Katholiken: Blut aus tausend Wunden

Blut Kirche

"Chef, wir haben ein Problem." Das sollte man vielleicht mal dem Papst sagen... Denn die katholische Kirche blutet. Und zwar heftig. Das hat gerade eine Umfrage von Faktenkontor und Toluna ergeben. Der Branchendienst PR-Professional meldet, dass 28 Prozent der Katholiken mit dem Gedanken spielen, aus der Kirche auszutreten.
Das nennt man dann wohl Imageproblem. Interessant dabei: viele denken, dass die Kirche auch ein Kommunikationsproblem hat.

    Für eine Mehrzahl der befragten 1.500 Bundesbürger sind die aufgedeckten Missbräuche nur ein Aspekt des Skandals. Ebenfalls skandalös ist für 88 Prozent der Deutschen die Krisenkommunikation der Kirche.

Erstaunlich daran finde ich vor allem, dass sich ganz normale Menschen Gedanken über Krisenkommunikation machen. Wer hätte das gedacht?

Die Top 10 Wege aus der Erfolglosigkeit für PR-Fachleute

Die Top 10 Wege aus der Erfolglosigkeit für PR-FachleuteKommunikation ist deine Leidenschaft. Nur zur Unternehmenskommunikation hat es bisher nicht gereicht? Keine Boilerplate nennt deinen Namen. Trotzdem nennst du dich PR-Fachmann? Macht nichts. Es gibt nämlich einen neuen großen Markt, in dem auch du mitmachen darfst und vor allem kannst. Und wenn du nicht weißt, wie, wir vom Besserwerber-Blog sagen dir es dir. Hier:


Die Top-10-Tipps für Erfolg 1a mit Internet 2.0:


1. Nenne dich ab sofort Social Media-Berater.
2. Melde dich bei Xing, Twitter, Facebook etc. an.
3. Rede in allen Netzwerken mit, egal worüber.
4. Starte ein Blog, nenne es "XYZ - das Social Media Blog".
5. Abonniere den Feed von Klaus Eck.
6. Schreib in deinem Blog, was all die anderen Blogger schreiben.
7. Entwickle eine Social Media-Studie, möglichst spontan.
8. Verfasse Social Media Guidelines.
9. Schreibe ein Social Media E-Book, nenne es
"Das XY-Manifest - Kommunikation der Zukunft".
10. Schreibe "Top 10 Listen für erfolglose PR-Fachleute".

Wer glaubt, dass das Satire ist: Schaut euch um und seht euch vor.

Pressekonferenz - die 7 goldenen Regeln

Man glaubt es nicht. Am Montag (!) war ich auf einer Pressekonferenz. Ich war dort zwar als Journalistin, aber die PR-Beraterin in mir schüttelte sich von Anfang an: "Wer macht denn am Montag 'ne Pressekonferenz?". Dazu kam, dass diese Pressekonferenz mitten in Düsseldorf stattfand, an einem Ort ohne Parkplätze. Man hatte zwar ein Parkhaus angegeben, aber den Weg vom Parkhaus zum Veranstaltungsort, den musste man selbst finden. Ein Schild für Ortsunkundige? Fehlanzeige! Also kam ich zu spät.

Der Saal war voll, meine Kamera, meine Unterlagen und ich mussten sich also auf einem Stuhl und auf dem Teppich ausbreiten. Und zu trinken bekam ich auch nichts. Dass dann nur Reden vorgelesen wurden, deren Manuskripte in der Pressemappe lagen, und das Highlight im Live-Schalten eines Internet-Auftritts bestand, machte die Veranstaltung komplett überflüssig.

Pressekonferenz Regeln

Und als ich das Parkhaus verließ, dachte ich an die 7 goldenen Regeln für eine Pressekonferenz:

1. Mache nur eine Pressekonferenz, wenn Du wirklich etwas zu sagen hast.
2. Versetze Dich in die Teilnehmer hinein: wann können sie am besten anreisen? Erfahrungsgemäß sind Montag und Freitag schlechte Tage, denn da ist auf den Straßen, in den Zügen und den Fliegern ohnehin schon genug los. Das selbe gilt für die Uhrzeit: morgens früh und abends spät ist immer schlecht.
3. Wähle einen Ort, der für alle Teilnehmer gut zu erreichen ist.
4. Achte darauf, dass ausreichend Parkraum vorhanden ist.
5. Sorge dafür, dass man Dich auch findet.
6. Sorge für ausreichend Platz und gute Akustik im Raum.
7. Erzähle etwas, das man nur dort erfahren kann. Gib denen, die wirklich kommen, einen Vorteil.

Man muss kein PR-Fachmann sein, um diese Regeln zu beherzigen. Man muss einfach nur seinen gesunden Menschenverstand einsetzen.

Die Bahn als Spaßbremse

Die Bahn als SpaßbremseBei der Bahn arbeitet man momentan wohl fieberhaft daran, sich als unsympathisches Unternehmen zu positionieren. Denn nur so ist es zu erklären, dass ein als Graf Dracula verkleideter Fahrgast nun ein Bußgeld zahlen soll, obwohl er im Besitz einer Fahrkarte war. Er hatte sie nur mit "Graf Dracula" unterschrieben und damit den Unwillen der wohl völlig humorfreien Schaffnerin erregt.
Denn eine Unterschrift auf einer Fahrkarte muss eben korrekt sein, auch wenn Karneval ist. So eine Meldung hilft dabei, das Image der Bahn als Behörde zu zementieren. Man hätte eventuell auch kulant sein können. Aber das hätte auch keine Schlagzeile gegeben...

Nichts ist unmöglich

Toyota galt ja bisher als Hort der Zuverlässigkeit. Wer ein solches japanisches Auto sein eigen nennt, dachte bisher, in puncto Reparaturanfälligkeit auf der sicheren Seite zu sein. Und jetzt geistert seit einigen Tagen das Schreckgespenst des Rückrufs durch den Äther. Die Bremsen sind betroffen, ein wirklich sicherheitsrelevantes Teil also.

Und schon sind die Marktforscher auf den Plan gerufen. Das Unternehmen puls hat die Toyota-Krise genutzt, um seine eigene Dienstleistung gut zu veranschaulichen. Die Nürnberger Experten haben Toyota-Interessenten gefragt, ob sie aktuell an ihrem Kaufwunsch festhalten. Jeder Fünfte von ihnen will nun von einem Kauf absehen und weitere 27 Prozent wollen erstmal abwarten.

Jetzt ist auch gute Kommunikation gefragt, denn gerade der deutsche Autokäufer versteht beim Thema Bremse keinen Spaß.

Puls-Geschäftsführer Konrad Weßner: "Nun kommt es auf ein aktives Krisenmanagement mit offener und verständlicher Kommunikation der Mängel an.“ Nur so könne vermieden werden, dass Toyotas Image als Qualitätsweltmeister Schaden nimmt.


Man darf gespannt sein, wie es weiter geht.

Presseverhinderer lieben Versalien

Leuteleute... Leider wissen scheinbar die wenigsten Menschen, was Versalien überhaupt sind. VERSALIEN, das sind schlicht Großbuchstaben.

VERSALIEN
Die sind ja an sich nicht verboten. Aber wenn irgendwelche PR-Fuzzis (und ich bin ja selbst eine davon) mir mit diesen Großbuchstaben auf den Geist gehen wollen, bitteschön. Beliebt macht man sich bei Journalisten anders.
Gerade redigiere ich eine Online-Nachricht. Das ist nichts Spektakuläres. Jemand hat ein neues Produkt entwickelt, wir berichten in der Fachwelt darüber. So weit, so gut. Wenn aber dieser Jemand meint, es wäre toll, wenn man seinen Firmennamen immer in VERSALIEN schreibt, dann täuscht er sich.
Wenn in den Medien alle Firmen-, Marken- oder Produktnamen so geschrieben würden, wie die Firmen das gern hätten, wären die Leser sicher ein wenig verwirrt. Die wüssten nämlich gar nicht mehr, wann man was groß oder in Versalien oder irgendwie komisch gemischt schreibt.
Gerade habe ich in einem Text sage und schreiben zehnmal den Firmennamen von Versalien in Gemischte (so heißt das, wenn vorn ein Großbuchstabe steht und es dann klein weitergeht) umgewandelt. Danach habe ich dann ungefähr fünf Mal den Firmennamen entfernt, weil das sozusagen Namen-SPAM war. Das macht wirklich keinen Spaß! Und ich mache das heute schon zum zweiten Mal!
Dass ich mit dem Text ansonsten nicht sehr gnädig umgehe, versteht sich von selbst. Dabei hoffen doch die Presseverhinderer, dass ich ihn möglichst unredigiert übernehme.
Ob ich beim nächsten Mal die selbe Geduld aufbringe? Oder den Text lieber ganz unter den Tisch fallen lasse?

Umfragen, die die Welt nicht braucht

Man muss sich immer wieder wundern, für was für Zeug Unternehmen noch Geld ausgeben. Die Programmzeitschrift "Hörzu" hat gerade mit Hilfe einer Umfrage herausgefunden, was wir doch schon lange vermutet hatten: Der Hund ist das beliebteste Haustier der Deutschen. Auf dem zweiten Platz folgt, wer hätte das gedacht, die Katze.

Was soll uns das sagen? Und was bringt das Hörzu? Mehr Anzeigen für Katzen- und Hundefutter? Die einzige Neuigkeit, die wir erfahren, ist, dass ein Viertel der Befragten den Delphin gern als Haustier hätten. Was? Ja richtig, den Delphin. Ob die den dann gern in der Badewanne halten würden oder im Aquarium, ist nicht überliefert. Und ob man bei Hörzu darauf spekuliert, dass dann auch Anzeigen für Fischfutter besser gehen, wir wissen es nicht.

Umfragen sind ja immer ein beliebtes Instrument, um auf sich aufmerksam zu machen, aber ob diese Masche wohl zieht?

Die Top Ten der Umfrage wurden komplettiert von Pferd (14 Prozent), Adler (14 Prozent), Pinguin (12 Prozent), Löwe (12 Prozent), Elefant (11 Prozent), Schimpanse (9 Prozent) und Pandabär (9 Prozent). Zur Auswahl standen 15 Tiere, Mehrfachnennungen waren möglich.


Das erstaunliche Ergebnis ist wohl darauf zurückzuführen, dass die wenig gängigen Tiere einfach ausgewählt werden mussten und dass Mehrfachnennungen möglich waren. Dass das Ganze dann wohl eher auf tönernen Füßen steht, was soll's? Man hat mal wieder von sich reden gemacht, und wenn es mit Delphinen und Pandabären ist. Die sind ja so süüüüüüüß.

Web 2.0 ist in den PR-Agenturen angekommen

Stefan Hertach von mediaquell macht uns darauf aufmerksam, dass inzwischen auch in PR-Agenturen und Pressestellen der Trend in Richtung Web 2.0 geht. Er fasst dabei eine aktuelle Studie von Faktenkontor und news aktuell zusammen.

Web 2.0 ist in den PR-Agenturen angekommenDie Studie hat ergeben, dass sich ein echter Wandel in der PR-Landschaft abzeichnet. Man denkt nicht mehr nur in klassischen Medien, sondern beteiligt sich aktiv am Web 2.0. Auch wenn Konzepte in diesem Bereich noch eher die Ausnahme sind, so haben die PR-Menschen erkannt, dass die klassischen Medien an Bedeutung verlieren.

Hertach:
    Damit zeigt sich, dass u.a. die schrumpfenden Leserzahlen, die Einstellung zahlreicher Printtitel sowie das Auftreten neuer Multiplikatoren (Blogger, Fans etc.) und Kommunikationsformen und -kanälen (Social Media, Online Portale, Aggregatoren, Kurznachrichtendienste, RSS-Feeds etc.) nun auch merklich die PR-Branche treffen.


Die PR-Branche hat jetzt neue Zielgruppen für sich entdeckt, zum Beispiel Blogger und Communities. Davon kann wahrscheinlich inzwischen jeder Blogger ein Lied singen, wird er doch mit mehr oder weniger relevanten Presseinformationen zum Thema (oder auch nicht) versorgt. Inwieweit es bisher wirklich gelingt, den richtigen Ton zu treffen, ist nicht bekannt. Denn sicher genügt es nicht, Presseinformationen eins zu eins an Blogger zu versenden.

Aber: das Schiff nimmt Fahrt auf. Man kann gespannt sein, welche neuen Wege sich für die PR-Branche im Zeichen von Web 2.0 wirklich als gangbar erweisen. Denn bisher wird vor allem noch viel experimentiert.

Vorstellung. Kraft.

Das Jahr geht zu Ende - auch für die Werber. Wer dieses Jahr noch keinen Preis gewonnen hat, für den wird es eng. Zumal eine der letzten großen Awards gerade vergeben wurde:

    obs-Awards 2009
    Die besten PR-Bilder des Jahres aus
    Deutschland, Österreich und der Schweiz


Der Titel ist für mich etwas befremdlich, zumal ich gar nicht so genau wusste, was ein PR-Bild ist. Nachdem ich mir das nun alles so angeschaut habe, weiß ich es auch nicht. Es ist Werbefotografie mit einem Photoshopanteil unter 25%. Oder so. Auch die Kategorien und deren Inhalt erscheinen mir eher wahllos denn systematisch. Aber wen interessiert's, was ich finde? Niemanden. Außerdem finde ich ja, dass das Siegerfoto in der Kategorie "Events und Kampagnen" aus der Hornbach-Reihe "Du kannst es dir vorstellen. Dann kannst du es auch bauen." zurecht ausgezeichnet wurde (falls DAS wen interessiert):

Hornbach: Der Schwimmer
Das PR-Foto des Jahres 2009 von Markus Müller

Tatzenschutz

Wenig Freunde macht sich derzeit der deutsche Outdoor-Bekleidungsmacher Jack Wolfskin. Er mahnt derzeit generalstabsmäßig ab. Und zwar Menschen, die irgendwie Geschäfte mit einem Tatzen-Motiv machen. Begründung: die Tatze sei markenrechtlich geschützt.

Einige Anbieter des Bastelportals verkaufen Artikel, auf denen Tatzen zu sehen sind. Das mögen die Wolfshäute gar nicht und versenden anwaltliche Kostennoten. Eine Zusammenfassung der Ereignisse gibt es beim Werbeblogger und auf Spiegel Online .

Bei Jack Wolfskin setzt man auf Härte und prügelt brachial auf alle ein, die irgendwie was mit Tatzen zu tun haben. Ich stelle mir nun die Frage:

Was ist denn mit Nachbars Katze? Die läuft doch hier durch die Pfützen und hinterlässt so manchen Tatzen-Abdruck. Und die vielen Hunde, die jeden Tag mit ihren Pfoten hundertfach Spuren auf Pflaster und im Matsch hinterlassen? Dürfen die das noch? Sie hinterlassen sie ja öffentlich, einsehbar für jeden. Wenn ich die jetzt fotografiere? Was passiert mir? Zahlt meine Rechtsschutzversicherung da noch?

Eins ist klar: Sympathien wird sich die Firma mit der Tatze so nicht erwerben. Denn ein Sturm der Empörung ist schon losgebrochen.

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