Etablierte Medien sind schneller, News halten sich länger in Blogs

Es gibt mal wieder eine neue Studie zur Verbreitung von Nachrichten. Sie wurde von Wissenschaftlern der Universität Ithaca (Bundesstaat New York) durchgeführt. Wichtigstes Ergebnis: Etablierte Medien bringen Nachrichten im Schnitt 2,5 Stunden vor den Bloggern an die Öffentlichkeit. Das meldet newsroom.de. Dafür halten sich die Nachrichten in Blogs länger als in den etablierten Medien, nämlich bis zu einer Woche.

Medien, News, BlogsDas ist ja an sich schon interessant. Viel interessanter finde ich allerdings, dass überhaupt jemand die Blogs in eine Reihe mit den etablierten Medien stellt, und dass das nicht irgendjemand ist, sonder ernst zu nehmende Wissenschaftler. Oft genug werden Blogs ja einfach gar nicht ernst genommen. Hier aber zeigt sich, dass inzwischen die Blogs als eine von vielen Nachrichtenquellen anerkannt werden.

Wir können also beruhigt konstatieren: Blogs gehören dazu. Auch bei der Nachrichten-Verbreitung.

Journalisten attestieren PR eine hohe Glaubwürdigkeit

Oft könnte man meinen, es herrsche Krieg zwischen Journalisten und PR-Menschen. Da wird auf beiden Seiten geschimpft über mangelnde Sachkenntnis und wenig Entgegenkommen. Vor kurzem hat der djd Journalisten zur Qualität von PR-Material befragt.

Journalisten und PR

Das Ergebnis erstaunt relativ wenig: gute Bilder sind begehrt. Denn ständig sind Journalisten auf der Jagd nach Bildmaterial, das ihr Medium interessanter macht. Doch die Realität liefert oft nur langweilige Produktfotos und keine Pressefotos, die diesen Namen verdienen.

Ganz unten auf der Beliebtheitsskala der befragten Journalisten steht übrigens der Redaktionsbesuch. Er kommt noch nach dem Werbematerial. Also: Redaktionen nur dann besuchen, wenn es wirklich etwas wichtiges zu besprechen gibt.

Trotz allem macht uns PR-Professional auf ein interessantes Detail aufmerksam:

    41 Prozent der Medienbeiträge enthalten immerhin 20 bis 39 Prozent PR-Material. Mehr als jeder dritte Beitrag basiert sogar zu mehr als 40 Prozent auf Pressemitteilungen. Überraschend ist auch, dass die Journalisten dem PR-Material eine relativ hohe Glaubwürdigkeit attestieren. So bewertet die Mehrheit der Befragten (38 Prozent) PR-Materialien auf einer Skala von 1 (gar nicht glaubwürdig) bis 6 (sehr glaubwürdig) mit 4.


So schlecht ist es also gar nicht bestellt um das PR-Material. Dass inhaltslose Superlative und PR-lish wenig erfreuen, sollte sich inzwischen rumgesprochen haben...

Die Zukunft des (Qualitäts-)Journalismus?

Das ist ja mal was Originelles, wo man sich wieder fragt, warum erst jetzt einer drauf kommt.

Bei der schwedischen Internetzeitung "Nyheter24" erhalten die Redakteure ein Grundgehalt von rund 1500 Euro plus einem Bonus. Dieser Bonus ist umso höher, je mehr User seine Artikel lesen. Auf taz-online stehen unter der Überschrift

"Die schwedischen Klickhuren"

die Details zu dieser Idee, die sicherlich bald auch hierzuladen gängige Praxis in diversen Internetmedien werden dürfte - und ich könnte mir vorstellen, dass auch so mancher Privatsender sich überlegt, die Zulieferer-Teams seiner "Nachrichten-Magazine" und "Doku-Soaps" nach Quote zu bezahlen.

Was wird das bringen? Ich freue mich schon auf Sendungen wie
morgens: "Haushaltsgeräte - der Zweitnutzen"
mittags: "Das Mord-Magazin"
nachmittags: "Du bist voll blöder wie ich!"
abends: "Du bist voll blöder wie ich!" (ohne Piep)
nachts: Sexy-Clips (Ach? Gibt's schon??? :-))

Reporter ohne Grenzen warnt vor den Feinden des Internet

Die Beschränkung der Meinungsfreiheit ist in manchen Ländern enorm. Für uns ist nur schwer vorstellbar, dass der Zugang zum www beschränkt sein könnte. Jetzt macht uns Reporter ohne Grenzen (ROG) darauf aufmerksam, dass in einigen Ländern das Internet zum Intranet geworden ist. Diese Meldung erreichte uns via newsroom.de.

Zu den 12 "Feinden des Internets" zählt ROG die Länder Ägypten, Birma, China, Iran, Kuba, Nordkorea, Saudi Arabien, Syrien, Tunesien, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam. "Diese Staaten haben das Internet zu einem Intranet gemacht, um damit die Bevölkerung am Zugang zu "unerwünschten" Online-Informationen zu hindern", kritisiert ROG. Neben der Überwachung und Kontrolle von Online-Informationen und Nachrichten werden in diesen Staaten unliebsame Internetnutzer/innen systematisch verfolgt. "Unter dem Vorwand, moralische Normen, die nationale Sicherheit, Religion oder die Rechte ethnischer Minderheiten oder gar das "spirituell-kulturelle" und wissenschaftliche Potential eines Landes zu beschützen, wird in vielen Ländern Internetzensur betrieben", so ROG.


Dass Blogger aufgrund ihrer Meinung ein schweres Leben haben und oft genug auch deshalb im Gefängnis landen, ist zwar allgemein bekannt. Aber an einem Freitag, dem 13. kann man auch an dieser Stelle einmal darauf aufmerksam machen.

VW sperrt Fremdmarken aus?

Volkswagen sperrt Fremdmarken aus?Ist das jetzt konsequent oder einfach nur Panik? Gerade lese ich im Netz:

    VW-Werk Baunatal: Zutritt nur für Markenfreunde
    Sprecher: "Wen wir beschäftigen, der soll auch uns beschäftigen."

    Zutritt nur für Markenfreunde: Gäste und Lieferanten mit Fremdfabrikaten haben im VW-Werk Baunatal derzeit schlechte Karten. Sie müssen draußen bleiben.
    Wer keinen Volkswagen fährt, steht beim VW-Werk in Baunatal bei Kassel künftig vor verschlossener Schranke. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Mittwoch eine Meldung der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen“, nach der Gästen und Lieferanten mit Fremdmarken künftig die Einfahrt verweigert werde.


Was mache ich, wenn ich gleichzeitig VW und Opel als Kunden habe? Oder gar sämtliche Automobilhersteller beliefere? Muss ich dann jedesmal mit einem anderen Fahrzeug kommen? Die Antwort wird uns tatsächlich in der Meldung präsentiert:

    „Viele Zulieferer wie Bosch oder Conti haben unterschiedliche Fahrzeugflotten, mit denen sie die verschiedenen Kunden anfahren.“ Damit werde Nähe aufgebaut und um Aufträge geworben. „Wir sehen darin kein Problem und unsere Partner eigentlich auch nicht.“


Ich finde, da werden doch die Geschäftspartner etwas zu sehr in Anspruch genommen. Man stelle sich vor, man dürfte eine Bäckerei nur dann betreten, wenn man kein Brötchen der Konkurrenz im Bauch hat. Zeitungen berichten nur noch über Abonnenten und wir schreiben nur noch über unsere Leser. Und die über uns. Was für eine Welt!

Wer ist das eigentlich? Diese "Wirtschaftskrise"?

Wer ist sie eigentlich? Diese "Wirtschaftskrise"? Habt ihr sie schon getroffen, ihr die Hand geschüttelt? Täglich lese ich von ihr in der Zeitung, im Netz und sonstwo. Selbst in der Tagesschau und in der Bild taucht sie auf, das zdf widmet ihr gleich ein eigenes kleines Portal. Und? Alle glauben an sie. Wie war das noch mit den selbsterfüllenden Prophezeiungen?
Kann es vielleicht sein, dass irgendwelche Geheimdienste gezielt das Gerücht über diese Krise gestreut haben? Dass sie einen super-geheimen Plan haben, der uns verborgen bleiben wird? Sie müssen eine gute PR-Agentur haben, denn ich bin sicher, dass keiner von uns die Meldungen zu diesem Thema überhaupt noch zählen könnte.
Das Tolle ist: die PR, die die machen, ist so gut, alle glauben dran. Seit Monaten wird uns gebetsmühlenartig weisgemacht, dass es mit der Wirtschaft auf Talfahrt geht. Und weil ganz wichtige Menschen und Institutionen uns das auch bestätigen, glauben wir dran.
Die Konsequenz: Unternehmen investieren nichts mehr, weil sie Angst haben. Mitarbeiter werden entlassen oder gar nicht erst eingestellt. Anzeigen werden nicht geschaltet, Marketingbudgets eingefroren. Weil man dran glaubt, dass es auch das eigene Unternehmen treffen wird. Und was passiert? Richtig. Die Wirtschaftskrise kommt tatsächlich. Und die Spirale dreht sich weiter.
Medien entlassen Leute, weil keine Anzeigen geschaltet werden, die Leute kaufen nix mehr, weil sie keinen Job mehr haben und der Wirtschaft geht es noch schlechter. Ganz ehrlich, ich les das alles nicht mehr. Weil ich nicht dran glauben will.

Denn: wisst ihr, was hier los ist? Nie hatte ich so viele Anfragen wie derzeit. Lang vergessene potenzielle Kunden rufen an und wollen endlich loslegen. Ist das ne Wirtschaftskrise? Ich finde nicht. Und ich denke, dass es noch eine Menge anderer Menschen und Unternehmen gibt, denen es ähnlich geht.
Wo sind die denn? Warum berichtet keiner über die? Falls die einer kennt, wäre ich sehr froh, wenn er es der Welt kundtun würde. Und: falls einer die PR-Agentur dieser „Wirtschaftskrise“ kennt, dann wüsste ich gern, wer das ist. Damit ich gratulieren kann.

PR und bewegte Bilder

Die Uni Leipzig und News aktuell haben im November eine Studie veröffentlicht: „Bewegtbildkommunikation im Internet – Herausforderungen für Journalismus und PR“. Was dabei rauskam? Ansgar Zerfaß, seines Zeichens Universitätsprofessor für Kommunikationsmanagement in Politik und Wirtschaft an der Universität Leipzig fasst die Ergebnisse folgendermaßen zusammen:

    Im Vergleich zu Redaktionen haben Unternehmenspressestellen und PR-Agenturen beim Einsatz von Bewegtbild im Internet noch Nachholbedarf.


weiter heißt es:


    Sechs von zehn Journalisten geben an, dass ihre Redaktion bereits Bewegtbilder im Internetauftritt anbietet. Weitere zwölf Prozent haben zumindest konkrete Pläne dafür. Pressestellen und PR-Agenturen sind bei der Nutzung dieser Inhalte verhaltener: Hier geben nur 40 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen mit Video-Content arbeitet.


Fazit der Sache: PR-Leute hinken bei den bewegten Bildern ihren Kollegen von der Presse hinterher. Das mag aber auch daran liegen, dass häufig genug die Kunden der PR-Agenturen sich mit den bewegten Bildern selbst schwer tun. Außerdem ist meine Vermutung, dass es einen großen Unterschied zwischen Fach- und Publikumspresse geben dürfte.

Die Macher der Studie erklären uns das Ganze natürlich im bewegten Bild:



Die Studie gibts hier

Und Erhellendes von Ansgar Zerfaß ist hier zu lesen.

PR-Generator macht professionelle Pressetexter überflüssig

So Leute. Ich kann einpacken. Es ist soweit. Ich werde durch eine Maschine ersetzt. Wirklich. Ein einzigartiges Webtool schreibt jetzt Pressemitteilungen. Und das völlig kostenlos. Schaut selbst unter www.pr-generator.de (ich möchte das hier nicht verlinken).

Wenn Ihr auf so richtig kreative und individuelle Pressemitteilungen gewartet habt und vor allem, wenn Ihr selbst keine Ahnung habt, dann ist dieser Generator genau das Richtige für Euch. Eins hat er sicherlich vielen Zeitgenossen voraus: er beherrscht die deutsche Rechtschreibung.

Allerdings weckt er auch die Hoffnung, PR-Texte könnten etwas von der Stange sein. Die schlummern also nur bei den geldgierigen PR-Fuzzies in der Schublade und werden dann für teuer Geld verscherbelt. Dabei setzen die da nur ein paar Variablen ein und fertig ist die Laube.

Soooo läuft das nämlich. Und deshalb sind diese Verbrecher jetzt überflüssig. Dank PR-Generator. Mir bleibt also nur noch zu sagen: "Tschüss. Es war schön mit Euch!" Ab morgen fahr ich Taxi.

Gibt es eine Grenze zwischen PR und Journalismus? Und wo?

Kennen Sie Thomas Leif? Nein? Sollten Sie aber. Er ist der Don Quijote der Neuzeit. Er kämpft für das Gute und damit gegen Windmühlenflügel. Er kämpft für den Journalismus. Und gegen die PR. Das macht er vor allem als Vorsitzender des Vereins "netzwerk recherche".

PR und Journalismus

Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Ich bin nicht für PR mit der Brechstange, sondern für sauberen Journalismus. Dass es dennoch eine gute Sache ist, wenn Unternehmen ihre Meldungen und Neuigkeiten aktiv verbreiten, muss dem ja nicht entgegenstehen. Denn auch Journalisten können denken. Und wenn ihnen eine PR zu platt ist, zwingt niemand sie dazu, das zu übernehmen. Wenn sie daraufhin kritisch berichten, ist das ihr gutes Recht.

Kommen wir aber zurück zu Thomas Leif. Er ist Chefreporter beim SWR. Und er kämpft als Vorsitzender des "netzwerk recherche" für folgendes:

    „Guter Journalismus ist einer aufgeklärten Demokratie verpflichtet und bemüht sich um das `ganze Bild´ und die vollständige Klärung der Sachverhalte. PR ist den Interessen der Auftraggeber verpflichtet und muss positive Botschaften verbreiten. Durch die interessengeleitete Akzentuierung oder Auslassung von wichtigen Informationen vermittelt PR nur Teil-Wahrheiten und Ausschnitte der Realität", sagte der Vorsitzende des Netzwerk Recherche, Dr. Thomas Leif.


Die Auffassung über die PR lassen wir jetzt einmal unkommentiert... Dass nun aber diesem Thomas Leif vorgeworfen wird, er betreibe selbst unseriösen Journalismus und mache sich für seinen Brötchengeber recht unkritisch stark, ist schon irgendwie komisch. Leif hat nämlich eine Reportage gemacht, die doch ganz eindeutig Partei für das Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender ergreift. (mehr dazu)

So etwas sollte jemandem, der so eindeutig für den unabhängigen Journalismus eintritt, dann doch nicht passieren. Oder hat Leif jetzt heimlich die Seite gewechselt und arbeitet inzwischen undercover an seiner Karriere als PR-Mensch?

Den Blogleser besser kennen lernen

Universitäten lassen Leute studieren. Und die veröffentlichen dann irgendwann mal eine Studie. Die Universität Fribourg in der Schweiz hat kürzlich eine Studie über die Nutzer von Corporate Blogs veröffentlicht. Eine Zusammenfassung der Studie gab es im PR-Agentur-Blog. Und auch wenn die Ergebnisse wenig erstaunlich sind, so sollte man sie nicht unterschätzen.

Blogleser

Der größte Teil der Blogleser ist männlich. 81 Prozent ist ein stattlicher Anteil. Außerdem sind sie hochspezialisiert, gebildet und informationshungrig. Und obwohl sie gar nicht mal so wenig Zeit mit der Lektüre von Blogs verbringen, haben diese gebildeten jungen Männer einen Job, zehn Prozent gehören sogar einer Unternehmensleitung an. Außerdem lesen sie nicht nur Blogs, sondern sie betreiben häufig auch selbst eins.

47 Prozent der Blogleser betreiben ein privates, 32 Prozent ein Themenblog und 21,5 Prozent ein journalistisches oder anderes Blog. Und natürlich schreiben diese Menschen auch Kommentare in die von ihnen gelesenen Blogs, nicht zuletzt, um Traffic auf ihre eigenen Blogs zu lenken. In gewisser Weise dreht sich also die Blogosphäre um sich selbst.

Trotz allem fungieren die bloglesenden Blogger natürlich als Multiplikatoren. Sie tragen die Botschaften der anderen, wenn sie denn interessant aufbereitet sind, hinaus in die Blogosphäre und erreichen neben diesen jungen bloggenden bloglesenden gebildeten arbeitenden Männern immer auch noch ein paar andere.

Aber auch diese anderen dürfte man auch mit der Art von Informationen erreichen, die der typische Blogleser sucht: Neues und Unbekanntes, das er in anderen Medien nicht erfahren kann, Hintergründe zu aktuellen Themen und Trends, außerdem Empfehlungen, Tipps und Tricks. Nicht zu unterschätzen ist die Tatsache, dass die Leser Unternehmensblogs lesen, weil es ihnen Spaß macht und unterhaltsam ist.

Wer also mit einem Blog erfolgreich werden will, sollte Neues, Einzigartiges unterhaltsam aufbereiten. Dann freuen sich auch die Leser. Oder?

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