Basel goes Pokémon

Flashmobs gibt es allenthalben. Und in Zeiten wie diesen (Terrorangst) können die auch schon mal nach hinten losgehen, wie deutsche Urlauber an der Costa Brava erfahren durften.

Diese Panik ist es aber nicht einmal, die dafür sorgt, dass viele Menschen nicht mehr offen sind für ihre Umgebung und statt dessen mit dem Kopf nach unten durch die Straßen zieht, um z. B. um unbeaufsichtigte Taschen etc. zu orten, sondern es ist das Augmented Reality-Spiel von Nintendo: Pokemon Go.

Derer hat man sich nun in der drittgrößten Stadt der Schweiz angenommen. Aber entgegen so manchem Klischee gegenüber den Eidgenossen nicht mit Strafen und Verordnungen, sondern mit zielgruppenspezifischen Spaß (wobei der Autor es an dieser Stelle nicht versäumen möchte, auf die Doppeldeutigkeit des Wortes "zielgruppenspezifisch" hinzuweisen), z. B. "Jackass", "Joko & Klaas".

Ist halt nicht "Augmented", dafür aufs Auge.

Von Rumänen lernen - Tränen lachen

Bald fallen die letzten Grenzen in Europa. Rumänen und Bulgaren haben dann wie alle anderen EU-Bürger auch das Recht, innerhalb der Staatengemeinschaft überall dort Arbeit anzunehmen, wo sie sie finden. Und natürlich dürfen sie da auch leben. Da werden natürlich nationalstaatliche Ängste geschürt ("Schwemme"), statt dem was entgegenzusetzen.

Die Briten hatten da eine ganz lustige Idee. Sie entwickelten eine Anti-Britannien-Kampagne gerade für diese Osteuropäer. Sie sollte ihnen zeigen, wie sch.... es im Vereinigten Königreich ist, auf dass diese schön im eigenen Land bleiben. Eigentlich ganz clever, zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass die Klospülungen in Rumänien und Bulgarien noch schlechter funktionieren als auf der Insel.

Dummerweise kam die Idee bei Rumänen und Bulgaren so gar nicht an. Sie fühlten sich diffamiert. Aber im Gegensatz zu unseren Diffamierungsopfern ergingen sie sich nicht in Wehklagen, piensten rum, wie schlecht die Welt sei, und alles und jeder ihn schon immer und übelst mitspiele, schnarch, sondern taten das, was man immer in einer solchen Situation tun sollte: Sie holten zum Gegenschlag aus und waren auch bei der Wahl der Mittel äußerst klug. Sie nahmen sich der Waffe an, von denen die Briten meinen, es sei ihre beste - und damit schlugen sie zurück. Mit Humor.

Gut, es war nicht die Regierung, die auf die Idee kam, sondern eine Zeitung, aber nichts destoweniger: sehrst gelungen.






Und wer sich für den kompletten Case interessiert samt Zahlen etc., auch den wissen wir hier zu bedienen:



(Quelle)

AIDA blu – 1.096 Kabinen, 14 Decks, 1 Erlebnis

Auch wenn Kreuzfahrtschiffe heute nichts mehr soooo Besonderes sind, sie sind immer noch weit davon entfernt, alltäglich zu sein.

Das hängt gewiss mit dem Mythos zusammen, der seit jeher, spätestens seit Homers Odyssee, mit dem Bereisen der Weltmeere zusammenhängt. Die großen Entdecker und Abenteurer. Waren das nicht hauptsächlich Seefahrer? Magellan. Columbus. Cook.

Und wie gerne wäre der Mann von heute ein solcher Held. Natürlich ohne Risiko. Dafür allem Komfort. Sicherlich wäre normalerweise ein Segelschiff für solche Zwecke besser geeignet als ein schwimmendes Hotel, aber nicht unbedingt. Vergangenes Wochenende machte mich die AIDA blu zum Mann. Heute abend wird sie getauft und bricht auf zu ihrer Jungfernfahrt.
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Die neue "Celebrity"

Ehre, wem Ehre gebührt - dachte ich mir, als ich die Gelegenheit hatte, das erste Mal in meinem Leben einer Schiffstaufe beizuwohnen.

Das größte jemals in einer deutschen Werft gebaute Schiff, das Ende Juni seine Geburtsstätte verlassen hatte, wurde am 29. Juli im historischen Hafen von Southampton (Sie wissen schon: Titanic), die Celebrity Equinox getauft.

(Quizfrage für unsere Freunde, bei denen RTL II bei der Fernbedienung auf der 1 steht: Auf welchen Namen?)

Celebrity Equinox

Sie ging dann bis zum 31. Juli, meinem Geburtstag, auf eine kleine Jungfernfahrt zu den Kanalinseln und zurück. Das war schon sehr schön a) so gegen Mitternacht (Durch die Zeitverschiebung hatte ich Steuerbord Geburtstag, während ich Backbord noch eine Stunde darauf warten durfte. - Eine kleine Extravaganza, die mir auf der Celebrity das Gefühl einer Celebrity verlieh, wer hat das schon?) und b) auf dem Schiff selbst, denn bestätigte es mich doch in meiner Überzeugung


Und Celebrity Cruises hat es ...

Wer sich wirklich erholen will - und über das nötige Kleingeld verfügt - der ist hier an Bord richtig. Sein ganzes Auftreten ist Entspannung, wenngleich ich Spa-Bereiche mit höherer Ausstattung auf hoher See kenne. In der ganzen Ausstattung ist nichts, aber auch gar nichts Schrilles. Obwohl es ein amerikanisches Schiff ist, mutet es durch und durch britisch an, ein Eindruck, der durch das Oberdeck unvergesslich manifestiert wird: 2000 Quadratmeter echter Rasen. Großartig.

Besonders charmant war die Feststellung, dass er auch auf internationalen Gewässern wie ein englisches Grün gepflegt wird, so dass daraus keine Weide wird, dafür eine Augenweide bleibt: Er wird gesprengt, regelmäßig gemäht, gewalzt (Also alles, was man zuhause auch tun sollte, aber wozu der Deutsche in dem Maße nicht so genetisch disponiert zu sein scheint.) und bespielt. Es gibt kein "No trespassing"-Schild. Kein "Eltern haften für Ihre Kinder" - was wohl daran liegt, dass es keine Kinder an Bord gibt. Auch mal sehr wohltuend.

Dafür gab es dem Anlass gemäß viele Menschen in feinem Zwirn. Smoking respektive Galakleid waren angesagt und seitens der Reederei auch angefragt. (Überhaupt ist es unglaublich, wie viele Klamotten man auf so einen Kurztrip tragen kann. Bisweilen artet das in Stress aus, andererseits kann man sich aber auch den ganzen Tag in den Jacuzzi an Deck legen, dazu braucht man nichts weiter außer gewöhnlicher Badebekleidung. Selbst Liegen und Handtücher gibt es en masse.)

Die Verantwortlichen seitens der Reederei sowie der PR-Agentur standen jederzeit Rede und Antwort. Es gab eine Führung auf die Brücke (seit dem 11. September an sich kategorisch ausgeschlossen), eine Führung durch die Küche, wo auf einer Kreuzfahrt rund 30 Tonnen Fleisch verarbeitet werden (Ganz zu schweigen von den Mengen an Reis, Nudeln, Kartoffeln, Fisch, Obst, Milch, Salat), mit einem wunderbaren chef, der die Qualität seiner Küche mit Worten voll rheinischem Witz beschreibt: "Unsere Gäste kommen als Passagiere - und gehen als Cargo."

Und womit noch? Mit Recht! 40 Stunden an Bord, 4 Pfund Zunahme? Problemlos möglich ...

Doch auf wenn dieses Schiff Maßstäbe setzt, es ist nur eines von vielen auf dem Markt. Und es werden immer mehr. Allein in diesem Jahr stehen noch zahlreiche weitere Schiffstaufen an (und keine Ahnung, ob ich noch zu einer eingeladen werde). Und auch in der Zeit danach wird das Angebot auf dem Markt größer. Das heißt: Immer mehr Schiffe buhlen um immer mehr Passagiere.

Das Potential in Deutschland ist zweifelsohne da, denn noch ist das Interesse an einer Kreuzfahrt eher gering. Für die einen ist es was für die Alten, den anderen ist es zu steif, wiederum andere vermuten, dass es, wenn man tagelang auf See ist (was ja an sich nicht stimmt, denn es ist ja wie eine Busreise von Hafenstadt zu Hafenstadt - nur eben dass der Bus ein schwimmendes Mehrsternehotel ist), furchtbar langweilig wird (ganz im Gegenteil zu einer völlig spannenden Hotelanlage mit verknapptem Liegenangebot und Morgenbegrüßungstanz :-).

Es ist also noch viel Aufklärungsarbeit in diesem Markt zu leisten. Und auch in puncto Markenprofilierung wird sich in diesem Segment einiges tun.

Bisher ist es wohl nur AIDA gelungen, ein eigenes Profil zu entwickeln. Ob Ihnen es heute noch so recht ist, als "Das Clubschiff" gesehen zu werden? Zumindest der Wettbewerb dürfte sich über das Engagement gefreut haben, denn mit dieser Positionierung gelang es doch, Kreuzfahrten das klischeeige Traumschiff-Image zu nehmen und so zumindest Neugier bei bisher nicht erreichten Zielgruppen zu wecken.

Nun liegt es an ihnen, dieses Interesse für sich und ihre Marke zu nutzen. Bisher pushen die Anbieter. In ihrem Kommunikationsmix spielen bisher PR und Vertriebsmarketing die Hauptrollen. Aktuell versucht nur MSC ein bisschen zu pullen - mit Sport-Sponsoring (Bayern München) sowie zum Teil den 5-Sekünder vor der Tagesschau. Für eine klare Positionierung und eine gezielte Nachfrage dürfte das zu wenig sein, vor allem, wenn dann am POS die Konkurrenz an der Scheibe klebt. Und so setzt man derzeit halt auf Gewinnspiele, um die Menschen gezielt auf ein Schiff zu kriegen. Dort wird dann aber bislang versäumt, eine Markenloyalität aufzubauen bzw. zu vertiefen, um das Potenzial der Mundpropaganda voll auszuschöpfen.

Aber auch das wird sich ändern - und dann wird man nicht mehr nur in der Fachpresse von den Anbietermarken und nicht mehr von nur "Kreuzfahrt" sprechen. Schließlich bringen Sie alle Anbieter von A nach B nach C nach A. Die Frage ist nur: Besser als auf der Celebrity Equinox?

Das etwas andere Incentive

Es ist ja schon ein Graus. Was wollen mir Unternehmen nicht alles possessiv nahelegen. Das bekannteste Beispiel dafür ist ja gewiss, dass mir ein Versandhaus sowie eine Rundfunkanstalt gehört - oder habe ich "Meine Quelle", "Mein RTL" falsch verstanden? (Nicht zu vergessen, all die "My ....s" - ein Graus.)

IncentiveHeuer ist ja ein schwieriges Jahr für Reedereien. Vor Jahren, als es ökonomisch nur bestens aussah, wurden Riesenkreuzfahrtschiffe in Auftrag gegeben, und nun, wo sie fertig sind, ist es die Wirtschaft auch. Was bleibt den Reedern also anderes übriges in Zeiten der Flaute als selbst Wind zu machen.

So plant wohl TUI Cruises (Plural :-)) mit seiner kompletten Flotte (ein Schiff :-) - Name: Mein Schiff :-)) jetzt folgendes Angebot:

Wer bis zu einem gewissen Zeitpunkt seine Kreuzfahrt bucht bzw. antritt und neun Monate später sich Vater und/oder Mutter nennen darf, bekommt den Preis der Kreuzfahrt rückerstattet.

Nein, es war die aktuelle, nicht die April-Ausgabe ...
Wenn es denen damit ernst ist, warum steht es in diesem Medium und nicht beispielsweise in der BILD? Die könnte daraus ja dann das "Volks-Kreuzfahrt" machen .... obwohl, da wären dann wohl zu viele an Bord, die nur "Meins! Meins! Meins!" dächten

Renaissance der Teddys

Leuteleute! Kaum haben wir die Ostereier aufgegessen und lehnen unseren Eierkopf zart an die Rückenlehne unseres Sessels, da kommen sie. Die Teddys. Nicht nur, dass Eisbär Knut momentan Deutschland und die Welt verzaubert, nein. Irgendjemand ist auf die aberwitzige Idee gekommen, anderer Leute Teddys verreisen und dabei fotografieren zu lassen.

Teddy

Ja, genau wie im Film "Die zauberhafte Welt der Amélie". Da war es zwar ein Gartenzwerg, der mit einer Stewardess an die schönen Plätze der Welt fuhr, aber das Prinzip ist das gleiche. Nur jetzt sind Menschen darauf gekommen, damit Geld verdienen zu wollen. Im Ernst: würden Sie sage und schreibe 79 Euro ausgeben, um Ihren Teddy zum Beispiel nach Düsseldorf zu schicken? Oder sogar 99 Euro für das VIP-Paket?

Da könnten Sie doch lieber bei Cheffe Kaffee trinken und Teddy mitnehmen. Cheffe ist schließlich auch in Düsseldorf. Und die Größe von Teddy wäre sicherlich nur insoweit beschränkt, dass er durch die Tür passen müsste. Bestimmt könnte sogar Teddy einen leckeren Cappuccino bekommen.

Schauen wir uns mal das Reisprogramm an:

    Kö (Königsalle), Altes Rathaus, Altstadt, Gehry– Bauten, Burgplatz, Rheinpromenade, Rheinturm, Pegeluhr, Landtag NRW, Heinrich Heine Geburtshaus, Hofgarten, Schloss Benrath, Japanisches Haus, (EKO–Haus), Liebevoll Unterkunft und Verpflegung, Spieleabend, Basteln, Malen, gute Nachtgeschichte, Massage, Teddy ID, Teilnahmezertifikat, Fotoalbum, Foto CD, Kleine Überraschung, Versicherte Rückreise, Größe: max. 60x50x50 cm, Bis max. 3 kg


Teddy wird also eine ganze Menge sehen. Er bekommt Unterkunft und sogar Verpflegung. Was isst der denn? Haben Sie Ihren Teddy schon mal gefüttert? Der darf auch basteln und malen und bekommt sogar eine Gutenachtgeschichte vorgelesen. Kurz, er hat es besser als zu Hause. Wer sagt denn, dass er überhaupt zurückkommt? Vielleicht gefällt es ihm so gut in Düsseldorf, dass er Kö und Co. niemals mehr den Rücken kehren möchte. Und Sie? Sie haben das Ganze finanziert.

Davos: Da, wo's nur ums Eine geht ....

Woran denkt man nicht alles, wenn man den Namen dieses Schweizer Ortes hört? Thomas Manns Zauberberg, Globalisierungsgegner, Wirtschaftsmagnaten, Politikpotentate und darüber schwebt immer nur das Thema Nr. 1. Nein, nicht Geld. Pah, schnöder Mammon....

Davos

Davos: Sex-Workshop der Renner bei Weltwirtschaftsforum
    Ein für das Weltwirtschaftsforum in Davos eher außergewöhnlicher Sex-Workshop war der Renner beim diesjährigen Treffen in den Schweizer Bergen. "Sex und Beziehungen" hieß das Seminar, das die New Yorker Therapeutin Dagmar O'Connor anbot - und das prompt als einziges von 240 Angeboten aufgrund des großen Interesses wiederholt werden musste.

    "Ich war überrascht, wie offen die Leute waren und wie bereitwillig sie über ihre Beziehungen sprachen", staunte die US-Therapeutin, die das erste Mal bei dem jährlichen Treffen von Wirtschaft und Politik in Davos dabei war.

    Die Fragen der rund 50 Teilnehmer - zu zwei Dritteln Frauen - an dem ersten Workshop hätten von den Wechseljahren über Homosexualität bis hin zum sexuellen Missbrauch gereicht, berichtet O'Connor. Viele hätten auch einfach nur wissen wollen, wie sie ihre Beziehung in Schwung halten könnten.

    Die Analyse der Therapeutin fiel naheliegend aus. "Die Berufstätigen sind so beschäftigt, dass sie keine Zeit für Sex haben." Ihre Tipps: mehr Zeit miteinander verbringen und sich drei Mal die Woche 90 Minuten lang berühren.


Lustig, die Anwesenden als "Berufstätige" zu bezeichnen. Und ganz offensichtlich auch wichtig für Wirtschaftsmenschen: eine klare, messbare Regel. Und was kommt als nächstes? Verkabelt man sich jetzt, um die Authentizität des Orgasmus zu checken - oder reicht ein dB-Messgerät? Oder kommt es gar zur Wiedereinführung der Stechuhr ...?

Geballte Kompetenz

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