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Krise? Nur ein Spiel ...

Überall hört man es zur Zeit: Krise. Dich was ist das? Laut wikipedia bezeichnet die

"Krise (alt- und gelehrtes Griechisch - ursprünglich „die Meinung“, „Beurteilung“, „Entscheidung“, später mehr im Sinne von „die Zuspitzung“) (...) eine problematische, mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation."

Da dies nicht zu dem Horror-Szenario passt, was immer in Verbindung mit diesem Zweisilber genannt wird, komme ich zu dem Schluss, dass es sich dabei nicht um ein eigentliches Wort, sondern um ein Akronym handelt. Die Frage ist nur: Welches?

Kein Risiko? Ist ewiges Leiden!
Kleine Runde idiotisch sabbelnder Egomanen?
Krank-renitente Idioten sprechen Ekelhaftes?

Ich weiß nicht. Kann wer helfen?

Geile Weiber haben Lust aufs F......

...orschen, natürlich. Was denn sonst? Gibt es eine andere Möglichkeit bei dem Text und dem Medium, dem Magazin der Max-Planck-Gesellschaft, der "Papier gewordenen Seriosität"? OK, es gibt Menschen, die meinen, der Text sei ein faux pas, ein PR Desaster, aber ob das stimmt?

"Wir haben es uns einiges kosten lassen und junge Mädchen aus Nordchina aufgetrieben", heißt es in dem Text. Die Frauen würden demnächst "bei uns auftreten", hätten eine "verführerische Figur" und seien "heiß".



Das ist doch wieder typisch. Als gäbe es keine jungen Frauen in Nordchina mit verführerischer Figur? Und ist doch schön, wenn die alsbald bei der MPG auftreten und dort wie wild forschen. Wenn sie heiß darauf sind, um so besser.

Was also ist das Problem? Wahrscheinlich waren die Redaktuere von Spiegel Online einfach mal wieder Opfer ihrer Weltselbsterklärungsversuche.

Werbung für etwas, was mir normalerweise völlig egal ist.

Kochduell, Kocharena, Das perfekte Dinner, A kocht, B brutzelt, C tischt auf - ich kann es nicht mehr hören. Als ich mich während des Literaturstudiums, ehedem, gefühlt kurz nachdem der Strom erfunden ward, Theaterstücken annahm, war ein Zeichen niedriger Stände das konsequente Thematisieren von Essen. Sie hatten keine Themen. Sie waren weder willens noch mächtig, sich ihren Problemen zu stellen oder Verantwortung zu übernehmen.

Durch die völlige Konzentration auf das Naheliegendste und etwas sehr Instinktivem gelang es den handelnden bzw. gerade nichthandelnden Personen, alles, was sie aus ihrer Lethargie oder auch selbstverschuldeten Unmündigkeit hätte herausreißen können, zu ignorieren. Wie gesagt: ehedem. Und heute? Heute ist alles medialer, reihenhaus-ästhetisiert, aber inhaltlich hat sich nichts geändert.

Ja, auch ich esse gern. Aber rede ich darüber, dass und wie ich atme? Ebenfalls eine Selbstverständlichkeit, die keiner näheren Erläuterung oder Beschreibung bedarf. Das KOI schon.

Dorthin ward ich eingeladen, und es war phantastisch, denn wir hatten das wirklich schöne Restaurant ganz für uns alleine - und das haben die Besitzer wahrlich nicht verdient. Deswegen rufe ich hier alle auf, die mal weggehen wollen in Mannheim: Geht! Ins! Koi! Zum Essen. Zum Trinken. Und wenn man will auch: Zum Tanzen.

Das Besondere an diesem Restaurant ist aber nicht nur das Interieur, obwohl es wirklich wenig Lokalitäten gibt, bei denen man sich während des Essens ausstrecken, sich geradezu hinfläzen kann. 10 Gänge erwarten einen; alle erhalten dasselbe (für Vegetarier gibt es ein Extra-Menü); alles in einer Form und einer synästhetischen Vollendung, die weit über ein dämlich Schnittlauchgespränkel am Tellerrand hinausgeht. Nein, nein, das ista lles sehr, sehr geschmackvoll.

Warum waren dann so wenig da? Nun, es hatten mehr reserviert, die dann doch absagten. Würde der Chef nur noch reservieren, wenn einer seine Kreditkartennummer hinterlässt, die er dann zumindest mit 50% belasten könnte, würden weniger absagen. Andererseits vielleicht aber auch weniger reservieren. Obwohl: Am Preis kann es nicht liegen. 49 € ist mehr als anständig für

Amuse bouche: Avocado-Lachs-Bruschetta - Suppe von Hokaidokürbis mit Munbohnensprosse und Wasabi - Salat von roten Linsen mit Schafskäse und eingelegten Tomaten - Gefüllter Sesam-Pfannkuchen mit Pangasiusfilet - Rote Bete mit Kokos-Pepronihaube - Holunderbeerensorbet mit Ingwer
Hauptgang: Lammrücken auf Fenchel-Tomatensugo - Wirsing gefüllt mit Reis Shitakepilzen und Hirschschinken
Dessert: Weintrauben-Birnendessert unter Espresso-Ricottahaube - Winzerkäse an gekräutertem Apfel

Und auch der Wein war alles andere als ein Kostentreiber. Woran also lag's? Liegt es daran, dass man pünktlich sein muss/sollte?

Nun, bei den Fresszelten, die jetzt wieder allenthalben errichtet werden klappt es ja auch. Dort allerdings wird den Menschen ine Show geboten, so dass Sie sich wieder über nichts anderes als das Offensichtliche unterhalten können. Im KOI muss man das Gott sei Dank nicht, sondern hat genug Zeit, sich wirklich miteinander zu unterhalten.

Und wenn man dann nach gut und gerne dreieinhalb schnellen Stunden sich kaum mehr bewegen kann, man nur noch mit Mühe seine Schuhe wieder anziehen kann (damit darf man nicht aufs weiße Leder), kann man noch im dazugehörigen Club n Absacker zu sich nehmen. Der Eintritt ist für Gäste des Restaurants frei.

Wer also mal lieber essen gehen will statt essen zu schauen: N 5,2 in Mannheim.

Rügen

Nicht nur eine schöne deutsche Insel, auch ein schönes deutsches Hobby. Und damit wir uns nicht direkt mit dem auseinandersetzen, der/was uns missfällt, nutzen wir gerne Dritte, z. B. die Polizei, wie in dem bekannten Fall aus Mannheim:



Aber uns soll es hier nicht um Denunziantentum gehen, das im Falle von Frau Zehnbauer immerhin zu einem Vertrag mit SAT.1 führte, sondern um den Werberat. An den kann sich ja auch jede/r wenden, der meint, eine Werbung verstoße gegen die guten Sitten, sei sexistisch oder sonstwie diskriminierend, zu Falschem verleiten etc. ("Dummheit" wird als stark subjektiv bewertet und ist daher leider, leider kaum ein Grund für eine Beschwerde.)

Hier einige der Beispiele, von der wir der Meinung sind, die Werbung ist einfach nur scheiße - und am besten also nicht kaufen und schlecht darüber reden. Aber nun denn, es gibt halt welche, exakt 118 Personen, die machen sich die Mühe und gehen Umwege. Ob sie nun zufrieden sind? Schließlich wurden nur 30 gerügt. Und ist das alles soooo schlecht?

Als besonders krassen Verstoß gegen menschenwürdige Werbung bewertete der Werberat die Anzeige der Möbelfirma Heuberg-Wagner." schreibt Spiegel Online. Uns würde interessieren, ob jemand der Anzeige folgte und etwas bei dem beworbenen "möbel- und design (!!!) outlet" kaufte.



Keine Ahnung, was es daran zu rügen gibt. OK, das Design ist schlimm, der Text wirr, die Typo etwas dünn für ein mobiles Medium, aber da gibt es doch 10000 andere Beispiele, die nicht minder unausgegoren sind. Gerügt wurde aber der Slogan: "Schönheit kommt von innen - G&M Fleischwaren Frischdienst." Da muss man schon ziemlich wirr interpretieren, um daraus einen Angriff auf die Menschenwürde zu stricken. Entsprechend hat auch das Unternehmen reagiert: gar nicht!

Auch eher spaßig ist diese Begründung: "Frauenfeindlich, so entschied der Werberat: Die Anzeige missbrauche weibliche Nacktheit als Blickfang ohne irgendeinen Bezug zum beworbenen Produkt." Ich sehe schon das Ende der Tuning-Werbung auf uns zukommen. Und was ist mit Almette? Wahrscheinlich auch frauenfeindlich, weil hier männliche Nacktheit als Blickfang ohne irgendeinen Bezug zum beworbenen Produkt ge-, wenn nicht gar missbraucht wird.

Darauf kann man immer gehen: Adolf ist böse. Mit dem darf man keine Kommunikation betreiben. "Vor dem Hintergrund seiner Verbrechen wirkt der Zusammenhang mit Ahnenforschung besonders zynisch und trifft insbesondere Menschen, die unter dem Rassenwahn des Nazi-Regimes zu leiden hatten", schreibt das Gremium zur Begründung. Dass dieser Mensch ein Widerling ohne gleichen war, steht ja außer Frage, aber steht das hier wirklich zur Debatte. Übrigens: Meines Wissens gibt es einen Schwur, dass seine Nachfahren keine Kinder zeugen, um so dafür zu sorgen, dass das Böse nicht weiter lebt. (Mehr dazu und dem Stammbaum Hilters hier.)

In anderen Ländern geht man da anders mit um. Statt Rügen hagelte es hierfür Preise:


Neue Show?

Nachdem wir es nun ja offiziell haben, dass bei uns Geschäftsideen vorgestellt und besprochen werden, stellen wir eben nun eine weitere, obwohl niemand der Furz abgebrannt wird, während es Torten auf ihn hagelt, ganz und gar nicht untypische japanische Show vor, die hier auch ihre Freunde finden dürfte.



Werbung mit Nachspiel - Ausgezeichnet!

Damma Glückwunsch, Heye & Partner, die ihr da den Deutschen Multimedia Award in der Kategorie Unterhaltung für eure Kampagne G-Shock Tough Test Team gewonnen habt.

So unterschiedlich können Meinungen sein. Aber wir bleiben bei der von
vor sieben Monaten, die sich angeblich (eurer Ansicht nach) eh viel zu wenig um die Kampagne denn um seine kommunikative Begleitung gekümmert hat.

Tja, errare humanum est.
Europadruck

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Gendermarketing

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Eigenwerbung!
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