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Mobile Commerce

Mobile Commerce 2011 – Das Smartphone als Shopping Companion.

Ein Gastbeitrag von Sandra Griffel, Director User Experience bei denkwerk


Das mobile Web ist im Alltag angekommen.

Sandra GriffelIn Asien schon lange selbstverständlich, setzt sich das mobile Surfen spätestens in diesem Jahr endgültig auch bei uns durch. – Dank Smartphones, Breitbandnetzen und Datenflats gehen laut ARD/ZDF Onlinestudie aktuell schon etwa 16% der Deutschen über 14 Jahren auch mobil ins Netz. Vor allem für die unter 30-jährigen „Digital Natives“ ist es inzwischen selbstverständlich das mobile Web zur Unterhaltung in Pausensituationen oder für als schnelle Informationsquelle für News/Verkehr/Wetter zu nutzen.

Aber auch als Shopping Companion, z. B. für den schnellen Preisvergleich und die Recherche nach Produkten und Dienstleistungen, wird das Mobiltelefon immer wichtiger. Trotzdem gibt es Hürden, die den endgültigen Durchbruch des Mobile Commerce bisher verhindert haben. Vor allem hinsichtlich der User Experience haben Shops im stationären Web nach wie vor die Nase vorne. Und so wechseln Nutzer auch heute noch spätestens, wenn es um die Kaufabwicklung geht, allzu oft das Medium.

Die Nutzer erwarten einen spezifischen Mehrwert von mobilen Shops, welcher das Manko des kleinen Bildschirms und der damit zwangsweise oft etwas schwierigeren Handhabung wettmacht. Dieser Mehrwert ist nicht allein durch eine optische Anpassung der Such-, Bestell- und Kaufprozesse zu generieren, sondern kann von innovativen Sucheinstiegen über Couponing bis hin zu Social Shopping Features reichen.

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Code it, write it, cut it, paste it, save it, load it, scan - and watch it

scan it

(Nachdem sich mein Handy gestern aufgehängt hat, als ich das Besserwerber-Logo scannen wollte, stieß ich wieder auf eines meiner Lieblings-QR-Code-Beispiele, den Hallo-Welt-Kornkreis in Google Earth. Es ist kein Wunder, dass die Dinger - und leider auch ihre moderneren Verwandten - in Europa irgendwie nie richtig aus dem Quark gekommen sind, nachdem so wenig Kreatives damit angestellt wird. Ich finde es schade.)

Hilfe! Was soll ich anziehen?

Das Wochenende steht fast vor der Tür. Und damit für viele Teenies die Frage "Was soll ich anziehen?". Ein Problem, das die anderen weit in den Schatten stellt, Pickel oder einen Handy-Absturz zum Beispiel. Gerade erfahre ich, dass es für das erstgenannte Problem jetzt die ultimative Lösung gibt: Qeep.

Die Verzweifelte kann ein Foto per Handy hochladen und allen Freundinnen gleichzeitig zugänglich machen. Da Mädchen ja bekanntlich alles gemeinsam machen, haben sie so sicher noch mehr davon. Angeblich ist das Web2.0 auf dem Handy.

Mit qeep können sich User gegenseitig ganz unkompliziert auf dem Laufenden halten. Sie können die kleinen Pausen des Alltags nutzen und so auf ganz spielerische und lockere Art mit den Freunden in Kontakt bleiben und neue dazu gewinnen. Die Mobile Community überträgt das Prinzip des Web 2.0 auf das Handy. Denn das Mobiltelefon bietet viel mehr Möglichkeiten als das bloße Telefonieren oder Versenden von Textnachrichten. Für 2008 wird prognostiziert, dass dieser Trend das Nutzerverhalten stark beeinflussen wird.


So freue ich mich jetzt schon drauf, wenn mir Scheffe seinen gerade frisch produzierten Cappuccino zeigt oder mein Neffe die neueste Lego-Creation. Ob man das allerdings braucht? Das wird wohl nur die Zeit zeigen. Auf jeden Fall ein Spielzeug mehr.

Dass man mit qeep Geld spart, ist vielleicht nicht so ganz wahr. Denn die Kosten für die Datenübertragung aufs Handy können bei der Kleiderwahl doch ganz schön ins Kontor hauen.

Telefonieren für eine bessere Welt

Ello Mobile ist ein belgischer Mobilfunkanbieter mit einer besonderen, wenngleich nicht neuen, Idee.

Sämtliche Gewinne, die das Unternehmen über Telefonie, SMS etc. erwirtschaftet, kommen einem guten Zweck zu.
Die Spendenprojekte werden von einer unabhängigen (königlichen) Kommision ausgewählt. Z.Zt. unterstützen die Kunden von Ello Mobile u.a. den Regenwald in Sumatra, mobile Schulen in Südamerika, indische Straßenkinder, Frauen auf den Philippinen, Kinder in Palästina...
Die Kunden haben bei Einrichtung Ihres Tarifs die Möglichkeit ein Spendenprojekt auszuwählen.

Stellt sich lediglich die Frage, ob und wieviel Gewinn das Unternehmen macht?

Einige TV-Spots des Mobilfunkanbieters gibts bei Coolz0r - Marketing Thoughts


Mein LOOX-Tagebuch – Letzter Teil: Warum denk ich nur an Dürrenmatt?

Ich hatte ja schon Freitag berichtet, das ich inzwischen kapiert habe, dass es sich bei dem LOOX-Teil um einen satelitten-gesteuerten Wegweiser mit unnötigem Schischi. Mir hätte es ja schon beim Auspacken dämmern müssen, als da auf einmal Dinge auf mich zukamen, für die ich keine Worte kannte.

Nicht zu töten, um seine Brut zu versorgen, ist das Ziel der Jagd des modernen homo urban, sondern zu zerstören, um zu verstehen. So scheint mir. Wir weiden keine Tiere mehr aus, sondern Tüten. Nur so kommen wir an das, was unseren Hunger stillt – wovon wir zumindest glauben, dass es das tut, denn leicht verdaulich ist das Ganze ja nicht, aber nun genug der Analogien.

Das Ding, das mich am meisten befremdete und meinen Pylorus verkrampfen ließ, da es in mir Assoziation weckte, die in den Bereich der Proktologie fallen, war die Halterung für das Teil mit so einem Riesensaugnapf, um die Halterung irgendwo festzumachen. Passat und Benzfahrer, aber auch Minivans klatschen das ja gerne an die Windschutzscheibe, was alles über diese Menschen aussagt. Nein, ich will nicht schlecht sprechen über jene Wesen ohne Hirn und Sinn für Schönheit, ich will es gar nicht. Genauso wenig wie ich den Umgang mit Menschen pflege, die ihr Mobiltelefon in einer Plastikhülle, im schlimmsten Fall noch am Gürtel tragen. Es gibt Grenzen und die sind da überschritten.

Doof nur, dass Ding sonst zu befestigen, da es ja in diesen Pseudodesignkutschen von heute nur noch Rundung…äh… organische Formen gibt. Ich frage mich ohnehin, warum es diese Befestigung gibt, denn in der Bedienungsanleitung steht ausdrücklich, dass man während der Fahrt nicht nie und niemals nie auf das Display gucken soll, was auch nicht einfach ist, da es rund 90% der Draufsichtfläche ausmacht. Noch geiler finde ich ja in diesem Zusammenhang, das man bei der Funktion „Navigator“ das Display, auf das man während der ja nicht und niemals nie schauen soll, nicht ausschalten kann, den Ton aber schon.

Wieder auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, wie das denn logisch zusammenpasst, finde ich Befriedigung in der Vermutung, dass die Programmierer und Fließbandarbeiter Anarchisten sind. Sieht man nicht immer mal Bilder von Unruhen in Seoul, oder so? Und bevor ich mich als Globalisierungs- und damit auch dort meist als Regimegegner zu erkennen gebe und Repressalien fürchten muss, mache ich doch lieber was Subtiles, bau eine Funktion ein oder aus, die entweder genutzt oder nicht vermisst wird.

Schulzeiterinnerungen tauchen auf. War es nicht die Quintessenz aus den „Physikern“: Es ist möglich – und was möglich ist, wird gemacht.

Ich finde so was ja toll. So wie früher die Steinmetze ja nicht nur Fresken, sondern auch Fratzen in die Fassaden schlugen, wie Programmierer gewisse Funktionen, z. B. den „Monster Kill“ (ich nenn’ den jetzt mal so) bei Apple einfach ins Betriebssystem gesteckt haben, so ist es doch auch möglich, dass in irgendeinem asiatischen Betrieb Menschen sitzen, die sich einen Spaß daraus machen, andere, vor allem Wessis (und damit ist hier die gesamte indoeuropäische Sprachgruppe gemeint) zu verarschen. In Europa machen das Verleger von Weisheiten schon lange, aber ich komme schon wieder vom Thema ab…

Nicht vom Weg. Ich muss ja sagen. Ich bin beeindruckt. Oder ist es doch eher Schock? Das Ding kennt die Geschwindigkeitsbegrenzung der Straße, auf der ich bin und warnt mich, wenn ich zu schnell fahre (+10 innerorts und +20 außerorts habe ich mal angegeben). Das ist schon sehr strange. (Nach diesem Test habe ich das Ding sofort wieder ausgemacht. Ich will nicht, dass sie mich holen. Sie wissen schon, wen ich meine, sie. Die überall sind. Alles wissen. Die uns ausspionieren. GAG! An so einen Verschwörungsmüll, freue mich aber, dass ich in meiner Bude kein GPS-Signal empfange :-))

Ich gebe also mir bekannte Adressen ein und lass mich von „ihr“ führen. Fuhr ich jahrelang falsch? Zumindest nennt sie mir Wege, die mich zumindest mental sehr in die Irre führen. Erst als ich „optimale“ Strecke eingebe, geht’s. Man kann dazu auch noch „kürzeste“ (viel Spaß mit der Funktion im Feierabendverkehr) oder „schnellste“ wählen. Sind dank dieser Einstellungsmöglichkeit alle Tankstellen auf dem Display als Logo eingetragen?

Ich bin mir sicher, es sind „Physiker“ – Anarchisten und Globalisierungsgegner, die sich in eine Fabrik haben einweisen lassen – wodurch die Horrorkopie in der Kaffeeküche („Die ganze Welt ist ein Irrenhaus – und das ist die Zentrale“) eine ganz neue Dimension erhält. Denn warum werden auf dem Display Tankstellen eingezeichnet, wenn ich doch a) nicht aufs Display schauen darf/soll und b) ich die Tankstelle ja allein dadurch erkenne, wenn ich durch die Windschutzscheibe gucke. Ist das etwas, was man in einer Präse vor Idioten Zusatznutzen nennt?

Ach, so nebenbei… Da sind auch Discos, Schnellrestaurants, Hotels etc. eingetragen. (Oder ist die Zielgruppe gar das Ü30-Publikum? Wie ich mal auf einem Parkplatz bei so einer Veranstaltung gesehen habe, kamen da doch sehr, sehr viele von ziemlich weit weg. Für sie ist das natürlich prima, wenn sie an dem Abend einen Körper zum Tieferlegen gefunden haben – schnell noch Chicken Wings und ab ins ibis?)

Aber von solche Gedanken mal abgesehen … Das LOOX funktioniert. Zum Teil, z. B. mit der Geschwindigkeitskontrolle, sogar fast schon erschreckend genau. Nur nach Hause bringt es mich nicht, was aber auch wirklich fies, weil ich in so einem Umfeld wohne, wo Architekten in den 70/80ern wiederum ihren Anarchismus ausleben konnten. Eine Straße, drei Reihen Behausungen, deren Nummerierung aus vielen, vielen Stringenzchen bestehen – ein Wunder überhaupt, dass wir hier Post und Pakete kriegen. Als ich hier einzog, brauchte ich drei Tage, um immer wieder zurückzufinden. Aber inzwischen klappt das ganz gut und auch das Teil schafft es bis auf rund 200 m genau (viel besser geht’s auch kaum, denn bis an die Straße gehe ich gut ne Minute).

Vielleicht werde ich es auch mal im Ausland nutzen. Dann werde ich natürlich hier wieder berichten. Ansonsten danke ich meinem Spender für dieses Teil und erinnere daran, dass ich gerne ein größeres und schnelleres Laptop hätte.

PS: Und ihr Hersteller: Mein Angebot steht. Gerne überprüfe ich eure Produktkommunikation auf Sinn und Sinnhaftigkeit. Meine Garantie:
Wahres für Bares.

Mein LOOX-Tagebuch – Teil 4: Erfasst und ergriffen

Raus! Das Einzige, was zählt, denn, wie berichtet, kein GPS in meiner Hütte.

Und wie wunderbar ist das denn, bei so einem Wetter im Grunde gezwungen zu sein, den Schreibtisch zu verlassen und mindestens 20 Minuten spazieren zu gehen.

Und so schlendere ich durch das beschauliche Heidelberg, erfreue mich der Sonnenstrahlen und versuche, Mörikes „Er ist’s“ zu rezitieren. Ich krieg’s nicht hin. „Blaues Band“, „Düfte“, „ahnungsvoll durchs Land“, ja, ja, so was, aber nicht so ganz (wer’s wissen will: Bitte sehr!). Ich bin einfach zu sehr abgelenkt.

Als ich meine erstes Handy hatte, war ich weniger schlimm, und doch schaute ich schon damals mehr oder weniger minütlich drauf, ob es noch an ist, ob jemand angerufen oder mir noch jemand, nach meinem Netzbetreiber, eine Textnachricht geschickt hat. War mir doch egal, dass kaum einer meine Nummer hatte und die, die sie hatten, keinen Bock die damals wirklich horrenden Festnetz-Mobil-Preise zu zahlen. Jetzt aber toppe ich das noch. Es ist ein Wunder, dass ich an keinen Laternenmast geknallt oder von einem Fahrradfahrer an- oder gar überfahren wurde. Glotz, glotz, glotz. Immer nur auf das Display. Und plötzlich tat sich was. Das Satelitten-Icon zeigte mir an, dass mich mindestens drei Orbitstationen erfasst hatte und ich war gewillt mir an die linke Brust zu schlagen und „Bereitmachen zum Beamen“ ins Nichts zu sprechen.

Jetzt haben sie mich also, dachte ich mir so. Das feire ich doch mal mit einem koffeinhaltigen Heißgetränk bei meiner Lieblingskaffeetante. Nicht, dass ICH nicht wüsste, wo der Neuenheimer Markt ist, aber weiß es LOOX?

Inzwischen weiß ich ja, wo der Stift ist, also rausgezogen und rumgehackt, zuletzt auf „Route berechnen“. Ich wartete und wartete und da war’s geschehen. Eine Grafik tat sich auf, ein orangener Balken wies mir den Weg an das in wenigen hundert Metern befindliche Ziel. Dazu natürlich eine Frauenstimme, die eine ganz wunderbare Eigenschaft hat, was ich in realiter doch sehr vermisse. Wenn man etwas tut, was nicht dem entspricht, was sie möchte, gibt es kein Gezeter, keine Vorwürfe, keine Diskussionen, sondern sofort den nächsten konstruktiven, eben: zielführenden Vorschlag. Dieser Aspekt sollte unbedingt mal in die Geschlechterdiskussion mitaufgenommen werden. Und vielleicht gibt es deshalb auch keine männlichen Stimmen in Navis (oder doch)?

Wie dem auch sei, endlich weiß ich, was das Ding und wozu das Ding gut ist. All der andere Kram wie MP3-Player und Spiele ist nur Schischi, der nicht wirklich stört (außer eben zu Anfang, wenn man glaubt, es verstehen zu müssen), aber den es auch nicht wirklich braucht. Als Navigationsgerät, ein Scheißwort finde ich, also noch mal: Als Wegweiser (eigentlich Wegsager, aber das klingt auch doof), also als Wegweiser macht das Ding richtig Spaß. Vor allem mir, vor allem jetzt als Fußgänger, denn es ist natürlich für Autofahrer konzipiert. Seine programmierte Logik bietet natürlich keine Gänge gegen die Richtung im Falle einer Einbahnstraße oder durch Hinterhöfe an. Aber zum einen, wie oben bereits erwähnt, irritiert „sie“ das null, zum anderen weckt es den Jungen in mir, wenn ich so wie gestern durch ein ruhiges Wohnviertel laufe, wo für gewöhnlich akademisierte Hausfrauen ihre Biolebensmittel natürlich nicht in umweltschädlichen Plastiktüten, sondern im Cayenne o. Ä. nach Hause transportieren (in einem Fair-Trade-Bastkorb befindlich) und plötzlich erschallt so mir nichts, dir nichts, ein „Nach Möglichkeit hier bitte wenden.“ aus der Hose.

Das macht große Freude. Schade nur, dass keine Leute auf der Straße waren. Ich werde das mal in einer Fußgängerzone machen müssen, wobei es da wahrscheinlich so laut sein wird, dass keine meinen Hosensopran bemerkt. Na, da wird mir schon noch was einfallen.

Jetzt schalte ich das Ding erst mal wieder aus. Es funktioniert. Und es funktioniert gut. Wie gut teste ich übers Wochenende in meinem 4-Liter-Auto.


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