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Action Painting II

Heute vor einem Jahr gab es hier schon mal Action Painting mit jacksonpollock.org.

Und weil es so schön war: Mein jüngstes Werk.

Ist das noch Web 2.0?

Leuteleute, jetzt ist mir ganz schwindlig. Erstens: ich lese gerade, dass heute der Tag des Kusses ist. Und niemand zum Küssen hier, weit und breit keiner.

Aber, es kommt noch schlimmer. Die Dating-Plattform Friendscout24 hat eine Untersuchung gemacht. Das ist ja an sich nichts Besonderes, aber in diesem Fall hat es mich direkt aus den Socken gehauen: zum Tag des Kusses haben die eine Untersuchung zum Küssen veröffentlicht.

Jetzt wissen wir wenigstens, dass heute der Tag des Kusses ist. Wir erfahren ein paar Details über die Wünsche von Männern beim ersten Kuss, alles ganz unspektakulär. Aber dann kommt der Hammer:

Wie verhält sich es mit dem ersten Kuss in Second Life? Auch die Bewohner der virtuellen Welt „Second Life“ (SL) feiern den Tag des Kusses. Dazu lädt die Flirtberaterin, Diana Simons, alle Bewohner des Meta-versums von 10 bis 18 Uhr in die FriendScout24-Filiale auf die Insel Stadtrand (SL-Koordinaten: 101, 19, 22) ein. Die Besucher können sich hier in der „Kusszone“ eine Kussanimation kostenlos abholen, diese an ihr Herzblatt verschenken und so ihre Sympathie bekunden. Hierbei steht Diana Simons allen Avataren mit Rat und Tat zur Seite, wie SIE oder ER den SL-Schwarm erobern kann und gibt auch Tipps für den Flirt in der realen Welt.


Das muss man jetzt mal ganz langsam analysieren. Es gibt eine Dating-Plattform. Diese Plattform lädt ihre ohnehin schon mehr oder weniger virtuellen Mitglieder in eine virtuelle Parallelwelt ein. Zum Flirten und Küssen. Die können da virtuell Dinge an virtuelle Personen verschenken. Und echt virtuell Küssen. Vielleicht. Und kriegen da Flirt-Tipps von einer virtuellen Person für die reale Welt. Boaaaaahhhh! Das ist mindestens Web 3.0, oder?

Aber, es kommt noch schlimmer:

Für die weiblichen Bewohnerinnen bietet FriendScout24 noch weitere Second Life-Schmankerl an: kostenlose Lippenstifte für einen schönen Kuss-mund, Accessoires und Outfits die eine erfolgreiche Partneransprache ein wenig erleichtern.


Da kriegen also die virtuellen Personen nach den virtuellen Tipps auch noch virtuelle Klamotten und sogar nen virtuellen Lippenstift. Und der wird dann wahrscheinlich im Anschluss virtuell weggeknutscht.

Also, wer jetzt noch nicht bei Second Life registriert ist, ist selber schuld. Was? Ihr haltet Euch noch auf mit echten Küssen? Ihr habt Spaß an echten Personen? Müsst Ihr krank sein.

Wer kommt da noch Schmidt?

Verlieren nun schon die Formate jegliches Format? Gestern Grand Prix, heute Harald Schmidt. Statt Herrn Andrack soll nun Herr Pocher den Beisitzer mimen, nur einmal die Woche, dafür eine Stunde. SPIEGEL ONLINE formulierte es so:

Wir sagen: Lieber mit Harald Schmidt untergehen als mit Oliver Pocher weiterleben. "Mit dieser Welt gibt es keine Verständigung; wir gehören ihr nur in dem Maße an, wie wir uns gegen sie auflehnen", sagte Theodor W. Adorno in einem etwas anderen Zusammenhang. Aber er hatte Recht.


dto.

Jetzt geht's um die Wurst

Das schwarze Gold ist ausgepackt, die Grillkohle glüht. Und Deutschland verteilt wieder reichlich Fleischiges auf Rost und Folie. Und wie für alles in unserem Land gibt es auch hierfür eine wunderbare Organisation: die GBA, das ist die German Barbecue Association.

Man hätte auch einfach urdeutsch Grillverein dazu sagen können. Aber das ist vielleicht nicht so hip. Die Leute von dieser Association, also diesem Verein, die grillen, was das Zeug hält. Und nicht nur einfach Wurst. Nein, bei denen kommt noch viel mehr auf die heißen Stangen. Zum Beispiel Bierdosen.

Wir wollen aber zeigen, dass es Spaß macht, unterschiedliche Dinge auszuprobieren und auch mal Ungewöhnliches auf den Grill zu legen. Die antretenden Teams auf der Deutschen Meisterschaft – egal ob Profis oder Amateure, sprühen vor Kreativität und Einfallsreichtum. Da wird Hähnchen auf der Bierdose gegrillt und auch bei der Zubereitung von Pflaumenkuchen oder Eis als Dessert denkt man nicht gerade in erster Linie an einen Grill...


Die machen also etwas, das nicht jedem auf Anhieb gelingt. Sie machen etwas ganz Alltägliches zum Ereignis und stilisieren es zum Kult. Ob das beim Grillen nötig ist, weiß ich nicht. Aber spaßig ist es.

Dass dann auch noch eine Weltstadt wie Gronau zum Austragungsort der Grillmeisterschaft wird, zeigt den Sinn für Skurriles, den diese Grillfuzzis haben. Was fällt einem denn zu Gronau ein? So wird das Städtchen im Westen gleich mit zum Kult. Grillen in Gronau. Der Oberkult. Dass das ne Alliteration ist, passt ja um so besser.

Also Leute, schnell ab zum Kohlen kaufen. Und schön das Grillen üben. Damit Ihr fit seid für die Meisterschaft in drei Wochen. Ich fang schon mal an.

Warnung

In zehn Tagen feiert die christliche Welt Weihnachten.

In guter alter Tradition weist der Marketing-Blog frühzeitig auf kommende Ereignisse hin ...

Wir sind halt unserer Zeit einfach immer eine Quartalsnasenlänge voraus ...


Der neue Bond - Markenführung at its worst

Dass sich eine Marke weiter entwickeln muss, ist eine müßige Frage. Natürlich.
Ob 007 blond sein darf, ist ebenfalls eine müßige Frage. Natürlich nicht.

Aber während dieses "Thema" das vorherschende PR-Thema war, gibt es doch noch weit mehr Aspekte, die an diesem Bond-Film mehr als fragwürdig sind.

Der Ansatz beispielsweise: Wozu muss ich als Zuschauer was über den Anfang des Doppelnull-Agenten erfahren? Es ging jetzt mehrere Jahrzehnte ohne dieses Wissen gut, mir hat nichts gefehlt, ich muss das nicht wissen. Bei Star Trek hatten sie auch mal diesen Glauben, dass was "vor Kirk" setzen mussten, zum Glück hatte man da zumindest auf die Original-Musik verzichtet, so dass klar war, dass die Serie "Enterprise" nur zum Teil was mit "Star Trek" zu tun hat.

Dann bekomme ich in dem neuen Bond-Film mehrere Geschichten in einer, die der Acion zu-, der Marke abträglich sind. Kein stilsicherer Gentleman, statt dessen ein blondes John McLane-Remake (alias Bruce Willis in der "Stirb langsam"-Trilogie) mit völlig hirnlosen Rosamunde Pilcher-Gedächtnisphrasen ("Ich habe keine Rüstung mehr. Du hast sie mir abgenommen.").

Es gibt auch keinen klassischen Bösewicht. Da ist zwar einer, der böse spielt, aber hinter dem steht wieder eine Organisation, die sinnigerweise auch "die Organisation" genannt wird, was auch eher lustig ist, um das Wort peinlich zu vermeiden. Wenn man den Film schon symbolisch an den Anfang setzt, lassen wir da mal die Dauernutzung von Handys und Messengersysteme außen vor, dann heißt die Organisation "SPECTRE" und der Chef Ernst Stavro Blofeld. Und wie peinlich ist denn Poker als Showdown????

Naürlich haben sich die Broccolis immer dem Zeitgeist angepasst, mal mehr, mal weniger geändert, aber sie wussten eine Marke zu führen. Dieser Film wirkt, als hätten Studenten mit viel Geld ihre Abschlussarbeit eingereicht. Als Action-Liebesfilm isser OK, als James Bond

Thema verfehlt.

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