SM - Der neue Fetisch

Früher erkannte man an fünf Buchstaben, dass die Welt sich weg vom Handwerk ins Digitale bewegt. E - M - A - I - L. Wer denkt da heute noch an "Schmelzglas"? (OK, wikipedia, aber sonst ...?)

Heute sind es nur noch zwei: S - M.

Das hat heute gar nichts mehr zu tun mit Lack und Leder und Bondage und Pein, sondern mit Facebook und Twitter und Instagramm und Pinterest. "Social Media" hat "Sado-Maso" zumindest in puncto Akronympopularität längst abgelöst, wobei es aber an der Dualität festhält. Dabei sind auch da die Rollen klar verteilt: Den passiven Part ("Sub") haben dabei die Unternehmen inne, zumindest die, die nach Ansicht der "SM-Experten" ("Dom") in jenen Medien zu wenig aktiv sind.

Die Methoden dieser Doms sind denen aus den einschlägigen Clubs nicht unähnlich. Auch sie versuchen, die "Sub-Unternehmen" zu fesseln (mit Nachrichten). Dabei achten sie natürlich darauf, dass ihr Spiel, denn nichts anderes ist es, ernst rüberkommt und sie ihnen dabei gerade so sehr weh zu tun, dass sie Gefallen daran finden, um letztlich durch sie erlöst zu werden.

Ein Beispiel hierfür ist so etwas:
Die Anzahl der weltweit monatlich aktiven Nutzer von Twitter wuchs kontinuierlich und erreichte im Juli 2014 eine Anzahl von rund 271 Millionen. In Deutschland ist der Kurznachrichtenservice laut der Studie Social Media-Atlas 2013 zufolge in den beiden Bundesländern Baden-Württemberg und Berlin am populärsten mit einem Nutzeranteil von 37 Prozent. Gemessen an den Besucherzahlen von Sozialen Netzwerken in Deutschland zählt der Mikro-Blogging-Dienst zu den Top-10. Die Nutzung der Kommunikationsplattform Twitter als Social-Media-Kanal ist auch im E-Commerce in Deutschland mittlerweile weit verbreitet. So haben laut einer Erhebung des EHI Retail Institutes und Statista im Jahr 2013 beispielsweise rund 66 Prozent aller Online-Shops Twitter genutzt. (Quelle)

Der Rohrstock von heute, die Rhetorik. Jeder Satz ein Hieb, der sitzt, der schmerzt - und doch will man es - zumindest macht einen der Experte das glauben, was ihm nicht schwer fällt, befindet man sich doch meist in einer hilflosen Lage.

Aber wenn man es mal von außen betrachtet, so wie wir hier, sieht das natürlich grotesk aus - und man fragt sich, was das soll. Und wie kam man überhaupt so weit? Was für ein Aufwand, um sich in eine solche Situation zu bringen, aus der man dann ja (ohne des Doms Hilfe) auch nicht so ohne Weiteres wieder rauskommt. Welche andere Chance als Füße küssen hat man da? Deshalb gibt es nur den totalen Gehorsam: "Ja, Meister!" Und maximale Verbundenheit. Denn sollte der einen hängen lassen, ...

Schauen wir uns also das Joch an, das die Unternehmen an den Eiern packen soll:

Die Anzahl der weltweit monatlich aktiven Nutzer von Twitter wuchs kontinuierlich und erreichte im Juli 2014 eine Anzahl von rund 271 Millionen.

Wohlgemerkt: weltweit - bei 7,28 Milliarden Menschen (3,72%). Und Juli 2014. Nur zur Erinnerung: Fußball-WM!

In Deutschland ist der Kurznachrichtenservice laut der Studie Social Media-Atlas 2013 zufolge in den beiden Bundesländern Baden-Württemberg und Berlin am populärsten mit einem Nutzeranteil von 37 Prozent.

Natürlich NICHT von den zuvor genannten 271 Millionen Nutzern, sondern nur von denen in Deutschland und das sind gerade einmal 5,7 Millionen. Also nutzen in Berlin und Baden-Württemberg (14,1 Millionen Einwohner) 2,1 Millionen Menschen Twitter (14,9%). In anderen Worten: 85,1% der Menschen in den Hauptnutzungsländern nutzen es NICHT.

Gemessen an den Besucherzahlen von Sozialen Netzwerken in Deutschland zählt der Mikro-Blogging-Dienst zu den Top-10.

In einer kleinen Gruppe derer, die diese Dienste insgesamt nutzen, und das sind gerade einmal 28 Millionen (35%), ist der Kurznachrichtendienst also nicht einmal unter den besten drei. (Die gehen an Facebook, What's App, und Facebook Messenger mit 28, 26 respektive 15%). Selbst Skype wird aktiver genutzt. (9%)

Die Nutzung der Kommunikationsplattform Twitter als Social-Media-Kanal ist auch im E-Commerce in Deutschland mittlerweile weit verbreitet. So haben laut einer Erhebung des EHI Retail Institutes und Statista im Jahr 2013 beispielsweise rund 66 Prozent aller Online-Shops Twitter genutzt.

Sehr weit verbreitet? 66% aller Online-Shops? Wie viele Online-Shops sind das denn absolut? Was für ein Beispiel soll das denn sein? Indikator wofür? Genutzt wofür?

Machen Sie sich also frei.

Wir wollen Sie nicht missionieren. Wir wollen Ihnen auch nicht sagen, dass SM auch für Sie etwas sein könnte.

Nur bei Social Media sind wir uns aktuell noch nicht so sicher.
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