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Presseverhinderer machen Urlaub

Man kennt das. Im Sommer machen alle irgendwie Urlaub. Und das muss ja schließlich auch mal sein. Presseverhinderer machen das auch. Die sind dann einfach weg. Und keiner weiß es.
Anfragen von Journalisten? Die können ja warten...
Die für meine Branche wichtigste Fachmesse Automechanika steht vor der Tür. Logisch, dass für uns Journalisten da im Sommer kein Urlaub drin ist. Wir arbeiten ja am Messe-Heft. Die Ansprechpartner in den Firmen, bei denen man anfragt, sehen das ganz anders. Die machen jetzt Urlaub.

Es sei ihnen von Herzen gegönnt. Nur: die liefern dann nach vier Wochen das Bild, das ich letzte Woche angefragt habe. Und beschweren sich dann, dass es nirgends zu sehen ist.

Mein Tipp an die Damen und Herren Presseverhinderer. Wenn Ihr Urlaub macht, sucht Euch doch vorher jemanden, der Euch in dringenden Fällen oder bei kleinen Fragen - zum Beispiel nach Bildern - vertreten kann. Vielleicht lest Ihr dann ja auch mal was über Euch.

Umfragen, die die Welt nicht braucht

Man muss sich immer wieder wundern, für was für Zeug Unternehmen noch Geld ausgeben. Die Programmzeitschrift "Hörzu" hat gerade mit Hilfe einer Umfrage herausgefunden, was wir doch schon lange vermutet hatten: Der Hund ist das beliebteste Haustier der Deutschen. Auf dem zweiten Platz folgt, wer hätte das gedacht, die Katze.

Was soll uns das sagen? Und was bringt das Hörzu? Mehr Anzeigen für Katzen- und Hundefutter? Die einzige Neuigkeit, die wir erfahren, ist, dass ein Viertel der Befragten den Delphin gern als Haustier hätten. Was? Ja richtig, den Delphin. Ob die den dann gern in der Badewanne halten würden oder im Aquarium, ist nicht überliefert. Und ob man bei Hörzu darauf spekuliert, dass dann auch Anzeigen für Fischfutter besser gehen, wir wissen es nicht.

Umfragen sind ja immer ein beliebtes Instrument, um auf sich aufmerksam zu machen, aber ob diese Masche wohl zieht?

Die Top Ten der Umfrage wurden komplettiert von Pferd (14 Prozent), Adler (14 Prozent), Pinguin (12 Prozent), Löwe (12 Prozent), Elefant (11 Prozent), Schimpanse (9 Prozent) und Pandabär (9 Prozent). Zur Auswahl standen 15 Tiere, Mehrfachnennungen waren möglich.


Das erstaunliche Ergebnis ist wohl darauf zurückzuführen, dass die wenig gängigen Tiere einfach ausgewählt werden mussten und dass Mehrfachnennungen möglich waren. Dass das Ganze dann wohl eher auf tönernen Füßen steht, was soll's? Man hat mal wieder von sich reden gemacht, und wenn es mit Delphinen und Pandabären ist. Die sind ja so süüüüüüüß.

Web 2.0 ist in den PR-Agenturen angekommen

Stefan Hertach von mediaquell macht uns darauf aufmerksam, dass inzwischen auch in PR-Agenturen und Pressestellen der Trend in Richtung Web 2.0 geht. Er fasst dabei eine aktuelle Studie von Faktenkontor und news aktuell zusammen.

Die Studie hat ergeben, dass sich ein echter Wandel in der PR-Landschaft abzeichnet. Man denkt nicht mehr nur in klassischen Medien, sondern beteiligt sich aktiv am Web 2.0. Auch wenn Konzepte in diesem Bereich noch eher die Ausnahme sind, so haben die PR-Menschen erkannt, dass die klassischen Medien an Bedeutung verlieren.

Hertach:
Damit zeigt sich, dass u.a. die schrumpfenden Leserzahlen, die Einstellung zahlreicher Printtitel sowie das Auftreten neuer Multiplikatoren (Blogger, Fans etc.) und Kommunikationsformen und -kanälen (Social Media, Online Portale, Aggregatoren, Kurznachrichtendienste, RSS-Feeds etc.) nun auch merklich die PR-Branche treffen.


Die PR-Branche hat jetzt neue Zielgruppen für sich entdeckt, zum Beispiel Blogger und Communities. Davon kann wahrscheinlich inzwischen jeder Blogger ein Lied singen, wird er doch mit mehr oder weniger relevanten Presseinformationen zum Thema (oder auch nicht) versorgt. Inwieweit es bisher wirklich gelingt, den richtigen Ton zu treffen, ist nicht bekannt. Denn sicher genügt es nicht, Presseinformationen eins zu eins an Blogger zu versenden.

Aber: das Schiff nimmt Fahrt auf. Man kann gespannt sein, welche neuen Wege sich für die PR-Branche im Zeichen von Web 2.0 wirklich als gangbar erweisen. Denn bisher wird vor allem noch viel experimentiert.

Ramsauer kritisiert "Verschlämmerung" der Politik

Es ist so weit. Horst Schlämmer hat selbst schon in den Sprachgebrauch der Politiker Einzug gehalten. Jetzt kritisiert Spaßbremse Peter Ramsauer ihn aufs Schärfste. Newsroom.de berichtet:
Er habe kein Verständnis dafür, dass Politiker durch "irgendwelche Komparsenrollen in eigenartigen Filmen" nach Aufmerksamkeit haschen, sagte Ramsauer der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Donnerstag.

Ramsauer meint, dass Politik sich aufgrund ihrer Komplexität nicht reduzieren lasse. Jetzt könnte man eventuell einwenden, dass diejenigen, die es nicht schaffen, ihre komplexen Botschaften auf verständliche Art zu kommunizieren, auch in der Politik an Boden verlieren. Vielleicht ist das eins der Probleme von Ramsauer und seiner Partei.

Oder vielleicht sogar aller Parteien? Horst Schlämmer zumindest schafft es, kommunikativ ein großes Publikum zu erreichen. Laut einer Stern-Umfrage käme Schlämmer ja im Falle der Wahl auf beachtliche 18 Prozent, ein Wert, von dem Guido Westerwelle einst laut träumte. Für einen, der aus dem Nichts startet, sicher ein beachtlicher Wert.

Ramsauer jedenfalls meckert:
"Bei der Verschlämmerung der Politik bleiben Inhalte auf der Strecke und dazu sollten Politiker nicht auch noch beitragen... Wer Spaß haben will, geht in den Zirkus, ins Kino oder in das Kabarett. In der Politik hingegen ist Ernsthaftigkeit gefragt..."

Jetzt wissen wir wenigstens, wer zum Lachen in den Keller geht. Wer es als Politiker nicht schafft, auch einmal über sich selbst lachen zu können, zeigt immerhin seinen Charakter. Wie die Wähler das beurteilen, werden wir noch sehen.

So oder so: schön ist die Wortschöpfung "Verschlämmmerung" ja schon. Das hat so was von "Verschlammung", von üblen Machenschaften und Undurchsichtigkeit. Passt also schön zu "Politik".

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Kaum zu glauben - auch Presseverhinderer betreiben aktiv Pressearbeit

Ach, schön, denkt man. Ein Unternehmen hat jemanden, der sich um die Pressearbeit kümmert. Der schickt sogar Informationen an Journalisten raus. Toll!

Also, ich hab da neulich was bekommen, da muss man sich fragen, in welcher Welt der Absender eigentlich lebt. Das Szenario:

Es gibt eine Unternehmensberatung. Die Leute dort sind sehr viel mit Studien beschäftigt. Zufällig mit Studien, die genau in dem Markt stattfinden, mit dem sich meine Fachzeitschrift beschäftigt. Also: neue Studie ist da, man schickt mir eine e-mail. Gut!

Ich freue mich und möchte gern darüber berichten, denn es geht um die aktuelle Marktsituation. Und da ja alles von Krise redet, wäre es ja mal interessant zu wissen, wie es um den Markt so bestellt ist. Ich öffne also hoch motiviert den Anhang der Mail. Was steht drin? Das Inhaltsverzeichnis der Studie. Was interessiert Journalisten das Inhaltsverzeichnis?

Ich könnte die Studie auch zum günstigen Preis von 300 (Basisfassung für ein Land) bis fast 10.000 (Komplettbericht für ganz Europa) bestellen. Aber das möchte ich nicht. Ich schreibe also dem Absender:

Guten Morgen Herr ***,

um wirklich über Ihre Studie berichten zu können, wäre es doch schön, wenn wir unseren Lesern auch ein paar Ergebniss als Appetithäppchen
präsentieren könnten... Denn nur ein Inhaltsverzeichnis wäre doch etwas wenig. Könnten Sie in ein paar Sätzen umreißen, was die Ergebnisse sind? Dann sollte sich daraus auch sehr schnell online etwas machen lassen.

Es grüßt

Frauke Weber
Redaktion amz


Gemerkt? Es fielen die Worte "schnell" und "online". Nur sechs Tage später erhielt ich folgende Antwort:

Guten Tag Frau Weber,

zunächst einmal bitte ich um Entschuldigung für den falsch geschriebenen Namen. Ich werde im Laufe der Woche einige " Appetithäppchen" für Sie zusammenstellen und mich dann noch mal bei Ihnen melden.


Mit freundlichen Grüßen

***


Bis heute habe ich noch nichts gehört und die Woche ist morgen rum. Ich bin ja mal gespannt auf die Häppchen und ob die wirklich was hergeben. Bislang zumindest fällt dieses Unternehmen für mich in die Kategorie Presseverhinderer.

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