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Invisible Mercedes: Kreativ-Ökologie

Während Kreativwirtschaft allenthalben propagiert und von Städten und Gemeinden als DAS Ding schlechthin gepriesen wird (ist aber ein anderes, mehr als abendfüllendes Thema) und somit Kreativität und Ökonomie auch im Bewusstsein der Bevölkerung nicht länger als Naturfeinde angesehen werden, scheint dies bei Kreativität und Ökologie durchaus der Fall zu sein.

Es gibt ja wohl nichts Biedereres als Öko-Kommunikation: moralindurchsetzte Gutmenschenkommunikation. Die natürliche Reaktion eines normalen Menschen ist natürlich die Reaktanz. "Lasst mich mit eurem Scheiß in Ruh! Ich weiß, ich sollte, aber ich kann es mir nicht leisten."

Erfolg: das Gegenteil des Gewünschten. Man kehrt sich ab. Niemand will es sehen, niemand schaut hin, keiner interessiert sich. Das wird bei der Aktion von Mercedes-Benz ("Invisible Mercedes") garantiert nicht der Fall sein.

Eingefleischte James Bond-Fans werden sich vielleicht noch an den unsichtbaren Aston Martin aus "Stirb an einem anderen Tag erinnern" erinnern, die Kreativen der F-Cell-Tour taten es bestimmt, als sie auf die Idee kamen, das Auto verschwinden zu lassen.

"Invisible Mercedes" kommuniziert: Keine Emissionen, kein "Fußabdruck".
Und dabei sorgt "Invisible Mercedes" für große Augen. Für das Unsichtbare. Keine Belehrung, sondern Erkenntnis. Großartig!



"Invisible Mercedes" zeigt also, dass man auch Kreativität und Ökologie zusammenbringen kann.
Hat wer noch mehr Beispiele für "Kreativ-Ökologie"?

"Augmented Reality" - bald geht nichts mehr ohne

„Augmented Reality“ (AR) und „Mixed Reality“ begegnen uns immer öfter und in den verschiedensten Formen. Das ist kein Hype sondern ein begründeter, stabiler Trend. Gartner hat Augmented Reality bereits 2008 zu den TOP 10 Technologien unserer Zeit gezählt. Und Juniper Research prognostiziert diesem Sektor für das Jahr 2015 Einnahmen von $ 1.500.000.000.


Simpel ausgedrückt handelt es sich bei Augmented und Mixed Reality um eine Erweiterung oder Ergänzung des mit unseren "nackten" Sinnen Wahrnehmbaren durch eine oder mehrere weitere Informationsebenen. Möglich wird das durch ein mit entsprechender Software ausgestattetes "Gerät", das als Schnittstelle der vorhandenen Informationsebenen dient: Das kann ein Smartphone sein, ein Tablet, ein eReader, irgendein Computer mit Kamera, ein Screen am POS (vergl. digital-signage.info: Digital Signage deluxe – Wow!-Effekte mit Augmented Reality) oder eine Spielekonsole. Heutzutage omnipräsentes Equipment.


Sobald alle Informationen - die offensichtlichen wie auch die zusätzlich angebotenen - an so einer Schnittstelle zusammengeschnürt wurden, werden sie als Gesamtpaket wieder ausgegeben - meist in verblüffender oder beeindruckender Weise. 3D-Effekte, Hologramme oder aufwendige Animationen sorgen dafür, dass wir uns in Harry-Potter-Romantik oder einer Science-Fiction-Welt wähnen.


Das macht Augmented Reality zu einem Erlebnis und garantiert die begehrten Wow-Effekte. Wen wundert es also, dass diese Technik nicht nur für rein informative, praktische Zwecke genutzt wird, sondern vor allem auch in Games, in der Kunst, im Entertainment und natürlich: im Marketing.


Augmented RealityScreenshot: Augmented Reality Pop-up Book


Dank der im wahrsten Sinne des Wortes die Realität sprengenden Möglichkeiten können Kreative hier mal wieder so richtig kreativ sein. Und was noch schöner ist: auch die alten Holzmedien werden damit wieder jung und sexy.


Interaktivität - das Oxytocin der Werbung - kommt mit Augmented Reality aufs Papier. Ein aktuelles, kribbelndes Beispiel zeigt Helen Papagiannis' Popup-Book für das iPad2:





Visitenkarten - und genauso Printanzeigen oder Plakate - können dank Augmented Reality viel mehr Infos enthalten. Und zwar in weitaus charmanterer Form als gewohnt und mit äußerst eleganten Möglichkeiten für den alles entscheidenden Call to Action.





Anfangs waren viele Augmented Reality-Anwendungen noch für den Desktop-Rechner (z.B. beim Onlineshopping Kleidung "anprobieren", Make-up testen,...) oder den Point of Sale (s.o.) konzipiert. Aber mit dem Smartphone-Boom wird auch der Markt für mobile Augmented Reality-Apps immer umfangreicher und vielfältiger. Augmented Reality ist also portabel, was die Möglichkeiten der Anwendungen wörtlich grenzenlos macht.


Hinzu kommt, dass die ehemals exklusive Technologie immer kostengünstiger wird. Um das vermeintliche Luxus-Feature in eine mobile App zu integrieren, ist kein Starmarken-Budget mehr nötig. Deshalb wird Augmented Reality in Kürze erst zum guten Ton und dann zum Pflichtprogramm gehören.


Und damit noch nicht genug: Zukünftig wird entsprechende Software in noch allgegenwärtigen Dingen implementiert sein. Prototypen gibt es bereits zur Genüge: Brillen. Kontaktlinsen. Headsets. Sogar Autofenster.





All das lässt ahnen, was die Zukunft bringt. Der Information-Overflow, über den heute schon viele jammern, ist erst ganz am Anfang. Wir können - und werden - noch viel mehr Daten in unsere Gehirne und unsere Umwelt hineinstopfen (siehe auch: Internet of Things). Augmented Reality könnte damit nicht nur selbstverständlich sondern auch gewöhnlich und somit reizlos werden.


Das heißt, die eigentliche Goldgräberzeit für Augmented Reality ist genau jetzt!


Morgen ist es eine Commodity.





Wer tiefer ins Thema einsteigen möchte:


Für Details zur Bedeutung von Augmented Reality speziell fürs Marketing, garniert mit Zahlen und mehr Beispielen, empfiehlt sich diese Präsentation (30 Slides): AR For Marketers: Future of Consumer Interactions


Um über die neuesten Best Cases im Bilde zu bleiben, ist der AR Tweetmeme-Account sehr hilfreich. Ein Youtube-Alert http://www.video-alerts.com/ macht Sinn, falls man immer alles als Erster sehen will.


Wenn man es lieber vorgefiltert und kommentiert mag, ist das RSS-Abo bequemer: Die aktuell besten Blogs zum Thema Augmented Reality dürften das vom AR-Spezialisten Metaio betriebene Wordpress-Blog (die meisten Updates) und Augmented Planet (die beste Kuration) sein.

Natürlich gibt es auch einige sehr gute Beiträge aus deutschsprachigen Blogs. Zum Beispiel:


Basic Thinking Blog: Video über Augmented Reality: Spielfilmszenen an Originalschauplätzen sehen
und bei der karriere bibel gibt es das Erklärvideo von Common Craft

Es macht Spaß, die Entwicklungen auf diesem Gebiet zu beobachten. Langeweile kommt sicher nicht auf, und es hilft der Phantasie und Inspiration auf die Sprünge (wie sich wohl jeder denken kann, macht auch die XXX-Branche bereits sehr phantasievoll Gebrauch von Augmented Reality...). Fest steht, dass wir noch viel mehr zu sehen bekommen werden, als wir uns vorstellen können.

Virtuelle Engel

Schon vor geraumer Zeit schrieb Kollegin Ester Rudolph auf welche grandiosen Effekte durch das Zusammenwirken von Digital Signage und Augmented Reality enstehen können. Da scheint das Ende der Fahnenstange jedoch noch nicht erreicht. Kombiniert man nämlich großartige Technik mit einer großartigen Kampagne kommt sowas heraus:



BBH, London für Lynx bzw. Axe

Augmented Reality wird Marketing-Mainstream (Mädchencontent)

Augmented Reality Technologie wird immer häufiger am Point of Sale eingesetzt. Und nun beschränken sich die Beispiele nicht mehr auf "geekige" Produkte wie Lego. Auch für gar nicht technikaffine Produkte finden sich sinnvolle Anwendungen.

IBM hat zum Beispiel die EZface-Kiosks eines israelischen Spezialisten adaptiert und wirklich beeindruckende, feingetunete "Make-up-Tester" realisiert. Die sind augenscheinlich so gut, dass sie das elende "echte" Ausprobieren ersetzen. Das wird nämlich gerne mal zur Farce, wenn man mehr als ein Produkt testen möchte: Zuviel drauf, zuwenig drauf, abwischen, verschmieren, verfälschen durch Drübermalen, hinterher rumlaufen wir ein geschecktes Pony mit Ausschlag, unendlich viel Zeit verlieren. Muss gar nicht sein! Und: Man kann die Test-Bilder direkt an die beste Freundin schicken, um Feedback einzuholen. Es fehlt nur noch der digitale Prosecco.

Dagegen sind die "Anprobier-Applikationen", die man aus Online-Shops für Kleidung, Frisuren oder Sonnenbrillen kennt, Kinderkram. Diese virtuellen Spiegel sind aber natürlich trotzdem nicht nur für den Offline-POS ein Gewinn. Grundsätzlich eignen sich diese Augmented Reality Lösungen der "zweiten Generation" auch bestens für mobile Apps - oder gar Anzeigen in iPad-Magazinen...

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