"Wenn ich groß bin, dann ...", süß. Unschuldiger Kindersprech. Und was, wenn ersiees dann groß ist?
"Im nächsten Leben werde ich ..." - es darf bezweifelt werden - und nicht zuletzt, weil den meisten, die das sagen, noch genug Zeit bliebe, alles im Hier und Jetzt zu ändern, aber vielleicht hofft man darauf, mit einem besonderen Mutgen wiedergeboren zu werden.
Deshalb sage ich: "Beim nächsten Kunden werde ich ..." - und werde wieder scheitern. An irgendetwas Unvorhersehbarem - oder an etwas so Offensichtlichem, dass es mir unfassbar erscheint, dass dem so ist. Schlagwort: Marketing (und) Berater.
Wer Geschäfte mit der Angst machte, hatte einst gute Chancen, sich bei
Eduard Zimmermann als
Nepper, Schlepper, Bauernfänger titulieren lassen zu dürfen. Heute schimpft man sich Consultant und genießt hohes Ansehen.
Warum das funktioniert, ist einfach erklärt:
Es ist die perfekte Mischung aus seriöser Banalitätskommunikation gepaart mit Unsicherheitsaffirmation. Er selbst muss ja nichts lösen oder wirklich Klares erarbeiten. Er weist nur darauf hin, gibt zu bedenken, macht darauf aufmerksam, rät und rät ab und meint dann auch noch, wahrscheinlich subjektiv wahrhaftig: er rege an.
Nun ist das ein solches Klischee, dass jener denkende Mensch doch sofort merken muss, dass diese Person nicht Teil der Lösung ist, sondern Teil des Problems. Wahrscheinlich sogar der Großteil des Problems. Und das ist das Problem: der denkende Mensch. Wo ist er? (Gibt man den Begriff bei Google ein, dürfte er vor allem auf Ayuverda-Farmen o. Ä. zu finden sein.)
Natürlich ist es sinnvoll, wenn Menschen Dienstleister involvieren, damit diese Aufgaben erledigen, die sie schneller und besser können, als man selbst es kann. Dienstleister können einem also Arbeiten abnehmen, Entscheidungen nicht. Das aber wird wohl seitens der Auftraggeber erwartet. Was denkt sich die Person, die sowas denkt?
Ab einem gewissen Grad - und früher als man denkt, ist doch Information gleichzusetzen mit Konfusion. Spricht man die Auftraggeber darauf an, geben sie einem Recht, aber keine Freigabe. Dass durch das Zaudern irgendwann dann mal allein aus Gründen der mangelnde Zeit zur Umsetzung, dem Mangel an Verfügbarkeit von Plätzen und Personal nicht mehr geht, wird bedauert, aber nicht bereut.
Was tun? - wird dann der Consultant gefragt, der dann mit ernster Miene darauf hinweist, dass man jetzt natürlich erstmal schauen muss, was jetzt noch möglich ist.
Ach was!? Echt? Irre!
Und ich bin der Einzige, der diesen Satz nicht mit der Motorik eines
Wackeldackels begleitet.
Aber will ich das sein? Weder in diesem noch in irgendeinem anderen Leben.
Was ich will, will ich jetzt: gut, ach was: brillant sein.
Aber als Mensch der Tat ist das alles gar nicht mal so einfach möglich. Zuviele Kinder um einen rum, Kinder jenseits der 30
Kommentare
Mi, 09.07.2008 07:03
Wunderbares Beispiel für fehlgeschlagene Konzern-Kommunikation, sowohl intern wie extern. Der [...]
Mo, 07.07.2008 22:19
merci
Mo, 07.07.2008 15:19
Herzlichen Glückwunsch! Einen besseren Vergleich hätte wohl niemand finden können. Genial gesc [...]
So, 06.07.2008 11:43
Stimme voll zu. Wer hat das gesagt: "Jedem Anfang liegt ein Zauber inne?" Bachmann.. weiß nich [...]
So, 06.07.2008 00:14
Hier noch ein neues Artikelverzeichnis, welches sich hauptsächlich mit Eigenbau Anleitungen be [...]
Sa, 05.07.2008 22:51
Toll, dass Sie beide den Tipp gut finden. Es kommt bei einer Rede oder Präsentation tatsächlic [...]
Sa, 05.07.2008 08:09
Vielen Dank für den Zuwurf und ein schönes Wochenende!
Fr, 04.07.2008 22:02
scharfsinnig beobachtet! die "schönsten" Eigentore als Präsenter schießt man sich halt immer n [...]
Fr, 04.07.2008 21:08
Beim zappen durch Premiere hab ich dann doch noch ein Spiel anzusehen. Nach so viel Fussball E [...]
Fr, 04.07.2008 17:24
Super! Das sind wohl die kleinen aber feinen Unterschiede, die in der Gesamtheit eine Präsenta [...]
Fr, 04.07.2008 11:28
Was vor lauter Schreck mach ich denn dann dieses Wochenende? Zum Glück gibts dann noch die For [...]
Fr, 04.07.2008 11:07
Danke! Stimmt ja die Bundesliga läuft erst wieder im August. Irgendwie hatte man sich an jeden [...]
Do, 03.07.2008 17:39
Ein wirklich wahres Sprichwort =D Sehr interessanter blog hier, macht Spass zu lesen...
Mi, 02.07.2008 13:21
Getreu dem Motto: Neues muß nicht immer gut sein!
Mi, 02.07.2008 13:17
... ist es nicht überall so? Egal auf welcher Seite des Schreibtisches man sich befindet, eine [...]
Mi, 02.07.2008 11:24
Ach ja: In unserem Fall kann der Journalist entscheiden, ob diese Grenze zwischen ihm und den [...]
Mi, 02.07.2008 11:22
Im Bereich des Filmjournalismus zum Beispiel gibt es eine Grenze (über die ich dieser Tage sow [...]
Mi, 02.07.2008 10:41
Unter den Marketing- Weblogs findet ein kleiner Fackellauf statt und auch ich habe ein Stöcken [...]
Mo, 30.06.2008 17:23
Hmm, erinnert mich an Googles Kampagne mit dem Plakat und der Formel, als sie Programmierer suchten.
Fr, 27.06.2008 14:11
Na, ich bin ja mal gespannt wer hier das Beste Routing hat