Was ist eigentlich ... eine Marketing-Offensive?

In unserer kleinen Reihe geht es heute ausnahmsweise mal nicht um einen dämlichen Anglizismus. Die Tatsache aber, dass er jedoch nur (zu 100%) aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum kommt macht ihn nicht weniger dämlich.

Ein erster und immer richtiger Test zur Beurteilung eines Begriffs und seine Werbewirksamkeit ist seine Verkehrung ins Gegenteil. Ist es möglich? Ergibt er dann noch einen Sinn? Dann ist es ein akzeptabler Begriff. Wenn nicht, nicht.

Warum benutzt man ihn denn? Niemand würde von einer „Marketing-Defensive“ sprechen.

Warum wird Begriff, der ja in kaum einer Ankündigungs-PR-Meldung fehlt (nebst Rebranding, Markenrelaunch, Lead-Agentur, Work-Life-Balance etc.) fehlt, dennoch benutzt? Es gibt nur eine logische Erklärung:

    Der Verweis auf eine Marketing-Offensive nach extern ist nach intern nichts anderes als der Hinweis an den Einkauf:


Welche andere Bedeutung könnte der Begriff sonst haben? Letztlich sagt er ja nur, dass nun endlich etwas geschieht, d.h. dass sich Agentur und Unternehmen endlich nicht nur grundsätzlich darauf verständigt haben, dass (und) was zu tun ist, sondern dies nun auch umgesetzt haben.

Das heißt wiederum, es gibt nichts mehr zu besprechen. Das gab es auch schon vor Wochen und Monaten nicht. Wenn man sich den Prozess anschaut, wenn es darüber Protokolle gäbe, die auch gelesen und für weitere Folgeprojekte genützt würden, könnte man nicht umhin festzustellen, dass man nach die Idee, die letztlich auch umgesetzt wird (sofern eine Idee je umgesetzt wird), schon nach dem 2. Meeting hatte.

Was also war der Grund, dass man sich ein 3., 4., 5., 12., 34. Mal traf? Es können nur die Kekse gewesen sein. Oder sollte es wirklich die Entscheidungsunfähigkeit gewesen sein? Die schiere Angst, etwas falsch zu machen, weshalb man lieber nichts machte – außer eben Kosten verursachen und Kekse zu futtern?

Und warum sich dann nicht n och mal ein 35. Mal treffen? Gab es Druck vom Auftraggeber, jetzt nicht zum Kaffee zu kommen, sondern zu Potte? Das wäre natürlich auch möglich. Um dann aber davon abzulenken, kompensiert man die Verschleppung und Verschiebung mit diesem Terminus?

Das wäre für mich als Auftraggeber ein willkommener Anlass, mir sowohl meine Marketing-Abteilung als auch meine Werbe- bzw. Lead-Agentur genauer anzuschauen – und das nicht nur um zu sehen, ob man die Kekse in Form von Krümeln oder Körperfett wahrnehmen kann.
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