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Hometown-Advantage I

Der heutige Spiegel titelt mit dem Thema „Angriff aus Fernost“ und suggeriert, sofern man alles nur flüchtig überfliegt (und wer hat zu mehr Zeit?), dass heute alle coolen Produkte (Samsung, Apple etc. pp.) wenn schon nicht in Fernost erdacht zu mindestens aber dort produziert werden. Ergo gehen immer mehr Arbeitsplätze hier verloren und entstehen neu in Fernost. In loser Folge werden an dieser Stelle coole Produkte vorgestellt, die hier produziert werden, erdacht wurden und eine Grundlage schaffen für die Sicherstellung von Lebensunterhalt, also Produkte mit dem Heimvorteil.

Als erstes sei mein Lieblinsprodukt Bionade erwähnt. Das Unternehmen aus Ostheim/Röhn ging aus der dortigen Privatbrauerei Peter hervor und stellt heute das ausschließlich biologisch hergestellte Erfrischungsgetränk Bionade her. BIONADE ist das weltweit erste und einzige alkoholfreie Erfrischungsgetränk, das durch Fermentation nach dem Brauprinzip rein biologisch hergestellt wird. Und weil die Sache so cool ist, hat Coco-Cola auch schon mit den Dollarscheinen gewedelt. Aber die Inhaber blieben standhaft und machen die Sache weiterhin allein. Landwirte vor Ort dürfen also auch weiterhin Tonnen weise die Holunderbeeren liefern, damit die Bionade weiterhin nach Heimat schmeckt.

Offener Brief an Dr. Florian Langenscheidt: 250 Gründe, dieses Land heute zu lieben

Sehr geehrter Herr Dr. Langenscheidt,

Sie haben mit dem Ihrem „250 Gründe“-Buch wahrlich ein großes Buch herausgegeben. Hierbei bezieht sich „groß“ allerdings leider nur auf die Ausmaße. Ich hatte mir das Buch zu meinem 37. Geburtstag gewünscht und es auch bekommen. Schon beim ersten Durchblättern wurde die Freude zu mindestens latent getrübt.

Das liegt im Wesentlichen an drei Dingen:

- es werden zu viele Persönlichkeiten der Gegenwart vorgestellt. Die Auswahl ist zudem echt grotesk auch im Hinblick auf den Untertitel „250 Gründe dieses Land heute zu lieben“. Angela Merkel kann man vielleicht respektieren, sie ist aber kein Grund ein Land zu lieben. Gleiches gilt für Xavier Naidoo, Michael Schumacher, Stefan Raab und die meisten anderen Hauptdarsteller der Bunten. Im Gegensatz zu dem gleich folgenden Punkt mit den Markenartikeln, liegt der Schwerpunkt zu stark auf Personen der Gegenwart, an die sich sicher in zehn Jahren kaum noch jemand erinnern wird (Veronica Ferres, Johannes B. Kerner)

- es wird zuviel Wert gelegt auf Markenartikel. Dass der Focus auch noch den Vorzug vor dem Spiegel bekommt, ist noch grotesker als die oben erwähnte Sache mit Frau Merkel.

- es wird leider gar kein Wert gelegt auf gelegt auf gute Fotos. Das ist sicher der schlimmste Vorwurf. Neuschwanstein und vorallem der Leuchtturm Roter Sand sind doch in Wirklichkeit echte Augenweiden. Warum dann solch schlechte Fotos? Überhaupt kommen die schönen Landschaften dieses unseren Landes viel zu kurz.


Also das ganze Buch wirkt wenig konsistent. Alte Markenartikel stehen neben zu vielen Sternchen der Gegenwart. Da wäre es aufregender gewesen, Sie hätten auch einmal neue innovative Markenartikel der Gegenwart aufgegriffen. Wie wäre es mit Bionade oder einem Nomos Tangomat? Naja, vielleicht kommt das ja eines Tages in einer Neuauflage mit hoffentlich schöneren Fotos. Dann wird es auch ein Buch sein, welches beim Standortmarketing für den Standort Deutschland ein gewichtige und wichtige Rolle spielen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus-Martin Meyer

PS: die Leser von marketing-blog.biz sind herzlich dazu eingeladen zu ergänzen, was ihnen in dem genannten Buch fehlt.

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