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Presseverhinderer: Hartnäckigkeit zählt

Presseverhinderer sind fleißige Kerlchen (auch in der weiblichen Form). Sie strengen sich mächtig an, um ihre hoch gesteckten Ziele zu erreichen. Sogar bei Deutschlands größtem Autobauer.
Kürzlich wusste der Chefredakteur einer Fachzeitschrift zu berichten, er hätte sich die Messe-Pressekonferenz dieses Unternehmens lieber gespart, weil sie für zwei Stunden angesetzt war. Welcher Journalist hätte schon zwei Stunden Zeit für ein einziges Unternehmen auf der für seine Branche weltweit größten Messe?
So ging er also zu dieser bedeutenden Veranstaltung nicht hin. Er wollte aber gern die Pressemappe haben, um trotzdem auf dem Laufenden zu sein. Also besuchte er nach der Pressekonferenz den Messestand und fragt höflich nach der Mappe. Die Mitarbeiterin dort wollte sie ihm nur gegen Vorlage seines Presseausweises geben.
Dazu muss man wissen, dass jeder Journalist auf dieser Messe seine Pressekarte um den Hals hängen hat. So sind die Journalisten wirklich gut zu erkennen. Er hatte übrigens bereits seine Visitenkarte gezeigt, die ihn als Chefredakteur auswies. Nun also auch noch der Presseausweis.
Da sein Verlag in Bayern ansässig ist, holte er den Presseausweis des bayerischen Verlegerverbandes heraus. Bemerkung der Presseverhinderin auf dem Messestand: "Diesen Ausweis erkennen wir nicht an." Irgendwie hat sie ihm dann doch noch die Pressemappe gegeben, so richtig glücklich hat sie ihn damit aber nicht gemacht.

Sony: Krisen-PR oder PR-Krise

Ein Gastbeitrag von Sven Lilienström, Inhaber der Agentur rheingewinn marketing & public relations.


Der Fall (von) Sony: Krisen-PR oder PR-Krise – die richtigen Worte entscheiden!

Jetzt ist er da. Der erste Super-Gau nach Fukushima und der zweite für die japanische Wirtschaft in diesem Jahr. Sony, der Gigant für Unterhaltungselektronik und Hersteller der Spielekonsole PlayStation, kämpft gegen ein drohendes Imagedesaster. Mit einer E-Mail an über 77 Millionen User entschuldigte sich der japanische Konzern für die Hackerangriffe auf das PlayStation Network sowie auf die Entertainment-Plattform Qriocity und gab somit das womöglich größte Datenleck in der Geschichte des Internets bekannt. Brisant: Auch Kreditkarteninformationen könnten in die Hände der Hacker gelangt sein.

Wie reagiert eines der größten und bekanntesten Unternehmen der Welt auf einen drohenden Image- und Vertrauensverlust? Welche Rolle spielen Formulierungen und „Wording“ in Sony’s Krisen-PR? Mit regelmäßigen Updates versucht der Konzern den Schaden zu begrenzen. Eine Analyse:

"Sony: Krisen-PR oder PR-Krise" vollständig lesen »

Presseverhinderer schreiben tolle E-Mails

Gestern war es mal wieder so weit. Ein echter Presseverhinderer hat mir eine E-Mail geschickt, die nach allen Regeln der Kunst verfasst war. Ein Wunder war schon, dass sie überhaupt durch den Spamfilter kam, so ganz ohne Betreff. Ich bekomme ja wirklich kaum Mails, was brauche ich da noch ein Betreff?

Und der überaus informative Text hat mich so richtig neugierig gemacht, den Anhang zu öffnen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Anlage übersenden wir Ihnen die aktuelle Pressemitteilung unseres Kunden XXX mit Sitz in (Ort, falsch geschrieben), verbunden mit der freundlichen Bitte um redaktionelle Berücksichtigung und Zusendung eines Belegexemplars bzw. des entsprechenden Link.

Das Fotomaterial steht Ihnen frei zur Verfügung, wir weißen (sic!) jedoch ausdrücklich darauf hin bei der Verwendung des XXX-Fotos unbedingt die Quelle zu nennen.

Für weitere Informationen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Nun, Rechtschreibfehler sollten auch in Anschreiben zu Pressetexten möglichst nicht vorkommen, aber über die könnte man ja noch hinwegsehen... Frage ist nur: wer braucht eigentlich das Anschreiben? Ob eine Pressemeldung persönlich adressiert sein muss oder nicht, liegt sicher im Auge des Betrachters. In dieser Kombination hat unser Presseverhinderer allerdings so richtig ins Schwarze getroffen.

Was mich am meisten mit Sorge erfüllt: der Mann ist von Haus aus Journalist. Er müsste doch wissen, was man da so lesen möchte...

Presseverhinderer sitzen auch in der Bundesregierung

Eigentlich dachte ich ja, unsere Regierung hätte das Spiel mit den Medien relativ gut drauf. Nicht zuletzt sollte doch Ex-heutejournal-Mann Steffen Seibert ein Garant dafür sein, dass professionell ans Werk gegangen wird.
Etwas weniger professionell geht es bekanntermaßen im Bundesfinanzministerium zu, wo man ja auch gern mal den Pressesprecher vor laufenden Kameras rügt. Es ist also kein Wunder, dass gerade in diesem Ministerium tolle Gepflogenheiten herrschen.

Gerade wollte ich eine Info-Grafik aus dem Pressebereich des Bundesfinanzministeriums verwenden, da fiel mir der kleine Vermerk auf:

Hinweis
Die Weiterverwendung der Bilder ist nur nach vorheriger Vereinbarung mit dem Bundesministerium der Finanzen bzw. der Bundesbildstelle erlaubt.


Ein Link verweist mich dann auf die Website der Bundesbildstelle, die mir acht Bildschirmseiten mit Liefer- und Geschäftsbedingungen zumutet. Ich verzichte lieber auf die Grafik und suche mir anderes Material. In vier Tagen ist Redaktionsschluss. Bis dahin hab ich bestimmt keine Genehmigung von denen. Nicht auszudenken, was wäre, wenn ich für die Tagespresse arbeiten würde...

Presseverhinderer mögen's lang

Boaaaaaaah! Gerade hab ich eine Pressemeldung gelesen, die hat mir echt die Zehennägel hochgerollt. Eine Headline zum Fürchten, echt. Hier kommt sie:

Yakima, ein führendes Unternehmen in der Entwicklung und Herstellung von Fracht-Management-Ausrüstung für Fahrzeuge, kauft Hubco Automotive Ltd., den führenden Entwickler von Tragvorrichtungen im Automobilbereich, und erweitert damit sein nationales und


ja, und da bricht sie ab. Mehr Zeichen hatte das Online-Formular des Presseportals einfach nicht anzubieten. Schade, oder? Wir hätten doch gern erfahren, was da jetzt so Wichtiges erweitert wird. Schon als erster Satz nach der Headline wäre dies ein wirklich richtig spannender Satz gewesen, der sich zu lesen gelohnt hätte.

Interessant ist, dass das Unternehmen für diesen Blödsinn eine PR-Agentur beschäftigt. Meine völlig unmaßgebliche Meinung zu diesem Thema ist, dass es ja die Pflicht der Agentur gewesen wäre, das Unternehmen darauf hinzuweisen, dass eine solche Headline nicht so vorteilhaft ist.

Aber gut. Ich hätte zur Not noch Kapazitäten frei. Für Yakima.

Kann jeder Video?

Bald ist Weihnachten... Vielleicht für den einen oder anderen die Gelegenheit, sich ein Buch zu wünschen? Aus diesem aktuellen Anlass hier eine kleine Empfehlung:

Bewegtbilder im Netz werden derzeit viel diskutiert. Und so gibt es auch eine Fülle an mehr oder weniger gelehrten Büchern zum Thema. Die Autoren Konstanze und Horst Werner haben ihren Beitrag zu Thema abgeliefert. Mit "Jeder kann Video" haben sie ein Buch vorgelegt, das vor allem eins macht: Lust aufs Ausprobieren.
Mit vielen praktischen Tipps zeigen sie auch Anfängern, dass es sich lohnen kann, einfach mal sein Talent an der Kamera zu erproben. Man muss ja nicht alles gleich veröffentlichen. Schritt für Schritt erläutern sie auch technische Begriffe und zeigen, wie man sich selbst auf die Probe stellen kann.
Außerdem liefern sie eine Fülle von Material zum Testen. Das steht - wie könnte es anders sein - im Internet zum Download zur Verfügung.

Dieses Buch ist keine gelehrte Abhandlung über das "soll ich oder soll ich nicht?". Es ist auch kein Leitfaden für PR-Experten, die ihren Kunden gern, weil es hip ist, Filme für ihre Website aufschwatzen möchten. Es ist die Ermunterung, sich an einem anderen Medium zu versuchen und systematisch mit seinen Möglichkeiten umgehen zu lernen. Nicht immer werden dabei brauchbare Ergebnisse herauskommen. Manchmal vielleicht schon.

Mir hat das Lesen des Buches Spaß gemacht, weil es flott geschrieben und gut zu lesen ist. Es hat mir bei einer langen Bahnfahrt Gesellschaft geleistet. Eines muss man allerdings sagen: Aufgrund der vielen technischen Erklärungen wird es wahrscheinlich sehr schnell veralten. Denn sehr detailreich schildern die Autoren Kameras und Programme. Bei der rasanten Halbwertszeiten von Hard- und Software werden sie bald eine zweite Auflage nachschieben müssen.
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