Nur in Südafrika? "TDSL" schneller als ADSL

Was für eine schöne Nachricht, die ich aus dem Ruhrgebiet erwartet hätte, aber entweder sind die Brieftauben dort doch nicht so schnell wie ihr Ruf - oder unser Internet doch besser als sein selbiger.

Jedenfalls hat laut Bild online in Südafrika eine Brieftaube einen Wettlauf gegen das Internet gewonnen. Sie schaffte es, ...

..., schneller vier Gigabyte Daten auszuliefern als die angebliche Hochgeschwindigkeitsleitung (ADSL) eines Internetproviders!

Die Wettkampfstrecke: 85 Kilometer vom Callcenter der Firma The Unlimited zu deren Sitz in Durbans Vorort Hillcrest. Der Täuberich flog eine Stunde und acht Minuten. (...) Zusammen mit der Zeit für das Aufspielen und Herunterladen der vier Gigabyte von der Speicherkarte dauerte der Transfer zwei Stunden und sieben Minuten.

Zu dieser Zeit habe der Computer über die ADSL-Leitung gerade mal vier Prozent derselben Daten übertragen. Rolfe: „Wir hätten die Daten auf diesem Wege erst in zwei Tagen hier gehabt.“

Mal gespannt, ob es demnächst im Ruhrgebiet eine Firma gibt, die "Tauben-DSL" anbietet.

Claimvorschläge:
- Daten Schlag auf Schlag.
- Datentransfer wie im Flug.
- Ihre Online-Daten on Air
etc.

Kopfgeld

Kopfgeld ist jetzt sicherlich nicht einer der besten Filme aller Zeiten. Die Idee jedoch, Mel Gibson mal durchexerzieren zu lassen, wie es ist, wenn man den Spieß umdreht, Lösegeld verweigert und stattdessen ein Kopfgeld auslobt, die find ich nach wie vor sehr sehr inspirierend.

Heute landete ein Erpresserbrief auf meinem Schreibtisch.



Die Absender, als Unternehmen bereits 10 Jahre alt, im Entführungs- und Erpressungsgeschäft offenbar noch völlig unbedarft, geben ihre Identität preis: specifimedia
Sogar Übergabeort und -termin werden bekannt gegeben: dmexco, Köln 23/24.09.09, Halle 8/E031

Und ähnlich wie weiland Gary Sinise unterliegen die Damen/Herren Strategen von specificmedia einem folgenschwerem Irrtum.
Denn sie haben nicht unsere, wir haben ihre Zielgruppe. Schon lange.

Also, Jungs und Mädels von specificmedia: Schaufelt mal einen nicht unbeträchtlichen Etat, bitte in großen Scheinen, hier rüber.

Das Internet enthält neunzig Prozent Schrott

... sagt Joseph Weizenbaum. Und er muss es wissen, denn laut berlinonline hat
der gebürtige Berliner die Computerwissenschaft miterfunden, er brachte Maschinen das Sprechen bei, doch in den Siebzigerjahren wandelte sich der Informatikpionier zum Computerpessimisten. In seinen letzten Jahren sagte er immer wieder den Satz: "Das Internet ist zu neunzig Prozent Schrott."

Wo der Schrott ist und wie wir ihn erkennen, verrät uns Weizenbaum leider nicht... Aber vielleicht sind wir ja auch in der Lage, das selbst herauszufinden.

Interessant ist, dass wir im selben Artikel erfahren, dass "nur" vierzig Prozent des Twitter-Gezwitschers Nichtigkeiten sein sollen. Was? Nur vierzig Prozent? Nichtigkeiten sind demnach Bemerkungen wie "Ich esse gerade ein Brot". Herausgefunden hat das ein Marketingunternehmen, dessen Namen wir leider nicht erfahren.

Ob nun vierzig Prozent viel oder wenig sind, überlassen wir getrost dem Auge des Betrachters. Mein eigenes Twitter-Experiment ist übrigens von wenig Dynamik gekennzeichnet.

Denn erstens weiß ich gar nicht, was mir die schlauen Bemerkungen der Menschen sagen sollen, denen ich folge. Und - wichtiger noch - zweitens finde ich, dass man die Welt nicht mit Nichtigkeiten überfluten sollte. Anders als viele andere Menschen meine ich nicht zu jedem Zeitpunkt, dass genau dort der Nabel der Welt ist, wo ich mich gerade befinde. Gern lasse ich mich, über Twitter oder auch nicht, eines Besseren belehren. Vielleicht wird mein Experiment dann ja doch noch zur Erfolgsstory.

Interessant ist übrigens, worauf uns der Autor des berlinonline-Artikels am Schluss aufmerksam macht: Er verweist auf den Science-Fiction-Autor Sturgeons (1918-85). Er antwortete auf die Frage, ob nicht neunzig Prozent der Literatur seines Genres Schrott sei: "Neunzig Prozent von allem ist Schrott."

Da könnte was dran sein.

10 reale Thesen zur virtuellen Welt

Es ist Sommer und Zeitschriften wie Online-Portale wollen gefüllt sein. Spiegel Online wartet mit zwei Handvoll Überlegungen auf, auf die wir nicht groß eingehen wollen, aber auch nicht verschweigen.

These 1: Das Internet ist dumm - und das ist auch gut so.
These 2: Die Internetnutzer sind selbst schuld an dem, was das Netz gefährlich macht
These 3: Wer über die Gefahren des Netzes lamentiert, meint in Wahrheit meist schlechte Manieren
These 4: Wir sollten aufhören, den Exhibitionismus anzuprangern, solange wir den Menschen schamlos und ohne jede Hemmung durchs Wohnzimmerfenster starren
These 5: Wir brauchen eine neue Definition von Öffentlichkeit
These 6: Jugendschutz ist wichtig, aber nicht wichtiger als alles Andere
These 7: Die Staaten dieser Welt werden sich nicht darüber einigen, wie das Netz sein sollte
These 8: Es ist dennoch möglich, einen internationalen Minimalkonsens darüber herzustellen, welche Verbrechen geahndet werden sollten
These 9: Kulturpessimismus kann Wandel weder aufhalten noch in sinnvoller Weise formen
These 10: Die Vorteile eines freien Internets überwiegen seine Nachteile


Die Details gibt es dann dort.

0,00 € - Der Preis der Zukunft

Es war vor allem der Gründer der Drogerie-Kette "dm", Götz Werner", der die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens (aka "Bürgergeld"), in Deutschland bekannt machte. Nichts arbeiten und trotzdem OK leben können? Das soll gehen? Das darf und durfte nicht sein. Und ganz gleich in wie vielen Talkshows er auftauchte, die Ablehnung blieb hoch. Wohl zu revolutionär.

Nun hat Chris Anderson vor geringer Zeit mit einer ähnlich revolutionären Idee, den amerikanischen Markt aufgemischt und ein Buch geschrieben, in dem er versucht zu erklären, wie man Gewinn erwirtschaftet, ohne für Produkte und Dienstleistungen Geld zu verlangen. (Klingt auf den ersten Blick ja widersprüchlich, allerdings zeigen Google, YouTube, Twitter et al., dass es geht. ) Er nannte das Buch, völlig überraschend:

"Free".

Wer es lesen möchte: Das Buch gibt es selbstredend als kostenloses eBook.
Wer es lieber auf Papier haben will, der zahlt. Und auf Deutsch ist es noch nicht erscheinen, aber man kann es sich schon bestellen:


Und wer erst einmal einen ersten Eindruck gewinnen will, hier ein Sechsminüter aus einer der weltweit lustigsten und besten Talkshows:

The Colbert ReportMon - Thurs 11:30pm / 10:30c
Chris Anderson
www.colbertnation.com
Colbert Report Full EpisodesPolitical HumorTasers

Meta-Monitoring

Anthony Tjan hat kürzlich einen interessanten Beitrag über „Psychographics“ veröffentlicht. Psychografische Daten sind diejenigen, die - wie der Begriff schon andeutet - psychologische Hintergründe zu Surfern, Usern, Kunden, Käufern skizzieren. Grob gesagt könnte man von einer Meta-Ebene für ansonsten rein demografische Statistikdaten sprechen.

Wie wertvoll diese Daten für uns (als Marketer) sind, hat Tjan mit diesem hübschen Vergleich erklärt:

    “Or consider what information you might want to collect for a blind date. Demographics may be useful to narrow the pool down to, say 30-year old males in Chicago, but would that be enough? To choose your partner, you likely want to consider personality, interests, and values. Similarly, for customers to fall in love with your product or brand, you need to understand their personality and passions and see how those connect with your product or service.”
Meta-Monitoring

Ich mache immer noch häufig die Erfahrung, dass wahnsinnig oberflächlich mit Nutzerstatistiken umgegangen wird. Alle sind fraglos scharf auf Abrufe, Klickzahlen und Referer. Sobald es aber an die Interpretation dieser Daten geht, mag niemand mehr wirklich in die Tiefe gehen. Viele wollen eigentlich nur wissen ob Abrufe und Verweildauer steigen oder sinken und ob die Klick-through-Raten okay sind.

Dass die heutige Monitoring-Software viel mehr preisgibt, ist das Eine. Dass aber z.B. dank Social Networks und deren mittlerweile fast zum Standard gehörenden Einlog-Verfahren (z.B. Facebook Connect) noch nicht mal eine „eigene“ Community nötig ist, um einem Seitenbesucher ein aussagekräftiges Benutzerprofil zuzuordnen, ist das Andere (es geht hier nicht um Personalisierung, das wäre hierzulande natürlich ein rechtliches Problem!).

Fakt ist, dass wir technisch in der Lage sind, mit viel mehr als nackten Zahlen zu operieren, um mehr über Besucher, Kunden oder Interessenten herauszufinden. Das können durchaus anonyme Daten sein. Dennoch geben sie uns wichtige Einblicke, die helfen, unsere Marketingstrategien zu optimieren. Selbst die reguläre Marktforschung kann da schwer mithalten, da Befragungsergebnisse als "Pull-Angaben" völlig anders ausfallen als freiwillige "Push-Daten" und Interpretationen unbewusster Verhaltensmuster.

Wer jetzt bereits solche psychografischen Daten beobachtet, kennt seine Pappenheimer einfach konkurrenzlos besser und wird in der Kommunikation nie Schwierigkeiten haben. Das ist nachhaltiger Umgang mit Statistiken. Aber da Nachhaltigkeit zurzeit eher die Seltenheit im Unternehmertum ist, werden die wenigsten solchen Mehraufwand betreiben bzw. darin investieren wollen. (Viele, die es sich leisten können, stecken stattdessen lieber eine Menge kriminelle Energie und Moneten in regelrechte Spionage gegenüber Mitarbeitern und Kunden. Wie unfähig!)

Google-Doodle-Marketing



Virales Marketing war gestern, heute Morgen habe ich das Google-Doodle-Marketing erfunden und via Google Adwords für meinen Arbeitgeber zwei Anzeigen-Kampagne (u.a. für den neuen Shop serviette.de) bei Adwords zum Stichwort [Grundgesetz] eingestellt, weil Google heute zum 60. Wiegenfest des Grundgesetzes mal wieder – wie immer häufiger – einen Google Doodle auf der Startseite einblendet.



Ein Google Doodle ist dieses themenbasierte Logo, was Google bei besonderen Tagen auf der Startseite einblendet. Das Logo wird auf eine Suchanfrage verlinkt, heute eben auf das Stichwort „Grundgesetz“. Also habe ich das Keyword exakt gebucht. Weil offenbar kaum jemand auf das Stichwort bucht, reichen zunächst weniger als fünf Cent pro Klick, um allein auf weiter Flur mit seinem Werbebanner zu erscheinen. Weil diese Werbung zum Stichwort [Grundgesetz] natürlich alles andere als relevant ist, erhält man kaum Klicks aber gigantisch viele Einblendungen. Am späten Abend waren für beide Anzeigen jeweils mehr als 30.000 Anzeigen eingeblendet worden bei kumulierten Kosten von nicht einmal fünf Euro. Für Adwords-Experten: Aufgrund des schlechten Qualitätsfaktors von zwei wurden die Anzeigen in Relation zum Suchvolumen leider nur selten eingeblendet. Das heißt, dass man bei Gestaltung einer passenden Landingpage und bei dem damit verbundenen höheren Quantitätsfaktors sicherlich noch ein Vielfaches hätte erreichen können.

Ils sont fous, ces français!

Dass französischer Humor nicht jedermanns Sache ist, versteht sich von selbst. Einen gibt es aber, der es versteht, sich wie niemand sonst selbst zu inszenieren: Rémi Gaillard. Das Besondere an ihm: er wurde durch das Internet bekannt. Und er spielt mit Rollen und Klischees. Dabei nimmt er niemanden so richtig ernst, auch nicht sich selbst. Mit seinen skurrilen Filmen verdient der ehemalige Schuhverkäufer inzwischen sogar Geld. Kostprobe gefällig?



Ausführlich dazu Spiegel online

Die leise Qualität von Corporate Blogs

Mit etwas Verspätung (wegen technischen Mobbings seitens Cheffe) möchte ich noch einmal auf das Posting der Päpstin zu Corporate Blog-Flopping (inkl. Kommentare) zurückkommen.

Ich glaube, dass die echten Goldstücke aus den Reihen der Unternehmensblogs bei der Diskussion um Sinn und Unsinn des Corporate Bloggens oft zu kurz kommen. Wenn ich sage, dass die guten Beispiele unter den Tisch fallen, wird das für manche gleichbedeutend mit Flop sein. Dem ist aber keineswegs so! Stille Wasser sind tief. (hier bitte Chauvimodus unterdrücken)

Ein Blog ist kein Marktschreierstand und erst recht kein virales Video. Auch keine Suchmaschinenfutterkrippe. Man kann es so einsetzen, klar. Aber was das unschätzbare Potenzial einer Blogsoftware für ein Unternehmen wirklich ausmacht, ist die Möglichkeit, auf unkomplizierte Art beständig und authentisch zu informieren und direkt ansprechbar zu sein. Nicht mehr und nicht weniger. Der Anspruch auf 1000 Leser und 100 Kommentare am Tag ist oftmals eher Gift für eine unaufgeregte Marke. Ja, wir alle hier wissen das. Und tatsächlich machen es mehr richtig, als allgemein bekannt ist.

Ein schönes Beispiel ist das Froschblog. Da wird kein großes Bohei gemacht, sondern stetig Qualität geliefert, gut geschrieben, abwechslungsreich, informativ und das gar nicht langweilig. Genau so authentisch, wie ein Unternehmensblog sein sollte. Frei von Marktschreierei, Linkgebuhle und krampfhaftem Aufmerksamkeitsheischen.

Da entsteht der entscheidende Deut mehr Sympathie, mehr Vertrauen, mehr Nähe zum Kunden. Auf diese Art kräftigt das Froschblog ganz entscheidend seine Marke. Und zwar mit jedem Posting ein bisschen mehr. Das ist die Stärke dieses Tools. Wem das zuwenig erscheint, der kann in der Tat in den Prekariatsformaten unserer Wirtschaft versuchen seine Strohfeuer abzubrennen.

Ich hoffe dagegen, dass Beispiele wie jenes aus dem Hause Frosch – die wahren, schönen Guten – den Ruf des Werkzeugs Blog retten. Und wie die werte Kollegin schon schrieb: Die Chancen stehen gut.

Storytelling für die digitale Generation

Storytelling ist nach wie vor eine wunderbare Methode um Aufmerksamkeit zu lenken oder Kompliziertes zu vermitteln ohne zu langweilen oder zu ermüden. Nicht nur im Wissensmanagement und im Marketing ist das eine prima Sache.

Inzwischen häufen sich Beispiele gelungener Adaptionen dieser Technik für die Webzwonull-Welt, die bekanntermaßen besonders oft Schwierigkeiten mit länger anhaltender Konzentration und gezielter Aufmerksamkeit hat.

Erst kürzlich startete der Twitterdienst Pulp des scheinbar unendlich kreativen Teams von Unlike, der Krimis mit lokalem Bezug in 140-Zeichen „erzählt“. Das ist spannend. Man weiß nie, wann, wie, wo und wie schnell es weitergeht, was den Reiz noch erhöht. Dass es außerdem als großartiger Cityguide fungiert, ist dabei nur Nebensache.

Und gestern stolperte ich dank Marcel Weiss über Battlestarbook. Die Schnittmenge von Internetsüchtigen, Facebookusern und Kampfstern-Galactica-Fans dürfte recht groß sein. Battlestarbook präsentiert nun die ganze Kult-Saga so, wie sie als Facebook-Newswall (Nicht-Facebooker denken bitte an etwas ausgeklügeltere Xing-Statusmeldungen) aussehen würde. Sehr amüsant (für besagte Schnittmenge).



Auf diese Art entstehen eben heute durch die sozialen Medien Geschichten, Anekdoten, Episoden. Einfach, weil Informationen, Aktionen und Beziehungen in zeitlich analoger Form digital abgebildet werden. Und zwar personalisiert und damit für jeden direkten oder indirekten „Teilnehmer“ individuell.

Wer also der webaffinen Generation etwas erzählen möchte, kann seine Kreativität ruhig mal in die neuen Livestream-Medien schweifen lassen und mit puzzlebaren Mikro-Häppchen arbeiten. So fügen sich Geschichten nahtlos in das Leben der Zuhörer/Mitleser ein und werden dadurch viel lebendiger. Sozusagen erlebbar. Das kann sich nur verstärkend auf den Effekt des Storytellings auswirken.

Geballte Kompetenz

Frank Herold
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