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Vibrator verletzt Ballack und Kahn

Es ist im Marketing sehr üblich, Analogien zu schaffen, um daraus einen Mehrwert für das angepriesene Produkt zu generieren. Das macht manchmal Sinn, manchmal nicht und manchmal geht es völlig in die Hose, womit wir im weitesten Sinne beim Thema wären. Aktuelle Tickermeldung:

Beate Uhse muss an Ballack und Kahn zahlen

Der Flensburger Erotik-Konzern Beate Uhse muss an Michael Ballack und Oliver Kahn je 50 000 Euro zahlen. Das Unternehmen hatte über eine Tochterfirma zur Fußball-WM im vergangenen Jahr zwei Vibrator-Modelle mit den Aufschriften „Michael B.“ und „Olli Kahn“ angeboten. Nachdem die beiden Fußballspieler dagegen geklagt hatten, einigten sich die Streitparteien bereits am Freitag vor dem Hamburger Landgericht aufeinen Vergleich. Die Richter sahen durch das Angebot des Erotik-Händlers die Persönlichkeitsrechte der Nationalspieler verletzt.

100.000? Für zwei Fußballer, von denen dieses Jahr keiner einen Titel holte, wenn man mal bei Herrn Kahn von "Miss Tirol" absieht - ein stolzer Preis. Aber gerecht für die Marketingabteilung aus Flensburg. Zu wenig gedacht kann gar nicht zu viel kosten. Dabei geht es gar nicht über Sinn und Unsinn einer solchen Namensnennung. Vielmehr geht es um Kommunikation. Was war denn das implizierte Produktversprechen:

Am besten in Standardsituationen?
Kommt nur rein, wenn sich die Nr.1 verletzt?

Also, wenn es um die nächste Kollektion geht, ich helfe gern. Ich wette, dass "Long John Black Glamour Rotation" nicht nur euch glücklicher machen würde ...

Vom Titan zum Altmetall

Hatte Matthäus Klinsmann zitiert?

"Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer.
Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen ...
sondern Sünder zur Buße."

(Mt 9,13)

Der Abschluss entspricht voll und ganz dem Spiegel online-Artikel. Der Anfang hingegen dem O-Gedanken von Lodda: Kahn hatte bei Klinsmann keine Chance. Letzterer wartete nur darauf, dass Ersterer ihm einen Anlass gibt, ihn aus dem Kader zu verbannen, aber Herr Kahn war nicht so doof wie Herr Wörns, was vielleicht daran lag, dass Herr Kahn schon im Stimmbruch war. Diesem Druck, dem klassischen "silent mobbing", hielt er also stand, aber dann passierten Kahn zwei große Fehler: Er wollte zuviel und Externe wollten noch mehr.

Warum spielen, wenn man nicht fit ist? Es passieren nur Fehler. Das war bei Käpt'n Ahab so, bei Käpt'n Nemo, warum sollte es beim (ex-)Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft anders sein?

Und das allerschlimmste war der Bärendienst von Hoeneß und Magath. Wenn sie sagen, der Druck sei Schuld (an der weichen Leiste?), zumindest mitverantwortlich fürs Schattenfangen, dann ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass Kahn nichts kann, wenn es darauf ankommt. Zumindest kann man das so sehen und wenn man Klinsmann kennt, und Herr Hoeneß und Herr Maier tun das, dann wissen sie, dass er es tut.

Was hat das in einem marketing-blog zu suchen?

Ist das nicht offensichtlich? Angenommen, Ihre Marke "performed" auf hohem Niveau, erhält aber einen Auftrag nicht. Was tun Sie?

- Ziehen Sie sich zurück?
- Geben Sie anderen die Schuld?
- Lassen Sie andere für sich sagen, dass Sie gut und sie böse sind?
- Leiten Sie Ihr Unternehmen oder Ihre "Berater?"
- Wenn Sie wissen, dass Sie schlechte Karten haben, positionieren Sie sich als Verlierer?
(um danach sagen zu können: "War ja klar.")
- Beklagen Sie sich über die Umstände?
(die Sie zum Teil selber schaffen und von denen Sie nicht selten profitieren)
- Oder bringen Sie weiter Leistung auf hohem Niveau und üben schon an der Zähmung Ihres Grinsen, weil Sie wussten, dass vielleicht nicht immer das Gute gewinnt, aber letztlich immer der Beste?

Überlegen Sie ganz genau, was Sie tun... Nur weil jemand Sie vielleicht nicht zu seiner Nr. 1 kürt, ist das noch lange kein Grund, nicht mehr in die Kraft Ihrer Marke zu vertrauen...

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden;
denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen.
Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen!
Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet.

(Mt. 6,5-8)


Oder ist der Herr Zwanziger gar ein falscher Fuffziger....? Ne, ne?


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