Zehn Punkte, die Sie unbedingt beachten sollten

Lieber Leser O. aus P., es trifft nicht zu, dass ich hier nur zu beweisen versuche, dass die Moderne ein Irrtum ist. Mein Anliegen ist vielmehr, in nostalgischer Verklärung darüber zu informieren, dass Manches, was heute schick ist, eigentlich nur neu verpackt und sonst s.o.s. ist. 10-Punkte-Listen zum Beispiel sind älter als man vielleicht denkt.

1. Wie man mit einer 10-Punkte-Liste ein Milliarden-Imperium aufbaut: Forbes


Die Zahlenlisten im noch unglobalisierten Forbes-Magazin waren das erste Mal, dass solche Listen medial auffällig geworden sind. Das war in den 80er oder 90er Jahren, vielleicht auch in den 70ern. Wen interessiert das schon genau bzw. wer hat Lust, sich das zu merken? Genau genommen waren es auch keine 10-Punkte-Listen, sondern einfach der Versuch, wirtschaftliche Zusammenhänge durch Fußballfeldvergleiche begreifbarer zu machen, also eigentlich etwas, das überhaupt nicht hierher gehört.

2. Zielgruppengerechte Verpackung: Die zehn Gebote


Gott wusste schon, was er tat. Ihm war klar, dass kein Mensch in der Lage ist, sich diese ganzen Gebote zu merken, also verpackte er sie mit dem Label "zehn Gebote" und - Pämm! - jeder konnte sie sich merken. Luther behauptete, es waren drei auf der linken, sieben auf der rechten Tafel, aber das ist nur Gerede. Angeblich waren es ursprünglich auch zwölf Gebote, aber s.o.: Wen interessiert das schon?

3. Immer die Aida-Regel beachten: "Heilige Zahl" 10


Ein Foto von Zehen, das auf die Lautähnlichkeit des Wortes "Zehen" mit dem Zahlwort "Zehn" anspielt
Dadaismus vergangener Tage: Zehn, höhö, Zehn ..
Zehn ist keine heilige Zahl. Es ist einfach eine runde Zahl, die erste, die wir kennenlernen, sehr früh, im Prinzip mit der Muttermilch. Der Babo des Dezimalsystems, the big cheese, der Kwisatz Haderach der Erinnerbarkeit, die Maximalzahl von Bullets, die gemäß der meisten Dudennormativitäts- und Regelfetischisten auf eine Powerpoint-Seite dürfen. Sonst uninteressant.




4. Marketingmaßstäbe richtig justieren: Nimm die 10


Unvergessen sind die Worte des Kollegen Christof Hintze, vor vielen Jahren im note-blog: Seine metaphorische Storytelling-Fabel-Story ermahnt uns Marketingtätigen in nachdrücklicher Weise, immer nur das Beste anzustreben. Im Fall des Scheiterns haben wir wenigstens eine prima Zeit gehabt. Wie Faust irgendwie.

5. Zehn kleine Abzählreime hatten großen Durst, da sind sie in den Wald gegangen, doch da gab's nicht mal Wurst


Genug für heute, das dauert alles schon wieder zu lange. Morgen vielleicht mehr (gelogen). Sehen Sie sich bitte in der Zwischenzeit dieses Musikvideo an. Es wirkt am besten, wenn Sie die Lautstärke maximal aufdrehen, die Krawatte resp. Büro-Pumps von sich werfen und laut mitsingen. Versuchen Sie es, und glauben Sie mir: Das ist ein besserer Beitrag zum Thema Marketing als wenn Sie jetzt noch weiterlesen dürften.


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