Titan für Twitter (naja, fast)

Twitter? Was soll das, fragen sich nicht wenige Unternehmen. Und das oftmals zurecht. Aber wie so oft kommt es darauf an, was man daraus macht. Best Buy hat "Twelpforce" gegründet, und damit in Cannes den Titan-Grand Prix gewonnen. So einfach geht das:


Twitter, Facebook et al. - Der Tod der Kreativität?

FacebookAlle möglichen Menschen wollen was mit Medien machen, halten sich für kreativ oder wollen es sein. Und in wollen sie natürlich auch sein und dabei und mittendrin und obenauf und hip und hop und deshalb twittern sie, sind in diversen VauZetts, auf facebook, bei XING, ding und dong, womit sie glauben mehr Menschen und damit ihre Ziele zu erreichen, was aber exakt nicht der Fall ist. Zumindest sagt das Ernst Pöppel, Professor für Medizinische Psychologie, in einem Interview auf FAZ online. Ein schönes Zitat daraus:

    Facebook beispielsweise ist eine Art Selbstprostitution.

Social Media für Marketer und Verkäufer - Eine kurze Einführung

Oha, schon wieder. Wird der Besserwerber-Blog zum Social Media Blog? Na, so weit ist es noch nicht. Aber, das Thema ist ein Thema, oder nicht?

Können Sie es eigentlich noch hören "Social Media"? Oder gehören Sie vielleicht sogar zu den Glücklichen, an denen dieser Sturm einfach vorbei rauscht? Nun, wie immer man es nimmt, wer im Marketing unterwegs und für den stetigen Fluss an neuem Geschäft zuständig ist, sollte doch genauer hinschauen. Vielleicht ist Social Media ja wirklich der "heilige Gral" der Werbung?

Was genau ist Social Media?


Social MediaVorneweg: Wer Social Media hört, sollte immer Marketing dazu denken: Social Media Marketing. Darum geht es nämlich, um eine Form des Marketing.

Die beste Definition von Social Media habe ich in einem Blog-Kommentar (Nr. 25, letzter Satz) gelesen: "In today's connected world, ordinary people will witness the news, and share it with others, leaving the paywalled media without any paying audience."

Ich versuche mich mal an einer Übersetzung: In unserer heutigen, vernetzen Welt, sind ganz normale Leute dabei, wenn Nachrichten entstehen und teilen diese Information mit anderen, während die Bezahlseiten von Medien kein Publikum finden.
Anders ausgedrückt: Früher, bevor es Social Media gab, brauchte es professionelle Medien, wie Zeitungen, Fernsehen, Radio usw., um eine Nachricht unters Volk zu bringen. Heute, im Social Media Zeitalter, verbreitet das "Volk" selbst die Nachrichten. [Mehr über die Social Media Werkzeuge, wie Blogs, Twitter usw. hier. ]

Das hat weitreichende Folgen


Nicht nur finden die Bezahlseiten kein Publikum mehr, auch was eine Nachricht ist, wird nicht mehr von einer Elite bestimmt. Mit Elite meine ich hier zum Beispiel Journalisten, Verleger, Zeitungs- und TV-Investoren, usw.; genau genommen Vermittler, die entscheiden was eine Nachricht ist, wie wertvoll sie ist.

Und weil das Verbreiten einer Nachricht nicht mehr an Geld oder großes Know-how geknüpft ist (es braucht heute weder Druckmaschinen noch Sendelizenzen noch Fernsehstudio noch ..), deshalb kann praktisch jeder seine Botschaft unters Volk bringen. [Wer dazu mehr lesen will: Detlev Brechtel leuchtet das Thema in Blogs vs. Lokalzeitung aus.]

Ein Unternehmen, das Mist baut, kann sich heute nicht mehr hinter einer guten Pressearbeit verstecken. Wenn erst mal in Blogs auf Facebook und auf Twitter und und und drüber gesprochen wird, dann ist guter Rat teuer. Wie das in die Hosen gehen kann, hat man in letzter Zeit auch bei uns hier in Deutschland öfter kopfschüttelnd mit angesehen, nicht wahr?

Umgekehrt, hat ein Unternehmen eine Community um sich herum aufgebaut, die ihm vertraut (mit anderen Worten: dieses Unternehmen betreibt gekonnt Social Media Marketing), dann kann auch ein negativer Zeitungs- oder TV-Bericht nicht wirklich schaden, wie wir im folgenden gleich sehen werden.

Social Media Marketing - zwei Beispiele


Einer, der das Metier beherrscht wie kein Zweiter, ist der Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama. Er hat nicht nur via Internet, via Mobilisation der kleinen Leute oder neudeutsch "via Social Media Marketing" die höchste Wahlkampf-Spendensumme ever aufgetrieben, nein, er macht genau so weiter, um seine Wiederwahl zu sichern.

Wer tiefer einsteigen will, dem empfehle ich den Artikel vom Doyen des Directmail, Denny Hatch: Why Obama Is Unstoppable - Der Artikel trägt den Untertitel: "What businesses can learn from .."

Soviel an dieser Stelle: Obama hat eine Community von über 3 Millionen Unterstützern aufgebaut, die er kontinuierlich via e-Mail mit wertvoller Insider-Info versorgt. Diese Leute sind nicht auf Experten aus TV und Zeitungen angewiesen, die ihnen erklären, was der Präsident mit dieser Aktion und jener Entscheidung wohl gemeint hat. Nein, der Präsident selbst macht das. Und wenn das kein gutes Marketing ist ..

Ein weiteres Beispiel: Der Filmregisseur und Musiker Jarbas Agnelli hat ein sehr schönes, kleines Musik-Video produziert, das ein großer Social-Media-Erfolg ist: Birds on the Wires (Klicken Sie ruhig mal hin, es lohnt sich).

Wie wäre das früher - vor Social Media - gelaufen? Er hätte sein Video bei einem Wettbewerb einreichen müssen. Dann hätte eine Elite (die Jury) darüber befunden, ob die Idee und die Ausführung preiswürdig sind. Wenn ja (was trotz einer überragenden Qualität keineswegs sicher ist), dann wäre er auf die Verbreitung der Meldung und des Videos durch Presse und Rundfunk (wieder ein Filter) angewiesen gewesen.

Und heute, im Social Media Zeitalter? Da hat er sein Video auf einer passenden Plattform eingestellt und an seine Freunde und Bekannten einen Link zum Video geschickt. Die waren begeistert und haben den Link via Twitter, Facebook, Blogs, e-Mails, usw. weiter gegeben. Jeder kann das Video kostenlos anschauen und selber (weiter-)sagen, ob man es toll findet oder nicht.

Über 2000 Klicks, täglich, sind für den Filmregisseur und Videoproduzenten Jarbas Agnelli eine phantastische Werbung. Das ist auch Social Media Marketing.

Ich habe diese beiden als Beispiele herausgegriffen, weil sie gut dokumentiert und einfach nachzuvollziehen sind. Es gibt natürlich noch mehr Beispiele. So ist zum Beispiel mein Direktmarketing-Newsletter Social Media Marketing. Mit so einem Themen-Newsletter bietet man Interessierten einen Ankerpunkt. Es entsteht automatisch eine kleine, lockere Community.

Zur Zeit drängt beispielsweise auch der Provider 1und1 stark ins Social Media Rampenlicht. Ein guter Blog, der wichtige Themen aufgreift, ein lebendiger Twitter-Account .. so wird's gemacht. 1und1 ist auf einem guten Weg, sein Bild in der Öffentlichkeit selber zu bestimmen: Wir gehören zu den Guten - das ist der Obama-Weg ;-)

Fazit


Social Media Marketing ist stark im kommen, ist wichtig. Aber es ist nicht der "Heilige Gral" der Werbung. Als Marketer sollte man sich damit beschäftigen. Mindestens so sehr, dass man die Aktivitäten anderer Social Media Marketer verfolgt. (Warum sollten Sie sich nicht Ihren Twitter-Account sichern und zum Beispiel 1und1, Obama und gern auch mir ;-) folgen?)

Für uns als Akquisiteure ist Social Media Marketing auf lange Sicht interessant. Aber - wenn es wirklich darum geht, jetzt das Geschäft anzukurbeln und Leads zu generieren, dann sollte man es doch so machen wie Amazon oder Google.

Was machen die? Nun, Amazon schickt mir regelmäßig Angebote per e-Mail. Und Google verlässt sich ganz auf die gute alte Schneckenpost. Gerade kürzlich kam wieder ein klasse Werbebrief (aka direct mail). Bisher habe ich Werbung von Google nur - und zwar ausschließlich nur - via Werbebriefe bekommen.

Und wenn einer weiß, was an Werbung funktioniert, dann ist es wohl Google, oder nicht?

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Der Text ist ein Auszug aus meinem monatlichen Direktmarketing-Newsletter. Mehr Info dazu hier ..

Mehrstufiges Tool zur Social Media Effizienzrelevanzverifikation

Social Media ToolImmer mehr Unternehmen, langsam auch die Großen, interessieren sich für Social Media. Ein neuer Markt, der neue Chancen in sich birgt, die man natürlich nicht außer acht lassen darf und für sich nutzen möchte. Die Versuchung ist natürlich groß, denn das Potenzial sei, wie man allenthalben hört, riesig - und das entspricht auch der Gefahr, in diesem Bereich statt richtig Geld zu verdienen, richtig Geld zu verbrennen.

Um dies zu vermeiden, hat das Besserwerberblog ein mehrstufiges Effizienzrelevanzinterrogationstool entwickelt, das verifiziert, eine jeweils rationale Determination vorausgesetzt, was möglich ist:

Primärstufe: Warum?
Intermedialstufe: Was?
Finalstufe: Wie viel?

Die 4. Stufe ist dann natürlich das beliebte "Ja, und wie ...?", aber das ist kein Problem, denn spätestens (!) jetzt kommen wir ja ins Spiel.

Eine kleine Begriffshistorie zu Social Media

Social Media ist zumindest namentlich eine nahezu neue Erscheinung. Aber eigentlich ein alter Hut, der im Wandel der Zeit nicht nur diverse Namensänderungen durchgemacht hat. Social MediaAuch in seiner Perzeption hat sich der Begriff gewandelt. Social Media ist durchweg positiv konnotiert. Die Begrifflichkeiten, die man zuvor dafür benutzte, waren eher rein deskriptiver Natur, die keine großen Assoziationen oder Reaktionen wecken (vielleicht von tonlosen „Aha“ mal abgesehen).

Zu diesen Begrifflichkeiten, bevor sich eben dieses Social Media begrifflich herausschälte, nannte man es schlicht Netzwerke. Zuvor beschrieb man es noch schlichter. Da war man auf Portalen, wiederum davor war man wo registriert und davor wiederum stand noch die Mauer.

Da war man im Westen in Verbindungen (das war primitiv).
Im Osten war man in der Partei (das war Kalkül).
Im Westen nannte man es Vitamin B (das war lustig).
Im Osten nannte man es Seilschaften (das war böse).

Und jetzt ist Social Media gut? Oder ist es doch nur ein Begriff, der suggeriert, es gäbe eine Art Zusammenhalt, womöglich Zusammenarbeit. Hm, und wenn man den Begriff übersetzt, klingt das auch wieder anders, oder ist Kollaboration positiv besetzt? Womit wir bei der Grundthese, oder es gar bewiesen wäre:

Social Media ist ein Halluzinogen.
Interessant (bzw. eher ein Hoffnungsschimmer) die Rolle, die Social Media bei den DAX-Unternehmen einnimmt.
---
Nachtrag: Social Media gibt es in Köln* seit jeher. Dort nennt man es Klüngel.
(* wie gewiss auch in anderen Städten, Gemeinden, Gruppierungen, Verbänden etc.)

(Wieder eine) Studie zu Social Media

Wie wichtig ein Wort ist, zeigt das Phänomen "Social Media". Nicht nur, dass es sehr oft und fälschlicherweise ohne das Kürzel Marketing auskommt, was dem Ganzen einen Anstrich gibt, als ob es nicht um Geld gehe, dabei tut es das bei Marketing bekanntlich immer, es wird auch von denen gefeiert, die es noch vor kurzem fürchteten - es ist scheinbar alles eine Frage der Perspektive.

Einst hatte es was von "1984 2.0", als vor Jahren dieses Video die Runde machte:



Heute wird versucht, vom Prosumenten zu sprechen, dem Konsumenten 2.0. - und nennte das Ganze "Social Media". Doch wo ist der Unterschied?

Ich kann ihn auch in der jüngsten Studie ("The Future of The Social Web") nicht erkennen - auch wenn diese von Forrester Research veeröffentlicht wurde. Es ist ein großspuriges, vollmundiges Stück, äh, Schriftstück, das sich in Beschreibungen und Mutmaßungen ergeht und nicht wirklich Neues produziert.

The Five Eras of the Social Web:

1) Era of Social Relationships: People connect to others and share
2) Era of Social Functionality: Social networks become like operating system
3) Era of Social Colonization: Every experience can now be social
4) Era of Social Context: Personalized and accurate content
5) Era of Social Commerce: Communities define future products and services

Klar, die Grafik macht mords was her, aber sagt sie was Neues aus? Schlagwortgeschwader. Kanonen auf Spatzen.

Kinnas, Kinnas, es wird immer so sein: Einer macht eine Erfindung, zwei andere ergänzen sie oder leiten wiederum was Ähnliches daraus ab, drei schreiben darüber, worüber wieder vier schreiben, dann fünf. Dann nutzen es viele (für eine Weile, denn sind diese modernen Netzwerke oder Communities wirklich etwas anderes als eine Versammlung der Adabeis 2.0.? Nö.) Jetzt kommen die Soziologen ins Spiel und weitere Theoretiker. Zuletzt treten Experten auf den Plan und im Fernsehen auf. Und während hier der Hype besprochen und damit sein Ende eingeläuetet wird (siehe ausgestiegen.com), wartet Masse wieder auf den einen, der etwas erfindet. Und dann heißt es nicht mehr "Social Media", sondern eventuell GIB (Global Individual Broadcasting) - und es wird wieder tolle Artikel und Grafiken geben. Völlig egal. Immer dasselbe. Und nie richtig. Immer noch verstehen die wenigsten, dass es ein Unterschied ist, ob man mit Menschen verbunden ist - oder den Menschen verbunden ist. Einige aber verstehen das und profitieren davon.

Lasst euch nicht verrückt machen. Macht lieber gute Geschäfte. Gute Geschäfte für euch. Gute Geschäfte für eure Kunden. Sozialer geht's nicht. Und wahrscheinlich auch nicht erfolgreicher ...


Wir sind NICHT Slow Media!

Es war eine Frage der Zeit und die ist jetzt gekommen - dafür

Das Slow Media Manifest - gibt es in reiner Gänze hier und bei uns mit Wertungen:

1. Slow Media sind ein Beitrag zur Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit bezieht sich auf die verwendeten Rohstoffe und Prozesse und die Arbeitsbedingungen, auf deren Grundlage ein Medium produziert wird. (Grundschullehrerinnenprosa) Ausbeutung und Niedriglohnsektoren können ebenso wie das bedingungslose Ausschlachten der Nutzerdaten keine nachhaltigen Medien zum Ergebnis haben. (Klingt nach dem Gejammer von Freelance-Journalisten) Zugleich bezieht sich der Begriff auch auf den nachhaltigen Konsum von Slow Media. (Nachhaltiger Konsum heißt? Man braucht länger, es zu zu verstehen? Man hat länger dran zu kauen, zu verdauen, alles zusammen?)

2. Slow Media fördern Monotasking: Slow Media lassen sich nicht nebenbei konsumieren, sondern provozieren die Konzentration der Nutzer. (Die Anleitung beispielsweise meiner Digitalkamera ist Slow Media?) So wie die Herstellung eines guten Essens die volle Aufmerksamkeit aller Sinne eines Koches und seiner Gäste erfordert, können Slow Media nur in fokussierter Wachheit mit Genuss konsumiert werden. (Ja, ja, da ist er wieder, der Beweis: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Mal davon abgesehen, dass Allegorien immer auch ein Zeichen entweder dafür sind, dass man das, was man erklären will, nicht oder eben nur mittels einer Krücke (Brücke) erklären kann - oder dass man seine Leserschaft für nicht so schnell aufnahmefähig erachtet, weshalb man das, was man sagt, nochmal sagt, eben in/mit anderen Worten, was natürlich die Lesezeit (nicht die Erkenntnis) erhöht, weshalb man weniger Zeit für anderes hat, was einen dann wiederum slow wirken lässt. Wie gesagt, davon mal abgesehen: Die Herstellung des Essens braucht die volle Konzentration aller Sinne der Gäste? Was kocht denn da? Und wo? Und was hat Herstellung mit Konsum, vor allem "fokussierter Wachheit mit Genuss" zu tun? Ich könnte mir vorstellen, dass Anklageschriften bei der Spanischen Inquisition so was wie Slow Media sind.)

3. Slow Media zielen auf Perfektionierung: Slow Media zeichnen sich nicht notwendig dadurch aus, dass sie etwas ganz Neues auf dem Markt darstellen. (Wenn etwas nicht ist, warum dann sagen, dass es nicht ist? Das macht es doch nur langsam. Ach so ... Sorry, das ist ja der Grundgedanke. Pardonck.) Viel wichtiger ist der Aspekt eines immer weiter verbesserten und bewährten Benutzerinterfaces, das robust, zugänglich und perfekt auf die Mediennutzungsgewohnheiten der Menschen zugeschnitten ist. (Und wer entscheidet das jetzt? Ist das jetzt ein Plädoyer für schweinsledergebundene Folianten? Hä?)

4. Slow Media machen Qualität spürbar: Slow Media messen sich selbst in Produktion, Anmutung und Inhalt an hohen Qualitätsmaßstäben und heben sich dadurch von ihren schnellen und kurzlebigen Pendants ab. (Das ist jetzt aber kein Kriterium für Slow Media, sondern ganz allgemein für individuellen Anspruch oder ein sogenanntes Premiumprodukt.) Sei es durch eine hochwertige Oberfläche oder ein ästhetisch begeisterndes Layout. (Ich habe es verstanden. Man muss mir nicht alles zweimal sagen und schon gar nicht mit zwei Beispielen, die nur eine formelle Qualität beschreiben, keine inhaltliche. Auch da wäre weniger mehr gewesen.)

5. Slow Media fördern Prosumenten – Menschen, die aktiv bestimmen, was und wie sie konsumieren und produzieren wollen: (Klingt gut, aber wehe, einer hört jetzt aktiv auf zu lesen, weil er dieses Gutmenschengeschwurbel beim besten Willen nicht mehr erträgt, was ist der dann? Dohoof?) An die Stelle des passiven Konsumenten tritt bei Slow Media der aktive Prosument, der von seiner Mediennutzung zu neuen Ideen und Handlungen angeregt wird. (Das wird auch der Harcore-Twitter-Nerd genau durch die Nutzung seiner Medien.) Randnotizen in einem Buch oder angeregte Diskussionen über eine Platte mit Freunden sind gute Zeichen hierfür. (Wofür? Reden Nerds nicht auch untereinander angeregt in ihrer Sprache?) Slow Media inspirieren, wirken in dem Denken und Handeln der Nutzer nach und sind auch noch Jahre später spürbar.

6. Slow Media sind diskursiv und dialogisch: Sie suchen ein Gegenüber, mit dem sie in Kontakt treten können. Die Wahl des Mediums ist dabei zweitrangig. Das Zuhören ist bei Slow Media ebenso wichtig wie das Sprechen. “Slow” bedeutet hier: aufmerksam und zugewandt sein und auch eigene Positionen aus einer anderen Perspektive betrachten und hinterfragen zu können. (Ich wollte Therapeutengewichse schreiben, habe es dann aber wieder gelöscht. Will ja niemanden beleidigen.)

7. Slow Media sind soziale Medien: (Das ist ja wohl eine echte Perle. Sollte Standard werden: hot Coffee ist heißer Kaffee, plain facts sind klare Fakten and this is ... a pain in the ass, err: eyes) Um Slow Media bilden sich lebendige Gemeinschaften oder Stämme, gleich ob es sich um einen lebenden Autor handelt, der mit seinen Lesern in den Austausch tritt, oder einen verstorbenen Musiker, um dessen Musik sich eine aktive Deutungsgemeinschaft bildet. (Slow Media sind also für einen lebendigen Musiker/Künstler nichts? Was ist mit Johannes Heesters? Ist er slow media-fähig?) So fördern Slow Media die Vielfalt und respektieren kulturelle und lokale Besonderheiten.

8. Slow Media nehmen ihre Nutzer ernst: (Ihre Leser nicht!) Slow Media treten ihren Nutzern selbstbewusst-freundschaftlich gegenüber und haben ein gutes Gespür dafür, für wieviel Komplexität und Ironie ihre Nutzer bereit sind. Slow Media sehen weder belehrend auf ihre Nutzer herab noch begegnen sie ihnen unterwürfig-anbiedernd. (Gesellschaftliches 1x1, oder? Der Mini-Knigge für Anfänger. Also banal. Warum wird es betont? Erinnert mich an gewisse Familienmitglieder, die immer sehr betonen, dass sie ja wirklich tolerant seien, ahaber Kinder schauen zuviel fern, es gibt zu viele Angliszismen, irgendwie hatte der doch mit den Kopftuchmädchen Recht etc.)

9. Slow Media werden empfohlen statt beworben: Der Erfolg von Slow Media liegt nicht in einem überwältigenden Werbedruck auf allen Kanälen, sondern in den Empfehlungen in Freundes-, Kollegen- und Familienkreisen. Ein Buch, das man sich fünfmal kauft, um es an die besten Freunde zu verteilen, ist ein gutes Beispiel dafür. (Und wieder ein Musterbeispiel an Redundanz!)

10. Slow Media sind zeitlos: Slow Media haben eine hohe Lebensdauer und wirken auch nach mehreren Jahren oder Jahrzehnten noch frisch. Sie verlieren mit der Zeit nicht ihre Qualität, sondern bekommen allenfalls eine Patina, die den gefühlten Wert sogar steigern. (Aha, der gefühlte Wert, nicht der wahre. Also vielleicht sollte jetzt mal doch nochmal den Begriff Manifest überdenken. Was immer dieses Geschwurbel hier ist (Auflösung unten), ein Manifest ist es nicht.)

11. Slow Media sind auratisch: Slow Media strahlen eine besondere Aura aus. (Noch so eine Perle, die unbedingt weiter und stärker genutzt werden sollte: Stars sind charismatisch: Stars haben ein gewisses Charisma; Pragmatiker sind pragmatisch: Sie setzen auf Pragmatismus. Wunderbar ...) Sie erzeugen in dem Nutzer das Gefühl, dass das Medium genau in diesen Augenblick seines Lebens gehört. Auch wenn Slow Media industriell erzeugt sind oder teilweise auf industriellen Produktionsmitteln basieren, vermitteln sie den Eindruck von Einmaligkeit und weisen über sich selbst hinaus.(Was ja schon Aura sagte, aber lassen wir das. Ich geb's auf ...)

12. Slow Media sind progressiv, nicht reaktionär: (Noch so eine Perle: Der Kreis ist rund, nicht eckig; Die Mannschaft hat das Spiel gewonnen, nicht verloren. Und wie gesagt: Meine Tante hält sich für liberal ...) Slow Media bauen auf ihren technischen Errungenschaften und der Lebensweise in der Netzwerkgesellschaft auf. Gerade durch die Beschleunigung in zahlreichen Lebensbereichen werden Inseln der bewussten Langsamkeit möglich (Aha, nun kommt die Eigenlegitimation ...), aber auch überlebenswichtig.(... mit Verve!) Slow Media sind kein Gegensatz zur Geschwindigkeit und Gleichzeitigkeit von Twitter, Blogs und Social Networks, sondern eine Haltung und Art sie zu nutzen.

13. Slow Media setzen auf Qualität (Sagt aber auch schon Punkt 3 und 4 - Slow Media ist vor allem redundant.) – sowohl in der Produktion wie bei der Rezeption von Medieninhalten: Kulturwissenschaftliches Handwerk wie Quellenkritik, die Einordnung und Gewichtung von Informationsquellen, gewinnt gerade mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Informationen an Bedeutung. (Was ist jetzt daran "Slow Media"? Das ist doch Basisblabla auf einer Journalistenschule, jedweden Proseminars eines geisteswissenschaftlichen Studiengangs.)

14. Slow Media werben um Vertrauen und nehmen sich Zeit, glaubwürdig zu sein. (Heißt was? Wer macht das nicht? Hä?) Hinter Slow Media stehen echte Menschen. Und das merkt man auch. (Den Satz kann man ja auch streichen, denn was soll das anderes sein, als eine Vorabbitte, Fehler zu verzeihen. Worauf beziehen sich diese Fehler? Orthografie, Wertung, Wahrheitsgehalt der Information?)

Was habe ich jetzt viel Zeit für dieses Zeugs verbraucht. Aber ich sollte ich mir ja Zeit nehmen. Habe ich getan. Unnu? Darf ich sie auch wieder aufholen.

Das ist kein Manifest. Das is'n Scheiß ...


Meine erste Million - mit Social Media

Netzwerkmarketing gewinnt immer mehr an Bedeutung im Marketing-Mix. Wichtig ist dabei, eine zielgruppen-gerechte und das Medium angepasste Produkt- und Informationspolitik. Achten Sie auf Konsistenz und Kontinuität. Denn gerade in den neuen Medien gelten die alten Werte wie Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit. Und während eine positive Nachricht wie ein Ball weitergespielt wird, bewegt sich eine schlechte wie eine Lawine. Lassen Sie sich also auf keinen Fall durch die Faszination der Möglichkeiten blenden. Der Kunde sieht immer ganz genau hin, wer ihm da was verspricht - und was er hält.

Eine Kurzzusammenfassung meines Coachings in spe. Voller Plattitüden, nichts als Banalitäten im Duktus intellektueller Affirmation, also genau der Tenor, wie er in allen Beiträgen zu dem Thema zu finden ist. Man könnte natürlich auch noch ein paar Erfolgsmeldungen, die man irgendwo aufgeschnappt hat, integrieren. Auch Ergebnisse von Studien machen sich gut. Quellenangaben? Überprüft doch eh keiner.

Seid umschlungen Millionen

1.250 € werde ich dafür verlangen. Bei 2 x pro Woche ein 2-Tage-Seminar à 20 IdioInteressierten ist im Sommer, wenn ich im Februar anfange, die Million komplett.

OK, ist nur Umsatz, aber im September/Oktober wird es bestimmt noch wen geben, der froh ist, wenn er selbst nicht denken muss.

Auch wenn es keiner glaubt, weil ja auch das pöse M-Wort nicht drin ist, aber Social Media ist Marketing. Und was das ist, haben wir hier ja schon geklärt.
Und wem es dient, sieht man hier: nur den Anbietern von SM-Services.


Lufthansa, Google und Otto twittern am interessantesten

Gute Inhalte sorgen für eine hohe Reichweite. Das ist eine der Kernaussagen unserer aktuellen Studie über den Kurznachrichtendienst Twitter. Über einen Zeitraum von drei Monaten wurden die zwanzig aktivsten Unternehmen in Twitter beobachtet. Twitter wird von vielen Unternehmen eingesetzt, um sich durch den direkten Dialog in ein gutes Licht zu setzen. Die Beispiele Lufthansa und Google zeigen jedoch, dass auch ohne den personalintensiven Dialog eine hohe Reichweite aufgebaut werden kann.

TwitterIn der Studie werden die wichtigsten Kenngrößen ermittelt und verglichen. Am leichtesten messbar ist die Reichweite, da die Zahl der „Follower“ (Abonnenten oder Fans) in Twitter direkt angezeigt wird. Hier liegt die Lufthansa mit großem Abstand vorne. Alleine mit vielen Followern ist es jedoch nicht getan – sonst würde twitter.com/besserwerber in unserem Ranking ganz oben stehen. Voraussetzung für eine hohe Attraktivität sind gute Inhalte. Um das zu messen, analysierten wir drei Monate lang den Anteil der Nachrichten, die so interessant waren, dass sie von Twitternutzern an Bekannte weitergeleitet wurden. Die Attraktivität der Nachrichten ist der wirkungsvollste Hebel, um mehr aktive Follower zu erhalten und damit die eigene Reichweite zu erhöhen.

Unternehmen wie Google, aber auch die Messe Frankfurt oder der Daimler News-Kanal beschränken sich auf die Bereitstellung relevanter Nachrichten in Twitter. Im Kern jedoch ist der Dienst ein Dialogmedium: Unternehmen wie der US-Kabelanbieter Comcast geben täglich etwa zwanzig differenzierte Antworten auf Kundenfragen. Otto, Ebay, Kodak und Vodafone sind in Deutschland die Vorreiter beim Einsatz von Twitter als Medium für den Kundendialog. Fast neunzig Prozent der Inhalte im Twitter-Account von Otto bestehen aus Antworten auf Fragen von Twitternutzern. Dahinter steckt ein Team von drei Personen, die zeitversetzt für die Kunden da sind.

Ganz anders bei Google, Messe Frankfurt und Daimler. Hier werden – zum Teil automatisiert – Pressemeldungen in Twitter publiziert. Bei Google und Messe Frankfurt sind das nur etwa zwei Meldungen pro Woche. Damit ist die Chance hoch, dass diese Meldungen auch Aufmerksamkeit erhalten. Bei Daimler sind es jedoch täglich vier Meldungen. Auch die Bahn sendet vollautomatisierte Nachrichten. Täglich gibt es etwas fünf Verkehrsmeldungen. Diese werden auch weiterempfohlen. Plus dagegen hat ebenfalls einen recht leblosen Account ohne viel Dialog und mit reinen Produktmeldungen. Hier werden nur zwei Prozent der Meldungen weitergereicht. Hier spielt jedoch ein weiterer Faktor mit hinein: Die Qualität der Follower. Auch diese wurde in der Studie gezielt analysiert. Die reine Reichweite ist wertlos, wenn sich dahinter nicht auch wirkliche Fans des Unternehmens befinden.

Die aktivsten Follower haben Daimler, Kodak, Allianz und Otto. Die Investition in den Kundendialog zahlt sich also aus. Kodak, Allianz und Otto sind nämlich wiederum die Unternehmen mit dem höchsten Anteil an dialogorientierten Twittermeldungen. In den USA ist Twitter schon weiter. Hundert mal mehr Sichtkontakte erreichen die großen US-Unternehmen im Vergleich zu den deutschen. Einen Download der Kurzversion der Studie gibt es übrigens unter absolit.de/Twitterstudie.

Social Media-Sucht

Wir hatten ja angedacht unseren ersten Tweet beizeiten zu versteigern. Als ich mich dieser Tage mit Frauke Weber darüber unterhielt, den eventuellen Erlös einem wirklichen sozialen Netzwerk, wie z.B. Unicef zukommen zu lassen, da schlug sie als Alternative eine Selbsthilfeeinrichtung für Onlinesüchtige vor.
Und dank den Kollegen von Brainwash haben wir ein spannendes Projekt dieser Art gefunden.
Vielleicht geht die Kohle also auch an die Social Media Addicts Association?



Hübsche Viralmarketing-Kampagne von Sony.

Schönes Wochenende. Hoffentlich in der Realität 1.0

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