Artikel mit Tag öffentlichkeitsarbeit
Donnerstag, 8. Mai 2008
Wir lieben sie ja inzwischen sehr, unsere Presseverhinderer. Und netterweise macht uns Julian Reischl auch auf seine Erfahrungen mit den Profi-Presseverhinderern aufmerksam, und zwar hier
Sicherlich ist er nicht der einzige, der von aktiven Spezialisten beliefert wird. Gerade gestern lief mir übrigens wieder eine Top-Presseverhinderungs-Mail über den Weg:
Unter dem Betreff "Messeclip TW8" sandte mir ein Unternehmen der Tuning-Branche seinen aktuellen Werbefilm zur Tuning-World in Friedrichshafen. Wozu braucht ein Journalist einen Werbefilm? In einer aufwändig gestalteten HTML-Mail? Mal abgesehen davon, dass ich anfangs gar nicht wusste, was die TW8 sein soll.
Insgesamt war diese e-mail jedenfalls ein voller Erfolg. Ich habe sie aufgehoben. Damit ich hier berichten kann. Was übrigens in dem Film zu sehen ist, weiß ich noch nicht. Ich habe ihn mir nicht angesehen.
Dienstag, 29. April 2008
Recherche macht Spaß. Bildrecherche nicht immer. Gerade passende Bilder zu Fachartikeln sind immer heiß begehrt und bei Unternehmen oft nur schwer zu ergattern. Dabei könnten die sich dadurch wirklich Freunde machen.
Aber die Presseverhinderer in den einschlägigen Abteilungen üben sich wohl lieber im Presseverhindern. Gerade hatte ich ein besonders eindrucksvolles Erlebnis. Mal wieder auf der Jagd nach passenden Bildern stieß ich auf die Bilddatenbank eines bekannten Automobilzulieferers. Ich konnte dort nach bestimmten Kategorien selektieren und stieß auf dies:
Na, das macht so richtig Appetit auf mehr Bilder. Ehrlich gesagt, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Ich dachte nur so bei mir, dass es doch ganz interessant wäre, die Bilder auch zu sehen, bevor ich mir Müll auf die Festplatte lade.
Freitag, 11. April 2008
Neulich war ich in Leipzig. Zur nicht ganz unwichtigen Messe AMI. Ein Teil davon ist die AMITEC, wo sich alles tummelt, was mit Hebebühnen, Auto-Ersatzteilen und Werkstattausrüstungen zu tun hat. Warum ich das erzähle? Da gab es eine ganze Messehalle voll mit Presseverhinderern. Echt!
Es ist nämlich so: der Tag vor der offiziellen Messe-Eröffnung ist der Pressetag. Da haben wirklich nur Journalisten Zugang. Und was ist los auf der AMITEC? Alle bauen auf. Es wird gesägt und gehämmert, Prospekte sortiert und Grafiken justiert. Ein Riesen-Tohuwabohu.
Und mittendrin laufen eine Menge Fachjournalisten rum, auf der Suche nach den neuesten Neuigkeiten. Die würden gern was sehen bei den Ausstellern oder mal mit dem einen oder anderen reden. Sehen? Fehlanzeige bei dem Chaos. Reden? Schwierig bei dem Krach.
Noch besser, was ein Journalisten-Kollege erzählte: seine Ansprechpartner seien noch gar nicht da. Schließlich sei ja erst am nächsten Tag der offizielle Messebeginn. Was sage ich? Alles tolle Presseverhinderer.
Übrigens: ein paar Leute waren ja doch auf diesen Pressetag eingestellt. Die hoben sich ganz gut hervor aus der wirren Masse. Die hatten sogar Material vorbereitet und konnten schon am nächsten Tag in der Messezeitschrift einiges über sich lesen. Aber das sind ja auch keine Presseverhinderer.
Donnerstag, 27. März 2008
Eine der wichtigsten Arbeiten von Journalisten ist die Recherche: ohne Recherche keine Geschichte, ohne Geschichte keine Zeitung. Wir haben schon einmal darauf hingewiesen, dass Blogs als Recherchequelle immer wichtiger werden. Kürzlich wurde dies auch durch eine Umfrage belegt.
Die PR-Agentur Maisberger Whitoaks hat im Oktober 2007 rund 100 Fachjournalisten aus den Bereichen IT/Telekommunikation, Automobil, Industrie und Logistik sowie von Elektronik- und Personalmedien befragt. Nach 2005 und 2006 ist dies bereits die dritte Runde der Trendumfrage. Das Ergebnis ist wenig erstaunlich:
Journalisten greifen im Durchschnitt rund 25 Prozent der von PR-Agenturen und PR-Beratern angebotenen Informationen auf. Presseinformationen finden dabei die größte Berücksichtigung in den Redaktionen. Doch im Vergleich zum Vorjahr verlieren die herkömmlichen PR-Materialien Artikel, Anwenderbericht und Interview an Bedeutung – zugunsten moderner Recherchequellen wie Blogs und RSS-Feeds, auf die heute 12 Prozent der Redaktionen zurückgreifen.
Auch wenn die klassische Presseinformation bei den befragten Fachjournalisten immer noch ganz vorne liegt, sie wird wohl in Zukunft durch Blogbeiträge ergänzt werden. So heißt es denn auch zukünftig für PR-Profis, sich intensiv mit den relevanten Blogs auseinanderzusetzen und mit den Bloggern einen konstruktiven Dialog aufzubauen. Mal sehen, ob's gelingt!
Mittwoch, 5. März 2008
Ich mag Anfragen. Wirklich. Ich freue mich immer wieder, wenn wildfremde Menschen sich für meine Dienstleistung interessieren. Dafür gibt es ja schließlich das Kontaktformular auf meiner Website. Es gibt auch eine Telefonnummer. Und es gibt auch Xing. Und über alle diese Kanäle entstehen Kontakte.
Nur manchmal, sogar öfter als ich selbst für möglich gehalten hätte, gibt es die Art von Anfragen, die ich so gar nicht mag. Da heißt es dann: "Wir wollen in die Wirtschaftspresse." Das ist sicher ein schönes Ziel. Das ist sicher auch manchmal sinnvoll.
Aber stellen Sie sich mal vor, Sie verkaufen Hebebühnen für Autowerkstätten. Und keiner kennt Sie. Noch nicht einmal in Ihrer eigenen Branche. Ihr Unternehmen ist relativ klein und erwirtschaftet einen für seine Größenordnung ordentlichen Umsatz, aber revolutioniert nicht den DAX.
Ich möchte damit nicht sagen, dass dieses Unternehmen und seine Produkte nichts in der Wirtschaftspresse zu suchen hätte. Aber besser wäre es doch, wenn erstmal die potenziellen Zielgruppen davon erfahren würden.
Was nützt eine Eintagsfliege in der FAZ, wenn regelmäßige Präsenz in den Weltblättern AutoServicePraxis oder amz- auto motor zubehör genau die Leute erreicht, die das Produkt kaufen sollen?
Naja, zum Glück ist Beratung auch ein Bestandteil meiner Dienstleistung. Leider gibt es Leute, die sind ganz schön beratungsresistent. Mit denen einigt man sich am besten darauf, dass das mit der Wirtschaftspresse zumindest angestrebt wird. Aber dass man zunächst etwas kleinere Brötchen backen wird.
Mittwoch, 27. Februar 2008
Gestern war ich auf einem Kongress. Brav hatte ich mich als Freie Journalistin akkreditiert und man hatte mich gnädigst auch als solche akzeptiert, nachdem ich umfangreiche Unterlagen einreichen musste. Ein einfacher Presseausweis reichte nicht. Dass das Fax mit den Unterlagen erst beim gefühlten 120ten Mal durchging, war ja noch auszuhalten...
Doch auch meine Bitte, mir die Tagungsunterlagen vorab zur Verfügung zu stellen, blieb unbeantwortet. So fuhr ich also hin, zum zweiten Kongresstag (was ich übrigens vorher so angekündigt hatte). Am Empfang händigte man mir keinerlei Informationen aus und brachte mich direkt in den Veranstaltungsraum.
Und auch, als ich in der Pause darum bat, mir doch einige Informationen zur Verfügung zu stellen, hatte man nichts parat. Die Tagungsunterlagen seien nicht mehr vorrätig, ich möge doch nächste Woche die Downloadmöglichkeit im Internet nutzen. Dafür braucht man allerdings ein Passwort, was man versprochen hat, mir zugänglich zu machen. Ich bin gespannt, ob das auch passiert...
Die Krönung allerdings passierte heute, nachdem ich längst wieder zurück und bei der Arbeit bin. Die Öffentlichkeitsarbeiterin und Presseverhindererin des Veranstalters fragt nach, ob ich schon etwas veröffentlicht habe.
Sehr geehrte Frau Dr. Weber,
Sie haben an der o.g. Veranstaltung als Pressegast teilgenommen. Daher möchte ich heute anfragen, ob Sie bereits einen Artikel über die Veranstaltung geschrieben haben. Falls dem so ist, freue ich mich über die Zusendung eines Belegexemplars - gerne auch in digitaler Form als pdf - für unseren Print- und Online-Pressespiegel .
Ist noch eine Veröffentlichung in Planung, senden Sie mir doch bitte eine kurze Information unter Angabe des voraussichtlichen Erscheinungsdatums. Sollten Sie nichts geschrieben haben, freue ich mich ebenfalls über eine kurze Nachricht.
Herzlichen Dank im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen
xxx
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Sie weiß, bei welchem Medium ich arbeite und das ist nun einmal eine monatlich erscheinende Fachzeitschrift. Ich bin seit 19 Stunden wieder von der Veranstaltung zurück und habe tatsächlich noch nichts veröffentlicht. Noch nicht einmal geschrieben, denn ich habe ja noch keine Unterlagen.
Ganz ehrlich: so wird man wirklich zum Presseverhinderer. Die Veranstaltung selbst war übrigens hervorragend organisiert, die verstehen ihr Handwerk. Und Presseverhindern können sie auch ganz gut.
Donnerstag, 7. Februar 2008
Wir kennen ihn ja jetzt schon ein bisschen, unseren Presseverhinderer. Aber haben wir schon sein Wesen durchschaut? Er zeichnet sich durch so viele subtile Persönlichkeitsmerkmale aus, da sollten wir doch ein wenig genauer hinschauen.
Zunächst einmal sollten wir nie vergessen: Presseverhinderer sind wichtig. Sie sind wahrscheinlich die allerwichtigsten Leute in einem Unternehmen. Wichtiger als der Geschäftsführer, wichtiger als die Putzfrau und auch wichtiger als die Sekretärin.
Sie sind so wichtig, weil sie ja so außerordentlich gescheit sind. Schließlich sind sie ja diejenigen, die allen die lästige Bekanntheit vom Halse halten. Das schaffen sie deshalb so gut, weil sie möglichst mit niemandem sprechen. Schon gar nicht mit Journalisten.
Dieses Pack wagt es ja tatsächlich von Zeit zu Zeit, Anfragen ins Haus zu schicken. Die wollen richtig was wissen. Sehr störend. Doch ein mit allen Wassern gewaschener Presseverhinderer kann darüber nur lachen. Ein harscher Anruf und das Thema ist erledigt.
Wenn das nicht reicht, bitten sie darum unbedingt in dem Bericht zitiert zu werden. Und zwar ausführlich. Weil sie ja so wichtig sind. Leider liest man sehr selten etwas, das aus dem Munde eines Presseverhinderers stammt. Warum nur?
Sehr gerne übrigens verlangen die Presseverhinderer den fertigen Text vor der Veröffentlichung noch einmal gegenzulesen. Journalisten können ja nicht schreiben, verstehen nichts und wissen sowieso alles besser. Deshalb muss man noch mal kontrollieren, was die schreiben. Selbstverständlich.
Ein richtig guter Presseverhinderer kann so einen Text zerlegen. Von A bis Z. Der lässt kein gutes Haar dran. Dass hinterher dann alles total falsch ist, dafür kann der Profi nix. Er wollte es ja verhindern.
Dienstag, 11. Dezember 2007
Anfangs wurden Blogs von Journalisten noch als "Internet-Tagebücher" belächelt. Dann als Gefahr für den seriösen Journalismus geschmäht. Das hat sich geändert. Kürzlich hat der Deutsche Fachjournalisten-Verband ein Thesenpapier zum Verhältnis von Journalismus und Blogs veröffentlicht.
Dort konstatiert man ganz einfach, dass Blogs eine weitere Recherchequelle sind. Dass man sie ernst nehmen kann. Sie bieten
trotz ihrer Subjektivität – einen reichen Fundus an Fachinformationen, Geschichten und Neuigkeiten, die sich jenseits des Stroms der klassischen Nachrichtenagenturmeldungen bewegen, und sollten daher für Journalisten von größtem Interesse sein. Im Idealfall können Blogs und klassische Medien daher eine erfolgreiche Symbiose eingehen. Das Blog liefert einen Aufhänger für eine Geschichte, die von klassischen Medien aufgegriffen wird. Diese Geschichte wird wiederum von anderen Blogs kommentiert und weiterentwickelt.
Vor allem aber stellt man fest, dass Blogs keine Konkurrenz zu journalistischen Angeboten, sondern eine Ergänzung sind. Man strebt ein Miteinander an, auch wenn man darauf hinweist, dass Blogs eben oft von nicht-objektiv berichtenden Personen erstellt werden.
Man stellt fest, dass Blogs als wichtige Impulsgeber für Insider-Informationen gewertet werden können.
Also Freunde. Wir werden endlich ernst genommen!
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Kommentare
Do, 08.05.2008 21:33
Ich glaube es nicht. Auf französisch hat es mit Salz zu tun. Man sagt 'mettre son grain de sel [...]
Do, 08.05.2008 16:09
Meine Bitte, Bitte Dankt Babs, Weil Babs Sich Ziemlich Zottellich Macht, Das Sie ....BL Ne: [...]
Do, 08.05.2008 14:46
Wofür steht eigentlich MBBDBWBSZZMDSBL ?
Do, 08.05.2008 11:54
Na da schließe ich mich natürlich an und gratuliere den Macherinnen des Bewerberblogs ganz fein.
Do, 08.05.2008 11:34
Beim Marketing-Blog gibt es den genialen Archetyp des Presseverhinderers. Der Presseverhindere [...]
Di, 06.05.2008 21:10
Glückwunsch und .... Gude Laune mit dem Schokobrunnen
Di, 06.05.2008 21:09
… 6 ztalP fua hci nib ßiew hci leivoS :SP .nenniweg uz esierP eretiew iebad se tbig hcil [...]
Di, 06.05.2008 14:25
Ein verdienter Sieg wie ich finde. Herzlichen Glückwunsch!
Fr, 02.05.2008 17:51
Sehr richtig - wenn sich diese Erkenntnis bloss mal allgemein durchsetzen würde....
Fr, 02.05.2008 14:09
Bedauerlicherweise ist die Pointe dieses Spots leider nicht mehr ganz frisch. http://youtub [...]
Fr, 02.05.2008 14:08
nicht auf jeden fall
Mi, 30.04.2008 15:11
Hallo, ich würde gerne nebenbei als telefonsexluder arbeiten da mir und meinem mann seit n [...]
Mi, 30.04.2008 11:13
Der Bedarf nach einer betriebswirtschaftlich verwertbaren Erfolgskontrolle und Effizienzanalys [...]
Di, 29.04.2008 14:36
nicht war, ist doch morgen... oder?
Di, 29.04.2008 10:02
Ich suche noch einen Telefonsex Nebenjob ohne Cam.Möchte aber nicht unter 25 Cent verdienen .W [...]
Di, 29.04.2008 08:48
Schaut mal in Artrium vorbei! Da geht´s ab. artrium.myminicity.com
Di, 29.04.2008 08:43
Morgen? Ist heute.
Di, 29.04.2008 02:49
und morgen, was ist mit morgen? denkt niemand mehr an morgen?
Mo, 28.04.2008 15:19
Gestern war einmalig - das stimmt.
Mo, 28.04.2008 15:17
Gestern ist aber auch einmalig.