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Hilfe! Was soll ich anziehen?

Das Wochenende steht fast vor der Tür. Und damit für viele Teenies die Frage "Was soll ich anziehen?". Ein Problem, das die anderen weit in den Schatten stellt, Pickel oder einen Handy-Absturz zum Beispiel. Gerade erfahre ich, dass es für das erstgenannte Problem jetzt die ultimative Lösung gibt: Qeep.

Die Verzweifelte kann ein Foto per Handy hochladen und allen Freundinnen gleichzeitig zugänglich machen. Da Mädchen ja bekanntlich alles gemeinsam machen, haben sie so sicher noch mehr davon. Angeblich ist das Web2.0 auf dem Handy.

Mit qeep können sich User gegenseitig ganz unkompliziert auf dem Laufenden halten. Sie können die kleinen Pausen des Alltags nutzen und so auf ganz spielerische und lockere Art mit den Freunden in Kontakt bleiben und neue dazu gewinnen. Die Mobile Community überträgt das Prinzip des Web 2.0 auf das Handy. Denn das Mobiltelefon bietet viel mehr Möglichkeiten als das bloße Telefonieren oder Versenden von Textnachrichten. Für 2008 wird prognostiziert, dass dieser Trend das Nutzerverhalten stark beeinflussen wird.


So freue ich mich jetzt schon drauf, wenn mir Scheffe seinen gerade frisch produzierten Cappuccino zeigt oder mein Neffe die neueste Lego-Creation. Ob man das allerdings braucht? Das wird wohl nur die Zeit zeigen. Auf jeden Fall ein Spielzeug mehr.

Dass man mit qeep Geld spart, ist vielleicht nicht so ganz wahr. Denn die Kosten für die Datenübertragung aufs Handy können bei der Kleiderwahl doch ganz schön ins Kontor hauen.

Telefonieren für eine bessere Welt

Ello Mobile ist ein belgischer Mobilfunkanbieter mit einer besonderen, wenngleich nicht neuen, Idee.

Sämtliche Gewinne, die das Unternehmen über Telefonie, SMS etc. erwirtschaftet, kommen einem guten Zweck zu.
Die Spendenprojekte werden von einer unabhängigen (königlichen) Kommision ausgewählt. Z.Zt. unterstützen die Kunden von Ello Mobile u.a. den Regenwald in Sumatra, mobile Schulen in Südamerika, indische Straßenkinder, Frauen auf den Philippinen, Kinder in Palästina...
Die Kunden haben bei Einrichtung Ihres Tarifs die Möglichkeit ein Spendenprojekt auszuwählen.

Stellt sich lediglich die Frage, ob und wieviel Gewinn das Unternehmen macht?

Einige TV-Spots des Mobilfunkanbieters gibts bei Coolz0r - Marketing Thoughts


Mehr als nur Banner, Adwords und Affilates

Chef hat gemeint, Doc solle mal wieder bloggen. Na denn: Vor drei Wochen haben ja die Vermarkter verraten, in welchen drei Kanälen wie viel der 1,9 Milliarden Euro für Online-Werbung verschwunden sind. Dabei wurden Bannerwerbung (903 Mio Euro), Suchwortanzeigen (850 Mio Euro) und Affiliate Marketing (155 Mio Euro) berücksichtigt. Nicht enthalten sind in diesen Zahlen Agenturleistungen und damit Themen wie Homepagedesign, Suchmaschinenoptimierung und E-Mail-Marketing. Diese spielen in der Praxis jedoch gerade bei kleineren Unternehmen eine viel wichtigere Rolle.

Wir haben 646 Anwender befragt, wie sie auch die anderen Themen bewerten. Die wichtigsten Ergebnisse sind in einer Grafik, auf der die Verbreitung einer Anwendung gegenüber der Zufriedenheit der Anwender aufgetragen ist, enthalten. Fast alle Firmen verbessern kontinuierlich die Usability ihrer Homepage, optimieren sie für Suchmaschinen und messen, woher die Nutzer kommen etc. (Web-Controlling). Was mich persönlich freut ist, dass auch E-Mail-Marketing in die Gruppe der weitverbreiteten und zufriedenstellenden Tools gehört. Anders bei Suchwort- und Banneranzeigen, da ist die Zufriedenheit geringer. Beides wird eher von großen als von kleinen Unternehmen eingesetzt (das liegt wohl am Marketingbudget, würde ich mal vermuten). Web 2.0 ist noch nicht so verbreitet, dafür sind die Anwender durchweg zufrieden. Nur Mobile-Marketing macht schlapp. Aber das wird sich in Zukunft wohl ändern, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Noch mehr zu der Befragung gibt’s bei der marketing-BÖRSE oder der Computerwoche. Außerdem haben wir noch mehrere Tabellen mit der Unterscheidung zwischen kleinen, mittleren und großen Unternehmen.


Diese Werte sind Mittelwerte. So rutschen zB die Punkte für Banner- und Suchwortanzeigen für große Unternehmen nach rechts auf 81 bzw. 87 Prozent und für kleine Unternehmen nach links auf 53 bzw. 66 Prozent.

Mein LOOX-Tagebuch – Letzter Teil: Warum denk ich nur an Dürrenmatt?

Ich hatte ja schon Freitag berichtet, das ich inzwischen kapiert habe, dass es sich bei dem LOOX-Teil um einen satelitten-gesteuerten Wegweiser mit unnötigem Schischi. Mir hätte es ja schon beim Auspacken dämmern müssen, als da auf einmal Dinge auf mich zukamen, für die ich keine Worte kannte.

Nicht zu töten, um seine Brut zu versorgen, ist das Ziel der Jagd des modernen homo urban, sondern zu zerstören, um zu verstehen. So scheint mir. Wir weiden keine Tiere mehr aus, sondern Tüten. Nur so kommen wir an das, was unseren Hunger stillt – wovon wir zumindest glauben, dass es das tut, denn leicht verdaulich ist das Ganze ja nicht, aber nun genug der Analogien.

Das Ding, das mich am meisten befremdete und meinen Pylorus verkrampfen ließ, da es in mir Assoziation weckte, die in den Bereich der Proktologie fallen, war die Halterung für das Teil mit so einem Riesensaugnapf, um die Halterung irgendwo festzumachen. Passat und Benzfahrer, aber auch Minivans klatschen das ja gerne an die Windschutzscheibe, was alles über diese Menschen aussagt. Nein, ich will nicht schlecht sprechen über jene Wesen ohne Hirn und Sinn für Schönheit, ich will es gar nicht. Genauso wenig wie ich den Umgang mit Menschen pflege, die ihr Mobiltelefon in einer Plastikhülle, im schlimmsten Fall noch am Gürtel tragen. Es gibt Grenzen und die sind da überschritten.

Doof nur, dass Ding sonst zu befestigen, da es ja in diesen Pseudodesignkutschen von heute nur noch Rundung…äh… organische Formen gibt. Ich frage mich ohnehin, warum es diese Befestigung gibt, denn in der Bedienungsanleitung steht ausdrücklich, dass man während der Fahrt nicht nie und niemals nie auf das Display gucken soll, was auch nicht einfach ist, da es rund 90% der Draufsichtfläche ausmacht. Noch geiler finde ich ja in diesem Zusammenhang, das man bei der Funktion „Navigator“ das Display, auf das man während der ja nicht und niemals nie schauen soll, nicht ausschalten kann, den Ton aber schon.

Wieder auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, wie das denn logisch zusammenpasst, finde ich Befriedigung in der Vermutung, dass die Programmierer und Fließbandarbeiter Anarchisten sind. Sieht man nicht immer mal Bilder von Unruhen in Seoul, oder so? Und bevor ich mich als Globalisierungs- und damit auch dort meist als Regimegegner zu erkennen gebe und Repressalien fürchten muss, mache ich doch lieber was Subtiles, bau eine Funktion ein oder aus, die entweder genutzt oder nicht vermisst wird.

Schulzeiterinnerungen tauchen auf. War es nicht die Quintessenz aus den „Physikern“: Es ist möglich – und was möglich ist, wird gemacht.

Ich finde so was ja toll. So wie früher die Steinmetze ja nicht nur Fresken, sondern auch Fratzen in die Fassaden schlugen, wie Programmierer gewisse Funktionen, z. B. den „Monster Kill“ (ich nenn’ den jetzt mal so) bei Apple einfach ins Betriebssystem gesteckt haben, so ist es doch auch möglich, dass in irgendeinem asiatischen Betrieb Menschen sitzen, die sich einen Spaß daraus machen, andere, vor allem Wessis (und damit ist hier die gesamte indoeuropäische Sprachgruppe gemeint) zu verarschen. In Europa machen das Verleger von Weisheiten schon lange, aber ich komme schon wieder vom Thema ab…

Nicht vom Weg. Ich muss ja sagen. Ich bin beeindruckt. Oder ist es doch eher Schock? Das Ding kennt die Geschwindigkeitsbegrenzung der Straße, auf der ich bin und warnt mich, wenn ich zu schnell fahre (+10 innerorts und +20 außerorts habe ich mal angegeben). Das ist schon sehr strange. (Nach diesem Test habe ich das Ding sofort wieder ausgemacht. Ich will nicht, dass sie mich holen. Sie wissen schon, wen ich meine, sie. Die überall sind. Alles wissen. Die uns ausspionieren. GAG! An so einen Verschwörungsmüll, freue mich aber, dass ich in meiner Bude kein GPS-Signal empfange :-))

Ich gebe also mir bekannte Adressen ein und lass mich von „ihr“ führen. Fuhr ich jahrelang falsch? Zumindest nennt sie mir Wege, die mich zumindest mental sehr in die Irre führen. Erst als ich „optimale“ Strecke eingebe, geht’s. Man kann dazu auch noch „kürzeste“ (viel Spaß mit der Funktion im Feierabendverkehr) oder „schnellste“ wählen. Sind dank dieser Einstellungsmöglichkeit alle Tankstellen auf dem Display als Logo eingetragen?

Ich bin mir sicher, es sind „Physiker“ – Anarchisten und Globalisierungsgegner, die sich in eine Fabrik haben einweisen lassen – wodurch die Horrorkopie in der Kaffeeküche („Die ganze Welt ist ein Irrenhaus – und das ist die Zentrale“) eine ganz neue Dimension erhält. Denn warum werden auf dem Display Tankstellen eingezeichnet, wenn ich doch a) nicht aufs Display schauen darf/soll und b) ich die Tankstelle ja allein dadurch erkenne, wenn ich durch die Windschutzscheibe gucke. Ist das etwas, was man in einer Präse vor Idioten Zusatznutzen nennt?

Ach, so nebenbei… Da sind auch Discos, Schnellrestaurants, Hotels etc. eingetragen. (Oder ist die Zielgruppe gar das Ü30-Publikum? Wie ich mal auf einem Parkplatz bei so einer Veranstaltung gesehen habe, kamen da doch sehr, sehr viele von ziemlich weit weg. Für sie ist das natürlich prima, wenn sie an dem Abend einen Körper zum Tieferlegen gefunden haben – schnell noch Chicken Wings und ab ins ibis?)

Aber von solche Gedanken mal abgesehen … Das LOOX funktioniert. Zum Teil, z. B. mit der Geschwindigkeitskontrolle, sogar fast schon erschreckend genau. Nur nach Hause bringt es mich nicht, was aber auch wirklich fies, weil ich in so einem Umfeld wohne, wo Architekten in den 70/80ern wiederum ihren Anarchismus ausleben konnten. Eine Straße, drei Reihen Behausungen, deren Nummerierung aus vielen, vielen Stringenzchen bestehen – ein Wunder überhaupt, dass wir hier Post und Pakete kriegen. Als ich hier einzog, brauchte ich drei Tage, um immer wieder zurückzufinden. Aber inzwischen klappt das ganz gut und auch das Teil schafft es bis auf rund 200 m genau (viel besser geht’s auch kaum, denn bis an die Straße gehe ich gut ne Minute).

Vielleicht werde ich es auch mal im Ausland nutzen. Dann werde ich natürlich hier wieder berichten. Ansonsten danke ich meinem Spender für dieses Teil und erinnere daran, dass ich gerne ein größeres und schnelleres Laptop hätte.

PS: Und ihr Hersteller: Mein Angebot steht. Gerne überprüfe ich eure Produktkommunikation auf Sinn und Sinnhaftigkeit. Meine Garantie:
Wahres für Bares.

Mein LOOX-Tagebuch – Teil 4: Erfasst und ergriffen

Raus! Das Einzige, was zählt, denn, wie berichtet, kein GPS in meiner Hütte.

Und wie wunderbar ist das denn, bei so einem Wetter im Grunde gezwungen zu sein, den Schreibtisch zu verlassen und mindestens 20 Minuten spazieren zu gehen.

Und so schlendere ich durch das beschauliche Heidelberg, erfreue mich der Sonnenstrahlen und versuche, Mörikes „Er ist’s“ zu rezitieren. Ich krieg’s nicht hin. „Blaues Band“, „Düfte“, „ahnungsvoll durchs Land“, ja, ja, so was, aber nicht so ganz (wer’s wissen will: Bitte sehr!). Ich bin einfach zu sehr abgelenkt.

Als ich meine erstes Handy hatte, war ich weniger schlimm, und doch schaute ich schon damals mehr oder weniger minütlich drauf, ob es noch an ist, ob jemand angerufen oder mir noch jemand, nach meinem Netzbetreiber, eine Textnachricht geschickt hat. War mir doch egal, dass kaum einer meine Nummer hatte und die, die sie hatten, keinen Bock die damals wirklich horrenden Festnetz-Mobil-Preise zu zahlen. Jetzt aber toppe ich das noch. Es ist ein Wunder, dass ich an keinen Laternenmast geknallt oder von einem Fahrradfahrer an- oder gar überfahren wurde. Glotz, glotz, glotz. Immer nur auf das Display. Und plötzlich tat sich was. Das Satelitten-Icon zeigte mir an, dass mich mindestens drei Orbitstationen erfasst hatte und ich war gewillt mir an die linke Brust zu schlagen und „Bereitmachen zum Beamen“ ins Nichts zu sprechen.

Jetzt haben sie mich also, dachte ich mir so. Das feire ich doch mal mit einem koffeinhaltigen Heißgetränk bei meiner Lieblingskaffeetante. Nicht, dass ICH nicht wüsste, wo der Neuenheimer Markt ist, aber weiß es LOOX?

Inzwischen weiß ich ja, wo der Stift ist, also rausgezogen und rumgehackt, zuletzt auf „Route berechnen“. Ich wartete und wartete und da war’s geschehen. Eine Grafik tat sich auf, ein orangener Balken wies mir den Weg an das in wenigen hundert Metern befindliche Ziel. Dazu natürlich eine Frauenstimme, die eine ganz wunderbare Eigenschaft hat, was ich in realiter doch sehr vermisse. Wenn man etwas tut, was nicht dem entspricht, was sie möchte, gibt es kein Gezeter, keine Vorwürfe, keine Diskussionen, sondern sofort den nächsten konstruktiven, eben: zielführenden Vorschlag. Dieser Aspekt sollte unbedingt mal in die Geschlechterdiskussion mitaufgenommen werden. Und vielleicht gibt es deshalb auch keine männlichen Stimmen in Navis (oder doch)?

Wie dem auch sei, endlich weiß ich, was das Ding und wozu das Ding gut ist. All der andere Kram wie MP3-Player und Spiele ist nur Schischi, der nicht wirklich stört (außer eben zu Anfang, wenn man glaubt, es verstehen zu müssen), aber den es auch nicht wirklich braucht. Als Navigationsgerät, ein Scheißwort finde ich, also noch mal: Als Wegweiser (eigentlich Wegsager, aber das klingt auch doof), also als Wegweiser macht das Ding richtig Spaß. Vor allem mir, vor allem jetzt als Fußgänger, denn es ist natürlich für Autofahrer konzipiert. Seine programmierte Logik bietet natürlich keine Gänge gegen die Richtung im Falle einer Einbahnstraße oder durch Hinterhöfe an. Aber zum einen, wie oben bereits erwähnt, irritiert „sie“ das null, zum anderen weckt es den Jungen in mir, wenn ich so wie gestern durch ein ruhiges Wohnviertel laufe, wo für gewöhnlich akademisierte Hausfrauen ihre Biolebensmittel natürlich nicht in umweltschädlichen Plastiktüten, sondern im Cayenne o. Ä. nach Hause transportieren (in einem Fair-Trade-Bastkorb befindlich) und plötzlich erschallt so mir nichts, dir nichts, ein „Nach Möglichkeit hier bitte wenden.“ aus der Hose.

Das macht große Freude. Schade nur, dass keine Leute auf der Straße waren. Ich werde das mal in einer Fußgängerzone machen müssen, wobei es da wahrscheinlich so laut sein wird, dass keine meinen Hosensopran bemerkt. Na, da wird mir schon noch was einfallen.

Jetzt schalte ich das Ding erst mal wieder aus. Es funktioniert. Und es funktioniert gut. Wie gut teste ich übers Wochenende in meinem 4-Liter-Auto.

Mein LOOX-Tagebuch – Teil 3: Der Start eines Orientierungslosen

Plug & play. Für mich immer noch ein Topverkaufsargument. Wenn es denn stimmt. In dem Fall tut es das. Zumindest geht es an und gibt einem Anweisungen. Allerdings mal wieder nur auf Englisch, was jetzt mal kein Problem für mich ist, aber auch das ist so ein Punkt, wo Hersteller solcher Geräte was von Fahrscheinautomaten in Touristenstädten lernen können: Am Anfang steht die Sprachauswahl. Die gibt es bei dem Gerät auch, aber die muss man eben suchen, wie so vieles, was mich völlig fasziniert: Unglaublich, was man alles in so einem kleinen Ding nicht nur an Technik, sondern auch Informationen verstecken kann. Und nicht nur dass man es kann, überrascht mich, sondern zum Teil auch wie gut.

Nun ja, vielleicht bin ich nach meinen Erfahrungen von gestern ein wenig geläutert bzw. vorsichtig und überkritisch, denn im Grunde stehen mir nur vier Bereiche zur Auswahl, wovon zwei für sich sprechen: Navigator und Musik. Bei Einstellungen und vor allem Utilities (ja, so heißt das da auch auf „deutsch“) bin ich mir nicht so sicher.

Da ich ja lernen will, hacke ich auf das Display und es tut sich ein neues Fenster aus, was erklärt, warum da nicht „Anwendungen“ steht. „Kruscht“ wäre ehrlicher gewesen: Weltzeituhr, Rechner, „Bricks“ und „Smart Pixie“ bietet man mir an, also einfach technische Gimmicks sowie Tetris und PacMan unter anderem Namen. Hauptsache, was drauf geladen, aber wenn das Ding eine Navigationslösung ist, und als solche noch ein Testsieger, dann frage ich mich, wozu ich das brauche bzw. brauchen könnte? Aber egal, immerhin verstehe ich es und könnte es nutzen, wenn ich denn wollte. So gesehen entspricht dieser Part dem Jacuzzi im Hotel: Ich bezahle dafür, brauche es aber nicht, könnte es aber, wenn ich wollte.

Bevor ich mich aber an die beiden anderen Aspekte ranmache, die mir bereits auf dem Karton angepriesen wurden, lege ich doch die CD-ROM ein, die sich „Manual CD“ nennt. Ihr Untertitel „EasyGuides Pocket LOOK N100 Series“ beunruhigt mich allein des „EasyGuides“ wegen. Es erinnert mich an die einfache Bedienungshandbücher von ehedem, die mindestens 600 Seiten stark waren, und in mir Gelüste weckten, den Lektor zu foltern.

Heutzutage also kein Buch, was ja ökonomisch nachvollziehbar ist, sondern eine CD-ROM. Dass die entsprechende Hardware vorhanden ist, hm, ok, kann man wohl bei der Zielgruppe voraussetzen.

Sie startet automatisch, aber kaum dass Freude aufkommt, KRIEG ISCH PLACK! Die Dateien heißen a26361-k600-z120-muli, A26361-K600-Z161-Warranty-muli_neu, K197-Z120-sv1, K197-Z120-pl1, K197-Z120-pt1, K197-Z120-en1, K197-Z120-es1 K197-Z120-it1, K197-Z120-fr1, K197-Z120-da1 und K197-Z120-de1. GEHT DAS NICHT DEUTLICHER? WARUM KANN MAN DIE DATEIEN NICHT VERSTÄNDLICH BENAMEN? Zum Beispiel: Info Recycling, Guarantee_Garantie, und dann in den jeweiligen Sprachen Bedienungsanleitung, was sich nämlich hinter K197-Z120-de1 verbirgt? (Schade, dass das kein Verantwortlicher liest, aber falls doch: Ich bin nicht billig, aber dafür ein zufriedener Kunde unbezahlbar. Liebe Menschen von Fujitsu-Siemens, das hat nichts mit eurem, wie der Engländer so sagt, Ding an sich zu tun, ist ein ganz allgemeines Problem, was gerade von euch, den internationalen Herstellern stark unterschätzt wird. Und ihr könnt euch mich leisten – genervte Kunden nicht :-) )

So – zurück aus der Wortspielhölle widme ich mich jetzt dem Inhaltlichen, schließlich will ich das Gerät ja nutzen. Musik ist keine drauf und der Navi geht zwar, aber andererseits auch nicht – kein GPS-Signal wird mir vermeldet. Was nicht verwunderlich ist, wie ich plötzlich erfahre, denn zum einen daure die Erstinstallation des Navigators rund 20 Minuten, zum anderen bin ich in meiner Behausung GPS-technisch nicht erfasst – oder so, zumindest entnehme ich dies den Schaubildern. Auch eine Erkenntnis, die ich ohne dies Gerät nie hätte. Und ich erkenne nicht nur im biblischen Sinne gern …

Bleibt mir also nur die Musik und da wiederum das blanke Entsetzen. Da wird einem alles erklärt, nur nicht, wie man die Musik auf das Teil kriegt. Also heißt es wieder Try & Error statt Plug & Play. In dem Kabelsammelsurium finde ich ein USB-Kabel, das ich in mein Laptop stecke, das mir dann sagt, dass er ein „Storage Device“ endeckt habe. Auf dem LOOX nix. OK, ich weiß nun, dass ich durch einfaches Verschieben der Dateien den Navi zum Abspielgerät machen kann, aber wissen das wirklich alle? Auch das wird einfach vorausgesetzt. Ist das Arroganz? Oder Hilflosigkeit? Aber wenn das schon so krude bei so was Profanen wie Datentransfer von einem Speichergerät auf ein anderes ist, was erwartet mich denn morgen, wenn ich mit den Satelliten kommuniziere?

Bleibe ich (technisch) orientierungslos???

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