Was ist eigentlich ... Marketingmix? Marketingstrategie? etc.

In unserer kleinen Reihe betrachten wir heute einmal eine Gruppe an Begrifflichkeiten aus dem Bereich "Marketing", inklusive der sehr bekannten und beliebten Begriffe "Marketingmix" und "Marketingstrategie".

Marketing - Cortex

Diesen Ausführungen möchten wir folgenden kleinen Aphorismus voranstellen:

Wo wenig Werte, da viele Worte.
Zur Untermauerung dieses Merksatzes verweisen wir auf den gern zitierten Vergleich zwischen den 10 Geboten, der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung sowie der Verordnung der europäischen Gemeinschaft zur Einfuhr von Karamelbonbons: Erstere enthalten 279 Wörter, die declaration of independence 300, während letztere 25911 Worte braucht.

Zugegeben, nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Dennoch: Ganz offensichtlich scheint heute der gesunde Menschenverstand nicht mehr auszureichen. Heute bedarf es Beschreibungen bis ins letzte Detail.

Dass das eher als Indikator für Krankheit zu werten ist, lässt sich zum einen daraus schlussfolgern, dass gewissen Paranoikern nur dadurch zu helfen ist, dass man jede Flexibilität in ihrem Tagesablauf eliminiert. Diese Routine nimmt ihnen die Angst.

Zum anderen gibt es andere Formen psychischer Krankheiten, z. B. den Autismus, wo sich die Menschen selbst ausschließlich in Routinen bewegen können.

Im Bereich der Kommunikation hat man es ebenfalls mit diesen Phänomen zu tun. Gerade letzteres scheint sich bei zahlreichen Verantwortlichen wieder zu finden. Um dabei aber jeden Verdacht von Krankheit zu vermeiden, greifen man dabei aber gerne zur „Verbalexplosion“, gerne auch in Kombination mit Logorrhoe („Sprachdurchfall“).

Ein hilfreicher Indikator ist hierbei das Wort „Marketing“, insbesondere, wenn es als Vorsilbe benutzt wird.

Generell zeigt sich der moderne (Geschäfts-)Mensch schlank, breit aufgestellt und bedeutungsschwanger. Dies ist erkennbar an Mobiltelefon, Meinungsflexibilität (s. „Opportunismus“) und Sprachgebrauch.

Normalerweise geschieht dies durch die Wortverlängerung. Insbesondere Begriffe wie „Kultur“ und „Politik“ werden gerne an x-beliebige Begriffe angehängt: Unternehmen – Unternehmenskultur - Unternehmenspolitik; Einkauf – Einkaufskultur – Einkaufspolitik; Vertrieb – Vertriebskultur – Vertriebspolitik etc.

„Marketing“ hingegen wird nicht als Suffix verwendet. Im Gegenteil. Das stellt man Begriffen voran, die auch gut ohne auskämen. Aber (s.o. -> Paranoiker) es scheint ein Bedürfnis zu sein, durch seine Voranstellung noch klarer zu machen, was durch die Umstände an sich schon klar ist.

So beliebt wie überflüssig sind dabei Begriffe wie „Marketingstrategie“, „Marketingmix“, „Marketingportfolio“.

(Sehr schön bei dem Begriff „Marketingstrategie“ ist ja, dass es hier nicht eindeutig zu klären ist, ob „Marketing“ als Präfix, oder das ähnlich wie „Kultur“ und „Politik“ beliebte Wort „Strategie“ als „Suffix“ verwendet wurde.)

In jedem Falle ließe sich die Vorsilbe verlustfrei streichen, da das Thema „Marketing“ u.a. durch Anlass (z. B. Treffen der für den Bereich „Marketing“ Verantwortlichen) oder Medium (z. B. Artikel in einem Fachmagazin) definiert ist.

Wir möchten hier sehr darauf hinweisen, dass es auch im Bereich "Marketing" so etwas wie eine Grundüberlegung gibt, wie man sein Angebot auf den Markt bringt, dort platziert und veräußert. ("Marketingstrategie" äh: "Strategie") Ebenso gibt es verschiedene Möglichkeiten, dies zu tun bzw. sich der einzelnen Möglichkeiten in einem in sich geschlossenen System mit relativer Abwägung zu bedienen ("Marketingmix" äh:"Maßnahmen"). Aber schon bei dieser Erläuterung scheint sich der Marketingmensch („Hoppla.“) unwohl zu fühlen. Offenbar assoziiert er die bloße Beschreibung seiner Tätigkeit mit seiner Bedeutungslosigkeit (s.o. -> „Paranoia“). Daraus ergibt sich folgende Diagnose:

    Die Verwendung des Präfix „Marketing-“ indiziert den zumindest partiellen bzw. temporären Ausfall des präfrontalen Cortex.


In diesem Bereich des Hirns liegt eigentlich die Steuerungszentrale. Hier werden die sensorisch empfangenen Signale empfangen, bewertet und die entsprechenden Handlungen abgeleitet.

Bei wem dieser Bereich nicht hinreichend entwickelt ist, bedarf wohl einer höheren Menge an Signalen (z. B. „Worte“) , um eine sinnhaftige Bewertung und Handlung daraus abzuleiten, wohingegen derjenige mit einem voll entwickelten und voll funktionstüchtigen präfrontalen Cortex (=Großhirnrinde) in der Lage ist, die Essenz der Signale („Werte“) zu erfassen.

Wie gesagt:

Wo wenig Werte, da viele Worte.

Oder noch einfacher: Sie brauchen keine "Marketingstrategie" oder "Marketingmix", zumindest nicht als Worte. Sie brauchen Hirn!
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