Werbung für das Wesentliche



Heute ist der Tag des Kusses.

Always Missverständnis? Muss nicht sein ...

Kreativität ist immer auch eine Sache des Flows.

Und den braucht man auch, wenn er noch nicht da ist. Und was hier verklausiert nach einer Umschreibung im ZEIT-Rätsel klingt, ist nur die Überleitung für diesen wunderbaren Kurzfilm über ein Mädchen und seine Menarche.

hello flo Werbespot

Hoho, dass die deutschen Aseptiker bei Procter & Gamble, Johnson & Johnson, Beiersdorf etc. dieses Wort noch nicht für ihre Werbung entdeckt haben, ist wahrlich verwunderlich. Wir FachMÄNNER wissen natürlich, dass dies der terminus technicus der ersten Monatsblutung ist. Und eigentlich spricht ja nicht dagegen, diesen Begriff auch einem größeren Publikum bekannt zu machen, wo die Masse doch schon lernte, was "Frühstückscerealien" oder ein "Yieper" ist.

Mädchen und ihre Menarche - das hätte doch was. Klingt ein wenig nach Monarchie. Perfekt für die kleinen Prinzessinnen. Aber nein, noch ist man nicht so weit.

Lieber nimmt man Termini, die die Mädchen aus der Schule kennen: Regel (u.a. Grammatik), Periode (Mathe), Tage (z. B. freie -, Ferien-)

Sind wir so prüde? Selbst in den zumindest als noch prüder verschrieenen USA gibt es nun ein Angebot samt Website, das sich alles andere als scheu diesem Thema widmet.

In einem Spot ganz ohne weiße Hose, italienische Hotelzimmer, hellblauer Testflüssigkeit wird auch nichts von einer Geschichte voller Missverständnisse gefaselt, sondern ein "Care Paket" voller nützlicher Dinge angeboten. Einfach so. Einfach gut.



Noch eine blutige Anfängerin.

Mein lieber Vadda ...

Da hat sich Nivea an Weihnachten ganz schön in die Nesseln gesetzt. In dem Spot erzählt ein kleiner, süßer, blondgelockter Junge, worauf er sich am meisten an dem Fest freut: Man sieht Mutti und ihren Bruder und dann auch ... Oma. Sie ist es. Opa ist auch da, aber einer taucht überhaupt nicht auf: der Vater!

Das sorgte für einen ziemlichen Gegenwind, den die ansonsten ja sehr auf ihre Familientauglichkeit bedachte Marke so wohl nicht erwartet hat.

Am drastischsten formuliert das wohl Akif Pirinçci auf "eigentümlich frei":

    NIVEA war mal ein Familienprodukt – das heißt als man hierzulande unter einer Familie noch Papa, Mama und Kinder unter einem Dach verstand und nicht “Familie ist, wo ein Kühlschrank steht”, wie mal eine Schizo-Politikerin aus ihrem Sprechorgen gefurzt hat. Diese Zeiten sind anscheinend vorbei, denn offenkundig hat man inzwischen auch dem Beiersdorf-Konzern eingeredet, daß Mama heutzutage ein feuchter Durchlauferhitzer für herumstreunende Schwänze ist und Papa irgendso ein Depp, der mit seinem Kind und der “Mutter” über das Jugendamt und teure Anwälte kommuniziert.


Es gab sogar eine (nicht wirklich erfolgreiche) Onlinepetition gegen den Spot, und wir berichteten ja auch darüber.

Nivea Werbung Vatertag

Nun aber macht Niveau den großen Kotau - mit diesem Spot - und das auch super clever:



Nivea Kommunikation VatertagNivea Kotau?Wieder das Kind, wieder erzählt es, aber diesmal dreht sich alles um Papa, der ganz konventonell im Bett neben einer Frau aufwacht, aber ansonsten das große Solo mit dem Blag, bis er zurück in der Wohnung auf dem Sofa einschläft, wo die beiden von derselben Frau wie am Morgen , die mit keiner Silbe erwähnten Mama, belächelt werden.

Alles wieder heile, heile Gänschen?




#aufschrei: NIVEA against MEN?

Schöne Bescherung.

Da wollte die Beiersdorf AG mal einen echt zeitgeistigen Werbespot zu Weihnachten machen - und auf einmal gibt's Ärger. Zurecht.

Seit geraumer Zeit fehlt dem Creme-Produzenten mehr als ein U zum Niveau. Schon bei dem Spot zum "Stress-Deo" griffen sie schwer in die Klischee-Liste, die im umgekehrten Fall alle Voraussetzungen sexistischer Werbung erfüllen würde, aber nun ... rühren sich die Männerrechtler ... da ist sogar schon von Shitstorm die Rede ...

Dabei fängt der Spot in klassisch Kitsch an: Klaviergeklimper, blond-gelocktes Kind, das sich auf Weihnachten freut. Und Mama ist da. Und der Onkel. All das freut das Kind. Aber am meisten freut es sich auf Oma und Opa.

Nivea Werbung Weihnachten

Der Vater? Interessiert nicht. Das ist überraschend für ein Unternehmen, das ja sogar eine eigene Serie für Männer ins Leben gerufen hat. Aber haben die Kinder? Ist Jogi Löw Vater?

Nun: Wäre es umgekehrt, wäre der Shitstorm größer. Viel größer. Es würden Köpfe rollen. Zuerst der des Menschen, der für "Corporate Social Responsibility" zuständig wäre, schließlich es ja im Geschäftsbericht immer gern, dass sich das Unternehmen seiner sozialen Verantwortung bewusst sei und sie sehr ernst nähme.

Man stelle sich nun vor, dieser Mensch wäre ein Mann, der u.a. in Organisationen dafür plädieren würde, dass z. B. Väter ein Mitspracherecht bei der Entscheidung pro und contra Abtreibung haben müssten, da gäbe es wohl richtig Stress - und das auch für dessen Chefs. Aber bei Beiersdorf ist es selbstverständlich kein Mann.

Manuela Rousseau wird im Beiersdorf-Jahresbericht 2012 als "Diversity-Beauftragte" aufgeführt. Sie ist zudem "Mitglied bei Organisationen wie ZONTA ("Advancing the Status of Women Worldwide") und FidAR ("Die Initiative für mehr Frauen in die Aufsichtsräte"). Es handelt sich mithin um eine hochgradig engagierte Feministin" (Quelle), was ihr gutes Recht ist, wie es auch des fiktiven Mannes zuvor wäre. Aber wehe bei ihm gab's "n Geschmäckle", dass seine Arbeit von privaten Interessen möglicherweise gelenkt sei ...

Ist fair so schwer?


"#aufschrei: NIVEA against MEN?" vollständig lesen »

Gendermarketing II

Im Rahmen unserer kleinen Reihe "Werbe-Kolleg" haben wir ja deutlich gemacht, worum es beim Gendermarketing geht, nämlich das Geld von Frauen.

Dabei bleiben wir auch. So wird dieser Terminus auch für gewöhnlich eingesetzt. Aber es gibt auch eine Möglichkeit, diesen Terminus richtig einzusetzen, nämlich dass er Werbung FÜR ein bzw. zum Wohle eines Geschlechts macht - und so sieht sie aus:

Wenn Frauen das 1. Mal rot sehen ...

Bekanntlich ist die Geschichte der Menstruation einer Geschichte voller Missverständnisse. Und die Werbung zu diesem Thema ist meist schlecht. Es gibt Ausnahmen. Hier zum Beispiel ...

Außerdem sehr gut positioniert. Während in der normalen Tampon-Werbung stets junge Frauen zu sehen sind, die bereits so ihre Erfahrung mit diesem Zustand machten, der ja laut Bibel ein Fluch für die Frauen wegen der Verführung Adams durch Eva ist, ist es hier mal eine, UPS: Wortspiel, blutige Anfängerin. Sie kommt wahrlich sehr schnell mit der neuen Situation klar und macht das Beste daraus ...

Breaking Red
"Wenn Frauen das 1. Mal rot sehen ..." vollständig lesen »

Contrex gegen Komplex

Viele Menschen, vor allem Frauen, fühlen sich zu fett. Man müsste weniger essen, mehr Sport treiben, gesünder leben. Irgendiwe doch alles sehr normativ und letztlich demotivierend.

Die Agentur von Contrex griff nun die Idee der Fun Theory auf - und siehe da: Für die Aussicht auf einen irrealen, nackten Mann, der pink glitzert, strampeln sich Frauen richtig ab:



Contrex

Contrex - Ma Contrexpérience

Genderspezifische Marktforschung

An dieser Stelle haben wir uns ja schon sehr darum gekümmert, was Gendermarketing ist (z. B. unsere Definition bei Google auf Platz 1).

Im Grunde halten wir das ja immer noch für völligen Nonsense. Gutes Marketing ist immer genderspezifisch, denn gutes Marketing kümmert sich einen Scheiß darum, wie es um das 23. Chromosomenpaar bestellt ist; gutes Marketing kümmert sich um Menschen, genauer gesagt, um deren Geld, aber auch das hatten wir hier schon vollumfänglich und ewig gültig definiert.

Manchmal aber gibt es vielleicht doch etwas, was es lohnenswert erscheinen lässt, genauer über genderspezifische Marktforschung nachzudenken. So wie das hier ...

Das Ergebnis dieser höchstwahrscheinlich hochrepräsentativen Umfrage (und damit nicht zu vergleichen, mit den Statistiken, mit denen für gewöhnlich L'Orèal aufwartet ("95% aller Nutzerinnen spüren nach nur wenigen Anwendungen eine deutliche Verbesserung ihrer wasauchimmer"), wobei der Clou ja immer die Auflösung ist, wonach diese Prozentzahl auf eine Umfrage unter max. 300 "Anwenderinnen" basiert, ohne Verweis darauf, ob diese halbwegs repräsentativ oder von der Personalabteilung ausgewählt wurden), man kann nicht umhin, das zuzugeben, hat sich gewaschen:

Seminar "Männerversteherin - ein Seminar für Frauen"

Seminar "Männerversteherin - ein Seminar für Frauen"Eigentlich verwunderlich, dass sich Gleichstellungsbeauftrage noch nicht über ihre Jobbezeichnung aufgeregt haben. Klingt das nicht irgendwie sowohl anzüglich ("Stellung") als auch langweilig ("gleich")?

Naja, vielleicht liegt es daran, dass sie missionieren wollen ...

Jedenfalls ist das hier kein Witz. Das Seminar gibt es wirklich. An der Hochschule Niederrhein. Und diese Mail wurde auch versandt. Nur dumm, dass ich beim Copypasten Frauen und Männer vertauscht habe. Aber sonst ... 1:1 :-)

    Sehr geehrte Frauen,

    Frauen und Männer sollen zum Wohle der Organisation an einem Strang ziehen, statt Reibungsverluste durch klassische Missverständnisse in der Kommunikation zu produzieren. Deshalb ist zu wünschen, dass Frauen, die Männer führen, ebenso wie Frauen, die von Männern geführt werden, ein Stück weit zur "Männerversteherin" werden und die spezifischen Eigenarten männlicher Kommunikation verstehen lernen.

    Wegen der großen Nachfrage im letzten Jahr, bietet die Gleichstellung Interessierten die Chance auch diesmal in diesem Seminar zu erfahren, wie, in erster Linie, eine Brücke zwischen männlicher und weiblicher Kommunikation gebaut werden kann.

    Am 30.11.2012 haben acht Frauen die Gelegenheit, die Fallen für Missverständnisse aufzuspüren und im Weiteren zu umgehen.

    Möchte sie mehr zum Seminar wissen oder haben sie noch Fragen, melden sie sich bitte bei uns.

    Anmeldeschluss ist 25.09.2012



Ich habe ja mal gelernt, dass nur das einen Sinn ergibt, was auch als sein Gegenteil als geistreich angesehen werden kann.
In was für einer kranken Welt leben wir eigentlich?


Das kleine V

Auf Coloribus fanden wir das Tagebuch einer Vagina. Nein, das hat nichts mit dem Theaterstück "Vagina Monologues" zu tun, obwohl jenes jenes inspiriert haben mag:



Der Film führt dann auf eine Seite, wo registrierte Nutzerinnen angeblich ein virtuelles Vaginatagebuch fortschreiben können. Angeblich schreibe ich deshalb, weil ich nicht weiß, ob es stimmt. Aber vielleicht können Sie das ja überprüfen.

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