Da mir dazu die Worte fehlen, das Wesentliche aus Spiegel Online:
GM hat deshalb "Chevy Volt and me" komponieren lassen, einen Song nebst Tanznummer.
Es ist der weltweit wohl erste Versuch, eine mit Techniktermini vollgestopfte Pressemitteilung zu vertonen. Das Ergebnis ist (und in diesem Fall müssen abgedroschene Sprachbilder einfach mal erlaubt sein) ein Totalausfall, ein Kurzschluss, ein Blackout, bei dem in der PR-Abteilung alle Sicherungen durchgeschmort sein müssen.
Der Refrain "E for Electricity, V for Chevy Volt an me" ist zwar recht eingängig. Dennoch würde das Lied wohl selbst einem leidgeprüften Proficaster wie Dieter Bohlen Ohrenbluten bescheren.
Die länglichen, wenig schmissigen Textzeilen ("You get up to 40 miles of emission free clean energy") wurden von einem arhytmischen Werbetexter ohne Rücksicht auf Tempi und Tonleitern verfasst, so dass es übel holpert. Man muss der namenlosen Sängerin zugestehen, dass sie ihre Aufgabe, sich durch die PR-Lyrik zu leiern, tapfer absolviert - sie piepst und trällert, was ihr Stimmchen hergibt.
Ersteigern Sie ihn. Jetzt zu Weihnachten. Den Mann im Käfig. Zugunsten der AIDS-Hilfe. Da tun Sie was Gutes. Und er staubt nicht ein, dafür, wenn Sie wollen, ab. Einfach lohnend. Die Aktion "Heartbreaker". Im K21, Düsseldorf. Details? Finden Sie u. a. hier und hier:
Es will ja so gar kein Wahlkampf aufkommen. Wer dachte, das, was da zur Europawahl erschien, war nur deshalb so (gähn) wie es war, weil man sich die großen Kracher für die Bundestagswahl aufheben wollte, sieht sich getäuscht. Allenthalben Langeweile, die zumindest als "Programmwolken" ansehnlich sind. Es sei denn, man schaut genau hin. Einige Perlen sind schon dabei - und diese würden wir gerne (symbolisch) auszeichnen.
Der Preis für den schönsten Claim
... geht an die Piratenpartei. Ihr Claim
"Klarmachen zum Ändern."
ist einfach ein hübsches Wortspiel. Klar, es sagt nicht, was genau geändert werden soll, aber warum sich um Inhalte scheren? Letztlich will die eh niemand (egal, was wer sagt). Es ist einfach mal cleverer, als der Verweis darauf, dass "Deutschland" wahlweise "Unser Land" mehr oder es (?) besser kann.
Der Preis für Gutgemeint, aber mehr auch nicht
... geht an die Christdemokratische Union Deutschland. Ihr
"Wir haben die Kraft"
erinnert an einen Mann mit viel Muskelmasse, aber wenig Hirn. Er hat auch die Kraft, etwas zu bauen oder zu zerstören, aber zumindest bei ersterem muss man ihm sagen, wie er bauen muss. Ein Architekt hat nicht die Kraft ein Haus zu bauen, aber er weiß, wie es geht, damit es funktioniert und stabil bleibt. Als was sieht sich nun die Partei der Kanzlerin: Planer, Gestalter? Oder Maurer und Gipser?
Der Preis für maximale Glaubwürdigkeit und Transparenz sowie Ausschluss der Wahllüge
... geht zweifelsfrei an die Partei "Die Linke", da sie den Machttrieb von Parteien ("Wichtig ist nicht, was gesagt wird. Wichtig ist, dass man gewählt wird.") in ihrer Kampagne wunderbar kommuniziert:
Hach, welche Wohltat. Bei der Partei des SEDPDSWASG-Namenswandels soll jeder reich sein, um ihn dann als Reichen besonders besteuern zu können.
Das ist vielleicht nicht jedem so ganz einsichtig, aber hat es jemals eine Partei geschafft, vor der Wahl 100% auszuschließen, dass sie ihr Versprechen nicht einhält? Man muss halt nur einfach alles versprechen. Die Chuzpe muss man nur mal haben, es so deutlich zu tun.
(Wenn Sie auch was haben, her mit - oder bei sich bloggen.)
Weil ich mich gerade mit Games als Marketingkanal beschäftige, komme ich nicht umhin zu bestaunen, wie Spiele selbst vermarktet werden. Obwohl klar war, dass sich dort Technologie-Genies, enorme Phantasiebegabungen, an Sucht genzende Leidenschaft für das Produkt und eine Menge Geld tummeln müssen, habe ich nie näher hingeschaut. Es ist ein bisschen wie ein anderer Planet. Und ich beginne zu ahnen, was ich alles verpasst habe, allein schon, weil meine morbide Neigung toll bedient worden wäre.
Anlässlich des Releases von Resident Evil 5 findet just heute morgen in London eine "Schatzsuche" der etwas anderen Art statt. Hauptgewinn ist eine Reise nach Afrika. Man muss nur nach Körperteilen suchen. Für Arme oder Beine bekommt man zwei Punkte, für einen Torso drei und für einen Kopf sogar fünf Punkte.
Ich bin fast sicher, dass auch echte "Objekte" (so sagt Spielhersteller Capcom) dabei auftauchen, was aber den Erfolg dieser Aktion keineswegs schmälern dürfte.
Eine völlig andere Kamapage gibt es dagegen in LA: Die Idee ist ebenso blutrünstig, aber deutlich unzweifelhafter. Nach dem Motto "Give evil a shot!" wurde zum Blutspenden aufgerufen. Unter den Spendern werden massenweise Resident Evil-Promopacks verschenkt. Ein klares Statement zum Thema Blutvergießen in Virtualität und Realität als grundverschiedene Aspekte. Finde ich wirklich gelungen.
Das Super-Wahljahr hat ja bereits angefangen - und man darf gespannt sein, was sich in einer meiner Lieblingssendungen "Parteien zur Wahl" tun wird. Wie wird da wohl geworben werden? Und was passiert nach der Wahl?
Es dürfte zu erwarten sein, dass Journalisten das Neue erwarten und versuchen zu zeigen, wobei sie das ja auch nicht wirklich wollen, schließlich hieße das ja auch, ein Ende ihrer Privilegien. Was würde aus einem Werner Sonne, wenn er morgens nicht die "Hand aufs Herz" fordert? Wird er Mitarbeiter des möbelfakta-Teams, wobei ihm respektive seinem Zeigefinger die Aufgabe der Prüfung der Materialstärke von Schreibtischen und Pulten wohl zufallen würde? Und die Berater? Sie werden ebenfalls das Neue verkünden, aber gleichzeitig von "Evolution statt Revolution" sprechen und so dafür sorgen, dass sich aus Worten wenig ändern wird. Schließlich soll für diese Klientel alles so bleiben, wie es ist, es soll nur anders aussehen.
Und es gab ja eine Zeit, da galt es schon als Meilenstein der Interaktivität der Regierung, dass es den Podcast der Kanzlerin gibt. (Die Frau, die im Verdacht zwei, während einer Bundestagsdebatte locker 2 simkarten zu verbrauchen.) Aber nur zum Runterladen. Nichts da, um ihre Meinung zum Beispiel in diesen Blog einzubetten. So muss man also klicken, wenn man "Die Kanzlerin direkt" hören will.
Gegenbeispiel ist wie bei so ziemlich allem: der amerikanische Präsident.
Wenn man seine Ansprache mit der der Kanzlerin vergleicht, gibt es neben den technischen und optischen Unterschiede, vor allem einen Unterschied in der nonverbalen Kommunikation. Sagen tut sie auch vieles von dem, was Obama sagt. Aber sie sagt nicht alles, adressiert nicht alle und sagt vieles falsch. Das beginnt bei der Überschrift: "Nachhaltig Wirtschaften für die Zukunft" ist mit Verlaub ein Grund zur fristlosen Kündigung des Redenschreibers. Aber ist ist die dictio der Asepsis, die in Kreisen der Politk, Wirtschaft und Journaille üblich ist. Leider fehlt den aktuellen verfügbaren Personen sowohl der Mut als auch das Charisma, deutliche Worte zu finden. Und das erklärt den Erfolg der F.D.P. Sie sind zur Zeit die einzigen, die kurz und klar formulieren, was sie alles anders (sprich: besser) machen würden. Und nichts anderes wollen die Leute hören. Ob sie dann in Verantwortung wirklich so anders, sprich: besser wären? Nun, vielleicht. Gewiss würden sie dann darauf verweisen, dass sie ein schweres Erbe angetreten seien - und damit genau dasselbe fortsetzen bzw. wie es dann hieße: Die Kontinuität und Verlässlichkeit würde gewahrt. Andererseits gibt es ja Personen der F.D.P., die versuchen es zumindest anders zu machen.
Allerdings stehen ihre Clips in puncto Popularität nicht ganz so hoch in der Gunst der User wie die des Mannes, dessen Name den Wert für ein Auto, das nicht mal die Abwrackprämie wert ist, über den Preis steigen lässt, der für ein Auto erzielt wurde, dass der Papst einst fuhr. Übrigens: Auch sein Blog ist wengleich über F.D.P.-Niveau bei weitem nicht so populär wie das des US-Präsidenten.
Wenn das so weitergeht, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis es eine Art "Weihnachten 2.0" geben wird. Das wäre übrigens ein prima Termin für'n paar Tage frei, nämlich der 4. August.
Barack Obamas Auto auf eBay. Irgendwie scheinen uns die Amis selbst in puncto Abwrackprämie überlegen zu sein. Was wohl Basic dazu sagt? Oder gar Ratze, immerhin ist es nicht mehr weit und das Auto wird teurer als sein Käfer. Ist B.O. doch der neue Messias?
Wer schießt hier bloß auf wen? Und: die machen das traditionell. Wie viele Bürger haben die noch? Kommen die tatsächlich freiwillig? Warum machen die das?
Alles Fragen, die diese Anzeige aus dem Diezer Amtsblatt vom 12. November 2008 nicht beantwortet. Aber bestimmt wird es ein großer Spaß!
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