Hin und wieder blicke ich auf
das Onlineangebot der St. Pauli-Nachrichten der Werbebrangsch und dort auch gern auf das, was man dort "Kreation des Tages " nennt. Ich finde diese Rubrik immer sehr schön, denn Selektion und Diktion künden nicht selten von jenem esprit-freien Neo-Biedermeier, wie er arrivierten Germanistinnen zu eigen ist. Und auch diesmal wartet man dort wieder mit einem Kommentar auf, der mich grausen lässt und den Kohlhaas in mir hervorruft. Dürfte man das (was in den letzten beiden Sätzen steht) bei umgekehrten Geschlechterrollen sagen?

Normalerweise sind Anzeigen oder Trailer für TV-Sendung selten besonders kreativ oder gar witzig. Sondern meistens erfüllen sie den Zweck, für den sie geschaffen wurden. Sie informieren über neue Sendungen oder Staffeln und machen die Zielgruppe darauf aufmerksam. Dazu prangt groß der Sendetermin auf der Seite, dazu gibt es dann noch groß das Senderlogo und - wenn noch Platz ist - den Kopf des Moderators. Auch das Kabel 1-Motiv wartet mit einem großen Sendehinweis auf. Aber noch größer sind die verzweifelten Augen des kleinen Jungen. Gefangen in seinem Kinderwagen oder Stühlchen bleibt ihm nur ein Keks-SOS. Das also ist das Resultat, wenn Männer alleine zu Hause sind. Sich das anzuschauen, scheint es wert zu sein, suggeriert die Kampagne.
Aber die Kampagne suggeriert ja nur. Interessanterweise scheint es erwähnenswert zu sein, dass eine Kampagne suggeriert, dass das beworbene Produkt es wert ist, seiner Bestimmung nach genutzt zu werden. Ich freue mich schon auf morgen, wenn es heißt:
"Sich mit dieser Creme zu pflegen, scheint es wert zu sein, suggeriert die Kampagne." oder:
"Mit diesem Auto zu fahren, scheint es wert zu sein, suggeriert die Kampagne." oder:
"Dieses Blatt zu lesen, scheint es wert zu sein, suggeriert die Kampagne." Im Gegensatz zu
Das zu lesen, ist es anscheindend wert, suggeriert die Redaktion.
Kommentare
So, 06.07.2008 00:14
Hier noch ein neues Artikelverzeichnis, welches sich hauptsächlich mit Eigenbau Anleitungen be [...]
Sa, 05.07.2008 22:51
Toll, dass Sie beide den Tipp gut finden. Es kommt bei einer Rede oder Präsentation tatsächlic [...]
Sa, 05.07.2008 08:09
Vielen Dank für den Zuwurf und ein schönes Wochenende!
Fr, 04.07.2008 22:02
scharfsinnig beobachtet! die "schönsten" Eigentore als Präsenter schießt man sich halt immer n [...]
Fr, 04.07.2008 21:08
Beim zappen durch Premiere hab ich dann doch noch ein Spiel anzusehen. Nach so viel Fussball E [...]
Fr, 04.07.2008 17:24
Super! Das sind wohl die kleinen aber feinen Unterschiede, die in der Gesamtheit eine Präsenta [...]
Fr, 04.07.2008 11:28
Was vor lauter Schreck mach ich denn dann dieses Wochenende? Zum Glück gibts dann noch die For [...]
Fr, 04.07.2008 11:07
Danke! Stimmt ja die Bundesliga läuft erst wieder im August. Irgendwie hatte man sich an jeden [...]
Do, 03.07.2008 17:39
Ein wirklich wahres Sprichwort =D Sehr interessanter blog hier, macht Spass zu lesen...
Mi, 02.07.2008 13:21
Getreu dem Motto: Neues muß nicht immer gut sein!
Mi, 02.07.2008 13:17
... ist es nicht überall so? Egal auf welcher Seite des Schreibtisches man sich befindet, eine [...]
Mi, 02.07.2008 11:24
Ach ja: In unserem Fall kann der Journalist entscheiden, ob diese Grenze zwischen ihm und den [...]
Mi, 02.07.2008 11:22
Im Bereich des Filmjournalismus zum Beispiel gibt es eine Grenze (über die ich dieser Tage sow [...]
Mi, 02.07.2008 10:41
Unter den Marketing- Weblogs findet ein kleiner Fackellauf statt und auch ich habe ein Stöcken [...]
Mo, 30.06.2008 17:23
Hmm, erinnert mich an Googles Kampagne mit dem Plakat und der Formel, als sie Programmierer suchten.
Fr, 27.06.2008 14:11
Na, ich bin ja mal gespannt wer hier das Beste Routing hat
Fr, 27.06.2008 14:07
Und schon ist es weg und auf dem Weg nach Leverkusen.
Di, 24.06.2008 16:38
In der Marketing- und Kommunikationsbranche gibt es besonders viele Fachblogs, zumindest is [...]
Mo, 23.06.2008 17:19
Ich kann nur sagen, dass wir mit den Artikelverzeichnissen bislang noch immer Erfolge einfahre [...]
Mi, 18.06.2008 10:01
Ja, da freuen sich die Leser! Noch als Ergänzung. Es war weniger die Uni Fribourg selbst, die [...]