CMO: Zwischen Traum und Wirklichkeit

Ein Gastbeitrag von Silvia Rak, die unter dem Namen FREIWASSER Marketing verantwortungsvolle Marketing-Lösungen anbietet, und 2011 den Marketing-Blog no goldfish ins Leben gerufen hat.

Silvia Rak


Ein Chief Marketing Officer (CMO) verantwortet, der Definition nach, in Unternehmen und anderen marktorientierten Organisationen das vielseitige und kontroverse Thema „Marketing“.

Aber haben Sie schon einmal von einem deutschen CMO gehört? Nein? Das mag daran liegen, dass hierzulande Marketing - im Vergleich zu anderen betriebswirtschaftlichen Disziplinen - ein recht stiefmütterliches Dasein führt. Bei den DAX 30 zum Beispiel, den dreißig größten und umsatzstärksten, beim wichtigsten deutschen Aktienindex gelisteten, Unternehmen, schafft es so ein Marketingverantwortlicher selten ganz nach oben. Gerade einmal acht der DAX 30 Unternehmen leisten sich einen Vorstand, der für die Themen Marketing, Marke oder Vertrieb verantwortlich ist.

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Vor- und Nachteile einer Positionierung

„Dass ich damit einen Lacher lande, war mir klar“, sagte die stellvertretende Pressesprecherin des OLG München, nachdem sie den Namen des letzten zum Verfahren gegen Beate Zschäpe zugelassenen Pressevertreters verlas: Brigitte.

Die Vergabe eines der begehrten Plätze an die Frauenzeitschrift sorgte dann auch auf Twitter für massig Kommentare. Die meisten davon machten sich natürlich darüber lustig, was natürlich wieder die Twitterspießer auf den Plan rief, die darin Sexismus witterten.

Ist natürlich dummes Zeug. Wären bei der Pressekonferenz „GQ“, „Men’s Health“, „kicker“, „auto motor sport“ etc. gezogen worden, hätte es ebenfalls Kommentare gegeben, die eine Verbindung hergestellt hätten zwischen dem „Ding an sich“ (Kant), also dem NSU-Prozess sowie der Markenkern des Printerzeugnisses. ("Die in Style", "Fit hinter Gittern - Das Lebenslänglich-WorkOut", "Rot für Braun" oder "Die neuesten Tuning-Tipps für Fluchtwagen")

Die Verantwortlichen dort dürften sich jedoch kaum um einen der zu vergebenden Sitze beworben haben. „Brigitte“ tat’s – und sie wurde gezogen.

Nun kann man sich natürlich fragen, warum sie das tat – und die Antwort ist einfach: weil sie es darf. Und damit tun sich die vor allem sogenannten „seriösen“ Medien, die nicht gezogen werden, schwer.

„Die Zeit“, die „FAZ“ sowie die „taz“ hatten im ersten Zulassungsverfahren einen Sitz – und nun das Nachsehen. (Gerade im Falle der „taz“ böte sich ja hier für den Staat die Möglichkeit, einen Uralt-Banner der Sponti-Szene umzudrehen: Statt Polizisten sähe man halt diesmal taz-ReporterInnen vor verschlossenen Türen mit dem Hinweis „Wir müssen leider draußen bleiben!“)

Live zugucken und berichten hingegen dürfen Vertreter von völlig, zumindest der großen Masse bzw. im Rahmen politisch-gesellschaftlicher Berichterstattung unbekannten Medien wie „EbruTV“, „Hallo München“, „Radio Arabella“ oder „Kabel1“. (Das sind gewiss die Momente, wo es den ZeitFaztaz-Redaktionen schwer gefallen sein dürfte, sich nicht wie eine von Heidi Klums laufenden Spargel aufzuführen, wenn sie "leider kein Foto" erhielte. ("Diiiiiiieeee? Aber ich bin doch viel besser als die. Die ist doch voll doof. Wie die schon spricht ..." etc.)

Zugegeben, zur Ernennung der Medien mit einem, sagen wir es vorsichtig: eher exklusiven Bekanntenkreis gab es mehr Entsetzen als Spott in den sogenannten „sozialen“ Medien, aber zum Spott fehlte den letztgenannten halt etwas, was wichtig ist für einen Witz: Charakter und Bekanntheit. (Den aber hat die Brigitte, also gab's da die Gags. Die Gags sind also kein Ausdruck von Sexismus, Pack, sondern Anerkennung!)

Dagegen spricht man denen, die man nicht kennt, (fast wie selbstverständlich) auch mal gleich eine gewisse Berichtskompetenz ab (Was für ein -ismus ist das?), wobei sich der Laie natürlich fragt, was am Zusammenfassen und Nachplappern so schwierig sein sollte. Schließlich hatte man selbst schon ab der 6./7. Klasse im Deutsch-Unterricht Nacherzählung. Als wäre wirklich wichtig, wer berichtet. Wichtig ist nur das Verfahren selbst.

Aber aus dem Gebaren kann man viel lernen - unter anderem über Marken und deren Führung.

Man sieht hier deutlich, wozu eine Positionierung führen kann. Und gewiss kann man sich in neue Terrains vorwagen, vor allem wenn es derart medial begleitet ist, um seine Bekanntheit zu erhöhen und gleichzeitig sein Angebotsspektrum erweitern.

Man stelle sich vor, „Cilit Bang“ brächte, eventuell im Rahmen einer Präsentation von Öko-Test, einen „Energy-Drink“ auf dem Markt.

Und ist das wirklich so abwegig? „Kaugummi“ und „Mundpflege“ waren ja auch mal ewig weit weg voneinander positioniert – und heute finden nur noch wenige, vor allem ältere Menschen ein Wort wie „Zahnpflege-Kaugummi“ in sich widersprüchlich.

Wer das sich aber auf ein solches neues Terrain wagt, muss auch entsprechend gewappnet sein. Der Brigitte-Redaktion wird wohl klar gewesen sein, was da kommen dürfte – und sie schienen vorbereitet. Im Gegensatz zu den vielen Twitterspießern nahmen sie es mit Humor und verwiesen bei Wortspielen rund um den Begriff „Gericht“ souverän auf Rezepte auf ihrer Website.

PR-technisch hat die Bewerbung dank des Losglücks perfekt funktioniert. Und auf den Gag-Storm schien man vorbereitet – und wird jetzt gewiss redaktionell nachlegen. (= Abverkauf) So kann man das machen. So kann eine Veränderung am Markenkern durchaus gelingen.

Eine Abkehr vom bisherigen wäre natürlich falsch. Zum Produktportfolio von „Cilit Bang“ würde gewiss auch weiterhin Reiniger gehören – und auch Brigitte wird weiterhin Schmink-Tipps haben.

Ich selbst sähe hier schon gerne ein Bild der Angeklagten, am liebsten unterschrieben mit „Da ist jeder Döner schöner!“

Aber soweit wird es wohl ebenso wenig kommen, wie dass ihr Transport ins Gefängnis live im Fernsehen zu sehen sein dürfte.

Falls doch, würde ich auch hier eine Vergabe exklusiv an ein Medium gutfinden. Aus Gründen der Objektivität und der Fairness wäre es gut, wenn ein ausländischer Sender, der bis dato nicht von dem Prozess berichtete, diese Rechte erhielte.

Dabei gibt es nur einen Sender, für den diese finale Phase maßgeschneidert wäre und optimal zur Steigerung seiner Markenbekanntheit passen würde – allein vom Namen her: ServusTV.



Keine Freunde mehr? Jack Wolfskin trifft Zielgruppe

Alle unfähig. Die Politiker haben keine Ahnung, was in Sachen Euro das Richtige ist, der Bundestrainer stellt stets die Falschen auf und in Unternehmen haben blutleere und instinktlose Controller das Sagen, die natürlich zuerst einmal die Summe an Geld einsparen müssen, die sie kosten - plus einiges extra, schließlich will die eigene Gehaltserhöhung gut begründet sein.

Dass dies auch mal zu Lasten der Qualität gehen kann, stört nicht. Blutleer. Instinktlos. Und so wahnsinnig schlimm ist das auch nicht. Schließlich lässt sich das auch wieder korrigieren und die Korrektur zu PR-Zwecken nutzen, zeigt es doch, dass man ein lernfähiges Unternehmen ist. Schnarch.

Aber es geht noch schlimmer: Wenn sich Juristen der Markenführung annehmen. Sie stehen in Sachen Blutleere und Instinktlosigkeit den Bürohengsten aus dem anderen Stall in nichts nach. Allerdings sattelt einige von ihnen in Sachen hassenswerter Charaktereigenschaften noch mindestens zwei drauf: wichtigtuerisch, rechthaberisch.

Dabei steht es oft völlig außer Frage, dass sie Recht haben. Die Frage ist nur, wie sie das verdeutlichen.

Die meisten Fälle bekommt man dabei wahrscheinlich gar nicht mit. Da wird diskret auf eine Markenschutzverletzung hingewiesen und gut ist. Dann aber schießen einige über das Ziel hinaus und/oder sie unterschätzen ihre Gegner, die sehr schnell erkennen, dass es sich um ein David-gegen-Goliath-Spiel handelt, womit ihnen nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch der sofortige Zuspruch zumindest der sogenannten "Sozialen" Medien sicher ist. Beispiel hierfür, bei dem der Besserwerberblog nicht ganz unbeteiligt war - und das zum Wohle aller: DOSB vs. Saftblog

Doch während der Deutsche Olympische Sportbund letztlich eingelenkt und man sich untereinander geeinigt hat, scheint der Outdoor-Bekleidungshersteller Jack Wolfskin daran kein Interesse zu haben.

Zum wiederholten Male klagt er nun gegen die Nutzung eines Tatzenabdrucks für kommerzielle Zwecke. Klug war das weder im Falle gegen die tageszeitung, noch im Falle DaWanda. Richtig dämlich ist es aber jetzt.

Während man nämlich in den beiden oben genannten Fällen nicht unbedingt die eigene Zielgruppe trifft, ist dies im aktuellen Fall etwas anders. Diesmal klagt Jack Wolfskin gegen SamFilm, die für den Film "5 Freunde 2" ein Logo entwickelt haben, bei dem ebenfalls ein tierischer Fußabdruck zu sehen ist, eine Anspielung auf einen der 5, den Hund Timmy.

5 Freunde 2
Treffen die Anwälte da wirklich die Produzenten oder den Verleih? Ist es wirklich klug gegen etwas zu klagen, was Kinder der Zielgruppe süß finden, zumal die Serie nicht gerade die ist, die sich in Prekariatskreisen großer Beliebtheit erfreut. Nein, "5 Freunde" ist klassische Kinder- und Jugendliteratur der Mittelschicht und des Bildungsbürgertums. Und rekrutiert sich nicht exakt auch die Klientel von Jack Wolfskin aus diesen Milieus? Streitet Jack Wolfskin also nicht gegen die Kinder der Käuferinnen und Käufer? Ist das weise? Blut ist bekanntlich nicht nur dicker als Wasser, es hält auch besser zusammen als Gore-Tex.

Und diesmal ist es nicht nur in den Nerd-Medien zu lesen: bild.de widmete dem Ganzen bereits eine Nachricht und gewiss werden spiegel.de und zeit.de folgen, schließlich ist das eine Nachricht, die deren Zielgruppe ebenfalls interessieren dürfte.

Vielleicht gewinnt Jack Wolfskin vor Gericht. Kunden, geschweige denn Freunde gewinnt man damit definitiv nicht.
(Hierfür wäre es doch viel klüger gewesen, mögliche Synergieeffekte daraus zu generieren. Aber woher sollen das die Damen und Herren Anwälte wissen: Die Gesetze des Marktes stehen in keinem Gesetzbuch.)

Daher ist die Lösung ganz einfach:
Juristen sollten Rechtstreitigkeiten führen, keine Marke.

Und Unternehmen, die die Markenführung den Paragraphenreitern überlassen, werden sich früher oder später ganz sicher vergallopieren.


VW - Verdächtige Werbung

Einer der großen Unterschiede zwischen Rugby und American Football ist der Vorwurf. Während er im Rugby generell verboten ist, ist er im American Football entscheidend.

Für den Erfolg des Vorhabens ist es dabei völlig gleichgültig, ob ein Vorwurf eher defensiv oder offensiv platziert wird, Hauptsache er wird so platziert, dass er auch den trifft, den er treffen soll. Und wenn derjenige ihn auch noch sicher aufnimmt und wegrennt, also Raum, sprichwörtlich: Land gewinnt, freuen sich alle.

Zuständig für einen solchen Vorwurf ist der Quarterback. Er darf den Ball mit der Hand in Richtung des Gegners spielen - allerdings nur einmal pro Spielzug. Für einen Vorwurf gelten also klare Regeln - solange wir uns auf dem Spielfeld bewegen.

Außerhalb des Spielfelds, insbesondere in den Medien, verhält es sich anders. Da darf jeder Journalist jedem vorwerfen, was ihm/ihr gerade in den Sinn kommt. Und auch hier freut sich jede/r, wenn der Vorwurf von dem aufgenommen wird, an den er adressiert ist und Land gewinnt. (Schlagwort: Rücktritt, öffentliche Entschuldigung, BlaBla)

Und auch in den Medien gibt es offensiv und defensiv gespielte Vorwürfe. Und so wie es im Sport gewisse Techniken für den Vorwurf gibt (Spin, Effet, Flattereffekt ...), gibt es diese auch für den Vorwurf in den Medien.

Der hierzulande aggressivste Vorwurf ist der "Antisemitismus". Wenn ein so gespielter Vorwurf sein Ziel erreicht, ist das Spiel im Grunde aus. Und den Ball nicht aufzunehmen, kann ebenfalls negative Konsequenzen haben. Ganz gefährlich.

Aktuell erfreut sich in unseren Breiten (und Medien) der Vorwurf des "Sexismus" großer Beliebtheit. Er ist bei weitem nicht so tödlich, dennoch empfiehlt es sich hier für den Empfänger, sich kurz vor Erhalt des Vorwurfs zu ducken und sich andere darum kümmern zu lassen. Meist wird er dann ohnehin fallengelassen und das Manöver beginnt von vorn - hierzulande.

In den USA ist dieser Vorwurf schon gefährlicher, ebenso wie der des "Rassismus". Dieser Vorwurf hat sich bei uns noch nicht so ganz durchgesetzt, da ihm bei uns die Allgemeingültigkeit fehlt und er meist etwas mit Pigmentdichte zu tun hat, weshalb man hier dann eher den etwas knöchernen Vorwurf "Ausländerfeindlichkeit" spielt.

Im englischen Sprachschatz gelten aber auch Scherze gegen Ausländer jeder Couleur als "racism". Aber vielleicht unterscheiden sich auch in diesem Detail das Mutterland des Rugby und das des American Football, dessen großes Finale nun ansteht und das Millionen Menschen gebannt vor dem Fernseher sitzen lässt - vor allem wegen der Werbespots.

Der große Gewinner der Werbespots beim letztjährigen SuperBowl was der Star Wars-Spot von VW.

Das verpflichtet natürlich, also wollte man nachlegen - mit einem ebenfalls originellen Spot, was misslang. Zumindest aus unserer Sicht, ist der Spot schlicht schlecht. Vielleicht kein Altherren-, aber ein schlechter Abiwitz. Was ist daran bitte schön originell oder kreativ?

Noch mehr aber fragen wir uns, was ist daran rassistisch? Denn genau das ist der Vorwurf, den sich VW jetzt ausgesetzt sieht - natürlich vor allem in den Medien, die natürlich alles aufgreifen, was sie für einen Vorwurf nutzen können und von dem sie wissen, dass er nicht nicht aufgenommen werden kann. Und "Rassismus" ist ein schon recht harter Vorwurf, bei dem es nicht leicht ist, sicher zu landen, wenn man ihn abbekommt.

Aber VW war vorbereitet. Der Spot wurde vor der Veröffentlichung getestet - und auch Jamaikaner durften ihr Placet ("Yo"?) geben und taten dies auch. (Wurden auch Weiße aus Minnesota gefragt? Egal ...) Damit ging dieser Spot also on air ...



Verdächtige WERBUNG VWAber dann ging's los, wie es beispielsweise in der Washington Post zu lesen war. Immerhin verweist die Zeitung korrekterweise auf "some people", die den Spot als "a little racist" einstuften, was aber in den Folgemedien dann doch größer und größer wurde, und bei "Bild" dann zum "Riesenwirbel" mutierte.

Für alle Fälle habe VW noch einen Alternativ-Spot für Sonntag in petto ... würden wir begrüßen, denn der Spot ist ... naja, ... für den amerikanischen Markt.

Aber wer weiß? Was, wenn's dort gut läuft? Gibt es den Spot dann hier auch in Doitseland, wo er sich dann auch als beliebt durchsetzt? Wo er einen Haufen Nachäffer in Büros findet, die in Ermangelung eigenen Witzes halt alles rezitieren, was ihnen den Hauch von Esprit vermittelt? Panik!

Daraus würde aber niemand VW einen Vorwurf machen. Wahrscheinlich wäre man ihnen auch noch dankbar, dass man endlich nicht mehr Kannakspraak hören muss.


Miles & More? Miles & Less?

Sehr geehrtes Marketing-Team von Miles & More,

als Besserwerber-Blog suchen wir immer wieder nach Beispielen, die anderen Unternehmen zeigen, wie man mit guten Ideen und erstklassigem Service, also einfach im Vergleich zu anderen Unternehmen "besserem Marketing" seine Marke und nicht zuletzt auch seine Marktposition stärkt und gegebenenfalls steigert.

Dabei stießen wir diesmal auf Sie, wenngleich nicht im positiven Sinne. Bedauerlich und unnötig, wie wir finden, aber nehmen wir das Schreiben, welches wir von einer Ihrer nicht gerade schlechtesten Kundinnen erhielten, und hoffen auf den therapeutischen Effekt der Konfrontation mit sich selbst.

Sie schrieb uns:

Zunächst einmal wurden mir zum 31.03. 2012 170.00 Meilen gestrichen - ohne eine Mitteilung an mich, dass Meilen verfallen würden. (Ich hattte 3 Jahre lang vergeblich versucht, eine meiner beruflich besuchten Flugstrecken per Lufthansa - Meilen zu buchen, was aber nicht möglich war, weil die für für mich interessanten Strecken ( zB. D.dorf - HongKong ) dafür nicht freigegeben waren, und andere Flugstrecken (z. B.für Urlaubsflüge ) durch die zu zahlenden Steuern und Gebühren (die zum Meileneinsatz hinzukommen ) viel teurer waren als ein Flug mit einer anderen Airline.

Zwei empörte Emails an Miles&More konnten mir die gestrichenen Meilen nicht zurückbringen.

Meine noch verbleibenden knapp 30000 Meilen wollte ich nun schnellstmöglich einsetzen, da bereits im September ein weiterer Meilenverfall droht. Somit sah ich mich nach einer meilengestützen Flugmöglichkeit um und fand folgende unglaubliche Situation vor :

1. Ein Meilenflug von Düsseldorf nach Innsbruck "kostet" :

Hinflug : Do., 11 Oktober 2012 Düsseldorf (DUS) - Innsbruck (INN) Economy
Rückflug: So., 14 Oktober 2012 Innsbruck (INN) Düsseldorf (DUS) Economy
Benötigte Meilen, Steuern & Gebühren (pro Person) :
30.000 Meilen + 271,40 EUR Steuern & Gebühren** ( oder 15.000 Meilen )

2. Wenn man genau diesen Flug ohne Meilen bucht , so kostet er: 259,86 total (und die Steuern betragen dann nur 155,86 )



Wie geht denn sowas?


Liebes Miles&More-Marketing-Team,

was können wir unserer Leserin sagen? "Pech! Pass halt besser auf - und zahl bar!"
Oder soll sie vier Socken-Abos abschließen?

Wir leiten Ihre Antwort gerne weiter.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre Experten für Reputationsmarketing

So emotionalisiert man eine Marke

Das gehört ja auch zum unauslöschlichen Repertoire von Werbemenschen: Angeblich müssten Unternehmen ihre Marke emotionalisieren. Was für ein Kokolores. Und vor allem hohles Geschwätz, denn wenn man sich dann deren Vorschläge genauer anschaut, entspricht deren Vorstellung von "Emotionalisierung" ungefähr der Vorstellung von Frauenzeitschriften zum Thema "Kreativität".

Wie es richtig geht:



Freund Bernd entfernt! - Henkel hat eine neue Passion

Da haben wir uns ehedem so schön über den englischen Claim von Henkel "A brand like a friend" geäußert - und nun lesen wir, dass Henkel einen neuen Claim hat.

    Excellence is our Passion.

HenkelDer ist natürlich auch sehr schön - und natürlich, wie es sich für ein Weltkonzern gehört - auf Englisch. Naja, immerhin wäre die Wortwahl geeignet, dass Kreti und Pleti den Slogan besser verstünden, wenn es denn darum ginge. "Eure Exzellenz ist ein Parfüm" - naja, so abstrus wird es wohl niemand deuten. Andererseits ... weiß man's?

Warum dieser Wechsel vorgenommen wurde, weiß natürlich niemand. Am wahrscheinlichsten ist Langeweile auf der Entscheiderebene. Oder Personalwechsel. Oder ist es gar ein Paradigmenwechsel? Ist die Zeit der Soft-Slogans vorbei, wo man mit weichen Worten versucht, sich in einem harten Wettbewerb durchzusetzen? Erleben wir nun die Renaissance des autoritären Aussagesatzes? Das wird bestimmt schön. Das Dumme dabei ist nur, dass die hierfür nutzbaren Worte doch sehr begrenzt sind, so dass es wohl nicht lange dauert, bis ein Unternehmen wirbt mit:

    Passion is our Excellence.

Sehr geehrte Beate Uhse AG: Können Sie gerne haben. Kostet. :-)


Markenführung

Markenführung ist im Marketing ganz, ganz wichtig.

Deshalb gibt es ja auch sehr viele Menschen und noch mehr Meinungen und noch mehr Aufsätze darüber, wie man eine Marke richtig führt, denn, so sagen sie alle: Markenführung ist im Marketing ganz, ganz wichtig.

Manchmal muss man aber gar nichts sagen. (Aber das darf man im Marketing eigentlich nie sagen) :-)

Manchmal reicht ein Bild.

Apple ist böse, Mac ist tot.

Naja, vielleicht etwas übertrieben, die Überschrift, aber in Zeiten wie diesen - Deutschland hat eine neue Nr. 1 (Lena Meyer-Landrut), verliert seine Nr. 1 (Horst Köhler) - muss man sich Gehör verschaffen. Und so ganz übertrieben ist es ja auch nicht, denn nach Presseberichten ist Apple nicht nur die neue Nr. 1 (vor Microsoft), sondern auch auf einemal gar nicht mal mehr nur noch gut und nur noch nett.

Wie Heroin titel taz online.
Die Art und Weise, wie Steve Jobs seine selbigen erledigt, wie er Zensur definiert ("Freiheit von ..."), wie er Software diagnostiziert ("Flash ist tot"), nennt mobiflip die Bücherverbrennung unserer Zeit.

Und nun hat auch die auch von uns mehrfach gelobte "I'm a Mac - I'm a PC"-Kampagne das Zeitliche gesegnet, wie Horizont berichtet. Dort wird auch auf folgenden Clip hingewiesen, den das niederländische Online-Portal "One More Thing" zusammengeschnitten hat:

Markenführung à la Deutsche Post

Ich habe ein Produkt, das etabliert ist.
Es ist so etabliert, dass ich im Grunde immer noch Monopolist bin.

Nur nutzen immer weniger Menschen mein Produkt.
Statt Briefe schreiben sie lieber E-Mails.
Statt Postkarten versenden sie SMS und MMS aus dem Urlaub.

Dabei bietet mein Produkt viel mehr menschliche Wärme.
Es gibt dem Sender die Chance, beim Empfänger ganz besonders Eindruck zu machen.

Denn mein Produkt kann man individualisieren.
Man kann ihm eine persönliche Note geben.
Viel persönlicher als es eine E-Mail, eine S- oder MMS je sein kann.

Damit signalisiert der Sender dem Empfänger auch gleich, dass es sich nicht um eine Rechnung, einen Bescheid oder sonst etwas Offizielles handelt.
Das freut den dann so, dass er motiviert ist, ebenfalls mein Produkt zu nutzen, um sich zu bedanken.

Und was tue ich?
Ich lege fest: Wer sich außerhalb der von mir festgelegten Norm bewegt, muss 63,6% Strafe zahlen.
Ich erhöhe das Porto für alles, was individuell ist. 90 statt 55 Cent.

Mir reichen die juristischen Personen als Kunden.
Und Werbung? Will doch eh keiner.

Aber mich irgendwie auch nicht. Warum eigentlich?

Fakt: Post erhöht das Porto für nicht maschinenlesbare Briefe.



Geballte Kompetenz

Frank Herold
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Heiko Walkenhorst Wortführer
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Gerold Braun
Direktmarketing Blog
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Marketing - Projektmanagement - Text
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