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Für die ganze Familie

Man kann (stellvertretend) Frau Fischer-Appelt für die Idee gar nicht genug danken:



Sollte ich zelltechnisch nochmal zuschlagen, meine Marke: mamamoto!

Gold: Werbung - völlig behindert

Es ist immer wieder erstaunlich, wie Werbung funktioniert. Und im Grunde ist es ganz einfach. Man muss halt nur darauf kommen. Das Geheimnis ist wie so oft Leichtigkeit und Empathie, ohne dabei das Ziel aus den Augen zu verlieren. Während hierzulande Empathie oftmals mit Mitleid gleichgesetzt wird, zeigt die Kampagne von Leonard Cheshire Disability, einer Sozialeinrichtung für Behinderte, was es wirklich ist: Einfühlungsvermögen in andere. In dem Fall sind die anderen wir "Gesunden", die wir ja in Wirklichkeit jenseits aller Lippenbekenntnisse gar keinen Bock haben, mit den Problemen von Behinderten konfrontiert zu werden. Könnte uns ja mal selber treffen, wollen wir also lieber gar nicht wissen. Statt nun aber eine Gutmenschensuade anzustrengen, wonach Behinderte ein Recht darauf hätten, dass mehr für sie getan werde, dass weggucken nichts helfe oder gar der völlig kontraproduktive Hinweis, es könne einen jederzeit selbst treffen (deswegen schaut man ja weg), kamen die Briten auf die Idee, etwas zu zeigen, wo jeder gerne hinschaut, was nett aussieht, was ich nicht direkt mit mir und meiner Angst in Verbindung bringe und schon bekommen sie ihre Botschaft rüber:

Change the way you see disability



Die ganze Kampagne gibt's hier.

Frauen sind dumm

Hin und wieder blicke ich auf das Onlineangebot der St. Pauli-Nachrichten der Werbebrangsch und dort auch gern auf das, was man dort "Kreation des Tages " nennt. Ich finde diese Rubrik immer sehr schön, denn Selektion und Diktion künden nicht selten von jenem esprit-freien Neo-Biedermeier, wie er arrivierten Germanistinnen zu eigen ist. Und auch diesmal wartet man dort wieder mit einem Kommentar auf, der mich grausen lässt und den Kohlhaas in mir hervorruft. Dürfte man das (was in den letzten beiden Sätzen steht) bei umgekehrten Geschlechterrollen sagen?

Normalerweise sind Anzeigen oder Trailer für TV-Sendung selten besonders kreativ oder gar witzig. Sondern meistens erfüllen sie den Zweck, für den sie geschaffen wurden. Sie informieren über neue Sendungen oder Staffeln und machen die Zielgruppe darauf aufmerksam. Dazu prangt groß der Sendetermin auf der Seite, dazu gibt es dann noch groß das Senderlogo und - wenn noch Platz ist - den Kopf des Moderators. Auch das Kabel 1-Motiv wartet mit einem großen Sendehinweis auf. Aber noch größer sind die verzweifelten Augen des kleinen Jungen. Gefangen in seinem Kinderwagen oder Stühlchen bleibt ihm nur ein Keks-SOS. Das also ist das Resultat, wenn Männer alleine zu Hause sind. Sich das anzuschauen, scheint es wert zu sein, suggeriert die Kampagne.


Aber die Kampagne suggeriert ja nur. Interessanterweise scheint es erwähnenswert zu sein, dass eine Kampagne suggeriert, dass das beworbene Produkt es wert ist, seiner Bestimmung nach genutzt zu werden. Ich freue mich schon auf morgen, wenn es heißt:

"Sich mit dieser Creme zu pflegen, scheint es wert zu sein, suggeriert die Kampagne." oder:
"Mit diesem Auto zu fahren, scheint es wert zu sein, suggeriert die Kampagne." oder:
"Dieses Blatt zu lesen, scheint es wert zu sein, suggeriert die Kampagne." Im Gegensatz zu

Das zu lesen, ist es anscheindend wert, suggeriert die Redaktion.

Clap, clap, clap - Applaus, Applaus, Applaus

Eine meiner Lieblinssentenzen für Bewerber lautet ja: Referenz schlägt Referat. Das ist gerade im Internet mit den Verlinkungen ja auch so usus. Aber ebensowenig wie richtige Nachrichten daraus entstehen, wenn Journalisten Journalisten interviewen, werden Blogs richtig über Blogs bekannt. Dazu muss man schon mal mediale Grenzen überschreiten.

In diesem Zusammenhang: verweise ich mit großer Freude auf das Magazins für Neugierige, Eitle und Schadenfrohe. In der aktuellen Ausgabe Clap 09/07 steht auf Seite 13 (Mitte rechts, Mitte) das.

Danke, Peter.

Der Wald muss weg!

Ein guter Freund reist einmal im Jahr für mehrere Wochen nach Südamerika, meist nach Brasilien. Wohlgemerkt: Er reist, er urlaubt nicht.
Er schippert auf Amazonasdampfern, schläft in der Hängematte, streift durchs Land, lernt Menschen kennen, spricht mit ihnen.

Dieser Tage erzählte er mir von einer Begegnung in Belterra am Rio Tapajos. Dort kam er mit den Dorfoberen, u.a. dem Maestro de Electricidade (angelernt von einem Deutschen, der 1947 wie aus dem Nichts auftauchte), ins Gespräch.

Sie erzählten ihm von der Geschichte und dem Wachstum des Ortes, natürlich vom Aubau der Elektrizität mit Hilfe dieses überaus kompetenten Deutschen. Sie erzählten, dass Henry Ford einige Meilen entfernt mal eine Kautschukplantage betrieb, die dann aufgrund von Schädlingsbefall wieder dicht gemacht wurde. Und sie sprachen ihr dringlichstes Problem an.

Zu viele lästige Viecher, zu viel Feuchtigkeit, viel zu wenig Licht. Das Dorf soll schöner werden. Der Wald muß weg!

Wie komme ich drauf?

Letzte Woche berichteten wir über einen belgischen Mobilfunkanbieter, bei dem man für den Regenwald telefonieren kann. Heute finde ich auf der Marketing-Boerse diese Meldung:

Jetzt bei Fleurop: Der klimaneutrale Blumenstrauß
Fleurop kooperiert mit der Klimaschutzorganisation myclimate

(...) So hat jeder Fleurop-Kunde ab dem 1. August 2007 auf www.fleurop.de die Möglichkeit, seinen Blumenstrauß “klimaneutral“ zu bestellen. Jeder, der die Kooperation von Fleurop und myclimate unterstützen möchte, zahlt pro Blumenstrauß 1,20 Euro zusätzlich.


Man kann es halt nie allen rechtmachen.





Kalter Kaffee

Einen Anschlag auf Eine Innovation für die Kaffeekultur bereiten dieser Tage VIVA und BBDO vor.

Im Zuge der Ernennung zur Lead-Agentur wurde BBDO Stuttgart mit einem weiteren Etat betraut, der Produkteinführung von "VIVA slap Coffee", dem ersten Getränk von VIVA. Der Drink aus der Dose enthält doppelt so viel Koffein wie Espresso und kommt in den Geschmacksrichtungen "Classic Coffee" und "Vanilla" in die Geschäfte. BBDO Stuttgart wird dazu eine Dachkampagne entwickeln, die das neue Produkt über alle Kanäle bewirbt.


Ich bleib lieber bei sical.


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