In einem meiner ersten Beiträge für marketing-blog.biz erzählte ich ansatzweise die
Story des
Zirbenholzschreiners, der mit einer pfiffigen Idee – nämlich einem Wellnessbett aus Zirbenholz, dass für guten und erholsamen Schlaf sorgt – auch überregionales Geschäft für seine lokale Schreinerei generiert. Natürlich ist ein solch innovativer Tischlermeister ein idealer Interviewpartner für unsere kleine Serie zum Thema Hometown-Advantage.
marketing-blog.biz: Wie kommt man im Ikea-Zeitalter auf die Idee in einer traditionellen Schreinerei Betten und Möbel individuell nach Kundenwünschen herzustellen?
Konrad Kreitmair: Hier wurde nicht lange überlegt – gelernt ist gelernt – und wie heißt es noch mal: „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Immerhin habe ich das Schreinern von der Pike auf gelernt. Schon vor meiner Lehre verbrachte ich meine Freizeit in der Schreinerei des Nachbardorfes. Das Möbel individuell gefertigt werden, ist für mich also nichts Ungewöhnliches. Und bei der Kostenfrage ziehe ich gerne das Auto zum Vergleich heran. Welcher vernünftige Mensch der jeden Tag 6-8 Stunden mit dem Auto unterwegs ist fängt hier zu sparen an? Hier ist das Beste gerade gut genug. Warum sollte man sich also bei der Einrichtung auf, im wahrsten Sinne des Wortes, billige Möbel beschränken? Mal davon abgesehen entstehen meine Möbel nach Kundenwunsch – hier gibt es (fast) keine Kompromisse. Die Möbel sind auf den Kunden massgefertigt, sind zeitlos, gefallen länger, sind praktisch unverwüstlich und halten ein Leben lang. In der Summe der Vergleiche sind sie also preiswert – oder anders ausgedrückt – ihren Preis wert!
marketing-blog.biz: Wie werden die Kunden auf Sie aufmerksam? Welche Marketingaktivitäten gibt es?
Konrad Kreitmair: Hier gibt es inzwischen eine breit angelegte Strategie. Begonnen hat alles mit einer Pressemitteilung im Internet. Mittlerweile berichten auch diverse Printmedien in unregelmäßigen Abständen von meinen Aktivitäten. Selbstverständlich ist für mich auch eine Firmen-Website. Um auf diese aufmerksam zu machen, wird laufend Suchmaschinenoptimierung betrieben. Daneben gibt es einen eigenen
Zirbenshop, wo man interessante „Nebenprodukte“ wie z.B. Likör oder ätherische Öle aus Holz bestellen kann. Gelegentlich wird auch schon mal in bekannten Zeitschriften oder Anzeigern der passenden Zielgruppe inseriert. Und da meine Kunden stolz auf Ihre Möbel sind, lassen sich diese auch gerne aktiv zu einer Weiterempfehlung animieren.
marketing-blog.biz: Was sind die zentralen Kaufargumente für die Kunden?
Konrad Kreitmair: Meine Kunden legen viel Wert auf Nachhaltigkeit. Das zieht sich wie ein roter Faden durch ihr persönliches Einkaufsverhalten. Mit meinen Möbeln komme ich Ihnen hier zu 100 % entgegen. Ich verarbeite ausschließlich
heimisches Massivholz, verwende zur Oberflächenbehandlung nur ökologische Produkte und lege viel Wert auf eine durchdachte Konstruktion. Das bedeutet im Fall der Fälle, dass man die Möbel auch sortenrein zerlegen kann. Auch der persönliche Kontakt ist Ihnen wichtig. Spätestens bei der Lieferung bekommt mich der Kunde persönlich zu sehen. Einer meiner Kunden dazu: „Es ist einfach schön zu wissen, aus welcher Hände Arbeit es stammt!“ Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Funktionalität, beziehungsweise die passenden Eigenschaften der verarbeiteten Holzart für den jeweiligen Verwendungszweck. Für ein Schlafzimmer zum Beispiel wird Zirbenholz verarbeitet, dieses fördert einen guten Schlaf.
marketing-blog.biz: Was sind die wichtigsten Hürden, die vor dem Kauf überwunden werden müssen?
Konrad Kreitmair: Das wichtigste ist wie immer den Kunden auf das Produkt aufmerksam zu machen. Diese ist umso schwieriger je kleiner das Unternehmen ist. Hier machen sich fehlende Mittel einfach bemerkbar. Hat man dies erst einmal geschafft wird es schon etwas leichter. Bei den Interessenten gilt es erst einmal die Spreu vom Weizen zu trennen. Mancher ist auf der Suche nach einer Sonderanfertigung, welche es im Möbeldiscounter so nicht gibt, zieht aber das entsprechende Angebot zum Preisvergleich heran. Hier kann man nicht weiterhelfen. Interessant wird es wenn der Kunde ganz bestimmte Vorstellungen von einem Möbelstück hat, hier ist er bei mir an der richtigen Adresse. Ich kann Ihm, nach einer gemeinsamen Ausarbeitung von seinem zukünftigen Möbelstück, eine 3-D Zeichnung am Computer und dafür ein exakt zugeschnittenes Angebot erstellen. So sieht er schon vor Fertigungsbeginn sein neues Einrichtungsstück – zumindest auf dem Papier. Kommt es jetzt noch zu kleinen Änderungen, kann ich ganz flexibel und oft sogar ohne Preisänderungen reagieren. Hier gilt es einfach einen Tick schneller und unkomplizierter zu reagieren wie ein großes Unternehmen.
marketing-blog.biz: Was passiert zwischen Fertigungsbeginn und der Auslieferung.
Konrad Kreitmair: Hat sich der Kunde für ein individuelles Möbelstück entschieden, bekommt er von mir eine Auftragsbestätigung in der die wichtigsten Details über das Möbel, den Liefertermin und den sonstigen Modalitäten nochmals aufgelistet sind. Kurz vor Beginn der eigentlichen Fertigung wird der Kunde nochmals kontaktiert und über den Start derselben informiert. Bei der Gelegenheit wird auch nochmals nachgefragt ob es kleine Änderungen, zum Beispiel bei Griffen oder der Oberflächenbehandlung, gibt. Kommt jetzt das OK, geht es in die Produktionsphase. Auf Wunsch wird dem Kunden sogar eine Fotodokumentation der einzelnen Arbeitsschritte erstellt. Sobald abzusehen ist, wann das Möbelstück fertig ist, wird mit dem Kunden ein passender Liefertermin fixiert. Am Tag der Anlieferung wird kurz vor der Ankunft beim Kunden nochmals angerufen, um Ihn auf das eintreffen seiner neuen Einrichtung einzustimmen. (So bleibt ihm Zeit einen Kaffee aufzustellen.)

Bei der Montage, der Einrichtung darf der Kunde selbstverständlich Hand mit anlegen, immerhin wird jetzt aus dem Möbel aus meiner Werkstatt SEIN Möbel. Der Kunde ist so von der Planung bis zur Lieferung an seinem Möbel beteiligt – es entsteht ein persönliches Verhältnis zu seiner neuen Einrichtung und vor allem zum Schreiner von dem er das Möbel hat! Die beste Basis für eine weitere Zusammenarbeit.
marketing-blog.biz: Herr Kreitmair, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Kommentare
Mi, 23.07.2008 16:54
... erinnert an Martin Luther King, vom Stil her find ich´s garnicht so schlecht: klar, offen, [...]
Mi, 23.07.2008 15:46
Ja, ja, die gute alte Propaganda-Optik, nur dass die Raketen fehlen, aber ansonsten 1:1
Mi, 23.07.2008 13:18
Hallo, sehr nett sowas. Die Dame mit Z. kenne ich glaube ich auch. Hat die nicht 4000+ Kont [...]
Mi, 23.07.2008 12:55
jhgjghjhg
Di, 22.07.2008 19:03
also, ich seh das so: Team-Arbeit = Zusammenschluss von mehreren Personen zur Lösung einer [...]
Di, 22.07.2008 18:09
Ich find das auch eine klasse Idee
Mo, 21.07.2008 13:40
Dir auch einen guten Tag. Ich kommen gerade von Det Müllers Blog und werde mich hier mal umsch [...]
So, 20.07.2008 23:13
Na ist aber doch schön zu lesen, dass Data Becker zumindest weiß, wie man das mit dem Marketin [...]
So, 20.07.2008 15:23
Manchmal kann man sich wirklich nur noch wundern kopfschüttel
Do, 17.07.2008 23:57
Schönes Zitat, ich stimme voll und ganz zu
Do, 17.07.2008 11:44
Sehr gut! Absolut richtig! Genau meine Meinung!
Mi, 16.07.2008 16:57
Das ist ja echt mal eine lustige sache =)
Mi, 16.07.2008 16:03
lol^^
Mi, 16.07.2008 11:37
Vermutlich war ihr selbst nicht ganz bewusst wie ihr eigenes schreiben letztendlich wirkt und [...]
Di, 15.07.2008 12:31
Man kann einfach, wenn man so etwas initial versucht, ein weniglich kreativer an die Sache ran [...]
Di, 15.07.2008 12:25
Also manche Menschen kommen ja auf Ideen, die einem beim ersten Kaffee im Büro ein dickes Sch [...]
Di, 15.07.2008 11:48
Natürlich meint sie es so. Vielleicht könnte sie es aber auch so sagen? Noch besser: Sie vorab [...]
Di, 15.07.2008 11:42
Oh, ich glaube sie meinte es eher so, dass sie über Euch Ihre Werbefläche vermitteln lassen wi [...]
Mo, 14.07.2008 19:40
Heftig! Gut zu wissen das die Autorin Ihr behandeltes Thema auch selbst lebt.... Das finde [...]
Mo, 14.07.2008 15:29
... das dürfte wohl dasselbe sein!