Was das Marketing vom deutschen Handball-Sieg lernen kann

Okay, es war geil. Aber es war auch langweilig. Warum? Weil es nicht der versprochene Krimi war, sondern ein Spaziergang. Gut, es ist wirklich klasse, dass sich auch andere Sportarten anbieten, "uns" mal glücklich zu machen. Danke dafür. Nachdem die klassenübergreifende Nationalsportart Fußball - nunja, etwas schwächelt, nunja, entmärchent wurde. Was für Titanic-Leser ja keine Überraschung war. Und eine Enttäuschung eigentlich auch nur für Leute, die da irgendwas mit dem Kaiser falsch verstanden hatten. - Wie gesagt, es ist gut, dass andere Sportarten sich anbieten. Letztes Jahr die Frauennationalmannschaft. Jetzt die #badboys.

Mannschaftsfoto Handball Nationalmannschaft 2016Foto: Sascha Klahn/DHB

Es ist toll, klar, aber irgendwo dann auch nur "naja". Zu viele unbeantwortete Fragen trüben den Sieg: Wo war die Kanzlerin? Wieso gab es kein Bier, sondern nur Moet? Warum nur die Max-Schmeling-Halle? Wieso war das in Krakau? Ist nicht alles aus Polen nach dem Wahlerfolg der PiS eigentlich blöd? Wieso haben die Spieler Namen, die keiner kennt? Und warum hat Deutschland erst um 17 Uhr 12 erfahren, dass hier ein National-Event zu bestaunen ist?

Was das Marketing daraus lernen kann? 1. Ohne Konsistenz kein Mythos. Wenn man Überraschungsmeister sein will, darf man nicht zu klar gewinnen. 2. Schampus macht jeden Mythos kaputt. 3. Keiner hat mit diesem Sieg gerechnet und darum weiß jetzt auch keiner, wie es weitergehen soll. Ein Super-Produkt, selbstverständlich, aber keiner weiß, warum. Das heißt: 4. Nicht übertreiben. Die Über-Aufladung des Events mit einer Bedeutung, die es nicht hat, macht den Blick auf die eigentliche (Produkt-) Leistung schwer. Nebenbei: Haben Sie mal Handball gespielt? Ich kann Ihnen sagen: Wenn Sie dreimal in der Halle hin und her gerannt sind, sind Sie tot. Das ist nicht wie Fußball, sich anbieten, den CR7 geben. Das ist echter Sport. Und den hat man in verständlicher Begeisterung hier totgelabert. Wir lernen also: 5. Text ist zwar immer wichtig, aber lieber nicht zuviel. Geschwafel ist schlecht.

Was hier schief läuft, sieht man sehr gut daran, dass der FCB diesen EM-Sieg, immerhin ein EM-Sieg, mit seinem Sieg über Hoffenheim vergleichen und so vereinnahmen darf.

Meine Lieblings-Tweets









  • Twitter
  • Bookmark Was das Marketing vom deutschen Handball-Sieg lernen kann at del.icio.us
  • Facebook

Trackbacks

Trackback-URL für diesen Eintrag

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA




Verwaltung des Blogs

Login