Wollen Sie Ihren Senf dazugeben?

Das Schöne an englischer Werbung ist ja oftmals, dass sie nicht dem Wunschdenken eines Kreativen entspringt, sondern der Wirklichkeit - und dort braucht es dann nur noch einen Spritzer ... naja, Würze, und fertig ist die Tischkonversation, auf die sich selbst Deipnophobiker freuen dürften.

Und das Ganze für ein Produkt, das nun wirklich nicht gerade für seine Begehrlichkeit berühmt ist. Ein wunderbares Beispiel, wie eine kleine Idee reicht, um etwas ganz Großes entstehen zu lassen.

Österreicher fragen, McDonald’s antwortet.

DDB Tribal Wien hat die erfolgreiche kanadische McDonald’s-Kampagne „Our Food. Your Questions.“ adaptiert.

McDonald’s Kampagne
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Zum Wiehern

Pferdefleisch. Skandal oder Delikatesse?

Pferdefleisch

Als vor vielen Jahren Wein mit Glykol gestreckt wurde, war das gesundheitsgefährdend. Ist das jetzt auch so? Bislang zumindest ist keiner an den Produkten gestorben. Pferdefleisch an sich ist ja nicht toxisch. Eher teuer, wenn man es bewusst kauft, was ja viele in einigen Regionen Deutschlands tun.

Aber wer will denn schon Fakten? Und wer will vor allem sich in Frage stellen? Warum kaufe ich Fertigprodukte? Warum habe ich selbst bei minimalen Preisen maximales Vertrauen in Lebensmittel?

Der homo oeconomicus - ein faules, gieriges Aas. Aber ich doch nicht. Ich bin ein mündiger Verbraucher. Nur "die" verarschen mich. Klären mich nicht auf. Führen mich hinters Licht. Nein, die Inhaltsstoffe auf einer Verpackung lese ich mir nicht durch. Zu klein. Die Lupe am Einkaufswagen? Was sollen denn da die anderen von mir denken?

Es braucht mehr Kontrollen (einerseits. Andererseits auch weniger Bürokratie. - Verstehe das wer will.)

So ein bisschen weniger Phlegma, etwas mehr Eigenverantwortung - das täte so manchem schon gut. Vielleicht sollte man sich den alten Spruch bewusst machen, zumal er ja so schön zum Thema passt:

Das Leben ist kein Ponyhof.

Tausch-Rausch

Manchmal gibt es einfach gut( durchdacht)e Marketingaktionen. Die sind so gut, die brauchen uns nicht. Und andere, die sind zwar gut, haben aber noch nicht die Resonanz, die wir ihnen wünschen. Dazu zählt der ültje-Tauschrausch.

Schöner Name, wengleich den es u.a. auch schon Disney gab, und eine schöne Idee, auch wenn die vor Jahren durch die Medien ging. 2005 habe, so hieß es, der Kanadier Kyle MacDonald eine rote Büroklammer in nur 14 Stufen gegen ein Haus getauscht.

Die Aktion läuft ähnlich ab (wie, erklärt der Film), der Gewinn ist etwas bescheidener, aber dafür gibt es gleich meherere Sieger. Finden wir gut!



Ein Extra-Lob an die Verantwortlichen auf Kundenseite, dass sich dort nicht jene Bedenkenträger durchsetzten, die meinten, man könne das nicht machen, weil dadurch ja der Eindruck entstehen könne, das Erste, was man mit dem Produkt des Hauses machen müsse, um Erfolg zu haben, ist es loszuwerden.

Nimm ihn in den Mund ...

Angeblich kommt in Bälde der Sommer. Offiziell ist er sogar schon seit Dienstag da und schwupps gibt es auch neue Eissorten. Allerdings muss man hierzulande die 39.000. Magnum-Variante über sich ergehen lassen oder beim Italiener Dinge bestellen, die heute noch den Hauch der Kreativität der 50er Jahre atmen. Es geht aber auch anders ...

Das russische Kolletiv Stoyn hat sich da was, wie ich finde, sehr Originelles ausgedacht und bringt Motive auf den Markt, an denen doch die meisten mal gerne rumlutschen:





Ungeschlagen: die Milch-Schnitte

"Der Goldene Windbeutel" - die Auszeichnung von foodwatch.de geht dieses Jahr nach einer Online-Abstimmung an Ferrero für ihr Produkt „Milch-Schnitte“.

Ungeschlagen: die Milch-Schnitte

Damit zeichnen die Ökotrophologen unter den Gutmenschen alljährlich die Produkte mit der, in ihrem Sprech: "dreistesten Werbelüge des Jahres" aus.

Nun haben wir uns schon der Vorstellung der Kandidaten 2011 ausführlich mit der "Argumentation" in der Nominierung auseinandergesetzt. Es stimmt, geehrter HanseatUnikat: ein gefundenes Fressen für die Besserwerber.

Es lohnt sich, das Ganze erneut genauer anzuschauen. Moniert wurde also die Aussage

„Schmeckt leicht. Belastet nicht. Ideal für zwischendurch.“

Diese werbliche Aussage wird in der Werbung für dieses Produkt schon lange gebraucht. Ist das also wirklich die dreisteste Werbelüge des Jahres? Und ist es überhaupt eine Lüge. Dies suggerieren die Preisausschreiber, in dem sie sagen:

"Tatsächlich jedoch besteht die Milch-Schnitte zu etwa 60 Prozent aus Fett und Zucker."

Die inhaltiche Faktizität bestreitet niemand. Was soll aber dieses "tatsächlich jedoch"? Das ist hochgradig manipulativ. Hier wird eine Kausalität hergestellt, wo keine ist. Das ist Rhetorik vom Feinsten, aber eben alles andere als koscher. Denn es gibt noch viele andere Produkte, die wesentlich höhere Anteile an Fett und Zucker haben, die aber dennoch als gesund gelten: Butter, Öl und so manches Salatdressing würde so manchem Grubenarbeiter Kraft für ein Flöz alleine geben.

Natürlich versucht der Produzent sein Produkt besonders positiv darzustellen. Das ist legitim. Und das man mit dem Produkt selbst nicht einverstanden ist, ist auch in Ordnung. Hier aber Begriffe wie "Lüge" zu benutzen, um ein missbeliebiges Produkt zu stigmatisieren, ist schlicht gelogen, denn die Aussage ist keine Lüge.

"Schmeckt leicht." - Geschmackssache.
"Belastet nicht." Wen? Den Körper? Den Geist? Den Geldbeutel? Den Organismus? Egal, es stimmt: Das Produkt selbst belastet nicht. Man sollte es vielleicht nicht zu sich nehmen, wenn man sich wenig bewegt und auch sonst das ist, was man früher einen "guten Esser" nannte, aber das obliegt ja dem Einzelnen selbst. Hierfür muss man schon selbst Verantwortung übernehmen können für sich wie für seine Kinder - zumal Gutmenschen ja sonst zumindest den Menschen gerne als "mündig" ansehen, was sie aber nicht davon abhält, uns bevormunden zu wollen.
"Ideal für zwischendurch." - Auch hier: stimmt. Halt alles eine Frage der Details, z. B. zwischen was? Zwischen zwei Mahlzeiten? Dann ist es richtig, wenn die Mahlzeiten zeitlich weit genug voneinander weg sind. Es wäre falsch, wenn das gemeint wäre, zwischen jedem Augenblinzeln. Aber das steht da ja NICHT: "Fresset es stets!"

Nein, nein, was foodwatch.de hier veranstaltet ist bestenfalls mit "illokutiver Kommunikation" zu benennen, wenn man den Begriff der "Propaganda" oder gar "Agitation" vermeiden will. Aber das ist ein bedauerlicherweise sehr gegenwärtiges Kommunikationsmuster, dass da, wo die Argumente fehlen, Emotionen geschürt werden, aus denen wiederum dann (subjektive) Wahrheiten entstehen sollen. So hat sich ja auch Frau Schwarzer nicht erblödet, die Eheschließung von Herrn Kachelmann in Zusammenhang mit dem Tatvorwurf zu bringen, obwohl es hierfür nun wahrlich keinerlei Zusammenhang gibt. Nun ist diese Form der Kommunikation nicht neu. Die gab es schon bei Cato, dem Älteren sowie Joseph, dem Hinkenden, das ist Rhetorik. Man sollte sich aber selbst nicht auf das Niveau dessen begeben, was man bekämpft.

Lügen, um jemanden der Lüge zu bezichtigen, ist nicht gut, Mensch!

Und überhaupt: Immer noch weiß ich nicht, was eine "Werbelüge" ist.

Ich nehme an, es ist bloß ein manipulativer Neologismus, den man wohl geprägt hat, um juristische Konsequenzen aus wiederum seinem manipulativen Tun zu vermeiden. Ich frage mich nun: Wäre dies clever? Oder ist es nicht schlicht feige?
Hm, gibt es eigentlich schon den "Goldenen Janus"?

Ich würde foodwatch.de vorschlagen.

Der Goldene Windbeutel

Ernste Menschen sind einfach nur furchtbar langweilig. Sie haben keinen Spaß, dafür Recht. Na toll.

Schade eigentlich, denn ihr Ansinnen ist ja oftmals gar kein schlechtes. Aber die Spießig- und Bräsigkeit ihrer Kommunikation ... schnarch. Naja, zum Glück finden die Initiatoren des "Wettbewerbs" zur dreistesten Werbelüge des Jahres ja in den Medien auf ihresgleichen: die Gralshüter des Guten, des Wahren - ist ja auch immer so eine Sache mit der Selbstwahrnehmung. Wie dem auch sei, durch diese Multiplikatorenwirkung wird sichergestellt, dass uns der Wutbürger erhalten bleibt und er im WWW seiner Meinung Ausdruck verleiht statt das Produkt seiner Missgunst einfach links, genauer gesagt: im Regal liegen zu lassen. Aber einfache Lösungen sind ja der ernsten Menschen Sache nicht.

Der Goldene Windbeutel

Und mit der Kreativität haben sie es auch nicht so. Oder doch? Wahrscheinlich. Wahrscheinlich sind es diese oberstudienrätinnenlegitimierten Wortspiele wie "abgespeist" und eben "der Goldene Windbeutel", die die Zielgruppe ansprechen und bei ihr für moralgestählte Mentalwellness sorgen - nicht zuletzt durch die Integration dieser aperçus des Höheren Dienstes in dem Lexemfeld zusammen mit fast schon anachronistisch anmutenden Attributen wie "unrühmlich" sowie "dreist", das hier natürlich nur im Superlativ als Attribut zu "Werbelüge" auftritt. Zugrunde liegt hier die selbe Sprachgewalt, die satirische Schriftbeiträge gerne als "mit spitzer Feder" beschreiben. Kreativität von Flaschen in kleinen Dosen.

Wie gesagt: eine an sich gute Sache. Aber, herrjeh, wie schrecklich bemüht - und zum Teil befremdlich. So wirbt deren Internetseite mit dem Satz "abgespeist.de entlarvt Werbelügen auf Lebensmitteln" und lädt ein "Laden Sie hier unsere komplette Mogel-Liste herunter."

- Hmmm, was sind "Werbelügen auf Lebensmitteln"? Die Farbe des Gemüses, des Obstes?
- Wodurch unterscheiden sich "Lügen" von "Werbelügen"? Wenn ja, was ist schlimmer?
- Und die, die entlarven, bieten ihrerseits eine "Mogel-Liste" an. Das deucht befremdlich. Wird da mit zweierlei Maß gemessen bzw. gelogen?

Naja, schauen Sie es sich selbst an. Zur Wahl stehen mit Begründung:

Nimm2 von Storck.
    „Nimm2“ von Storck, die Bonbons, die nicht nur süß, sondern auch noch gesund sein wollen: Der Hersteller rührt einen künstlichen Vitamincocktail in die Bonbonmasse – und will „Nimm2“ damit „gesundwerben“. Doch die zugesetzten, angeblich „wertvollen Vitamine“ sind in der Regel völlig überflüssig und werden ganz einfach wieder ausgeschieden. Dafür lernen Kinder, dass sie ihren Vitaminbedarf auch mit Süßigkeiten statt mit Obst und Gemüse decken können. Das foodwatch-Fazit: Ein Bonbon bleibt ein Bonbon bleibt ein Bonbon.

Fangen wir mit dem Richtigen an: dem Fazit. Ein Bonbon ist ein Bonbon ist ein Bonbon. (Ist es nicht herrlich wie omnipräsent Getrude Stein heute noch sein kann? A rose is a rose is a rose) Nun sagt ja keiner was anderes. Das kann also die Werbelüge nicht sein. Was ist es dann? Dass Kinder lernen, dass sie ihren Vitaminbedarf auch mit Süßigkeiten statt mit Obst und Gemüse decken können? Von wem lernen sie das? Von der Werbung? Wenn dem so ist, sollten unregelmäßige Verben, chemische Formeln, historische Ereignisse nie mehr gelehrt, sondern nur noch beworben werden. Ein so schneller wie nachhaltiger Lernerfolg schreit ja geradezu danach, hierdurch Deutschlands Position bei den PISA-Tests zu verbessern. Oder sind es doch die völlig doofen und verantwortungslosen (Groß-)Eltern, die keinen Bock haben, sich mit ihrer Brut auseinanderzusetzen oder ihnen eben Obst und Gemüse (gern auch geschnitten und geschält aus dem Plastikbehältnis) zu essen zu geben? Ist jetzt Storck schuld, dass die Eltern statt eine Mahlzeit zubereiten lieber einen Beutel aufreißen? Oder dass Vitamine "ganz einfach wieder ausgeschieden" werden? Dass macht der Körper auch mit Vitamin C, wenn sein aktueller Bedarf gedeckt ist. Haben also diese Kinder schon genug Vitamine zu sich genommen? Hmmmm....

Schlemmertöpfchen Feine Gürkchen von Kühne
    außen Tradition, innen modernste Lebensmitteltechnologie. Obwohl Aromen und ein Farbstoff drin stecken, werden die Gewürzgurken wie ein handwerkliches Produkt mit jahrhundertealter Tradition und „besten natürlichen Zutaten“ verkauft. Ein Werbetrick, um höhere Preise für standardisierte Massenware zu erzielen. Das foodwatch-Fazit: Saure-Gurken-Zeit für die Liebhaber ehrlicher Werbung und handwerklich gefertigter Lebensmittel.

Ist das Fazit ein Fazit? Oder ist es nicht eher eine Meinung mit oberstudienrätinnenlegitimiertem Wortspiel? Und auch hier wieder dieser Neologismus, der einen fragen lässt, wo der Unterschied ist zwischen einem "Trick" und einem "Werbetrick". Außen Tradition? Wo? Außen ist nur Glas und Papier. Innen modernste Lebensmitteltechnologie? Ist das eine Lüge? Ist die verwendete Lebensmitteltechnologie vielleicht gar nicht die modernste? Vielleicht ist sie alt und das teure Zeug vergammelt schneller? Nein, das wird nicht moniert. Überhaupt ist nicht klar, was moniert wird. "Beste natürliche Zutaten", u.a. Wasser, Zucker, Salz (sind ja an sich nicht schlecht) können es ja nicht sein. Und es ist einfach gelogen, dass "Gewürzgurken wie ein handwerkliches Produkt mit jahrhundertealter Tradition" verkauft werden. Der Schreiberling halt sich wohl sehr lange in einer ganz besonderen Lake ... äh: Lage befunden, um auf so was zu kommen. Lustiger wäre es gewesen, man hätte sich auf das Wort "Töpfchen" fokussiert - immerhin ist das Glas so klein nicht, aber das scheint OK gewesen zu sein.

Ferdi Fuchs Mini-Würstchen von Stockmeyer
    „Ferdi Fuchs“, Stockmeyers salziges Mini-Würstchen für Kinder. Comicfiguren für die Kids, Gesundheitsbotschaften für die Eltern – das ist die Werbemasche des Herstellers. Doch die vitaminisierten „Ferdi Fuchs“-Würstchen fallen vor allem durch einen hohen Salzgehalt von 2 Gramm pro 100 Gramm auf, der bei der „Nährwert-Ampel“ mit einem roten Farbfeld gekennzeichnet werden müsste. Das foodwatch-Fazit: Statt von einem „täglichen Beitrag für die gesunde Ernährung“ müsste Stockmeyer eher von einem täglichen Beitrag zum späteren Bluthochdruck sprechen.

Nun, der tägliche Beitrag zum späteren Bluthochdruck kann auch von überengagierten Eltern kommen, die von ihrem Kind Bestnoten in der Schule sowie die fehlerfreie Beherrschung mindestens eines Instrumentes plus einer Auszeichnung in einem sportlichen Bereich verlangen. Aber für diese fühlt sich foodwatch.de wohl nicht zuständig. Warum auch die eigenen Klientel attackieren? Wäre ja unklug und wenn sie alles bei abgespeist.de sind, das sind sie nicht. Ganz im Gegensatz zu den anderen Eltern, die auf Comicfiguren und "Gesundheitsbotschaften" reinfallen. Wo ist die "Werbelüge"? Niemand bezweifelt, dass bei der Wurst nicht alles koscher ist, aber das sollte man dann auch expressis verbis benennen, damit auch mal n bisschen Fleisch auf das Argumentationsgerippe kommt.

Activia von Danone
    „Activia“, das probiotische Märchenprodukt von Danone. Weder eine Wunderwaffe gegen Verdauungsbeschwerden noch ein Garant für perfektes Darmwohlbefinden: Der Joghurt kann die Verdauung nicht mal eben regulieren, wie es Danone suggeriert. Selbst wenn sich bei manchen subjektiv ein besseres Befinden einstellen mag – das könnten sie mit Hausmitteln wie Trockenpflaumen, Weizenkleie oder einem Spaziergang sehr viel preisgünstiger haben. Das foodwatch-Fazit: Minimale Effekte, maximal aufgeblasen – und teuer verkauft.

Das ist eine ganz spannende Erklärung. Erst ist es ein "Märchenprodukt", aber keine "Wunderwaffe", kein "Garant für perfektes Darmwohlbefinden" (Was ist das? Darmwohlbefinden?). Auch eine "mal eben"-Regulierung der Verdauung wird dem Produkt abgesprochen, allerdings die Möglichkeit eingeräumt, dass " sich bei manchen subjektiv ein besseres Befinden einstellen mag". Ist das jetzt schlecht? Ist Befinden nicht immer subjektiv? Und das Unternehmen sagt ja nicht, dass es besser sei als die von foodwatch angegebenen Alternativen. Wo also ist die Lü ... äh ... die Werbelüge? Was kann danone dafür, dass Kreti und Pleti finden, dass Trockenpflaumen und Weizenkleie scheiße schmecken? Und das Fazit ist ja wohl ein Riesenlob für deren Marketingabteilung. Sollte es zutreffemn, schließen wir uns dem gerne an.

Milch-Schnitte von Ferrero
    „Milch-Schnitte“ von Ferrero, die Schoko-Sahnetorte für zwischendurch. Ferrero will der Milch-Schnitte mit Hilfe von Box-Weltmeisterin Susianna Kentikian und den Sportkletterern Alexander und Thomas Huber („Huberbuam“) ein sportliches Image verpassen. Der Werbeslogan lautet: „Schmeckt leicht. Belastet nicht. Ideal für zwischendurch.“ Tatsächlich jedoch besteht die Milch-Schnitte zu etwa 60 Prozent aus Fett und Zucker. Das foodwatch-Fazit: Wenn Milch-Schnitte leicht ist, ist so manche Schoko-Sahnetorte ein Diätprodukt – denn sie enthält prozentual wesentlich weniger Fett und Zucker.

Na endlich mal was Gutes in Sachen Begründung. Und ein guter Grund, die nächste Konditorei aufzusuchen. Oder haben wir da wieder was falsch verstanden? Allerdings verstehen wir diese Nominierung nicht unter dem Intro, wonach es ja um "Werbelügen auf Lebensmitteln" geht. Hier wird aber die werbliche Außendarstellung gerügt, die dem Produkt "ein sportliches Image verpassen" soll. Dabei ist das ja richtig clever von ferrero gemacht, denn genau diese Sportler haben kein Problem damit, wenn sie mal ein am Durchschnittskalorienverbrauch gemessenen Zuviel an Fett und Zucker zu sich nehmen. Das wird bei deren Training ganz sicher verbrannt. Wenn also jeder, der das isst, so viel trainiert wie die, wird trotz Milch-Schnitte zur Schnitte an sich.

Also, wie gesagt: Tolles Ansinnen, aber furchtbar schlecht kommuniziert.

5+

Zur Wahl


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Ausnahmen bestätigen die Regel

Gibt es etwas Schöneres, als mit seinen eigenen Waffen geschlagen zu werden.

Heute morgen rief ich noch dazu auf, einfach mal alles zu akzeptieren. Und dann kam das:

Kreationskritik der w&v - mutmaßlich nicht nur von mir als ein contradictio in adiecto empfunden, aber sei's drum. Deren kritikus meldete sich zu Worte und befand zu folgender Anzeige:

    "Butter macht kreativ" textet die CMA und will damit ihren tierischen Brotaufstrich bewerben. Unterstützt wird die Copy von einer Malerpalette - soll wohl die Kreativität darstellen.

    Doch jetzt die Frage: Warum in aller Welt macht Butter kreativ? Butter macht dick und erhöht im Übermaß den Cholesterinwert. Sie macht ein Essen vielleicht auch leckerer - und kann dadurch auch durchaus gute Laune machen. Aber kreativer? Also liebe Kreativen - wenn ihr keine Idee mehr habt, dann schnell einen Klecks Butter in den Mund. Und genau der hat den Verantwortlichen der Kampagne offenbar gefehlt. So ist das Motiv unverständlich, langweilig und sinnentleert.



Das sind mir die liebsten. Hat der Mensch mal gewöhnliche, ganz normalen Menschen zugeschaut und zugehört? Hat der mal in einem Kiosk auf die Überschriften geachtet, was da alles an "kreativ" angeboten wird? 'ne Kochsendung gesehen? (Wenn nicht, wie hat er das geschafft, daran vorbeizuzappen?)

Wenn man Kreativität als das Potenzial schöpferischen Handelns ansieht (und es gibt bestimmt nicht nur Wikipedia, die das tun), dann kann man durchaus auch tolerant zu Werke gehen und Butter (wie alles) als Quell der Inspiration sehen. Natürlich macht Butter auch fett, aber zuviel Denken macht auch doof.

Wie man mit der Anzeige viel besser umgeht, zeigt ... Butter:

    Kaum hing an der Berliner U-Bahn-Haltestelle Schwartzkopffstraße ein Plakat der CMA zum Thema Butter, machten unsere Berliner Kreativen daraus eine Guerilla-Aktion zur Akquise von Bewerbern. Schließlich steigen genau an dieser Haltestelle nicht nur BUTTER. Mitarbeiter, sondern auch täglich die Family-Mitglieder von Scholz & Friends ein und aus.




Somit ist bewiesen: Butter macht kreativ. Butter.

Danke.

Ich hab's schon immer gewusst: Nudeln machen glücklich!

Glücksbringer NudelEndlich habe ich jetzt auch eine online-Legitimation für meine große Leidenschaft: Nudeln machen glücklich. Die deutsche Nudel-Industrie (ja, die gibt es auch nach dem Tod von Birkel noch) zeigt uns alles rund um die leckeren Dinger, und zwar hier.

Ehrlich gesagt, ich wusste das ja eh schon. Nach einer richtig leckeren Nudel-Portion geht's mir eigentlich immer gut. Aber jetzt haben wir es eben auch schriftlich und sogar unter einer eigenen Domain. Ganz kurz vor dem Mittagessen sollte man die aber nicht besuchen. Das macht dann doch zu hungrig.

Nachdem ja schon seit Jahren die Schokolade als DER Glücklichmacher in aller Munde ist, hat es die Nudel nun auch geschafft. Frage ist nur, welches Nahrungsmittel eigentlich unglücklich macht.

Die Nudel und das Glück
Bildquelle: nudelnmachengluecklich.de


Bei Schokolade und Nudeln bin ich sicher, dass sie nicht immer jeden glücklich machen. Jedenfalls nicht nach ständigem exzessivem Gebrauch. Wird es in Zukunft zu befürchten sein, dass Nudeln gar als Droge klassifiziert werden?

Denn: Glücklichmacher ohne Gefahren, wo gibt's das schon?
"Ich hab's schon immer gewusst: Nudeln machen glücklich!" vollständig lesen »

Alles eine Frage des guten Geschmacks

Jeder weiß, warum nur auf den wenigsten Erdbeerjogurts Fotos von Erdbeeren abgebildet sind: weil keine drin sind. Das, was da so fruchtig rüberkommt, ist Holz, was der kluge Käufer daran erkennt, dass "Aromen" auf dem Becher steht. So ist das und das ist nicht neu. Auch bei anderen Beerenfrüchten geht das - und nun auch - laut Yahoo News - bei Vanille:

Kufladen-Produzenten

    Die japanische Forscherin Mayu Yamamoto hat nach eigenen Angaben eine neuartige Methode zur Wiederaufbereitung von Kuh-Mist entwickelt, bei der sich äußerst kostengünstig derselbe Riech- und Geschmacksstoff entwickelt wie bei einer Vanilleschote: Kuhfladen, der eine Stunde lang unter bestimmten Druckverhältnissen gekocht wird, strömt nach ihren Erkenntnissen einen zarten Vanilleduft aus.

    Das derart produzierte Vanillin ließe sich durchaus auch in Lebensmitteln verarbeiten, sagte die Wissenschaftlerin am Internationalen Medizinzentrum in Tokio. Sie befürchte jedoch Akzeptanzprobleme bei den Verbrauchern. Als Duftstoff in Shampoos, Kerzen oder anderen Gebrauchsgegenständen sei das tierische Abfallprodukt aber durchaus zu gebrauchen. Yamamotos Team hofft nun, in spätestens drei Jahren eine Maschine entwickelt zu haben, die täglich mehrere Tonnen Fladen in geruchliches Gold verwandeln kann.


Wieso befürchtet sie Akzeptanzprobleme? Muss nur billig sein. Dann darf's hierzulande auch gerne beschissen schmecken ...

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