Erklärfilme: Ein Wunschkonzert

Dies ist eine höchst offiziele Stellungnahme zum Themenkomplex der Erfklärfilme, angeregt durch die Macher von deinerklaerfilm.de (Hübsches Interview übrigens, knallharte Fragen): Erklärfilme find ich super. Auf einer Marketinginstrumenten-Effizienzskala von 1 bis 10 vergebe ich eine Super 8. Und damit wäre der Komplex in seiner gesamten Komplexität eigentlich auch schon aufgelöst und eine Vertiefung des Themas schon deshalb nicht notwendig weil das Netz so voll mit Argumenten für Erklärfilme und vor allem mit Erklärfilmen ist, dass es wahrscheinlich kurz vorm Überschwappen steht.

So voll, dass aus einer super Super 8 vielleicht eine 9, quasi eine HD+ 9, zu machen wäre. Dies jedoch bedürfte weitschweifender - Sie ahnen es - Erklärungen, die sich dann auch noch an Menschen richten würden, die ohnehin schon dadurch gestraft sind, dass sie erklärungsbedürftige Produkte erklären und letztlich sogar verkaufen müssen. So was ist bekanntlich unsere Sache nicht. Wir setzen hier halt bloggisch traditionell und blogwörtlich konsequent auf dieses Meinungsdingens, noch lieber sogar auf das Emotionsdingens.

Eine unmöglich zu erreichende Ultra HD 10 auf der Marketinginstrumenten-Effizienzskala von 1 bis 10 müsste Erklärung und Emotion verquicken. Und das dann bitteschön auch on demand, was dann also so etwas wie ein Erklärvideo-Wunschkonzert wäre.

Das Erklärvideo zum Blitzeinschlag vom 8.9.2016

Lieferte also ein Erklärfilm, und zwar bitte dringend binnen der nächsten 24 Stunden, eine überzeugende Erklärung für jene völlig unerwarteten und so plötzlich wie gleichzeitig an 2 Orten auftretenden Blitze, mit deren Einschlag jene Wahl zwischen Pest und Cholera dann auch mal gleich so total obsolet wäre, dann ja dann bräuchte es wohl nie wieder Erklärungen hin zur Entscheidung pro Erklärvideo.

Ein ähnlich ambitioniertes Projekt, dafür aber mit deutlich größerem zeitlichen Vorlauf (umzusetzen bis zum Sonntag den 20.11.2016), wäre ein Erklärfilm, der sogar bei Profis des HSV auf so viel Interesse und Verständnis trifft, dass tatsächlich 3 Punkte rausspringen. Aber das hieße Hoffenheim unter- und Erklärfilme überschätzen.

Casino Europa

Kann man Internet Casinos, auch so ganz ohne direkten Bezug, sprich aktuelle Werbekampagne, überhaut in einem Marketing-Blog thematisieren? So fragen es unsere Besucher von casino.netbet.de

Die Antwort: Natürlich nicht! Zumindest nicht, wenn man denn Rücksicht auf eine stets um Transparenz und Political Correctness bemühte, hier aber Gott sei Dank nicht vorhandene, Community nimmt. Zu schwer wiegen da Gedanken an gramgebeugte Glücksspielopfer, Spielsucht im Allgemeinen und Besonderen und Vorbehalte hinsichtlich ... , ach was auch immer... (Noch nicht abgegebene Kommentare zu diesem Posting sind bereits zur Löschung vorgemerkt...)

Aber mal ehrlich: Heute ist quasi Europäischer Zockertag. 46,5 Millionen registrierte Wähler von 64,1 Millionen Einwohnern, abzüglich 0,1, die sich nen Lenz in Glastonbury machen, also 46,4 Millionen setzen heute auf schwarz oder weiss. Brexit oder Remain. Gehen oder Bleiben. Das größte Roulettespiel aller Zeiten.

schwarz oder weiss

Die wirkliche Besonderheit: Alle Beteiligten, zumindest alle vordergründig und direkt Beteiligten - Finanzmärkte mal ausgenommen - setzen auf einfache und somit "einfachste" Chancen.
Wer am Roulettetisch zum Beispiel seine Jetons auf schwarz oder weiss platziert, kann zumindest einschätzen, was passiert sobald die Kugel liegenbleibt und das am Ende sowieso immer die Bank gewinnt. Das ist zumindest eine Erkenntnis, die jeder Online-Spieler dem britischen Wähler voraus hat.

Insofern: Glückwunsch an die Betreiber von Online-Casinos dieser Welt: Ihr betreibt ein wirklich ehrliches, weil für alle Beteiligten, kalkulierbares Geschäft.

Der Coolidge-Effekt in der Belohnungswelt

Es gibt Quellen die besagen, dass Online-Marketing von Offline-Marketing geschlagen wird. Noch, würde ich sagen, noch. Ich möchte Ihr Augenmerk auf folgenden Befund aus dem erwähnten Beitrag lenken:

In der Studie ging es um die Erinnerungsfähigkeit der Probanden; diese erinnerten sich besser an Informationen, die sie über den herkömmlichen Weg, bedrucktes Papier, aufgenommen haben, als über das Internet. Der primär-sensomotorische Cortex im Gehirn spielt dabei eine entscheidende Rolle. Dies ist ein Bereich in der Großhirnrinde, der die haptische Wahrnehmung verarbeitet; im Besonderen bedeutet dies, dass Berührung, Druck, Vibration und Temperatur durch den Cortex wahrgenommen werden. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Werbeformen, aus denen sich die Probanden besser an die Printmedien erinnern, ist daher sehr wahrscheinlich das Ansprechen verschiedener Sinne. Bei Blick auf den Bildschirm wird nur ein Sinn, das Sehen, genutzt.

Das ist intuitiv einleuchtend. Nie müde auf der Suche nach einfachen Lösungen und wilden Thesen, ist mir aufgefallen, dass hier eine Analogie zur Ur-Wirtschaftsbranche Porn0grafie besteht (ich schreibe das absichtlich falsch). Speziell Online-Porn0grafie. Wie sie besonders bei männlichen Heranwachsenden beliebt ist, denen die Wirklichkeit eventuell zu komplex ist, vor allem die Wirklichkeit des anderen Geschlechts.

Suchten sind Fluchten


Das Schöne in der digitalen Welt ist das einfachere Gewinnen einer Belohnung, die leichtere Erregung des Belohnungszentrums. Bei Online-Porn0grafie "gewinnt" man immer. Online-Belohnungen sind schneller zur, ähm, Hand. Wobei es anders funktioniert als man vielleicht zunächst denkt: Das Belohnungszentrum des Gehirns reagiert nicht 1:1 auf die jeweiligen Auslösereize, sondern es reagiert auf Abwechslung, d.h. auf die immer neue Neuartigkeit dieser Reize. Man nennt es Coolidge-Effekt. Er ist indirekt die Erklärung dafür, dass die P.-Industrie mit rund 15 Milliarden USD umsatzgrößer als Hollywood ist (US-Zahl, weltweit vermutlich rund 50 Mrd. Euro; Zahl differiert je nach Quelle, es geht mir aber nur um die Dimension): Diese Industrie lebt davon, dass immer neue, immer andere Suchtstoffe gebraucht werden.
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Was kann eigentlich ... Intext-Werbung?

Intext-Werbung, Intext-Ads, grüne Links ...
... nennen Sie es doch, wie Sie wollen. Wichtig ist doch nur, dass es wirkt.

Tut es das? Fragen Sie sich selbst: Welche Werbeform eines Produkts erzielt beim Konsumenten langfristig die meiste Wirkung? Das Mailing, die Printanzeige, der Kino- respektive der TV-Spot? Oder doch eher der Deckenhänger beziehungsweise das POS-Display?

Die langfristig meiste Wirkung erzeugt das Produkt selbst.

Das klingt banal, wird aber oft vergessen. Und entsprechend liegt auf Platz 2 der langfristigen Werbewirkung die Verpackung. OK, anfänglich ist sie wichtiger und nimmt sogar den 1. Platz ein (wie beim Menschen, der ja erst mal nach dem Äußeren geht, um das Innere kennenzulernen.), aber wenn das Produkt, der Inhalt (sprich: der Charakter) nicht überzeugen kann? .... und tschüss!

Kommen wir nun zu Platz 3: die Platzierung der Werbung oder des Produkts. Müsli bei den Winterreifen wäre zwar originell, aber viel mehr auch nicht. (Sie merken es schon, nicht wahr: So langsam dreht sich’s wieder in Richtung Intext-Werbung bzw. Intext-Ads.) Müsli inmitten aller anderen Müslis wäre wenig originell, aber würde die Chance erhöhen, gefunden zu werden, wenn einer Müsli sucht. Oder aber das Müsli steht zudem neben Brot, Marmelade, Honig. In diesem Frühstücksumfeld mag es überraschen, aber es würde nicht stören. Vielleicht weckt es das Interesse, wird als „praktisch“ oder „prima“ angesehen, dass man nicht noch lange nach ihm suchen muss, sondern es ist da und wird genommen. Die bloße Existenz als Service.

Intext-Werbung ist nichts anderes. Sie nutzt die Konzentration des Users, um auf sich aufmerksam zu machen. Der Kunde hat keinen Nachteil, wenn er nicht klickt, aber einen klaren Mehrwert, wenn er es tut. Er sieht etwas, will spontan mehr dazu erfahren, klickt und voilà: hat’s!

Und genau dieser intrinsische Service macht die Intext-Werbung eben besonders – auch wenn es das werbepsychologisch gar nicht ist. Dennoch: Mit Intext-Links befriedigen Sie sofort den Hunger des Users nach Informationen – und das ganz ohne Ballaststoffe, was diesmal ebenfalls ein Vorteil ist.

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