! Zum Essen. Zum Trinken. Und wenn man will auch: Zum Tanzen.

Das Besondere an diesem Restaurant ist aber nicht nur das Interieur, obwohl es wirklich wenig Lokalitäten gibt, bei denen man sich während des Essens ausstrecken, sich geradezu hinfläzen kann. 10 Gänge erwarten einen; alle erhalten dasselbe (für Vegetarier gibt es ein Extra-Menü); alles in einer Form und einer synästhetischen Vollendung, die weit über ein dämlich Schnittlauchgespränkel am Tellerrand hinausgeht. Nein, nein, das ista lles sehr, sehr geschmackvoll.

Warum waren dann so wenig da? Nun, es hatten mehr reserviert, die dann doch absagten. Würde der Chef nur noch reservieren, wenn einer seine Kreditkartennummer hinterlässt, die er dann zumindest mit 50% belasten könnte, würden weniger absagen. Andererseits vielleicht aber auch weniger reservieren. Obwohl: Am Preis kann es nicht liegen. 49 € ist mehr als anständig für

Amuse bouche: Avocado-Lachs-Bruschetta - Suppe von Hokaidokürbis mit Munbohnensprosse und Wasabi - Salat von roten Linsen mit Schafskäse und eingelegten Tomaten - Gefüllter Sesam-Pfannkuchen mit Pangasiusfilet - Rote Bete mit Kokos-Pepronihaube - Holunderbeerensorbet mit Ingwer
Hauptgang: Lammrücken auf Fenchel-Tomatensugo - Wirsing gefüllt mit Reis Shitakepilzen und Hirschschinken
Dessert: Weintrauben-Birnendessert unter Espresso-Ricottahaube - Winzerkäse an gekräutertem Apfel

Und auch der Wein war alles andere als ein Kostentreiber. Woran also lag's? Liegt es daran, dass man pünktlich sein muss/sollte?

Nun, bei den Fresszelten, die jetzt wieder allenthalben errichtet werden klappt es ja auch. Dort allerdings wird den Menschen ine Show geboten, so dass Sie sich wieder über nichts anderes als das Offensichtliche unterhalten können. Im KOI muss man das Gott sei Dank nicht, sondern hat genug Zeit, sich wirklich miteinander zu unterhalten.

Und wenn man dann nach gut und gerne dreieinhalb schnellen Stunden sich kaum mehr bewegen kann, man nur noch mit Mühe seine Schuhe wieder anziehen kann (damit darf man nicht aufs weiße Leder), kann man noch im dazugehörigen Club n Absacker zu sich nehmen. Der Eintritt ist für Gäste des Restaurants frei.

Wer also mal lieber essen gehen will statt essen zu schauen: N 5,2 in Mannheim.

Rügen

Nicht nur eine schöne deutsche Insel, auch ein schönes deutsches Hobby. Und damit wir uns nicht direkt mit dem auseinandersetzen, der/was uns missfällt, nutzen wir gerne Dritte, z. B. die Polizei, wie in dem bekannten Fall aus Mannheim:



Aber uns soll es hier nicht um Denunziantentum gehen, das im Falle von Frau Zehnbauer immerhin zu einem Vertrag mit SAT.1 führte, sondern um den Werberat. An den kann sich ja auch jede/r wenden, der meint, eine Werbung verstoße gegen die guten Sitten, sei sexistisch oder sonstwie diskriminierend, zu Falschem verleiten etc. ("Dummheit" wird als stark subjektiv bewertet und ist daher leider, leider kaum ein Grund für eine Beschwerde.)

Hier einige der Beispiele, von der wir der Meinung sind, die Werbung ist einfach nur scheiße - und am besten also nicht kaufen und schlecht darüber reden. Aber nun denn, es gibt halt welche, exakt 118 Personen, die machen sich die Mühe und gehen Umwege. Ob sie nun zufrieden sind? Schließlich wurden nur 30 gerügt. Und ist das alles soooo schlecht?

Als besonders krassen Verstoß gegen menschenwürdige Werbung bewertete der Werberat die Anzeige der Möbelfirma Heuberg-Wagner." schreibt Spiegel Online. Uns würde interessieren, ob jemand der Anzeige folgte und etwas bei dem beworbenen "möbel- und design (!!!) outlet" kaufte.



Keine Ahnung, was es daran zu rügen gibt. OK, das Design ist schlimm, der Text wirr, die Typo etwas dünn für ein mobiles Medium, aber da gibt es doch 10000 andere Beispiele, die nicht minder unausgegoren sind. Gerügt wurde aber der Slogan: "Schönheit kommt von innen - G&M Fleischwaren Frischdienst." Da muss man schon ziemlich wirr interpretieren, um daraus einen Angriff auf die Menschenwürde zu stricken. Entsprechend hat auch das Unternehmen reagiert: gar nicht!

Auch eher spaßig ist diese Begründung: "Frauenfeindlich, so entschied der Werberat: Die Anzeige missbrauche weibliche Nacktheit als Blickfang ohne irgendeinen Bezug zum beworbenen Produkt." Ich sehe schon das Ende der Tuning-Werbung auf uns zukommen. Und was ist mit Almette? Wahrscheinlich auch frauenfeindlich, weil hier männliche Nacktheit als Blickfang ohne irgendeinen Bezug zum beworbenen Produkt ge-, wenn nicht gar missbraucht wird.

Darauf kann man immer gehen: Adolf ist böse. Mit dem darf man keine Kommunikation betreiben. "Vor dem Hintergrund seiner Verbrechen wirkt der Zusammenhang mit Ahnenforschung besonders zynisch und trifft insbesondere Menschen, die unter dem Rassenwahn des Nazi-Regimes zu leiden hatten", schreibt das Gremium zur Begründung. Dass dieser Mensch ein Widerling ohne gleichen war, steht ja außer Frage, aber steht das hier wirklich zur Debatte. Übrigens: Meines Wissens gibt es einen Schwur, dass seine Nachfahren keine Kinder zeugen, um so dafür zu sorgen, dass das Böse nicht weiter lebt. (Mehr dazu und dem Stammbaum Hilters hier.)

In anderen Ländern geht man da anders mit um. Statt Rügen hagelte es hierfür Preise:


Deutschland auf der Hut

Das ist doch mal eine schöne Anzeige. So schön berechenbar. Und alles nur wegen eines schwarzen Trapezes in der unteren Bildmitte. Scheinheilig fragt die Mutter aller Scheinheiligen: Darf man mit Hitler Werbung machen?

Deutschland auf der HutHut Weber, "Hitler vs. Chaplin"

Und gibt die Antwort ganz vorsichtig selbst, indem Sie einen David (sic!) zitiert, der bei off-the-record.de dazu bemerkte, dass er "als Schweizer" immer wieder staune, „wie in Deutschland alles im Zusammenhang mit Hitler gleich zum Skandal wird.“

Das ist ja noch subtiler als die Anzeige ... :-)

Man spricht Deutsch - Porsche als Sprachwahrer

Porsche
Kaum zu glauben, es gibt noch internationale Großkonzerne, in denen Deutsch gesprochen wird. Die Porsche AG wurde jetzt als Sprachwahrer des Jahres 2007 ausgezeichnet, und das noch vor Rolf Zuckowski und einer CDU/CSU-Initiative zum sprachlichen Verbraucherschutz. Weiterer illustrer Preisträger war im vergangenen Jahr "Wir sind Papst" Benedikt.


Auf ots lesen wir dieses:

    Die DEUTSCHE SPRACHWELT gibt in ihrer neuesten Ausgabe, die zur Leipziger Buchmesse erscheint, die Sprachwahrer des Jahres 2007 bekannt. Bei der jüngsten Wahl unter den Lesern der Sprachzeitung gab die Porsche AG Gas und landete mit Vorsprung auf dem ersten Platz (33,8 Prozent). Dahinter gingen der Liedermacher Rolf Zuckowski (21,9 Prozent) und die CDU/CSU-Initiative "Sprachlicher Verbraucherschutz" (16,7 Prozent) auf den Plätzen 2 und 3 ins Ziel. Zuckowski schreibe für Kinder eingängige Lieder in ihrer Muttersprache, die fesselnder sind als die Musik aus der Konserve, hieß es. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion fühlte sich durch die Sprachwahrer-Nominierung der Initiative "Sprachlicher Verbraucherschutz" ermuntert, "für eine verständliche deutsche Sprache im Sinne aller Verbraucher einzutreten", so Verbraucherschutzbeauftragte Julia Klöckner.


Und warum hat nun Porsche diesen Preis erhalten?

    2005/2006 konnte ein Deutsch-Lektor auf Island einen Porsche-Geländewagen nutzen, um an Schulen für die deutsche Sprache zu werben. Überzeugt habe der Wille, mit dem bewußten Einsatz von Deutsch als Unternehmenssprache den Einfallsreichtum der Ingenieure anzuspornen. Andere Konzerne wie BASF flüchteten hingegen regelrecht aus der deutschen Sprache. Die Nominierung Porsches wurde auch kritisch gesehen. "Autobild" hatte bemängelt, daß sich "bei allem Einfallsreichtum der Ingenieure" in Presseveröffentlichungen überflüssige Anglizismen eingeschlichen hätten. "Hier kann sich der Autobauer mit Sicherheit noch steigern", meinte der Chefredakteur der DEUTSCHEN SPRACHWELT, Thomas Paulwitz. Die Auszeichnung zum "Sprachwahrer" solle dabei eine besondere Verpflichtung sein.


Also, Deutsch ist immer noch hip. Und es gibt mindestens einen Deutschlehrer, der mal ganz schön bequem unterwegs war. Glückwunsch!

Politiker treiben's immer bunter ...

13 Jahre, nachdem die Mutter der Schwester vor "roten Socken" warnte, wirbt nun die Tochter der Schwester mit

Schwarze Spitze?

Was wohl zu dem Treiben der Enkel der Großvater gesagt hätte, von dem überliefert ist: "Ich bin doch kein Polit-Mannequin."?

Nun, wir werden es nie erfahren. Aber was passiert, wenn man die Klamotten-URL eingibt, erfahren Sie hier:

"Politiker treiben's immer bunter ..." vollständig lesen »

Make-Up für drunter?

Was unter dem Kilt ist, weiß jedes Kind. Aber unter dem Tschador? Jetzt auch ...

Make-Up für drunter?Ach, wer's nicht versteht:
Lesen!

Und wer meint, das sei ein Fauxpas, der möge mir das doch mal erklären.

Danke.

Spiegel Online tat so als ob, hat's dann aber doch gelassen und erkannt, dass "Dove" viel witziger ist

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